Donald Trump hat die Frage nach geistiger Eignung jahrelang als Waffe benutzt. Er richtete sie gegen politische Gegner, gegen frühere Amtsinhaber, gegen jeden, der ihm im Weg stand. Nun kehrt diese Frage zurück – und sie kommt aus den eigenen Reihen. Aktuelle Umfragen zeigen einen deutlichen Vertrauensverlust unter Republikanern, nicht nur in Trumps Politik, sondern in seine Fähigkeit, das Präsidentenamt geistig, ethisch und demokratisch verantwortungsvoll auszuüben. Besonders deutlich ist der Einbruch beim Thema geistige Eignung.
Was sich in den Umfragen zeigt, ist ein klarer Bruch im republikanischen Lager. Das Vertrauen in Donald Trump sinkt nicht nur in seine Politik, sondern auch in seine persönliche Eignung für das Präsidentenamt. Besonders deutlich ist der Einbruch beim ethischen Urteil: Nur noch etwa vier von zehn Republikanern geben an, sehr oder äußerst zuversichtlich zu sein, dass Trump im Amt ethisch handelt – Anfang des vergangenen Jahres lag dieser Wert noch bei 55 Prozent. Gleichzeitig nehmen auch die Zweifel an seiner geistigen Eignung zu. Rund zwei Drittel der Republikaner halten Trump derzeit noch für mental ausreichend fit, um das Amt auszuüben, doch auch dieser Wert ist deutlich gefallen, von 75 Prozent zu Beginn seiner zweiten Amtszeit. Brisant ist diese Entwicklung vor allem deshalb, weil Trump selbst die Frage der geistigen Verfassung seines Vorgängers immer wieder in den Mittelpunkt der politischen Auseinandersetzung gerückt hatte. Die Skepsis trifft ihn nun dort, wo er lange als unangreifbar galt: im eigenen Lager. Zu Beginn seiner zweiten Amtszeit lag dieser Wert noch bei drei Vierteln. Der Rückgang ist umso bemerkenswerter, als Trump selbst die geistige Verfassung seines Vorgängers immer wieder öffentlich infrage gestellt hatte. Was lange als parteipolitische Loyalität galt, beginnt sichtbar zu bröckeln.
Auch beim Thema Ethik zeigen sich klare Verschiebungen. Nur noch rund vier von zehn Republikanern sind heute äußerst oder sehr zuversichtlich, dass Trump im Amt ethisch handelt. Anfang des vergangenen Jahres waren es noch deutlich mehr. Ähnliche Rückgänge zeigen sich beim Vertrauen in seinen Respekt vor demokratischen Grundwerten. Zusammengenommen entsteht ein Bild wachsender Skepsis, das sich nicht mehr auf einzelne Randgruppen beschränken lässt. Parallel dazu verliert Trump auch Rückhalt für seine politischen Vorhaben insgesamt. Zwar galt lange die Regel, dass für viele Wähler Sachfragen wichtiger sind als Charakter oder Auftreten. Doch selbst hier zeigen sich Risse. Nur noch gut die Hälfte der Republikaner unterstützt nach eigenen Angaben alle oder die meisten seiner Pläne. Direkt nach seinem Amtsantritt lag dieser Wert deutlich höher. Die Zustimmung sinkt nicht abrupt, aber stetig.
Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die Migrationspolitik. Während das Ziel von Abschiebungen weiterhin breite Unterstützung findet, wächst die Ablehnung gegenüber den eingesetzten Methoden. Eine Mehrheit der Wähler empfindet das Vorgehen der Einwanderungsbehörde als zu aggressiv. Auch unter Republikanern nimmt die Zustimmung spürbar ab. Die Unterstützung für Trumps Umgang mit Migration ist innerhalb weniger Monate deutlich gefallen. Besonders nach dem Tod von Renee Good, die Anfang des Jahres in Minneapolis bei einem Einsatz eines ICE-Beamten erschossen wurde, verschob sich die öffentliche Wahrnehmung.
