Unsere Kurznachrichten vom 27. August: UEFA zieht beim Fifa-Boykott zurück, Katars LNG-Exporte brechen um 96 Prozent ein, beim Secret Service laufen interne Ermittlungen, Zuckerbergs radikaler KI-Umbau bei Meta gerät ins Stocken und neue Details werfen Fragen zur Entlassung des früheren US-Armeechefs Randy George auf.
UEFA zieht beim Fifa-Boykott zurück – der Streit mit Infantino bleibt

Die UEFA steht offenbar kurz davor, ihre Drohung eines vollständigen Boykotts aller Fifa-Turniere deutlich zurückzunehmen. Europas Fußballverband dürfte seinen Mitgliedern erlauben, bei der U20-Weltmeisterschaft der Frauen anzutreten, die am 5. September in Polen beginnt. Ausgelöst hatte der offene Bruch mit Fifa-Präsident Gianni Infantino dessen Plan, einen Teil der kommerziellen Rechte des Weltverbandes an private Investoren zu verkaufen. Kurz nach der Männer-Weltmeisterschaft hatte Infantino angekündigt, vier Milliarden Dollar einzunehmen, indem 20 Prozent einer neuen Vermarktungsgesellschaft abgegeben werden sollten. Als führender Investor war Thrive Eternal vorgesehen, ein Fonds von Joshua Kushner, dem Bruder von Jared Kushner und damit aus dem engsten familiären Umfeld Donald Trumps. Besonders heftig fiel die Reaktion aus, weil Infantino den 211 Fifa-Mitgliedern nur wenig Zeit zur Zustimmung geben wollte und Unterstützern des Geschäfts sofort 20 Millionen Dollar sowie weitere 20 Millionen über vier Jahre versprach.
Nach dem massiven Widerstand zog Infantino den Plan schließlich zurück und räumte Fehler bei dessen Behandlung ein. Für die Uefa war die Sache damit allerdings nicht erledigt. Sie verlangte verbindliche Garantien, dass die als gemeinnützige Organisation geführte Fifa weder ihre Führung noch ihre Wettbewerbe jemals wieder für private Eigentümer öffnen werde, und erklärte zugleich, das Vertrauen in Infantinos Präsidentschaft verloren zu haben. Nach Angaben von Personen aus dem Umfeld der Uefa hat die Fifa solche Zusicherungen inzwischen gegeben.
Am Donnerstag beraten das UEFA-Exekutivkomitee und die europäischen Verbände in Monte Carlo über das weitere Vorgehen. Ein Verbot für die europäischen Teilnehmerinnen der U20-WM wird dabei nicht erwartet. Offen bleibt dagegen, ob die UEFA ihre Drohung für die großen Fifa-Turniere aufrechterhält, darunter die Frauen-Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien und die Männer-WM 2030 in Spanien, Portugal und Marokko. Die Fifa versuchte der Sitzung bereits zuvorzukommen und erklärte am Mittwoch, sie freue sich, dass alle qualifizierten Mannschaften in Polen teilnehmen würden. Damit wird aus dem angekündigten Totalboykott zunächst ein Rückzug auf halber Strecke. Der persönliche Konflikt mit Infantino ist damit keineswegs beendet, und genau darum dürfte es in Monte Carlo weitergehen. Na ja – 2026, das Jahr von Mangel an Mut, der sich durch alle Bereiche zieht.
Katars LNG-Export bricht um 96 Prozent ein – Europa geht mit deutlich weniger Gas in den Winter

Sechs Monate Krieg der USA und Israels gegen Iran haben Katars Export von Flüssigerdgas praktisch zum Erliegen gebracht. Seit Beginn des Krieges Ende Februar brachen die Ausfuhren um 96 Prozent ein, weil die Blockade der Straße von Hormus den Transport fast vollständig unterbindet. Vor dem Krieg lieferte Katar rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Flüssigerdgases. Zwischen März und August konnte das Land nur noch 18 Ladungen verschiffen, im gleichen Zeitraum 2025 waren es 509. Der Einnahmeverlust wird auf rund 24 Milliarden Dollar geschätzt.
