Welcome to The Kaizen Blog   Click to listen highlighted text! Welcome to The Kaizen Blog

21. Mai 2026 – Kurznachrichten

VonTEAM KAIZEN BLOG

Mai 21, 2026

Bezos und der große Satz vom Nutzen, oder: Wie tief muss man sich bücken, um einen Ballsaal mitzufinanzieren?

Jeff Bezos sagt, der Nutzen seiner gewinnorientierten Unternehmen werde für Gesellschaft und Zivilisation viel größer sein als alles, was er jemals durch Spenden erreichen könne. Das klingt nach einer gewaltigen Behauptung und nach einem Blick auf die Welt, in dem wirtschaftlicher Erfolg fast automatisch als gesellschaftlicher Fortschritt verstanden wird. Doch genau dort beginnt die Schwierigkeit. Unternehmen wie Amazon haben den Handel verändert, Lieferketten beschleunigt und neue Technologien vorangetrieben. Das gehört zur Wahrheit. Zur Wahrheit gehören aber auch Arbeitsbedingungen, enormer Druck auf Beschäftigte, die Verdrängung kleiner Händler und eine Marktmacht, die in vielen Ländern seit Jahren politische und wirtschaftliche Diskussionen auslöst.

Fortschritt lässt sich nicht allein daran messen, wie schnell Pakete an Haustüren ankommen oder wie hoch Unternehmensbewertungen steigen. Gesellschaftlicher Nutzen ist kein Kontostand und keine Zahl auf einer Börsentafel. Er zeigt sich dort, wo Menschen sicherer leben, gerechter behandelt werden und bessere Chancen erhalten. Genau deshalb wirkt die Aussage von Bezos so weitreichend. Denn sie setzt still voraus, dass wirtschaftliche Größe und gesellschaftlicher Wert fast automatisch in dieselbe Richtung laufen.

Vielleicht liegt der eigentliche Fehler nicht einmal im Gedanken selbst, sondern in seiner Größe. Wer Milliarden verdient, kann zweifellos ganze Industrien verändern. Die deutlich schwerere Frage lautet jedoch, wer darüber entscheidet, ob diese Veränderung wirklich für alle ein Gewinn war. Denn Geschichte ist voll von Unternehmen, die sich einst als Fortschritt verstanden und später vor allem eines hinterließen: Macht.

Bezos adelt Trump

Jeff Bezos über Donald Trump: „Ich denke, er ist eine reifere, diszipliniertere Version seiner selbst als während seiner ersten Amtszeit …“

Jeff Bezos hat also über Donald Trump gesagt, dieser sei heute eine reifere und diszipliniertere Version seiner selbst als in der ersten Amtszeit. Trump habe viele gute Ideen, und in vielen Dingen habe er recht gehabt. Man muss sich diese Worte einen Moment auf der Zunge zergehen lassen, denn sie kommen ausgerechnet von einem Mann, der noch vor wenigen Jahren offen mit Trump im Streit lag. Reife. Disziplin. Gute Ideen. Es ist erstaunlich, wie geschmeidig sich ein Urteil formen lässt, wenn am selben Tisch Milliardenmärkte, Regierungsaufträge und handfeste wirtschaftliche Interessen Platz genommen haben.

Er gehört zu den Geldgebern von Trumps Ballsaal, jenem 400 Millionen Dollar teuren Prestigeprojekt am Weißen Haus, das mit privaten Spenden finanziert wird. Und in seiner eigenen Zeitung, der Washington Post, haben in den vergangenen Monaten Dutzende Journalisten ihren Posten verlassen, weil sie nicht mehr bereit waren, eine redaktionelle Linie mitzutragen, die immer stärker nach Rücksichtnahme und Selbstbeschränkung roch. Ein Zeitungsbesitzer, dessen Redaktion sich ausdünnt, weil Menschen die Zensur nicht aushalten, lobt zur selben Zeit die Reife des Mannes, vor dem geduckt wird.

