Kristi Noem war Chefin des amerikanischen Heimatschutzministeriums. Sie verwaltete die sensibelsten Sicherheitsinformationen des Landes, leitete die größte Strafverfolgungsbehörde der USA und posierte dabei so häufig in Uniform für Kameras, dass sie den Spitznamen „ICE Barbie“ bekam. Das war ihr Image. Jetzt ist das Image weg – und was darunter zum Vorschein kommt, ist schwer in Worte zu fassen.
Ihr Mann Bryon Noem, 56, führte ein Doppelleben unter dem Namen „Jason Jackson“. Er chattete mit Erotikdarstellerinnen, schickte ihnen Fotos von sich mit Luftballons unter dem Shirt – positioniert um Brüste zu imitieren, Knoten als Brustwarzen – trug figurbetonte grüne Leggings, pinke Radlerhosen, spitzte die Lippen in die Kamera und überwies über PayPal und Cash App mindestens 25.000 Dollar an seine Online-Bekanntschaften, in Beträgen zwischen 500 und 1.000 Dollar pro Zahlung. Das Ganze nennt sich „Bimbofizierung“ – eine Fetisch-Gemeinschaft, in der man sich als überzeichnete Barbie-Puppe inszeniert. Eine der Darstellerinnen beschreibt Bryons Vorliebe direkt: sein Ding seien riesige, lächerlich große Brüste. Er fragte eine Frau, ob sie jemals größer gehen würde. Als sie ihm freizügige Fotos schickte, schickte er seinerseits Selfies in knappen Outfits zurück. „Du machst mich zu einem Mädchen“, schrieb er. „Soll ich Leggings anziehen?“

Bryon bestritt in seiner Antwort an die Presse den zweiten Teil der Vorwürfe. Den ersten Teil bestritt er nicht.
Eine der Frauen wählte versehentlich seine Nummer und hörte eine Mailbox-Ansage: „Noem Insurance (Versicherung), hinterlassen Sie eine Nachricht.“ Sie suchte den Namen und fand Fotos von Kristi und Bryon Noem. Ihr Kommentar: Sie sei vollkommen schockiert gewesen. Sie habe gedacht, er sollte sich Sorgen machen – seine Frau könnte alles verlieren, wofür sie je gearbeitet habe. Bryon antwortete ihr: Es sei ihm egal.
Eine zweite Frau beschreibt ein Muster, das sich über längere Zeit zog. Bryon habe gesagt, er liebe seine Frau und wolle besser werden. Dann sei er verschwunden, zurückgekommen und habe wieder angefangen. Immer wieder. Bryon gab in diesen Gesprächen offen zu, verheiratet und Vater zu sein.

Parallel dazu sprach Bryon in diesen Chats über die angebliche Affäre seiner Frau mit Corey Lewandowski – Trumps langjährigem Vertrautem, der ebenfalls verheiratet ist und Kinder hat. Als eine der Frauen Bryon darauf ansprach, antwortete er: „Ich weiß. Ich kann nichts dagegen tun.“ Lewandowski begleitete Noem kürzlich auf einer Dienstreise nach Guyana – ohne offiziellen Regierungsauftrag, wie das Außenministerium betonte. Als Noem im März vor dem Kongress unter Eid gefragt wurde, ob sie jemals sexuelle Beziehungen mit Lewandowski gehabt habe, verneinte sie nicht. Sie sagte stattdessen, sie finde es empörend, dass man in diesem Ausschuss Boulevardklatsch verbreite.

Nationale Sicherheitsexperten sagen unmissverständlich, dass Bryon Noems Aktivitäten Kristi Noem als Ministerin erpressbar gemacht hätten. Ein aktueller Regierungsbeamter sagt, das hätte für jeden anderen die Sicherheitsfreigabe gekostet. Kristi Noem hatte Zugang zu einigen der sensibelsten Informationen der amerikanischen Regierung – und ihr Mann chattete unter falschem Namen mit Erotikdarstellerinnen, sprach offen über seine Frau und schickte kompromittierende Fotos von sich an Frauen, die er über das Internet kannte. Mehrere ranghohe DHS-Quellen bestätigen: Wäre dieses Verhalten bekannt gewesen, hätte es Noem von der Sicherheitsfreigabe disqualifiziert.
Trump erfuhr von Bryons Doppelleben durch einen Anruf. Seine Reaktion: Er wisse nichts davon, er habe nichts gesehen, es tue ihm leid für die Familie. Wenige Wochen zuvor hatte er Kristi Noem gefeuert – wegen einer nicht genehmigten Werbekampagne im Wert von 220 Millionen Dollar Steuergeldern, die sie vor dem Kongress Trump zuschrieb, was Trump wütend bestritt. Wir hatten diese Geschichte Mitte 2025 mit aufgedeckt und am 27. Januar 2026 im Magazin nochmals veröffentlicht. Siehe Artikel: Geheimhonorar im Pferdenamen – Wie Kristi Noem sich mit Spendengeldern bereicherte