Für Europa kommt der Ausfall zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Nach Berechnungen des Analysehauses ICIS könnten die europäischen Speicher vor Beginn der Heizperiode rund 5,7 Milliarden Kubikmeter weniger Gas enthalten als ursprünglich erwartet. ICIS hat seine Prognose für zwölf Länder West- und Mitteleuropas bereits nach unten korrigiert. Statt eines maximalen Speicherstands von 81 Prozent werden inzwischen nur noch 75 Prozent erwartet. Selbst dieser Höchststand dürfte sechs Tage früher erreicht werden als bislang angenommen. Ein Speicherstand von 80 Prozent sei noch möglich, dafür müssten Nachfrage und Angebot in den kommenden Wochen allerdings deutlich günstiger ausfallen. Besonders problematisch ist, dass auch die USA den Ausfall Katars nicht einfach auffangen. Von März bis Juli 2025 gingen noch 67 Prozent der amerikanischen Flüssigerdgasexporte nach Europa, im gleichen Zeitraum dieses Jahres waren es nur noch 51 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil Asiens von 16 auf 29 Prozent. China, Japan, Südkorea und Taiwan konkurrieren damit stärker mit europäischen Käufern um verfügbare Ladungen. Nach Angaben von Argus Media sind die Gasspeicher der Europäischen Union derzeit zu 63 Prozent gefüllt. Der Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre liegt zu diesem Zeitpunkt bei 81 Prozent. Anfang August waren es sogar weniger als 58 Prozent, der niedrigste Stand seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen 2011 und zwölf Prozentpunkte weniger als ein Jahr zuvor.
Die Folgen sind längst bei den Preisen angekommen. Europäisches Gas kostet derzeit rund 64 bis 68 Euro je Megawattstunde, vor einem Jahr waren es noch 31 bis 32 Euro. ICIS hält im Herbst Preise von bis zu 80 Euro für möglich, wenn Europa weiter versucht, seine Speicher für den Winter zu füllen. Ein längerer Ausfall Katars würde diese Belastung durch den gesamten Winter 2026/27 tragen. Direkte Beschränkungen für Haushalte oder wichtige Industriebetriebe gelten nach Einschätzung von Argus derzeit zwar als wenig wahrscheinlich. Hohe Preise können den Verbrauch trotzdem drücken, Haushalte zum Sparen zwingen und gasintensive Unternehmen dazu bringen, ihre Produktion zurückzufahren. Energieversorger könnten außerdem häufiger Kohle statt Gas einsetzen. Wie lange diese Lage anhält, hängt vor allem davon ab, wie lange die Straße von Hormus geschlossen bleibt. Die Berechnungen von ICIS gehen derzeit von einer Blockade bis März 2027 aus. Sicher ist das nicht. Sicher ist nur, dass Europa mit wesentlich weniger Gas und deutlich höheren Preisen in den kommenden Winter geht.
Europa hat die russische Gasabhängigkeit zwar reduziert, aber einen erheblichen Teil davon durch eine neue Abhängigkeit vom globalen LNG-Markt ersetzt, ohne gleichzeitig genügend Reserven und alternative eigene Versorgung aufzubauen. Jetzt trifft ein vorhersehbares geopolitisches Risiko auf ungewöhnlich niedrige Speicherstände.
Drei Secret-Service-Mitarbeiter suspendiert – Ermittlungen nach Trumps heimlichem Flugzeugwechsel

Beim Secret Service sind drei Mitarbeiter während einer internen Untersuchung beurlaubt worden, darunter Kommunikationsdirektor Anthony Guglielmi, einer der bekanntesten Sprecher der Behörde. Zwei hochrangige Regierungsvertreter bestätigten die Suspendierungen, der Secret Service selbst erklärte lediglich, drei Mitarbeiter ohne Polizeifunktion seien wegen des Verdachts auf mögliches Fehlverhalten vorläufig vom Dienst freigestellt worden. Die Untersuchung führt das interne Amt für berufliche Verantwortung. Weitere Angaben verweigert die Behörde bislang.
Guglielmi arbeitet seit 2022 für den Secret Service und kooperiert nach Angaben seines Sprechers vollständig mit den Ermittlern. Was genau den drei Mitarbeitern vorgeworfen wird, ist bisher nicht öffentlich. Die Suspendierungen fallen allerdings in eine Zeit, in der die Behörde erneut wegen des Umgangs mit der Sicherheit Donald Trumps unter erheblichem Druck steht. Agenten aus Trumps unmittelbarem Personenschutz wurden zuletzt vom FBI im Rahmen einer Untersuchung wegen möglicher Weitergabe vertraulicher Informationen befragt. Hintergrund waren Medienberichte über Sicherheitsbedenken bei dem neuen Präsidentenflugzeug, das Katar den USA geschenkt hatte und das in kurzer Zeit für Trump umgebaut worden war. Das Flugzeug wurde trotz fehlender Schutzsysteme, über die die älteren Maschinen der Air-Force-One-Flotte verfügen, Ende Juli für Trumps Reise zu einem NATO-Gipfel in der Türkei eingesetzt.