Politische Charakteranalysen haben offenbar eine bemerkenswerte Eigenschaft. Sie ändern ihre Richtung in genau dem Tempo, in dem sich die Geschäftslage ändert. Die eigentliche Frage ist deshalb nicht, warum Trump plötzlich der reifere Mann sein soll. Die härtere, die unbequemere Frage lautet: warum entdecken manche Menschen die politische Reife eines Mächtigen immer genau dann, wenn diese Reife für sie selbst zur Goldgrube wird. Wer aus der Distanz urteilt, riskiert seinen Frieden mit der Macht. Wer aus der Nähe lobt, sichert sich den nächsten Auftrag. Bezos hat sich entschieden, und seine Entscheidung sagt weniger über Trump aus als über den Preis, zu dem ein Urteil heute zu haben ist.

Die unsichtbare Welle – Ebola breitet sich aus und vor Ort fehlt längst mehr als nur Zeit

Im Osten des Kongos wächst die Angst nicht wegen einer Schlagzeile, sondern wegen Menschen, die innerhalb weniger Tage zusammenbrechen. Ein Sohn klagt über Schmerzen in der Brust, beginnt zu weinen, verliert Blut und stirbt. Eine Mutter steht daneben und kann nur noch zusehen. Familien dürfen ihre Toten nicht mehr waschen, keine letzte Berührung, kein Abschied wie früher. Mitarbeiter in Schutzanzügen übernehmen die Körper und bringen sie zu gesicherten Bestattungsorten. Angehörige stehen daneben und sehen zu, wie die Krankheit selbst den letzten Moment verändert. Die Weltgesundheitsorganisation spricht zwar von einem geringen weltweiten Risiko, gleichzeitig klingt der Ton vor Ort deutlich härter. Die Sorge richtet sich nicht auf ferne Szenarien, sondern auf das, was bereits geschieht. Über 130 Verdachtsfälle mit Todesfolge stehen inzwischen im Raum, fast 600 Verdachtsfälle werden untersucht und Fachleute gehen davon aus, dass die wirkliche Zahl deutlich höher liegen könnte. Offiziell wurden bisher 51 Fälle im Kongo und zwei in Uganda bestätigt. Gleichzeitig warnen Fachleute, dass die tatsächliche Zahl möglicherweise bereits über tausend liegen könnte.

Währenddessen wurde ein amerikanischer Ebola-Patient aus Afrika in eine Spezialklinik nach Berlin gebracht. Auch seine Familie soll auf Wunsch amerikanischer Behörden aufgenommen werden. Die Entscheidung zeigt etwas, das oft erst sichtbar wird, wenn Krisen größer werden. Wenn Gefahr sehr nahe kommt, beginnen plötzlich Länder, Grenzen und Entfernungen deutlich kleiner zu wirken.

Der seltene Virusstamm hat beim aktuellen Ausbruch bereits mehr als 130 Menschen das Leben gekostet. Die Weltgesundheitsorganisation warnte, dass sich die Krankheit möglicherweise schneller ausbreitet als zunächst angenommen. Die WHO hat den Ausbruch zu einem internationalen Gesundheitsnotfall erklärt.

Besonders schwierig macht die Lage die Virusvariante selbst. Es handelt sich um das seltene Bundibugyo-Ebolavirus. Wochenlang blieb es unentdeckt, weil zunächst nach einer anderen, häufigeren Ebolaform gesucht wurde. Während getestet wurde, breitete sich das Virus weiter aus. Inzwischen wird davon ausgegangen, dass der Ausbruch vermutlich schon vor Monaten begonnen haben könnte. Die Lage im Osten des Kongos war bereits vor Ebola schwer genug. Bewaffnete Gruppen kontrollieren Teile der Region, Menschen wurden vertrieben und Krankenhäuser arbeiten seit Jahren unter enormem Druck. In manchen Kliniken liegen mögliche Ebola-Patienten inzwischen neben Verletzten oder anderen Kranken, weil Isolationsstationen fehlen. Ärzte berichten offen, dass ihnen Personal, Ausbildung und Schutzausrüstung fehlen. Manche Einrichtungen erklären bereits jetzt, sie seien voll.

