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15 Versprechen, 15 Lügen, kein einziger Scheck – jetzt bietet Trump 5.000 Dollar für den richtigen Wahlausgang

VonTEAM KAIZEN BLOG

11. September 2026

Donald Trump verspricht jedem erwachsenen Amerikaner 5.000 Dollar – allerdings erst dann, wenn die Republikaner bei den Zwischenwahlen im November Repräsentantenhaus und Senat behalten. Inzwischen wächst selbst in Washington die Wut darüber, wie offen der Präsident eine gewaltige Geldzahlung mit dem Wahlausgang verbindet. Es geht dabei nicht nur um die Frage, ob dieses Programm überhaupt finanzierbar wäre. Trump hat den Amerikanern seit Anfang 2025 immer wieder Schecks, Dividenden und Rückzahlungen versprochen. Eine Zusammenstellung der Groundwork Collaborative zählt inzwischen 15 solcher Ankündigungen. Ausgezahlt wurde aus keiner davon auch nur ein Dollar.

Trump: „Nur ich kann euch dieses Versprechen geben: Wenn die Republikaner das Repräsentantenhaus und den Senat gewinnen, werde ich jedem erwachsenen Bürger der Vereinigten Staaten eine Dividende von 5.000 Dollar auszahlen.“

Beim republikanischen Parteitag in Dallas erklärte Trump am Mittwochabend, die Amerikaner sollten den Republikanern bei der Wahl die Mehrheit sichern. Danach werde es eine Dividende von 5.000 Dollar für Erwachsene geben. Das Programm würde rund 1,2 Billionen Dollar kosten. Kommt das Geld über zusätzliche Schulden, würden im Laufe der Zeit noch Hunderte Milliarden Dollar an Zinskosten hinzukommen.

Jim McGovern, demokratischer Abgeordneter aus Massachusetts, reagierte trocken: „Nichts sagt so sehr Vertrauen aus wie der Versuch, Menschen für ihre Stimmen zu bestechen.“

Fox-News-Moderatorin Laura Ingraham stellte Trump später eine sehr einfache Frage: Wenn dieses Geld vorhanden sei, warum zahle er die 5.000 Dollar nicht einfach jetzt aus? Trump beantwortete die Frage nicht. Stattdessen erklärte er, die Demokraten könnten das nicht, unter ihnen gebe es negatives Wachstum, und die Vereinigten Staaten nähmen wegen seiner Zölle 21 Billionen Dollar ein.

Ingraham: „Warum geben Sie den Leuten die 5.000 Dollar nicht einfach jetzt? Wenn Sie das Geld haben, warum zahlen Sie es dann nicht jetzt aus?“

Trump: „Weil die Demokraten das nicht können. Weil es bei ihnen negatives Wachstum gibt. Wir nehmen wegen der Zölle 21 Billionen Dollar ein.“

Faktencheck: Das ist nicht einmal annähernd wahr.

Die US-Regierung hat keine 21 Billionen Dollar durch Zölle eingenommen. Nach aktuellen Zahlen des Congressional Budget Office wurden im laufenden Haushaltsjahr bislang rund 167 Milliarden Dollar an Zöllen eingenommen. Nach Berücksichtigung bereits angelaufener Rückerstattungen infolge des Supreme-Court-Urteils bezifferte das Penn Wharton Budget Model die verbliebenen Einnahmen aus Trumps Zöllen sogar nur auf etwa 132,5 Milliarden Dollar.

Die Behauptung von 21 Billionen Dollar an Zolleinnahmen hat mit den tatsächlichen Einnahmen nichts zu tun. Trotzdem dient genau diese angebliche Geldflut nun als Erklärung dafür, warum Trump den Amerikanern 5.000 Dollar versprechen könne. Die USA haben gleichzeitig mehr als 40 Billionen Dollar Staatsschulden. Eine Auszahlung von rund 1,2 Billionen Dollar wäre also alles andere als Geld, das irgendwo fertig auf einem Konto liegt und nur verteilt werden müsste.

