Trumps Abschiebungshölle für Kinder: Ein 5-Jähriger soll verschwinden, ein herzkrankes Mädchen fleht um Hilfe, die Behörden machen weiter

VonTEAM KAIZEN BLOG

21. Oktober 2026

Ein 5-jähriger Junge, von seiner Familie verlassen, steht vor einem amerikanischen Einwanderungsrichter. Das Gericht ordnet seine Abschiebung an. Das Immigrant Defenders Law Center, eine Organisation zur rechtlichen Vertretung minderjähriger Einwanderer, war bei der Verhandlung anwesend. Die Abschiebungsanordnung erging trotzdem. Mickey Donovan-Kaloust, die dort für die Vertretung von Kindern verantwortlich ist, berichtete öffentlich über den Fall. Seit 15 Jahren arbeite sie mit diesen Kindern. Die Grausamkeit und Missachtung rechtsstaatlicher Verfahren, die sie heute erlebe, habe sie noch nie gesehen. Ein 5-Jähriger soll ein Land verlassen, während amerikanische Behörden Verfahren in einem Tempo abwickeln, das selbst erfahrene Anwälte kaum noch bewältigen können. Die Frage, was dieser Junge überhaupt von seiner eigenen Verhandlung verstanden hat, bleibt unbeantwortet.

„Seit ich hier bin, fühlt man nur Traurigkeit“ – Stimmen aus Dilley Die Handschrift ist krakelig, die Linien schief, manche Wörter falsch geschrieben. Doch was diese Kinder aus dem Internierungslager in Dilley zu Papier bringen, ist klarer als jede Pressemitteilung. Ariana, 14 Jahre alt, schreibt, sie habe noch nie solche Angst verspürt wie an diesem Ort. Seit 45 Tagen ist sie eingesperrt. Jeden Tag denke sie daran, was mit ihrer Mutter und ihren jüngeren Geschwistern geschehen könnte, wenn sie nach Honduras zurückmüssten. Ihre kleinen Geschwister hätten ihre Mutter seit über einem Monat nicht gesehen. „Wenn man aufwächst, braucht man beide Eltern“, notiert sie. Und dann der Satz, der hängen bleibt: Seit sie in diesem Zentrum sei, fühle man nur Traurigkeit und vor allem Depression. Susej, neun Jahre alt, hält es kürzer. Er schreibt, dass er seine Schule und seine Freunde vermisst. Dass er sich schlecht fühlt, weil er schon zu lange dort ist. Mehr als 50 Tage. Ein Kind zählt keine Politik, es zählt Tage. Oder: Ein anderes Blatt zeigt eine Zeichnung: mehrere Gesichter, ernst, eng nebeneinander. Darüber steht „Meine Familie“. Keine Sonne, kein Spielplatz, kein Zuhause. Nur Familie – als Wunsch, als Erinnerung, als Halt. Es sind so viele Briefe

Am 15. Oktober 2026 reichten mehrere Kinderrechtsorganisationen beim Bundesbezirksgericht in Maryland Klage gegen die Trump-Regierung ein. Das Verfahren trägt das Aktenzeichen 8:26-cv-04326-DLB und läuft unter der Bezeichnung The Door v. Edlow. Der Vorwurf: Die Regierung habe aus den Abschiebungsverfahren für unbegleitete Minderjährige eine regelrechte Fabrik gemacht. Kinder sollen binnen weniger Wochen Asyl beantragen, teilweise erhalten sie nur ein Tag vor einer entscheidenden Befragung Bescheid. Richter sollen sämtliche Verfahren gegen inhaftierte Minderjährige bis Januar 2027 abschließen. Ob ein Kind schwer krank ist, sexuelle Gewalt erlebt hat oder ohne anwaltliche Unterstützung vor einem Richter steht, ändere nach Darstellung der Kläger nichts an diesem Zeitdruck. Kinder, die ihre Fluchtgeschichte häufig kaum auf Englisch erklären können, werden durch Verfahren gedrängt, in denen über ihre Sicherheit und möglicherweise ihr Überleben entschieden wird.

