Der Krieg im Nahen Osten gerät zunehmend außer Kontrolle. Irans oberster Führer Mojtaba Chamenei meldete sich erstmals nach Beginn der Angriffe zu Wort und machte klar, dass die Attacken auf Staaten am Persischen Golf fortgesetzt werden sollen. Während die Kämpfe eskalieren, melden internationale Organisationen bereits eine der größten Fluchtbewegungen der Region seit Jahren. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen wurden in Iran bis zu 3,2 Millionen Menschen aus ihren Häusern vertrieben. Viele flohen aus Teheran und anderen Großstädten in Richtung Norden oder in ländliche Regionen.

Die militärische Lage verschärft sich nahezu stündlich. Israel bestätigte neue Luftangriffe auf Ziele in Iran, darunter erneut eine Anlage in Parchin, die mit dem sogenannten Taleghan-2-Komplex verbunden ist. Die Anlage war bereits im Oktober 2024 zerstört worden, doch Satellitenbilder hatten zuletzt gezeigt, dass Iran dort wieder Arbeiten aufgenommen hatte. Gleichzeitig griff ein Luftschlag im Westen des Irak eine Basis der proiranischen Miliz Popular Mobilization Forces an. Mindestens 14 Kämpfer wurden getötet, 36 weitere verletzt. Die betroffene Brigade Ansar Allah al-Awfiya gehört zu jenen Milizen, die in den vergangenen Tagen mehrfach US-Stützpunkte im Irak beschossen hatten.
Auch Israel bereitet eine Ausweitung des Krieges vor. Verteidigungsminister Israel Katz erklärte nach einem massiven Raketenangriff der Hisbollah aus dem Libanon, das Militär habe den Auftrag erhalten, die Operation auszuweiten. Sollte die libanesische Regierung die Angriffe der Hisbollah nicht stoppen, werde Israel selbst handeln und die Kontrolle über das Gebiet übernehmen. In der Nacht hatte die Hisbollah etwa 200 Raketen auf Nordisrael abgefeuert. Viele wurden abgefangen, doch die Sirenen heulten stundenlang. Bewohner berichten von einer Nacht voller Explosionen.
Stephen Flynn, Fraktionsvorsitzender der Scottish National Party im britischen Unterhaus
„Lassen Sie uns eines klarstellen: Donald Trumps Krieg gegen Iran ist illegal. … Eine amerikanische Tomahawk-Rakete schlägt in einer Grundschule ein und tötet 110 Kinder. Hält er das für ein Kriegsverbrechen?“
Der Konflikt greift inzwischen weit über Iran hinaus. In Dubai schlugen zwei iranische Drohnen ein. Sie trafen Gebäude entlang der Sheikh Zayed Road, einer der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt. Verletzt wurde nach Behördenangaben niemand. In Kuwait trafen Drohnen den internationalen Flughafen und beschädigten Infrastruktur. Auch hier gab es keine Opfer. Gleichzeitig wurde eine italienische Militärbasis in Erbil im Nordirak von Raketen oder Drohnen getroffen. Italienische Soldaten blieben unverletzt, doch Ausrüstung und Gebäude wurden beschädigt.
Der Persische Golf ist inzwischen zu einer der gefährlichsten Handelsrouten der Welt geworden. Mindestens 19 Handelsschiffe wurden seit Beginn der Kämpfe beschädigt. Zwei Schiffe wurden in der Nacht im Hafen von Basra getroffen, ein weiteres vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate. Aufnahmen der iranischen Revolutionsgarden zeigen einen Angriff auf das Frachtschiff Safesea Vishnu, bei dem Explosionen das Schiff trafen. In den Aufnahmen ist ein Mann zu hören, der ruft, die Zerstörung eines amerikanischen Tankers sei erfolgt und er gehorche Chamenei.

Der Verkehr durch die Straße von Hormus ist praktisch zusammengebrochen. Einige Kapitäne versuchen, ihre Schiffe zu schützen, indem sie sich als chinesisch ausgeben. Daten von MarineTraffic zeigen, dass mehrere Tanker ihre Signale änderten und Nachrichten wie „chinesischer Eigentümer“ oder „chinesische Besatzung“ sendeten. Hintergrund sind Recherchen, dass Iran bislang Schiffe mit chinesischer Verbindung meidet, weil China wirtschaftlich eng mit Teheran verbunden ist.
Die Auswirkungen sind weltweit spürbar. Der Preis für Brent-Rohöl stieg erneut über 100 Dollar pro Barrel, nachdem er in den vergangenen Tagen zeitweise bereits nahe 120 Dollar lag. US-Energieminister Chris Wright sprach von einer erheblichen Störung des globalen Ölhandels. Kurzfristig werde die Welt wirtschaftliche Schmerzen erleben, sagte er im amerikanischen Fernsehen. Ziel sei es jedoch, die langfristige Sicherheit der Energieversorgung zu gewährleisten und Iran militärisch zu entwaffnen.
Europa reagiert bereits auf die wirtschaftlichen Folgen. Griechenland führte Notfallmaßnahmen ein und begrenzte die Gewinnspannen für Benzin, Diesel sowie zahlreiche Alltagsprodukte. Regierungssprecher Pavlos Marinakis erklärte, die Preisdeckel gelten zunächst bis Ende Juni. Gleichzeitig prüft Athen den Einsatz kleiner modularer Atomreaktoren, um künftig stabilere Energiepreise zu sichern. Auch diplomatisch wächst der Druck. Ägyptens Außenminister Badr Abdelatty sprach mit Kollegen aus Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Oman und Deutschland. Alle seien sich einig, dass nur Diplomatie den Krieg beenden könne. Abdelatty begrüßte zudem eine Resolution des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen, die Iran auffordert, Angriffe auf seine Nachbarn einzustellen. Ägypten warnte, eine weitere Eskalation werde allen Ländern der Region schaden.