Don Beyer, Demokrat aus Virginia, sagte nach Trumps Antwort bei Fox News: „Ich weiß nicht einmal, was das bedeuten soll.“ Er kenne aber den Grund, warum Trump keine klare Antwort gebe. „Er meint es nicht ernst damit, diese Schecks an irgendjemanden zu schicken. Er hat darüber immer wieder gelogen und lügt jetzt wieder. Genauso wie er gelogen hat, als er versprach, die Kosten zu senken.“

Diese Kritik fällt nicht aus dem Nichts. Schon am 19. Februar 2025 sprach Trump beim FII Summit in Miami Beach über eine sogenannte DOGE-Dividende. 20 Prozent der angeblichen Einsparungen des von Elon Musk angeführten Department of Government Efficiency sollten an amerikanische Bürger gehen. Am selben Tag sagte Trump an Bord der Air Force One noch einmal: „Ich liebe das. Eine 20-Prozent-Dividende sozusagen für das Geld, das wir sparen.“ Die Amerikaner erhielten diese Dividende nicht.

Am 25. Juli 2025 wurde aus der DOGE-Dividende eine mögliche Zoll-Rückzahlung. Trump erklärte vor seiner Abreise aus dem Weißen Haus nach Schottland, es komme „so viel Geld herein“, dass man über eine kleine Rückzahlung für Menschen bestimmter Einkommensgruppen nachdenke. Am 3. August sagte er in Allentown erneut, es könne eine „Ausschüttung oder Dividende an die Menschen unseres Landes“ geben, vor allem an Menschen mit mittleren und niedrigeren Einkommen.

Am 1. Oktober wurde Trump konkreter. In einem Interview erklärte er, man könne vielleicht eine Zahlung an die Amerikaner leisten, „vielleicht 1.000 bis 2.000 Dollar“. Einen guten Monat später klang es nicht mehr nach einer Möglichkeit. Am 9. November schrieb Trump auf Truth Social: „Eine Dividende von mindestens 2.000 Dollar pro Person wird an alle ausgezahlt“, Menschen mit hohen Einkommen ausgenommen.

Am 10. November folgte die nächste Variante. Trump schrieb, zunächst sollten Bürger mit niedrigen und mittleren Einkommen 2.000 Dollar erhalten. Das Geld, das danach von den 2.000-Dollar-Zahlungen übrig bleibe, solle zur erheblichen Reduzierung der Staatsschulden verwendet werden. Noch am selben Tag erklärte er im Oval Office, Menschen mit mittleren und niedrigeren Einkommen sollten eine Dividende von ungefähr 2.000 Dollar bekommen.

Unsere damaligen Recherchen im November 2025 legten bereits offen, dass es nie umsetzbar war. Das hat sich mittlerweile bestätigt.

Die 2.000-Dollar-Lüge – und ein Präsident, der wieder einmal auf Zeit spielt

Vier Tage später verschob sich der Termin. An Bord der Air Force One sagte Trump, er werde 2.000 Dollar zurückgeben, „an alle außer den Reichen“. Auf die Frage, ob das noch vor Weihnachten geschehe, antwortete er: „Nein, nein, nicht dieses Jahr. Irgendwann nächstes Jahr.“

Am 17. November hieß es dann, die Dividenden würden „später“ ausgezahlt, wahrscheinlich Mitte des folgenden Jahres oder etwas danach. Am 2. Dezember versprach Trump bei einer Kabinettssitzung wieder Rückzahlungen aus den Zöllen und „eine schöne Dividende für die Menschen“, zusätzlich zur Reduzierung der Schulden.

Am 7. Januar 2026 wurde Trump in einem Interview mit der New York Times auf sein eigenes Versprechen angesprochen. Seine erste Reaktion lautete: „Das habe ich gesagt? Wann habe ich das gesagt?“ Wenig später erklärte er im selben Gespräch, er könne irgendwann 2.000 Dollar auszahlen, wahrscheinlich gegen Ende des Jahres.

Am 20. Januar behauptete Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus erneut, man werde mindestens eine 2.000-Dollar-Dividende auszahlen können. Diesmal fügte er hinzu, er glaube sogar, das ohne Zustimmung des Kongresses tun zu können.

Am 4. Februar fragte NBC Nightly News ihn, ob er diese Schecks tatsächlich versprechen könne. Trump antwortete: „Oh ja, sicher. Das kann ich.“ Im nächsten Satz hieß es dann wieder, er habe die Verpflichtung noch nicht übernommen, könne sie aber möglicherweise übernehmen.

Am 27. Februar tauchte die nächste Version in einer Spendenmail auf. Die Betreffzeile lautete sinngemäß: „2.000 Dollar von Ihnen gestohlen?“ Trump erklärte darin, er prüfe diese Schecks ernsthaft. Gleichzeitig schrieb er erneut, er habe sich noch nicht festgelegt.

