Es sind Sekunden der Stille, die plötzlich das gesamte politische Klima erschüttern: Auf zwei scharf erfassten Sicherheitsbildern ist ein Mann in dunkler Uniform zu sehen, mit taktischer Ausrüstung, Taschenlampe und täuschend echter Polizeimontur. Das Gesicht: verhüllt durch eine auffällige, glatt gespannte Latexmaske – leer, geisterhaft, mechanisch. Es sind diese Aufnahmen, die Ermittler als entscheidenden Hinweis sehen: Sie zeigen Vance Luther Boelter, 57 Jahre alt, mutmaßlich wenige Augenblicke vor dem Doppelmord an zwei demokratischen Politikern in Minnesota. Melissa Hortman, frühere Sprecherin des Repräsentantenhauses, und ihr Ehemann Mark wurden in ihrem Haus in Brooklyn Park erschossen – offenbar durch einen Mann, der sich als Polizist ausgab und das Haus unter einem Vorwand betrat. Nahezu zeitgleich wurden Senator John Hoffman und seine Frau Yvette in Champlin, rund 15 Kilometer entfernt, durch Schüsse schwer verletzt. Die Polizei spricht von gezielter politischer Gewalt. „Wir sind vorsichtig optimistisch, dass sie durchkommen“, sagte Gouverneur Tim Walz mit Blick auf die Hoffmans.
In seinem Auto wurden später mehrere AK-ähnliche Sturmgewehre und Flugblätter der Bewegung „No Kings“ gefunden. Ermittler gehen davon aus, dass es sich um einen gezielten Angriff auf liberale Mandatsträger handelt – besonders auf solche, die sich in der Vergangenheit für reproduktive Rechte eingesetzt hatten. Hortman war 2023 eine der treibenden Kräfte hinter einem Gesetzespaket zum Schutz von Abtreibungsrechten in Minnesota. Sie galt als Brückenbauerin, als Stimme der Vernunft – und wurde dennoch zum Feindbild für rechte Extremisten. Nach einem Kompromiss mit der republikanischen Fraktion trat sie Anfang 2025 von ihrer Spitzenposition zurück, blieb aber politisch aktiv. „Sie war eine Säule dieser Demokratie“, sagte Walz. „Jetzt wurde sie zur Zielscheibe.“
Boelter, ein ehemaliger politischer Appointee aus dem Umfeld des Arbeitsministeriums, ist weiterhin flüchtig. Das FBI hat eine bundesweite Fahndung eingeleitet. Die auf Überwachungskameras dokumentierten Bilder – ein Mann mit Waffe, Maske und täuschend echter Uniform. Das FBI setzte eine Belohnung von 50.000 Dollar für Hinweise auf seine Ergreifung aus. Der Täter soll auch Namenslisten bei sich getragen haben – mit weiteren Abgeordneten aus dem ganzen Land.

In Minneapolis und Umgebung wurden Sicherheitsmaßnahmen für Politiker:innen drastisch erhöht. Viele wurden angewiesen, nicht allein zu reisen, Veranstaltungen abzusagen, sich zurückzuziehen. Die Sorge: Dass es nicht bei diesem einen Angriff bleibt. Die „No Kings“-Flugblätter, in Boelters Wagen gefunden, zeigen, dass der Täter sich offenbar als Teil eines größeren ideologischen Kampfes verstand. Die politische Gewalt in den USA ist keine Randerscheinung mehr – sie trägt Masken, Uniformen, Waffen. Sie kommt mit Ankündigung und sie trifft Menschen, die öffentlich Haltung zeigen. Zwei Menschen sind tot. Zwei weitere schwer verletzt. Und ein Staat steht still – trauernd, fassungslos, erschüttert.

Entsetzlich!
Und Trump hat nichts besseres zu tun, als Governor Tim Walz zu beleidigen.
Vermutlich liegt schon ein Papier im Justizministerium, dass der Fall als Bundesverbrechen verhandelt wird, damit Trump ihn begnadigen kann