Währenddessen verschieben sich auch globale politische Gewichte. Der Kreml bestätigte Gespräche über Energiefragen zwischen Gesandten von Wladimir Putin und Vertretern von Donald Trump in Florida. Putins Sprecher Dmitri Peskow erklärte, eine Zusammenarbeit zwischen Russland und den USA könnte ein wichtiger Faktor für die Stabilisierung der Ölpreise sein. Ob Washington im Gegenzug Sanktionen gegen russisches Öl lockert, ließ er offen, sagte jedoch, das Thema werde diskutiert. Der Krieg verändert gleichzeitig andere Konflikte. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj versucht, ein Abkommen mit den Vereinigten Staaten über die gemeinsame Produktion von Drohnen und Luftverteidigungssystemen zu schließen.
Hintergrund sind die iranischen Shahed-Drohnen, die inzwischen sowohl im Nahen Osten als auch im Krieg gegen Russland eingesetzt werden. Selenskyj hofft, dass die amerikanische Regierung angesichts der neuen Bedrohung im Nahen Osten stärker an einer solchen Kooperation interessiert sein könnte. Gleichzeitig meldeten Hilfsorganisationen neue Angriffe auf religiöse Einrichtungen im Westjordanland. In dem Dorf Duma wurde eine Moschee in Brand gesetzt und mit Graffiti beschmiert. Nach Angaben palästinensischer Behörden wurden in diesem Jahr bereits 18 Palästinenser im Westjordanland durch Armee oder Siedler getötet.
Im Beiruter Stadtteil Dahiye kommt es zu großflächigen Zerstörungen, der seit Tagen Ziel ununterbrochener Angriffe ist. Stand: 12 März 2026, 15:00 Uhr MEZ
Parallel verschärft Iran selbst seine Rhetorik. Parlamentspräsident Mohammad Bagher Qalibaf drohte, der Persische Golf werde „mit dem Blut der Eindringlinge“ gefüllt sein, falls iranische Inseln angegriffen würden. Die Verantwortung für mögliche tote amerikanische Soldaten liege persönlich bei Donald Trump, erklärte er in einer Botschaft im Internet. Während Raketen über Israel, Libanon, Irak und dem Persischen Golf fliegen, brennen inzwischen auch große Tanklager. In Oman kämpften Feuerwehrleute im Hafen von Salalah gegen einen Brand in Treibstofftanks, nachdem iranische Angriffe die Anlage getroffen hatten. Der Krieg hat damit längst nicht mehr nur militärische Ziele erreicht. Er greift tief in Infrastruktur, Handel und Alltag der gesamten Region ein.
Die Bilanz der ersten Woche zeigt bereits das Ausmaß. Nach Angaben des Pentagon kostete der Krieg die Vereinigten Staaten in nur sieben Tagen rund 11,3 Milliarden Dollar. Die Summe wurde dem US-Kongress in einer vertraulichen Sitzung genannt. Die Frontlinien verlaufen inzwischen von Teheran über Bagdad und Beirut bis in den Persischen Golf. Angriffe auf Schiffe, Drohnen über Metropolen und Raketen über Israel zeigen, dass dieser Krieg nicht lokal begrenzt bleibt. Er verändert Handelswege, Energiepreise und politische Allianzen gleichzeitig. Und er treibt Millionen Menschen in die Flucht.
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Trump hat die Zündschnur gezündet und nun brennt sie unaufhaltsam.
Diplomatie.
Diplomatie ist immer besser als Krieg. Da sind wir uns wohl einig.
Aber wir dürfen nicht vergessen, wer den Krieg, trotz Termin für Gespräche begonnen hat.
Die Reaktionen in der gesamten Welt war, vor allem in den ersten Tagen der Angriffe seeeehr Verhalten.
Erst seitdem der Iran nicht nur Militärbasen der Amerikaner angreift, wird Kritik lauter.
Der Ölpreis steigt und steigt.
Noch immer ein Motor der Weltwirtschaft.
Das wird schwerer bewertet als der Tod von Menschen … den Mädchen aus der Schule 😞
So lange der Iran als alleiniger Täter hingestellt wird, seine Angriffe (die definitiv völkerrechtswidrig sind, da keines der Länder Iran angegriffen oder ihm den den Krieg erklärt hat), wird sich der Iran (noch) nicht zu Gesprächen bereit erklären.
Voraussetzung ist immer eine Waffenruhe von allen Beteiligten.
Und danach sieht es derzeit nicht aus.
Die Frage ist, wie werden die Golfstaaten in der nächsten Zeit reagieren?
Auch wenn Kritik in diesen Staaten kaum möglich ist, fragen sich die Menschen sicher, hinter virgehaltener Hand, warum nichts für ihre Sicherheit getan wird.
Diese Regime in den Golfstaaten halten ihre Macht aufgrund des Wohlstandes und der busherigen Stabilität.
Wenn das weg fällt, sind die Folgen unabsehbar.
Dazu der Drang Israel’s Teile vom Libanon einzunehmen.