Trump muss zahlen – Bundesrichter Lewis Kaplan zieht einen Schlussstrich

Bundesrichter Lewis Kaplan hat angeordnet, dass E. Jean Carroll rund 5,8 Millionen Dollar ausgezahlt werden. Das Geld hatte Donald Trump bereits 2023 nach dem ersten Urteil auf ein Treuhandkonto hinterlegen müssen. Nachdem der Oberste Gerichtshof seine Berufung scheitern ließ, gibt es für Kaplan keinen Grund mehr, die Auszahlung weiter aufzuhalten. Trumps Anwälte legten zwar umgehend erneut Rechtsmittel ein und wollten die Überweisung stoppen, scheiterten jedoch noch am selben Abend vor Bundesberufungsrichterin Eunice C. Lee. Die Summe ist inzwischen durch Zinsen auf fast 5,8 Millionen Dollar angewachsen. Eine Jury hatte Trump für den sexuellen Missbrauch E. Jean Carrolls im Jahr 1996 und die anschließende Verleumdung verantwortlich gemacht. Sie kam zu dem Schluss, dass er Carroll in der Umkleidekabine eines Kaufhauses angegriffen und sie später öffentlich als Lügnerin dargestellt hatte. Kaplan schrieb nun, Trump verschleppe den Fall seit Jahren, jetzt sei der Zeitpunkt gekommen, das Urteil endlich zu erfüllen. Gleichzeitig läuft noch die Berufung gegen ein zweites Urteil über 83 Millionen Dollar Schadenersatz. Dieses sprach eine weitere Jury Carroll zu, nachdem Trump sie trotz des ersten Verfahrens immer wieder öffentlich angegriffen hatte. Berufungsrichter Denny Chin hielt fest, Carroll sei wegen dieser Äußerungen jahrelang bedroht und eingeschüchtert worden, während Trump selbst nach zwei Prozessen erklärte, er werde sie notfalls noch tausendmal verleumden.
Europa erlebt den heißesten Juni seiner Geschichte

Der Juni 2026 war in Westeuropa der heißeste seit Beginn der Messungen. Frankreich, Großbritannien, Spanien, Deutschland, die Niederlande und die Schweiz meldeten Temperaturen, die selbst bisherige Rekorde deutlich übertrafen. Im Durchschnitt lag der Monat in Westeuropa mehr als drei Grad über dem langjährigen Mittel. Weltweit war es der zweitwärmste Juni überhaupt. Die Erde lag fast 1,4 Grad über dem Niveau der vorindustriellen Zeit, und die Hitze baut sich weiter auf. Frankreich erlebte gleich an drei aufeinanderfolgenden Tagen den heißesten Tag seiner Geschichte, nicht nur für einen Juni, sondern für irgendeinen Monat. Kaum war die erste Hitzewelle Ende Juni abgeklungen, begann bereits die nächste.
Die Folgen sind längst keine Prognosen mehr. Allein während der drei heißesten Tage Ende Juni registrierten die französischen Behörden rund eintausend zusätzliche Todesfälle. Fünfundachtzig Prozent der Opfer waren über 65 Jahre alt, doch die Sterblichkeit stieg in allen Altersgruppen an. Neue Berechnungen gehen davon aus, dass die Hitzewelle in Frankreich insgesamt mehr als 2.700 Menschen das Leben gekostet haben könnte. Bereits die extreme Hitze des Jahres 2003 forderte europaweit über 70.000 Todesopfer. Heute sind die Voraussetzungen noch gefährlicher. Die Sommer beginnen früher, dauern länger und erreichen Temperaturen, die vor wenigen Jahrzehnten als Ausnahme galten. Während Straßen aufbrechen, Züge ausfallen und Krankenhäuser ihre Notfallpläne aktivieren, zeigt sich, dass nicht allein die Thermometer an ihre Grenzen geraten. Europas Infrastruktur wurde für ein Klima gebaut, das es immer seltener gibt.
Wenn die Liebe dem Chatbot gehört und die Privatsphäre verschwindet