In Mongbwalu bleibt die Grenze nach Uganda geöffnet, Goldminen arbeiten weiter und viele Menschen gehen ihrem Alltag nach. Gleichzeitig fehlen selbst einfache Möglichkeiten zum Händewaschen. In Krankenhäusern sprechen Ärzte inzwischen offen aus, was viele denken. Wenn die Zahl bestätigter Fälle steigt, werde man schlicht nicht mehr mithalten können. Dazu kommt ein weiterer Punkt. Für die aktuelle Virusform gibt es bislang keinen zugelassenen Impfstoff. Fachleute gehen davon aus, dass mögliche Impfstoffe frühestens in sechs bis neun Monaten verfügbar wären. Sechs bis neun Monate sind in einem Labor eine Zeitspanne. In einer Klinik voller Menschen mit Fieber, Blutungen und Atemnot ist das etwas völlig anderes.

Wenn nicht einmal Jesus die Zahlen rettet

Donald Trump hat erklärt, er hätte Kalifornien gewonnen, wenn man Jesus Christus herabkommen ließe, um die Stimmen auszuzählen, denn bei den Hispanics schneide er sehr gut ab. Es ist ein Satz, der vieles über den Mann verrät, der ihn sagt. Er verbindet das Heiligste, was der christliche Glaube kennt, mit einer Wahlniederlage, und er tut es mit jener Selbstverständlichkeit, die nur dem eigen ist, der die Wirklichkeit längst durch seine eigene Vorstellung von ihr ersetzt hat. Der Faktencheck braucht keinen göttlichen Beistand, er braucht nur Zahlen.

Laut einer neuen Erhebung des Pew Research Center liegt Trumps Zustimmung unter erwachsenen Latinos bei gerade einmal 27 Prozent. 70 Prozent lehnen seine Arbeit ab. Das ist keine Frage der Auslegung, das ist eine klare Mehrheit, die ihm den Rücken zukehrt. Wer behauptet, bei einer Bevölkerungsgruppe sehr gut abzuschneiden, von der ihn sieben von zehn Menschen ablehnen, lebt nicht in der Welt der Fakten, sondern in einer Welt, die er sich selbst eingerichtet hat. Bemerkenswert ist nicht der Irrtum an sich, bemerkenswert ist die Beiläufigkeit, mit der er vorgetragen wird. Trump bräuchte keinen Jesus, der die Stimmen zählt. Er bräuchte jemanden, der ihm die Zahlen vorliest, die längst gezählt sind. Doch genau dieser Mensch scheint in seinem Umfeld zu fehlen, oder er wird nicht mehr gehört. Am Ende bleibt ein Satz, der lustig klingen soll und entlarvend ist. Wenn selbst der Himmel bemüht werden muss, um eine Niederlage in einen Sieg zu verwandeln, dann ist die Niederlage größer, als ihr Verlierer sie je zugeben wird.

Eine Milliarde für den Ballsaal – Selbst Trumps Republikaner beginnen zu bremsen

Im Weißen Haus wächst ein neuer Ballsaal aus dem Boden, während in Washington plötzlich die Frage im Raum steht, wer dafür am Ende bezahlen soll. Donald Trump spricht von einem Geschenk an die Nation und führte Journalisten diese Woche persönlich über die Baustelle. Gleichzeitig versuchten Republikaner im Senat, rund eine Milliarde Dollar für Sicherheitsmaßnahmen rund um den neuen Komplex durch den Kongress zu bringen. Doch ausgerechnet in den eigenen Reihen begann Widerstand.

Der Plan sollte Teil eines deutlich größeren Gesetzespakets werden, mit dem zusätzliche Mittel für die Einwanderungsbehörde ICE und die Grenzschutzbehörde bewilligt werden sollten. Doch mehrere republikanische Senatoren machten deutlich, dass ihnen die Informationen aus dem Weißen Haus und vom Secret Service nicht ausreichen. Wofür genau die Milliarden ausgegeben werden sollen, blieb vielen zu unklar. John Kennedy erklärte offen, ohne die Sicherheitsgelder sei man praktisch wieder am Ausgangspunkt angekommen. Thom Tillis bezeichnete die Idee sogar als schlecht und zweifelte daran, dass sich dafür genügend Stimmen finden würden. Selbst Mehrheitsführer John Thune räumte Probleme ein und sprach von offenen Fragen bei Abstimmungen und Verfahrensregeln.