Nach Bekanntwerden der Sicherheitsprobleme entstand zunächst der Eindruck, Trump werde für den Rückflug wieder eine der älteren Maschinen benutzen. Tatsächlich lief es anders. Trump stieg in der Türkei öffentlich in die alte Air Force One ein, verließ das Flugzeug anschließend jedoch heimlich und wurde nach übereinstimmenden Berichten in einem Catering-Container von der Maschine weggebracht. Während große Teile seines Personals und mitreisende Journalisten davon ausgingen, der Präsident befinde sich weiterhin an Bord, wurde Trump getrennt ausgeflogen. Zu diesem Zeitpunkt bestand nach Einschätzung der zuständigen Stellen eine konkrete Bedrohung gegen das Flugzeug. Damit flogen Mitarbeiter des Weißen Hauses und Journalisten aus der Türkei ab, während sie faktisch den Eindruck aufrechterhielten, der Präsident befinde sich unter ihnen. Die Reporter wurden weder an diesem Tag noch später offiziell darüber informiert, dass Trump die Maschine gewechselt hatte. Der Vorgang wirft deshalb nicht nur Fragen zur Sicherheit auf, sondern auch dazu, warum Menschen an Bord eines möglicherweise bedrohten Flugzeugs nicht wussten, dass der Präsident längst nicht mehr dort war. Wäre die Maschine tatsächlich angegriffen worden, hätte zunächst niemand außerhalb eines kleinen Kreises sicher wissen können, ob Trump betroffen war.
Der Secret Service steht ohnehin seit den beiden Attentatsversuchen auf Trump während des Wahlkampfs 2024 unter dauernder Beobachtung. Geleitet wird die Behörde inzwischen von Sean Curran, der Trump bereits während dessen vier Jahren außerhalb des Weißen Hauses als führender Personenschützer begleitet hatte. Ob die jetzigen Suspendierungen unmittelbar mit den Informationen über das Katar-Flugzeug, dem heimlichen Wechsel in der Türkei oder der anschließenden FBI-Untersuchung zusammenhängen, ist bislang nicht bestätigt. Dass ausgerechnet der Kommunikationsdirektor des Secret Service nun selbst Teil einer internen Untersuchung ist, macht den Vorgang allerdings noch ungewöhnlicher.
Zuckerbergs Plan, Meta mit KI radikal zu verkleinern, ist vorerst gescheitert

Mark Zuckerberg wollte Meta innerhalb weniger Monate so umbauen, dass künstliche Intelligenz einen großen Teil der Arbeit übernimmt, die bisher von Menschen erledigt wird. Intern lief das Vorhaben unter dem Namen „Project OT“, kurz für „Organizational Transformation“. Bei einem Führungstreffen auf Zuckerbergs Anwesen auf Hawaii entstand Anfang des Jahres der Plan für ein Unternehmen, das intern als „KI-nativ“ bezeichnet wurde: kleine Gruppen besonders leistungsfähiger Mitarbeiter sollten ganze Bereiche führen, während digitale Arbeitskräfte immer mehr Aufgaben übernehmen. In internen Berechnungen wurde für einzelne Teams sogar durchgespielt, ihre Größe um bis zu 60 Prozent zu reduzieren. Einige Beschäftigte sollten in neue Bereiche wechseln, andere ihren Arbeitsplatz verlieren. Eine Personalmanagerin rechnete damit, dass der Umbau ähnlich groß oder größer werden könnte als Metas Entlassungsrunde von rund 25 Prozent Ende 2022 und Anfang 2023. Geplant waren zwei große Schritte, zunächst im Mai und anschließend im November. Dazu sollten offene Stellen gestrichen und Beschäftigte mit schlechten Bewertungen aus dem Unternehmen gedrängt werden.