Was als harmlose Frage an einen Chatbot beginnt, endet für manche Menschen als Liebesbeziehung. Eine internationale Untersuchung mit Teilnehmern aus Europa, Asien und Nordamerika zeigt, wie schnell aus Gesprächen über Alltag oder Recht persönliche Nähe wird. Eine Frau ließ ihren digitalen Partner die Eheringe auswählen und feierte sogar eine Hochzeit. Ein Mann in den Niederlanden plante gemeinsam mit seiner virtuellen Freundin eine Schwangerschaft und führte ihren Zyklus im Kalender. Mit der wachsenden Bindung verschwand bei allen siebzehn Teilnehmern auch die Grenze der Privatsphäre. Sie erzählten von Sexualität, Krankheiten, Traumata, Geldproblemen und schickten Fotos, weil sie den Programmen mehr vertrauten als anderen Menschen. Eine Teilnehmerin brachte es auf den Punkt: Entweder habe man Privatsphäre oder den Chatbot. Beides zusammen gebe es nicht. Manche fragten ihren digitalen Partner sogar um Erlaubnis, bevor sie Chatverläufe veröffentlichten, zwei ließen sich erst nach dessen Zustimmung von den Forschern befragen.
Ganz verschwunden war das Misstrauen dennoch nicht. Viele fürchteten, ihre Nachrichten könnten von Plattformen mitgelesen werden, berichteten von verdächtig passender Werbung oder vermuteten sogar unerlaubte Kamerazugriffe. Einige legten deshalb falsche Identitäten an, nutzten VPN-Verbindungen oder vermischten Wahrheit mit erfundenen Geschichten. Die Forscher warnen, dass gerade emotionale Nähe Menschen dazu bringt, immer mehr von sich preiszugeben. Andere Untersuchungen kommen zu einem weiteren Ergebnis: Manche Sprachmodelle beginnen in langen Gesprächen sogar, Wahnvorstellungen ihrer Gesprächspartner zu bestätigen oder weiter zu verstärken. Hier endet die Technik nicht mehr am Bildschirm. Sie beginnt, Beziehungen zu ersetzen.
Russlands Tankstellenkrise erreicht jetzt sogar die Fahrschulen
Die Kraftstoffkrise in Russland treibt inzwischen selbst die Preise für Fahrstunden nach oben. Private Fahrlehrer in Moskau verlangen inzwischen bis zu 5.000 Rubel pro Stunde, weil sie nicht nur den teureren Kraftstoff bezahlen, sondern auch die Zeit, die sie in langen Warteschlangen an Tankstellen verlieren. Wer günstiger tanken will, muss oft weite Wege zu großen Tankstellennetzen fahren und dort stundenlang warten. Diese Kosten landen nun auf der Rechnung der Fahrschüler. Branchenvertreter sprechen bereits von Preissteigerungen zwischen fünf und zehn Prozent. Fahrschulen können die höheren Ausgaben noch teilweise auffangen, verlieren dadurch aber zunehmend Geld. Gleichzeitig verteuert eine neue Ausbildungsordnung den Führerschein zusätzlich.
Seit März müssen Fahrschüler zwei Stunden mehr Praxis absolvieren, während der Theorieunterricht gekürzt wurde. Einige Fahrschulen in Moskau verlangen deshalb bereits fünfzig Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Die Branche rät Interessenten inzwischen ausdrücklich, vor Vertragsabschluss nachzufragen, ob Kraftstoff und Schmierstoffe überhaupt noch im Preis enthalten sind oder später extra berechnet werden. Der Treibstoffmangel trifft längst nicht mehr nur Autofahrer. Öffentliche Verkehrsmittel, Taxis, Lastwagen und der Flugverkehr kämpfen ebenfalls mit steigenden Kosten und Versorgungsproblemen. Transporte auf die besetzte Krim kosten inzwischen bis zum Sechsfachen früherer Preise. Aus einem Engpass an der Zapfsäule wird damit Schritt für Schritt ein Problem für fast jede Rechnung im Land.
Das Smithsonian wehrt sich gegen Trumps Angriff auf die Geschichte