Ein Mitglied von Bryons erweiterter Familie sagt, er habe vor etwa 20 Jahren entschieden, dass es seine Berufung von Gott sei, seine Frau in allem zu unterstützen, was sie tue. Er habe die Demütigungen ertragen. Ob er diesmal dabei bleibe, sei offen. „Ich glaube, er ehrt die Berufung von Gott“, sagt das Familienmitglied. „Aber es scheint, als müsste es irgendwo eine Grenze geben.“ Kristi Noem schrieb 2018 zu ihrem Hochzeitstag, sie sei gesegnet mit einem wunderbaren Mann, der den Herrn und seine Familie liebe. 2019 schrieb sie in einem Blog, Bryon verstehe die Verantwortung, die Gott den Männern gebe, ihre Familien zu führen. In einem Interview 2022 nannte sie sich und Bryon eine transparente Familie – ein offenes Buch.

Kristi Noem ist -noch- weiterhin in der Regierung. Sie ist jetzt Sondergesandte für die Sicherheit der westlichen Hemisphäre – ein neu geschaffener Posten, den vor ihr niemand innehatte und dessen genaue Aufgaben bis heute niemand vollständig erklären konnte. Kristi und Bryon Noem kennen sich seit der Highschool. Sie heirateten 1992, haben drei Kinder – Kassidy, 31, Kennedy, 29, und Booker, 23 – und präsentierten sich jahrzehntelang als Musterfamilie mit tiefem Glauben und traditionellen Werten. Der Herr arbeitet in diesem Fall offenbar unter dem Namen Jason Jackson.
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Wie jeder seine erotischen Fantasien auslebt, geht grundsätzlich niemanden etwas an – solange es für alle Beteiligten ok ist. Diese Regel ist außer Kraft, wenn es um Personen des öffentlichen Lebens geht,denn es macht alle Beteiligten erpress- und somit korrumpierbar. Und als Mann einer Ministerin ist man in diesem Orbit unterwegs.
Das hier ist peinlich und ein weiteres Mosaiksteinchen für das vollständige Mosaik des moralischen Sumpfes, der sich derzeit unter unseren Füßen auftut. Sicher nicht nur in den USA, aber dort mit besonderer Wucht in der ganzen Regierungsebene. Ganz gleich, in welcher Spielart. Besonders widerlich ist die permanente Blasphemie in all diesen Kontexten. Die erlebe ich als typisch amerikanisch. Ohne ein gläubiger Mensch zu sein finde ich das als besonders ekelhaft. Denn es ist so offensichtlich, dass dies allem widerspricht, was man Gott gemeinhin zuschreibt. Wo bleibt der empörte Aufschrei aller amerikanischen Christen? Auch hier: Fehlanzeige, von Ausnahmen abgesehen.Jedenfalls hat es den Anschein. Aber das war in Deutschland in den 1930er Jahren auch nicht anders.
…besonders bei den republikaner ist die heuchlerei eines der grössten erkennungszeichen, schaust du dahinter, abgründe
Ich stimme Patricia zu.
Grundsätzlich ist jede Sexualität von Erwachsenen im Einverständnis Privatsache.
Allerdings, gerade bei den Evangelikalen, die auf ihre einzige Frömmigkeit bestehen und auf wirklich Allem rumhacken, was nicht in dieses eng gepresste Bild passt.
Homo = muss man bekäpfen. Am besten mit der Conversionstherapie, dazu gab es ein furchtbares Urteil des Supreme Court für Colorado 8:1 😱
Transgender = Freaks, muss man bekämofen
Non Binär = muss man bekämpfen.
Aufklärung = ist was furchtbares, was Kinder verdirbt, muss man bekämpfen
Sex vor der Ehe = bringt einen direkt in die Hölle
Ehebruch = bringt einen ebenfalls direkt in die Hölle
Keine Teilnahme jeden Sontag am Gottesdienst = Frevel, muss man bekämpfen
Bibel-Gebetskreise = selbstverständlich und verpflichtend.
Perfektes Familienglück = das ist das wofür man lebt 🙈🤣
All diese Scheinheiligkeit.
Genau da passieren die Meisten sexuell motivierten Verbrechen.
Kinder die nicht hetero sind, werden für ihr ganzes Leben traumatisiert.
Da ist es erfreulich, wenn Byrons Vorlieben an die Öffentlichkeit kommen.
Noch besser wäre es gewesen, wenn er sich im Homo Milieu bewegt hätte.
Aber bei Peter Thiel ignoriert man (Evangelikale und MAGA) das ja auch.
👍