Am 20. Mai setzte Meta den ersten Teil um und entließ zehn Prozent seiner Mitarbeiter. Nur wenige Stunden zuvor hatte Zuckerberg jedoch die Planungen für die zweite Runde im November gestoppt. Zu diesem Zeitpunkt war die Stimmung im Unternehmen bereits massiv gekippt. Viele Mitarbeiter waren überzeugt, dass sie mit ihren eigenen Daten und ihrer täglichen Arbeit genau jene KI trainieren sollten, die sie später ersetzen könnte. Meta hatte sogar Software auf Geräten amerikanischer Beschäftigter installieren lassen, die Tastatureingaben und Mausbewegungen erfassen sollte, damit KI-Agenten lernen konnten, menschliche Arbeit am Computer nachzuahmen. Auf internen Plattformen reagierten Mitarbeiter mit wütenden Beiträgen, schwarzem Humor und Bildern von Elefanten, weil die drohenden Entlassungen aus ihrer Sicht der offensichtliche Punkt waren, über den die Unternehmensführung nicht sprechen wollte. Die interne Zustimmung zum Unternehmen fiel innerhalb eines halben Jahres von 74 auf 55 Prozent. Gleichzeitig zeigten Metas eigene Daten, dass die KI längst nicht das lieferte, was Zuckerberg und seine Führungskräfte erwartet hatten.
Durch KI erzeugte Codeänderungen auf internen Plattformen stiegen zwar innerhalb eines Jahres um 220 Prozent, tatsächlich bei den Nutzern ankommende neue oder verbesserte Funktionen jedoch nur um 36 Prozent. Schon im März warnten technische Teams vor Problemen mit der Zuverlässigkeit. Unkontrollierte KI-Agenten führten teilweise groß angelegte Aktionen aus, die Menschen so kaum gestartet hätten. Technische und sicherheitsrelevante Vorfälle stiegen nach internen Angaben um 40 Prozent, während Mitarbeiter 70 Prozent mehr Zeit damit verbringen mussten, die Folgen solcher Fehler zu beseitigen. Anfang Juni wurde eines der Probleme öffentlich sichtbar, als Hacker einen neuen KI-Kundendienst von Meta ausnutzten und Zugriff auf prominente Instagram-Konten erhielten, darunter die nicht mehr aktive Seite des Obama-Weißen-Hauses. Trotzdem hatte Meta während des Umbaus begonnen, klassische Entwicklungsteams aus zehn bis zwanzig Mitarbeitern durch Gruppen von nur drei bis fünf Personen zu ersetzen. Entwickler, Produktmanager, Designer und Forscher sollten ihre bisherigen festen Rollen verlieren und stattdessen allgemeiner als „Builder“ arbeiten. Auch mittlere Führungsebenen sollten verschwinden. Parallel suchte Meta intern nach sogenannten „unersetzlichen Talenten“, darunter Beschäftigte, denen zugetraut wurde, mit Hilfe von KI die Arbeit ganzer Teams zu erledigen. Ein Teil des durch Entlassungen eingesparten Geldes sollte in außergewöhnlich hohe Gehälter für solche Spitzenkräfte fließen.
Zuckerberg hatte den Personalabbau zunächst auch mit den enormen Investitionen des Konzerns begründet. Meta will allein in diesem Jahr mindestens 130 Milliarden Dollar in KI-Chips und andere Infrastruktur stecken, was nach Analystenschätzungen praktisch den gesamten operativen Geldzufluss des Jahres aufzehren könnte. Nach der Entlassungsrunde versuchte die Führung, die Stimmung wieder einzufangen. Das Programm zur Aufzeichnung von Mausbewegungen und Tastatureingaben wurde gestoppt, einige versetzte Mitarbeiter durften in ihre alten Teams zurück, Reisebudgets und Ausgaben für gemeinsame Veranstaltungen wurden erhöht und selbst bessere Snacks in den Büros wurden angekündigt. Anfang Juli trat Zuckerberg überraschend bei einer internen Mitarbeiterversammlung auf und räumte ein, dass die Entwicklung autonomer KI-Agenten langsamer vorankomme als erwartet. Drei bis sechs Monate sollten nötig sein, bis deutlicher Nutzen sichtbar werde. Gleichzeitig startete Meta öffentlich eine Kampagne unter dem Satz, man „setze auf Menschen“, während Zuckerberg Konkurrenten vorwarf, sich stärker auf die Automatisierung von Arbeit zu konzentrieren.
Ganz erledigt ist der Personalabbau dennoch nicht. Zuckerberg versprach lediglich, in diesem Jahr keine weiteren unternehmensweiten Entlassungen zu erwarten. Teambezogene Kürzungen, Entlassungen wegen schlechter Leistung oder ein neuer größerer Abbau im kommenden Jahr bleiben damit ausdrücklich möglich. Der Versuch, Meta in wenigen Monaten radikal auf KI umzustellen und dabei ganze Teams erheblich zu verkleinern, ist damit nicht verschwunden. Aber der erste große Anlauf ist an Widerstand der Mitarbeiter, technischen Problemen und einer KI gescheitert, die bisher weit weniger ersetzt, als Zuckerberg gehofft hatte.