Besonders kritisch wird betrachtet, dass nur etwa 220 Millionen Dollar direkt für Sicherheitsmaßnahmen rund um den Ballsaal vorgesehen sein sollen. Der Rest soll in Besucherzentren, Schulungen und weitere Sicherheitsstrukturen fließen. Genau das brachte einige Republikaner in eine schwierige Lage. Denn nach außen bleibt am Ende eine Zahl hängen: eine Milliarde Dollar und ein Ballsaal. Bill Cassidy formulierte die Frage deutlich. Menschen hätten Schwierigkeiten, Lebensmittel, Benzin und medizinische Versorgung zu bezahlen, und gleichzeitig diskutiere Washington über eine Milliarde Dollar für einen Ballsaal.

Im Hintergrund wächst zusätzlich ein weiterer Streitpunkt. Das sogenannte Entschädigungsprogramm über rund 1,776 Milliarden Dollar für Verbündete Trumps sorgt inzwischen ebenfalls für Unruhe. Mehrere Republikaner haben Vorbehalte angemeldet. Demokraten kündigten bereits Gegenanträge an und wollen Einschränkungen erzwingen. Während sich die Lage zuspitzte, griff Trump den Senat öffentlich an. Er forderte die Entlassung der Senatsparlamentarierin Elizabeth MacDonough, erneuerte seine Forderung nach dem sogenannten SAVE-Gesetz zur Staatsbürgerschaftspflicht bei Wahlen und verlangte erneut das Ende der Filibuster-Regel. Republikaner müssten endlich härter und klüger werden, schrieb Trump. Andernfalls würden viele von ihnen früher als gedacht nach neuen Arbeitsplätzen suchen.

Über allem hängt inzwischen ein weiterer Konflikt. Trumps überraschende Unterstützung für Ken Paxton gegen Senator John Cornyn sorgt parteiintern für zusätzlichen Ärger. Mehrere Republikaner befürchten hinter verschlossenen Türen, dass solche Eingriffe ihre Mehrheitsverhältnisse im November gefährden könnten. Der eigentliche Streit dreht sich deshalb längst nicht mehr nur um Beton, Sicherheitszäune oder einen Ballsaal. In Washington stellt sich inzwischen eine andere Frage. Wie weit reicht Loyalität, wenn selbst die eigene Partei plötzlich beginnt, den Taschenrechner herauszuholen?

Die Geschichte steckt im Handgelenk – Der Mensch trägt noch immer Spuren seiner alten Herkunft

Jeder Mensch schaut täglich auf seine Hände und denkt dabei vermutlich an Schreiben, Werkzeuge, Berührungen oder das Smartphone in der Tasche. Kaum jemand denkt an Gorillas, Schimpansen oder daran, dass tief im eigenen Handgelenk möglicherweise noch eine sehr alte Geschichte verborgen liegt. Genau dort haben Forscher jetzt genauer hingesehen und etwas entdeckt, das überraschend deutlich ausfällt. Wissenschaftler untersuchten mehr als zweitausend lebende und ausgestorbene Primaten und verglichen die Form einzelner Handwurzelknochen. Dabei zeigte sich etwas Auffälliges. Das menschliche Handgelenk scheint keine völlig neue Konstruktion der Evolution zu sein. Vieles deutet darauf hin, dass es sich um eine veränderte Form eines deutlich älteren Bauplans handelt, der bereits bei afrikanischen Menschenaffen vorhanden war.

Besonders zwei Knochen fielen auf. Der halbmondförmige und der dreieckige Handwurzelknochen ähneln beim Menschen bis heute erstaunlich stark den Strukturen bei Gorillas und Schimpansen. Nach Ansicht der Forscher könnten diese Gemeinsamkeiten von einem gemeinsamen Vorfahren stammen, der sich auf seinen Fingerknöcheln bewegte. Interessant wird die Geschichte dort, wo man bisher häufig klare Grenzen zog. Lange wurde darüber diskutiert, ob sich Menschen und Schimpansen aus einem Vorfahren entwickelten, der sich auf den Handflächen bewegte oder auf den Fingerknöcheln. Eine endgültige Antwort gibt die Untersuchung nicht. Doch sie gibt deutlich neue Erkenntnisse.