Gleichzeitig wächst der Eindruck, dass Trump die falschen Schwerpunkte setzt. Für viele Amerikaner steht die wirtschaftliche Lage im Vordergrund. Doch Umfragen zeigen, dass ein großer Teil der Bevölkerung das Leben heute als weniger bezahlbar empfindet. Rund sieben von zehn registrierten Wählern sind der Ansicht, Trump widme der Wirtschaft nicht genug Aufmerksamkeit – darunter auch etwa die Hälfte der Republikaner. Nur eine Minderheit sagt, von seiner Wirtschaftspolitik persönlich profitiert zu haben, während ein deutlich größerer Teil angibt, finanziell schlechter dazustehen als zuvor. Fast die Hälfte rechnet sogar mit einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage im kommenden Jahr.
Diese Kombination mehrerer Faktoren wird für Trump politisch heikel, insbesondere mit Blick auf ein anstehendes Zwischenwahljahr. Zwar verweist er regelmäßig auf angebliche Erfolge seiner Regierung, doch die Umfragen zeigen eine wachsende Kluft zwischen Eigenwahrnehmung und öffentlicher Einschätzung. Viele Amerikaner haben den Eindruck, dass Trump sich auf Themen fixiert, die an ihren Alltagssorgen vorbeigehen. Migration, aggressive außenpolitische Gesten und symbolische Projekte dominieren die Schlagzeilen, während Kosten, Löhne und wirtschaftliche Stabilität in den Hintergrund treten. Was sich abzeichnet, ist kein plötzlicher Absturz, sondern eine schleichende Erosion. Der entscheidende Unterschied zu früheren Phasen liegt darin, woher die Zweifel kommen. Sie stammen nicht mehr nur von politischen Gegnern, sondern zunehmend aus dem eigenen Lager. Die Frage nach Trumps geistiger Eignung ist damit nicht länger ein rhetorisches Instrument, sondern ein politisches Problem – eines, das sich nicht mehr wegreden lässt.
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Ab der Unterschrift unter dem ersten Dekret am ersten Tag der neuen Amtszeit musste jeder wissen, da läuft jetzt was schief. Für mich erstaunlich das es immer noch so wenige Republikaner sind, die sich mit dem Thema auseinandersetzen. Die Großmacht USA ist dabei innerhalb kürzester Zeit zu zerfallen, so wie vor wenigen Jahren die Sowjetunion. Ich erinnere mich an die erste Amtszeit, irgendjemand sagte, entweder es zeigt sich das er der größte aller Präsidenten ist oder die USA verliert. Letzteres dürfte mittlerweile klar sein. Und logische Konsequenzen: Europa sucht sich weitere Handelspartner. Indien dürfte erst der Anfang sein. Die Welt ist groß, man kann auf Amerika verzichten. Und was den Schutz angeht, na ja, die buddhistische Welt ist nicht wirklich auf Krieg aus, so die Religion der Länder, das können allerdings Hardliner wie Trump nicht akzeptieren, Ihre Dollar Welt ist einzigartig, Und nebenbei: die Zeit der welötwährungen lag so um 120 Jahre, USA haben diesen Zenit schon lange übertroffen. Big Business. Und hinterfragt: wieviel Unternehmen wurden von Trump versenkt? In Deutschland wird das AFD Verbot diskutiert, viel zu lange, viel zu viel, in den USA das Impeachment. Irgendwie hängt beides zusammen. Wahrscheinlich kommt beides zur selben Zeit.
👍
Immerhin noch 2/3 der Republikaner und 4 von 10.
Das sind leider, trotz allem was passiert ist, immer noch viel zu Viele.
Hoffnung habe ich noch nicht, dass sich was ändert.
Zu groß ist der Einfluss von Miller und der Heritage Foundation.
Erstmal steht die Abstimmung morgen zum Haushalt an.
ICE macht derzeit in Minnesota weiter, wie gehabt. 😞
Trump hat den Geist der geistigen Eignung los gelassen.
Nun wird er ihn nicht mehr los. Gut so
… immerhin bewegt sich ein wenig bei den reps, immerhin…