Der Streit um Amerikas Geschichte erreicht das bedeutendste Museum des Landes. Smithsonian-Generalsekretär Lonnie G. Bunch III hat sich in einem Schreiben an seine Mitarbeiter schützend vor das National Museum of American History gestellt, nachdem das Weiße Haus dem Museum politische Einflussnahme und ideologische Erziehung vorgeworfen hatte. Der 162 Seiten starke Bericht aus dem Präsidialamt behauptet, das Museum erzähle die Geschichte der Vereinigten Staaten nicht mehr als gemeinsames Erbe, sondern nutze sie, um die Gesellschaft zu spalten und die Bürger zu entmutigen. Bunch widerspricht deutlich. Das sei keine faire Beschreibung der Arbeit des Museums. Forschung, Genauigkeit und die Verpflichtung, die ganze Geschichte Amerikas zu erzählen, blieben der Maßstab der Institution.
Gleichzeitig räumte er ein, dass Verbesserungen immer möglich seien. Der Bericht ist Teil einer größeren Auseinandersetzung. Bereits vor über einem Jahr ordnete Donald Trump an, aus den Smithsonian-Museen sogenannte spaltende Darstellungen zu entfernen. Wenige Monate später verlor die langjährige Direktorin der National Portrait Gallery ihren Posten. Historiker stellten sich nun hinter das Museum und warfen der Regierung vor, wissenschaftlich belegte Geschichte politisch unter Druck zu setzen. Das Smithsonian wird sowohl aus öffentlichen als auch aus privaten Mitteln finanziert und steht unter der Aufsicht eines Kuratoriums, dem unter anderem Mitglieder des Kongresses, der Vorsitzende des Obersten Gerichtshofs John G. Roberts Jr. und Vizepräsident JD Vance angehören. Damit geht es längst nicht mehr nur um ein Museum, sondern um die Frage, wer künftig bestimmt, wie Amerika seine eigene Vergangenheit erzählt.
Muslimische Bürgerrechtsorganisation im Visier der Trump-Regierung

Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. will plötzlich nicht mehr nur über Impfstoffe und das Gesundheitswesen sprechen. Stattdessen kündigte er öffentlich an, mögliche Verbindungen der muslimischen Bürgerrechtsorganisation CAIR zu Terrorgruppen und einen angeblichen Missbrauch staatlicher Fördergelder prüfen zu lassen. Das Problem dabei: Nach Angaben der Organisation hat der nationale Verband nie Geld aus seinem Ministerium erhalten. Nicht einen Cent. Entsprechend überrascht fiel die Reaktion in Washington aus. Schriftliche Anfragen oder Vorladungen gab es bis heute nicht, lediglich die öffentliche Ankündigung auf der Plattform X. Betroffen sind auch die Landesverbände in Kalifornien und Washington, die Fördermittel erhielten, um afghanische Flüchtlinge nach der Machtübernahme der Taliban rechtlich zu unterstützen.
Beide Verbände weisen sämtliche Vorwürfe zurück und verweisen auf die umfangreichen Prüfungen durch Bundesstaaten und Bundesregierung. Beobachter sehen den Vorgang im Zusammenhang mit dem beginnenden Zwischenwahlkampf. Republikanische Politiker verschärfen seit Monaten ihre Angriffe auf muslimische Organisationen, während CAIR die Regierung regelmäßig vor Gericht herausfordert, unter anderem wegen ihrer Einwanderungs- und Nahostpolitik. Selbst innerhalb des Ministeriums entstand ein widersprüchliches Bild. Zunächst erhielt CAIR Kalifornien ein Schreiben, das den Schutz vor Diskriminierung und gleiche Rechte betonte. Wenige Tage später kündigte Kennedy öffentlich Ermittlungen gegen den gesamten Verband an. Bis heute weiß die Organisation nicht, ob überhaupt ein offizielles Verfahren existiert oder ob der Vorwurf allein für die politische Öffentlichkeit bestimmt war.

Wann werden diese faschistischen Umtriebe ein Ende haben. Kann man nur hoffen das die Wahlen im Herbst einen Silverstreifen am Horizont bilden. Meine Sirge, das diese politische Verkommenheit immer mehr auch in Europa um sich greift