Auch die Entwicklung des Menschen verlief offenbar langsamer als oft angenommen. Frühere Hominiden, darunter Australopithecus und sogar einige frühe Vertreter der Gattung Homo, besaßen weder ein vollständig affenähnliches noch ein modernes menschliches Handgelenk. Die Entwicklung verlief über sehr lange Zeiträume und in kleinen Schritten. Besonders auffällig war Homo naledi aus Südafrika. Innerhalb derselben Art zeigten manche Funde bereits Merkmale moderner Menschen, andere erinnerten noch deutlich stärker an afrikanische Menschenaffen. Am Ende bleibt eine Erkenntnis, die fast etwas Demütigendes hat. Der Mensch trägt seine Vergangenheit nicht nur im Erbgut mit sich herum. Er trägt sie bis heute in den Knochen seiner eigenen Hände.

Wenn Vorsorge politisch wird – RFK Jr. greift in ein wichtiges Gesundheitsgremium ein

Vorsorgeuntersuchungen laufen für die meisten Menschen still im Hintergrund. Eine Mammographie, eine Darmkrebsvorsorge oder Untersuchungen auf Depressionen wirken oft selbstverständlich, bis man sich anschaut, wer überhaupt festlegt, wann solche Leistungen empfohlen werden und warum Versicherungen sie kostenlos übernehmen müssen. Genau an dieser Stelle hat Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. nun eingegriffen. Kennedy entließ die beiden Vorsitzenden der US Preventive Services Task Force, John Wong und Esa Davis, noch vor dem Ende ihrer regulären Amtszeiten. Das Gremium beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit wissenschaftlichen Daten zu Vorsorgeuntersuchungen und bewertet deren Nutzen. Die Empfehlungen werden mit Buchstaben bewertet. Erhalten Maßnahmen die Bewertung A oder B, müssen die meisten Krankenversicherungen sie ohne zusätzliche Zuzahlungen abdecken.

Damit geht es nicht um eine kleine Fachrunde im Hintergrund. Es geht um Empfehlungen, die direkten Einfluss auf Millionen Menschen haben. Das Gremium beschäftigt sich mit Fragen wie Darmkrebsfrüherkennung, Untersuchungen auf Depressionen, Cholesterinbehandlungen zur Vorbeugung von Herzinfarkten und zahlreichen weiteren Gesundheitsbereichen. Warum Kennedy die beiden Vorsitzenden abberufen hat, bleibt unklar. In seinen Schreiben lobte er ihre Arbeit sogar ausdrücklich und erklärte, ihre Erfahrung habe dazu beigetragen, die Gesundheit der Amerikaner zu verbessern. Gleichzeitig sprach er davon, das Gremium überprüfen zu wollen, um Klarheit, Kontinuität und Vertrauen in die Aufsicht des Gesundheitsministeriums sicherzustellen.

Die Entwicklung wird mit wachsender Sorge beobachtet. Bereits in den vergangenen Monaten wurden öffentliche Treffen des Gremiums verschoben oder auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Geplante Aktualisierungen zur Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge und zu anderen Themen blieben liegen. Michael Silverstein, früher selbst Vorsitzender der Arbeitsgruppe, sprach von einem Ausmaß staatlicher Eingriffe in wissenschaftliche Prozesse, das er in seiner gesamten Zeit dort nicht erlebt habe. Die Diskussion reicht inzwischen weit über zwei Personalentscheidungen hinaus. Denn sobald politische Entscheidungen anfangen, Bereiche zu verändern, die bisher vor allem auf medizinischen Daten beruhen sollten, entsteht eine deutlich größere Frage. Wer entscheidet am Ende darüber, welche Wissenschaft als Grundlage dient und welche nicht? Amerika befindet sich auf Talfahrt in das Mittelalter, die wohl schlechteste aller Grundlagen.