Ein Mädchen mit einer nachgewiesenen Herzerkrankung beantragte in den USA Asyl. In seinem Heimatland war es sexuell missbraucht worden. Einen Tag zuvor hatte es wegen akuter Herzprobleme noch im Krankenhaus gelegen. Jetzt sollte es stundenlang einem amerikanischen Asylbeamten per Video Rede und Antwort stehen. Während der Befragung bekam das Mädchen Brustschmerzen. Es weinte, hielt sich ans Herz und bat darum, endlich aufhören zu dürfen. Der Beamte bestand darauf, weiterzumachen. Obwohl das Kind Schmerzen hatte. Obwohl es weinte. Obwohl seine Herzerkrankung bekannt war. Erst Stunden später brach der Beamte die Befragung ab und setzte einen neuen Termin an. Der Fall wurde von einer Rechtsorganisation dokumentiert, die an der Klage gegen die Trump-Regierung beteiligt ist. Ein krankes, sexuell missbrauchtes Mädchen muss vor einem amerikanischen Regierungsbeamten darum bitten, dass seine Schmerzen ernst genommen werden. Selbst das genügte zunächst nicht, um die Befragung zu beenden.

Die Zahl der abgeschobenen unbegleiteten Minderjährigen hat sich gegenüber Trumps erster Amtszeit mehr als verdreifacht. Gleichzeitig hat Washington nach einem Streit über die Herausgabe sensibler persönlicher Informationen Verträge mit gemeinnützigen Rechtsberatungsstellen zum 31. Juli auslaufen lassen. Schätzungsweise 26.000 Kinder und Jugendliche könnten dadurch ihre staatlich finanzierte anwaltliche Vertretung verlieren. Die Organisationen greifen auf eigene Rücklagen zurück, damit ihre jungen Mandanten überhaupt noch jemanden haben, der sie vor Gericht verteidigt. Aktuell haben alleine nur wir über 2.000 Fälle auf den Schreibtischen liegen, ein Kampf gegen die Uhr. Cristel Martinez, deren Kanzlei in Chicago mehr als 400 unbegleitete Minderjährige vertreten hat, beschreibt Verfahren, die früher Monate sorgfältiger Vorbereitung verlangten und inzwischen innerhalb kürzester Zeit stattfinden. Psychologische Gutachten, Dokumente aus Herkunftsländern, Nachweise über Missbrauch und Verfolgung lassen sich nicht beliebig schnell beschaffen. Die Behörden setzen trotzdem Termine an, teilweise mehrmals innerhalb einer Woche.

Besonders schwer wiegt der Vorwurf, dass ICE Kinder erst durch Festnahmen von ihren Familien trenne und sie anschließend als unbegleitete Minderjährige behandle. Manche lebten längst bei Eltern oder Angehörigen in den USA. Gegen diese Betreuungspersonen habe es keinerlei Hinweise auf Misshandlung oder Vernachlässigung gegeben. Nach dem Eingreifen der Einwanderungsbehörden würden Kinder dennoch in staatliche Obhut gebracht und ihre Rückkehr zur Familie durch zusätzliche Anforderungen erschwert. Monate könnten vergehen, während ihre Angehörigen um die Freilassung kämpfen. Beth Baltimore von der New Yorker Jugendorganisation The Door spricht von einem koordinierten Angriff auf Kinder. Die staatliche Flüchtlingsbetreuung, ursprünglich zu ihrem Schutz eingerichtet, halte die Minderjährigen zugleich für weitere Abschiebungsverfahren verfügbar. Anwälte warnen davor, dass Kinder in Länder zurückgeschickt werden könnten, aus denen sie wegen Gewalt geflohen sind und in denen ihnen erneut Verfolgung oder der Tod droht.

