Kurz vor dem Labor Day, wenn die Wahlkämpfe in den höheren Gang schalten, will ich nichts verschreien, doch ich wage die Prognose: Bei den Zwischenwahlen am 3. November drehen die Wähler Donald Trump durch den Fleischwolf. Die kluge Meinung hat sich schon einmal blamiert. 1998 waren sich alle einig, Bill Clintons Demokraten würden nach der Affäre um die Praktikantin Monica Lewinsky 20 oder 30 Sitze verlieren. Am Ende gewannen sie fünf hinzu, weil das Publikum die Sittenwächter um Newt Gingrich stärker verabscheute als Clintons sehr menschliche Schwäche. Derselbe Geruch liegt heute in der Luft, und er riecht für die Republikaner schlechter als ihre ohnehin düsteren Aussichten.
Zählen werden drei Gruppen. Die erste sind Leute, die in Trump seit je den faschistischen Schläger und den Dummkopf sehen und selbst dann wählen gingen, wenn nur Homer Simpson gegen ihn anträte. Sie sind aufgeladen, und sie sind Millionen.
Die zweite sind die Wechselwähler, arglos genug, ihm die Senkung der Preise und die Reparatur der Wirtschaft zuzutrauen. Diesen Zauberstab hat er nie besessen, und sie wissen es inzwischen. Hätten sie es doch schon im November 2024 gewusst. Von denen, die zur Urne gehen, stimmen 80 oder 90 Prozent gegen ihn und seine Partei. Die dritte Gruppe sind die betrogenen MAGA-Getreuen. Er werde die Wirtschaft heben und bei der Einwanderung endlich durchgreifen; die wahre Kriegstreiberin sei ohnehin Kamala Harris gewesen, während er den Frieden halte.
Dieser Schutzwall ist zerquetscht wie eine Weintraube unter dem Reifen. Die Wirtschaft blieb hart. Bei der Einwanderung ging er selbst diesen Leuten zu weit, Joe Rogan habe ICE in diesem Jahr mit der Gestapo verglichen. Den Rest besorgte der Iran-Krieg, ein sichtlich törichter Feldzug, den das Land verliert, angezettelt auf Betreiben Benjamin Netanjahus, wie der israelische Ministerpräsident im eigenen Fernsehen selbst geprahlt habe. Auch das junge Männerpublikum im Netz kehrt sich ab, wie Sidney Blumenthal es jüngst genau beschrieb.
Die ersten beiden Gruppen strömen zur Wahl und stimmen gegen jeden Republikaner. Die dritte bleibt entmutigt zu Hause, und gerade ihr Fehlen wird den Ausschlag geben. Gegen diesen Andrang hilft keine Verteidigung. Ein geschickter Politiker könnte das Bild neu rahmen, zumal die meisten Leute erst jetzt, zum Ende des Sommers, wirklich hinschauen. Ließe sich das vor dem Feiertag noch drehen? Die Zeit hätte er vielleicht, das Geld gewiss, das er wohl lieber für sich selbst und weit über dieses Jahr hinaus hortet. Den Verstand dafür hat er nicht. Sein Gehirn schwimmt in einer Welt, in der Trump niemals irrt, und dieser Kokon hat ihm einst genützt, als Kanzleien und Eliteuniversitäten vor ihm zitterten und er sich seine Wirklichkeit noch erzwingen konnte. Diesmal schlägt die Wirklichkeit zurück.
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Ich hoffe so sehr, dass es so kommt…
Allerdings sind es nur die Midterms und für 2028 werden sich Trump und seine Spießgesellen überlegt haben wie sie die Briefwahl verbieten und weitere Gruppen der amerikanischen Wähler von den Wahlen ausschließen können…
Die werden das White House nicht freiwillig räumen.
…es wird natürlich ein grosser kampf werden und am ende auch eng, aber die chancen sind da und die muss man nutzen
Ich hoffe sehr, dass du Recht behältst, dann könnten die Demokraten zumindest in den Kammern vieles blockieren. Er kann ja nicht immer nur mit Erlaß regieren.
… ja natürlich hoffen wir das, doch die chancen sind nicht die schlechtesten, eng, aber …