Vom Kapitol zur Millionenforderung – Enrique Tarrio will jetzt an öffentliches Geld

Enrique Tarrio spricht inzwischen nicht mehr über Demonstrationen oder Prozesse. Er spricht über Millionen. Der frühere Anführer der Proud Boys, eine Bezeichnung, die die Gruppe inzwischen nicht mehr verwenden darf, erklärte nach eigenen Angaben, dass er zwischen zwei und fünf Millionen Dollar aus dem umstrittenen Entschädigungsfonds beantragen will, den die Trump-Regierung für Menschen geschaffen hat, die sich als politisch verfolgt betrachten.

Lesen Sie auch unseren Artikel: Das Ende der „Proud Boys“ – Wie eine schwarze Kirche den Namen einer Hassbewegung übernahm

Tarrio sagt, er sei nicht gierig. Er sagt, sein Leben sei zerstört worden. Doch genau dort beginnt die Diskussion erst richtig. Denn plötzlich steht eine Frage im Raum, die deutlich größer ist als eine einzelne Person oder eine einzelne Forderung. Jahrelang ging es um Ermittlungen, Prozesse, Schuldfragen und den Angriff auf das Kapitol. Jetzt geht es um Geld aus öffentlichen Kassen. Nicht um ein paar Dollar, sondern um Summen, die für viele Menschen außerhalb Washingtons kaum vorstellbar wirken.

Die Diskussion reicht inzwischen weit über Tarrio hinaus. Denn wenn aus politischen Kämpfen und dem Sturm auf das Kapitol irgendwann Rechnungen entstehen und diese Rechnungen später bei Steuerzahlern landen, dann hat Amerika endgültig den Tiefpunkt erreicht. Dann geht es nicht mehr nur darum, wer vor Gericht gewonnen oder verloren hat. Dann geht es nur noch um die Frage: „Was ist mit diesem Land passiert?“

Unabhängiger Journalismus · Kaizen Blog

Wir sind dort,
wo es wehtut

Wir sitzen nicht im Warmen und schreiben über die Welt – und wir hören auch nicht beim Schreiben auf. Unsere Hilfe ist dort, wo sie gebraucht wird. Wir sind ein kleines Team. Keine Investoren, keine Millionäre, keine große Redaktion im Hintergrund. Was wir haben, sind Herz, Wille und der Anspruch, Dinge aufzudecken, über die andere oft hinwegsehen. Wenn Sie möchten, dass diese Arbeit weiter möglich bleibt, unterstützen Sie den Kaizen Blog.

Unsere Arbeit lebt von denen, die hinschauen – und dafür einstehen, dass das möglich bleibt.
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
12 Comments
Älteste
Neueste Meistbewertet
Ela Gatto
23 Tage vor

Bezos, Zuckerberg, Musk und auch Bill Gates.

Einst große Kritiker von Trump und nun stecken sie tief im Allerwertesten.

Spenden für die Inauguration.
Spenden für den Ballsaal.

Und natürlich Lobhudelei ohne Ende.

Bezos übertrifft da aber die Anderen.
Auch mit dem Film Melania hat er sich eingeschmeichelt.
Der kann nicht so doof sein, dass er nicht wusste, dass sich Keiner dafür interessiert.
Aber Hauptsache Donny gefällt es.

Rainer Hofmann
Administrator
22 Tage vor
Antwort auf  Ela Gatto

…einfach nur ganz, ganz, ganz peinlich

Ela Gatto
23 Tage vor

Ebola ist eine furchtbare Erkrankung.
Sie trifft brsonders die Ärmsten, weil es an Allem fehlt.

Eine amerikanische Familie wird nach Deutschland ausgeflogen
Im Kongo haben die Krankenhäuser nicht einmal genug Isolierstationen 😞

In 6-9 Monaten könnte ein Impfstoff vorhanden sein.
Etwas was den Ärzten vor Ort selber eine gewisse Sicherheit gibt und Menschenleben rettet.

Wieviele Menschen bis dahin aber aufgrund mangelnder ärztlicher Versorgung sterben werden? 😞

Erstaunlich bei Ebola war oft, dass die Ausbrüche oft stoppten. Einfach so.
Erklären kann sich das bisher keiner wirklich.

Die wahrscheinlichste Theorie ist, dass das Virus sich nicht im Körper vermehren kann, weil die Menschen über einen Abwehrmechanismus verfügen.