Amerika hat diese Kinderrechte bereits einmal unter erheblichen juristischen Auseinandersetzungen erkämpfen müssen. Die Flores-Vereinbarung von 1997 entstand, nachdem minderjährige Einwanderer teilweise unbegrenzt in Haftanstalten für Erwachsene festgehalten worden waren. Das Heimatschutzgesetz von 2002 und das Gesetz zum Schutz von Opfern des Menschenhandels von 2008 schufen weitere besondere Schutzvorschriften. Kinder sollen kindgerecht angehört, von geschulten Beamten befragt und möglichst bei geeigneten Angehörigen untergebracht werden. Für mutmaßliche Opfer von Menschenhandel gelten zusätzliche gesetzliche Sicherungen. Die Kläger werfen der Trump-Regierung vor, genau diese Bestimmungen zu missachten. Bereits 2008 berichtete Senatorin Dianne Feinstein von einer 15-Jährigen, die gefesselt und in Gefängniskleidung zu einer Asylanhörung gebracht worden war. Als das Mädchen zu weinen begann, konnte es sich die Tränen nicht abwischen. Seine Hände waren an die Hüfte gekettet. 18 Jahre später müssen Kinderrechtsanwälte erneut vor Gericht ziehen, weil sie die Bundesregierung beschuldigen, Schutzrechte systematisch zu umgehen.

Das Trump-Regime nennt ihr Vorgehen Durchsetzung des Einwanderungsrechts. Die Kläger beschreiben beschleunigte Verfahren, entzogene Rechtsberatung und Kinder, deren persönliche Not nicht zählt. Über die Rechtswidrigkeit dieser Politik wird das Bundesgericht in Maryland befinden müssen. Doch über die geschilderten Vorgänge selbst lässt sich nicht hinweggehen. Ein herzkrankes Mädchen fleht unter Brustschmerzen um eine Unterbrechung. Kinder werden von Angehörigen getrennt, obwohl gegen diese keine Misshandlungsvorwürfe bestehen. Tausende Minderjährige könnten ohne bezahlten Rechtsbeistand vor Einwanderungsrichtern stehen. Und ein 5-jähriger Junge, den seine Familie verlassen hat, erhält eine Abschiebungsanordnung. Die Entscheidung aber steht. 5 Jahre alt. Ein amerikanisches Gericht hat entschieden, dass dieses Kind das Land verlassen soll.

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Jeannette Pulfer
Jeannette Pulfer
1 Tag vor

Ich bin sprachlos ob dieser ungeheuerlichen Handlungen! Was sind das nur für Menschen die wehrlosen Kindern solches antun? Diese armen Wesen wissen nicht wie ihnen geschieht und die Täter fühlen sich auch noch im Recht. Wann endlich wird in USA gehandelt und diese rechtsradikale, Menschen verachtende sogenannte Regierung mit all ihren Mittätern entmachtet?

Rainer Hofmann
Administrator
1 Tag vor
Antwort auf  Jeannette Pulfer

…es ist ungeheuerlich und wer noch Mut besitzt, keine Angst vor diesem Regime, handelt auch. Es ist auch ein Kampf gegen die Uhr, man versucht, allen Kindern zu helfen.Leider schaut die gesamte politische Welt zu, was sich in US abspielt.

Esther Portmann
Esther Portmann
1 Tag vor

Ich habe nicht den ganzen Bericht gelesen. Es schnürt mir die Kehle zu und ich kämpfe mit den Tränen.
Wo ist die Menschlichkeit geblieben?
Diese Kinder sind für ihr ganzes Leben traumatisiert.
Unerträglich…..

Rainer Hofmann
Administrator
1 Tag vor
Antwort auf  Esther Portmann

… das kann ich sehr gut verstehen, es ist heftig und doch muss es in die Welt und alles unternommen werden, diesen Kindern zu helfen

Reinhild Jordans
Reinhild Jordans
1 Tag vor

Trump ist keinen Deut besser als sein russischer Buddy

Rainer Hofmann
Administrator
23 Stunden vor
Antwort auf  Reinhild Jordans

…da haben sie so etwas von recht ….

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