Kurz vor seiner Entlassung sollte US-Armeechef Untersuchung zu Kid-Rock-Überflug stoppen

Nur wenige Tage bevor Verteidigungsminister Pete Hegseth den damaligen Stabschef des US-Heeres, General Randy George, ohne öffentliche Begründung entließ, soll George aufgefordert worden sein, eine Untersuchung zu einem ungewöhnlichen Hubschrauberflug über das Anwesen von Kid Rock in Tennessee einzustellen. Am 28. März waren zwei AH-64-Apache-Kampfhubschrauber der 101. Luftlandedivision in niedriger Höhe über das Grundstück des Musikers geflogen, der zu den lautesten Unterstützern Donald Trumps gehört. Kid Rock veröffentlichte selbst ein Video des Überflugs und verband es mit einem Angriff auf Kaliforniens demokratischen Gouverneur Gavin Newsom.

Die Armee suspendierte daraufhin zunächst die beteiligten Piloten und leitete eine administrative Untersuchung ein, weil geprüft werden sollte, ob Sicherheitsvorschriften verletzt worden waren. Gleichzeitig wurde ein weiterer Hubschrauberflug untersucht, der am selben Tag über eine „No Kings“-Demonstration gegen Trump im nahe gelegenen Clarksville führte. Flugdaten zeigten dort eine Höhe von teilweise nur 625 Fuß, während die Maschine über dem Bereich kreiste, in dem sich Demonstranten versammelt hatten. George wollte nach Angaben von Personen, die mit dem Vorgang vertraut sind, das übliche Verfahren einhalten und die Untersuchung abschließen lassen. General Chris LaNeve, damals die Nummer zwei des Heeres und heute kommissarischer Stabschef, soll George jedoch mitgeteilt haben, Hegseth wolle die Untersuchung nicht fortsetzen. George berichtete später Kollegen von diesem Gespräch und wirkte nach deren Darstellung deutlich beunruhigt. LaNeve habe ihm nahegelegt, die Sache besser zu beenden. Kurz darauf griff Hegseth selbst ein, stoppte die Untersuchung vollständig und sprach die beteiligten Besatzungen von Vorwürfen frei. Seine öffentliche Botschaft an sie lautete: „Weitermachen, Patrioten.“ Am 2. April, nur wenige Tage später, forderte Hegseth George telefonisch auf, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen. George hätte regulär bis Herbst 2027 an der Spitze des Heeres bleiben sollen. Hegseth und seine Mitarbeiter haben bis heute nicht erklärt, weshalb er gehen musste. Mehrere Personen halten zwar auch Georges enge Zusammenarbeit mit Heeresminister Dan Driscoll für einen möglichen Grund, doch das bislang nicht bekannte Gespräch über die Kid-Rock-Untersuchung wirft eine weitere Frage auf.
Wenige Wochen nach dem Vorfall flogen Hegseth und Kid Rock selbst gemeinsam in Apache-Hubschraubern von Fort Belvoir in Virginia. Das Pentagon bezeichnete dies als Teil einer Veranstaltung zur Öffentlichkeitsarbeit. LaNeve wiederum gilt als Hegseths bevorzugter Kandidat für Georges Posten, doch selbst im republikanisch geführten Streitkräfteausschuss des Senats gibt es Widerstand. Die republikanische Senatorin Joni Ernst soll seine Ernennung ablehnen, weshalb die Regierung ihn nach fast fünf Monaten im Amt noch immer nicht offiziell nominiert hat. Hegseth lobt LaNeve dagegen als genau den General, den das Heer jetzt brauche, und weist die neuen Berichte als künstlich erzeugtes Drama zurück. Seit seinem Amtsantritt hat Hegseth mehr als zwei Dutzend hochrangige Offiziere entlassen oder zum vorzeitigen Ausscheiden gedrängt, meist ohne konkrete Begründung. Mehrere Generäle, die ebenfalls für den höchsten Posten des Heeres infrage gekommen wären, sind inzwischen weg. Auch Driscoll erwägt nach Angaben aus dem Pentagon seinen Abschied aus der Regierung. Sollte er gehen, gilt ausgerechnet Hegseths Sprecher Sean Parnell, der die Berichte über George jetzt scharf zurückweist, als möglicher Nachfolger.
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