Bola, Marburg… furchtbare Viren😞
Und leider auch mögliche furchtbare Biokampfwaffen. 😞

Rainer Hofmann
Administrator
22 Tage vor
Antwort auf  Ela Gatto

…dieser ausbruch ist sehr bedenklich, auch die umgehensweise davor, das späte erkennen dieser seltenen art, man sieht überall die rückschritte in diesen zeiten, trotz so vieler möglichkeiten

Ela Gatto
23 Tage vor

Wenn Jesus die Wahlzettel gezählt hätte, hätte Trump in Kalifornien gewonnen?🤣

Glaubt Trump, das Jesus auf wundersame Weise Stimmen für Demokraten in Stimmen für Republikaner umgewandelt hätte?🤣

Das Jesus für so einen Mist auf die Erde käme, weil Trump es „befiehlt“ 🤣

Jesus wäre erstmal von ICE in gewahrsam genommen worden.
Ein Nicht-Weißer ohne Papiere…….

Rainer Hofmann
Administrator
22 Tage vor
Antwort auf  Ela Gatto

…einfach irre zeiten mit einem irren präsidenten

Ela Gatto
23 Tage vor

Es war doch klar, dass Trumps Ballsaal nicht (nur) nur von seinen Spendern bezahlt wird, sondern der Hros vom amerikanischen Steuerzahler betappt werden muss.

Nett verpackt in das Thema Sicherheit.
Was ja nach dem Attentatsversuch beim Pressebanket noch „viel dringlicher“ ist.

Wird da gebaut?
Aber nur an dem unterirdischen Sicherheitsraum?
Mehr darf Trump doch gemäß richterlicher Anordnung nicht bauen?

Ela Gatto
23 Tage vor

„Make America healthy again“ ist die größte Lachnummer des Jahrhunderts.
Wenn es nicht so traurig wäre.

Fluor ist gefährlich im Trinkwasser. Weg damit.
Zahngesundheit gerade bei armen Bevölkerungsschichten noch mehr gefährdet.

Das aber gleichzeitig Umweltstandards herunter geschraubt oder ganz abgeschafft werden.
Was zu einer stärkeren Verunreinigung der Böden, des Trinkwassers und der Luft führt, ist nebensächlich.

Weniger Krebsvirsorge erscheint in diesem Zusammenhang fast logisch.
Man will doch nicht im Vorfeld schon diese Erkrankungen beziffern.
Besser ist es doch (Ironie), wenn die Leute spät diagnostiziert werden und schnell sterben.

Gerade auch Frauengesundheit wird überproportional herab gestuft.

Der Weg geht in der Tat ins Mittelalter.
Ganz wie bei den Taliban

Ela Gatto
23 Tage vor

Tarrio hätte im Knast verrotten müssen.
Sorry für meine direkten Worte.

Ein Hispanic, der Mitglied der faschistischen Proud Boys ist.
Mehr muss man dazu nicht sagen.

Und er ist nicht gierig, dass er 2-5 Millionen aus dem Fonds haben will.

Sein Leben sei zerstört worden 🙈
Der Einzige, der sein Leben zerstört hat, ist er selber.

Aber wie sein Vorbild Trump die Schuld auf andere schieben. 🤬

Zuletzt bearbeitet am 23 Tage vor von Ela Gatto
Rainer Hofmann
Administrator
22 Tage vor
Antwort auf  Ela Gatto

,,ja, nur an diesen ort gehört dieser kerl

Ela Gatto
23 Tage vor

Ein toller Bericht über „die Geschichte steckt im Handgelenk“.

Mich interessieren solch wissenschaftlichen Funde und Erkenntnisse sehr.

Danke, dass Ihr auch dafür Zeit findet

Rainer Hofmann
Administrator
22 Tage vor
Antwort auf  Ela Gatto

…gerne, ist leider immer frage der zeit diese dinge mit aufzunehmen und das wir das magazin noch nicht umgestellt haben, was mit kategorien und aufteilung zu tun hat, aber wir kommen aktuell kaum zum atmen

12
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x
Click to listen highlighted text!