„Gut, ich bin froh, dass er tot ist“ – ein Präsident, der endgültig entgleist

VonRainer Hofmann

März 21, 2026

So etwas hat es noch nicht gegeben. Kein amerikanischer Präsident hat je so über einen Toten geschrieben — nicht öffentlich, nicht in diesem Amt, nicht in diesem Land. Robert Mueller starb am Freitagabend. Er war 81 Jahre alt, hatte Parkinson, hatte seiner Familie erklärt, dass er krank war, und war still gegangen — so wie er fast alles getan hatte: ohne viel Aufhebens. Donald Trump wartete keine Stunde. Auf Truth Social schrieb der Präsident der Vereinigten Staaten: „Robert Mueller ist gerade gestorben. Gut, ich bin froh, dass er tot ist. Er kann unschuldige Menschen nicht länger verletzen.“

„Robert Mueller ist gerade gestorben. Gut, ich bin froh, dass er tot ist. Er kann unschuldigen Menschen nicht länger schaden!“

Link des Post von Trump: https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/116268334535345382

Man liest den Satz. Man liest ihn noch einmal. Und dann sitzt man da und fragt sich, was für ein Land einen solchen Mann zum Präsidenten wählt — und was für ein Mann so über einen Toten schreibt, während dessen Familie darum bittet, ihre Privatsphäre zu respektieren.

Robert Mueller war ein Staatsdiener der alten Schule — Princeton, Marines, Vietnam, Bronze Star, Schuss ins Oberschenkel, drei Wochen später zurück zu seinem Zug. Er leitete das FBI zwölf Jahre lang, länger als jeder andere nach J. Edgar Hoover. Er übernahm das Amt eine Woche vor dem 11. September 2001 und verwandelte eine Strafverfolgungsbehörde in eine Nationalsicherheitsbehörde. Er arbeitete unter George H.W. Bush, Bill Clinton, George W. Bush und Barack Obama — bestätigt vom Senat, parteiübergreifend, ohne Skandal.

Dann kam die Russland-Untersuchung

Muellers Team arbeitete fast zwei Jahre. Der Bericht, veröffentlicht 2019, stellte erhebliche Kontakte zwischen Trumps Wahlkampfteam und russischen Akteuren fest. Eine kriminelle Verschwörung konnte Mueller nicht nachweisen. Trump in der Frage der Justizbehinderung freizusprechen — dazu war Mueller nicht bereit. Er schrieb, er sei „nicht in der Lage, dieses Urteil zu fällen.“ Sechs Personen aus Trumps Umfeld wurden angeklagt, darunter sein ehemaliger Wahlkampfleiter Paul Manafort.

Trump hasste Mueller dafür. Öffentlich, lautstark, jahrelang

Und jetzt, während Muellers Frau Ann — seit 1966 mit ihm verheiratet — und seine zwei Töchter trauern, schreibt Trump, er sei froh, dass er tot ist.

Senator Mark Warner aus Virginia, führender Demokrat im Geheimdienstausschuss des Senats, schrieb, Mueller habe sein Leben dem Dienst gewidmet und tief an die Rechtsstaatlichkeit geglaubt. Das ist das eine Amerika.

Das andere Amerika hat gerade seinen Präsidenten.

Mueller selbst hat in einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte 2020 gesagt, es komme nicht darauf an, auf welche Weise man diene. „Das Einzige, worum wir bitten, ist, dass man für sein Land arbeitet, für seine Gemeinschaft.“ Er hat ein Buch geschrieben. Er ist krank geworden. Er ist gestorben.

Und Trump hat getippt: Gut, ich bin froh.

Es gibt Momente, in denen ein Satz alles sagt — über den Mann, der ihn schreibt, über das Amt, das er innehat, und über die Zeit, in der wir leben. Dieser Satz ist so ein Moment. Keine Untersuchung, kein Gericht, keine Kolumne erklärt Trump besser als diese neun Wörter über einen 81-jährigen Mann, der gerade gestorben war.

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Anja
Anja
2 Stunden zuvor

Er ist einfach ein ekelhafter Narzisst und strohdumm noch dazu.

Irene Monreal
Irene Monreal
1 Stunde zuvor

„Das andere Amerika hat gerade seinen Präsidenten“
Alles gesagt 🥺

anja blum
anja blum
1 Stunde zuvor

Abschaum! Immer wenn wir glauben, wir hätten schon alles gesehen und gehört gibt es etwas was noch eine Stufe tiefer geht. Ich bin aber davon überzeugt, das sich dieser … sein eigenes Grab schaufelt. Seine Zeit wird kommen

Lea
Lea
31 Minuten zuvor

Wie tief will Trump noch sinken?

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