Das sind die Versprechen, auf die Elizabeth Warren nun verweist. Die Senatorin aus Massachusetts verbreitete die Zusammenstellung der Groundwork Collaborative mit 15 Ankündigungen von Schecks, Dividenden und Rückzahlungen. Das Ergebnis steht darüber in einem Satz: Von all diesen Versprechen erreichten bislang null Schecks die Öffentlichkeit.

Mark Pocan, demokratischer Abgeordneter aus Wisconsin, machte genau daraus seinen Angriff auf Trump: „Jetzt sind es also 5.000-Dollar-Bestechungen, die Trump niemals auszahlen wird, damit die Wähler vergessen, was sie für Benzin und Lebensmittel bezahlen.“ Pocan fragte, was eigentlich aus den versprochenen DOGE-Schecks geworden sei. „Die Amerikaner sind nicht dumm. Wir wissen, dass er jeden Tag lügt.“

Bernie Sanders ging noch weiter und bezeichnete Trump als „unseren pathologischen Lügner im Amt“. Der Senator aus Vermont erinnerte daran, dass Trump nicht nur Schecks versprochen hat. Zu seinen früheren Zusagen gehörten auch eine Begrenzung der Kreditkartenzinsen auf zehn Prozent und Benzin für zwei Dollar pro Gallone. Sanders sagte, bei dieser Regierung gehe es nicht darum, arbeitenden Familien zu helfen. Sie verteile Steuererleichterungen in Billionenhöhe an die reichsten Amerikaner und nehme gleichzeitig Millionen Menschen ihre bisherige Gesundheitsversorgung.

Auch mehrere demokratische Gouverneure griffen Trump an. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom sagte, Trump wolle nach den finanziellen Folgen seiner Politik nun Stimmen mit 5.000 Dollar kaufen. Er sprach von „mit Steuergeld finanziertem Blutgeld“ und bezeichnete Trump als den korruptesten Mann, der jemals das Oval Office besetzt habe.

New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul erklärte, Trump schulde den Menschen ihres Bundesstaates ihrer Darstellung nach bereits 13,5 Milliarden Dollar wegen seiner rechtswidrigen Zölle. „Jetzt hält er 5.000-Dollar-Schecks vor die Nase, falls die Republikaner den Kongress gewinnen“, schrieb sie. „Eine Wahlkampf-Bestechung über eine Billion Dollar von einem Mann, der seine Rechnungen nicht bezahlt.“

Lisa Gilbert, Co-Präsidentin einer amerikanischen Kontrollorganisation, nannte Trumps Ankündigung einen neuen Tiefpunkt. Selbst bei einem Präsidenten, den sie als notorisch korrupt und gesetzesmissachtend bezeichnet, sei dieser offene und verzweifelte Versuch, Stimmen für die Novemberwahl zu kaufen, außergewöhnlich. Gilbert erklärte, Trump wisse, dass er eine solche Zahlung nicht einfach selbst anordnen könne. Trotzdem verspreche er den Wählern Geld, wenn sie seiner Partei zum Sieg verhelfen. Sie bezeichnete das als mit den Grundprinzipien amerikanischer Wahlen unvereinbar und forderte republikanische Politiker auf, sich eindeutig davon zu distanzieren. Dass dies nicht geschlossen geschehe, sei selbst ein Grund zur Sorge. Trump hat die Zwischenwahlen inzwischen ausdrücklich zu einer Abstimmung über seine eigene Präsidentschaft erklärt. In Dallas sagte er seinen Anhängern, sie sollten so wählen, als stünde sein Name selbst auf dem Stimmzettel. Genau daneben steht nun das nächste Geldversprechen.

Im Februar 2025 sollten es Anteile an den DOGE-Einsparungen sein. Im Sommer kam die Zoll-Rückzahlung dazu. Danach wurden daraus 1.000 bis 2.000 Dollar. Im November waren mindestens 2.000 Dollar angeblich bereits praktisch beschlossen. Im Januar wusste Trump zunächst nicht mehr, dass er dieses Versprechen überhaupt gemacht hatte. Jetzt sind daraus 5.000 Dollar geworden.

Keiner der angekündigten Schecks wurde bislang ausgezahlt.

Diesmal kommt etwas hinzu, das Trump selbst ausgesprochen hat: Die Republikaner sollen erst die Wahl gewinnen. Danach soll das Geld kommen.

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