Russland will seine Abhängigkeit von ausländischen Batterien für Drohnen deutlich verringern und steckt dafür bis zu 10,46 Milliarden Rubel in die Finanzierung einer neuen Fabrik für Lithium-Ionen-Akkus. Das Geld fließt nicht direkt an den Betreiber, sondern an die Sberbank, die damit Ausfälle aus einem vergünstigten Kredit für das Unternehmen INESIS ersetzt. Geplant ist eine Jahresleistung von 4 Gigawattstunden, rund 200-mal mehr als die bisherige Versuchsfertigung in Toljatti.
INESIS gehört zu 85,81 Prozent dem Unternehmen „Transport der Zukunft“, das sich selbst als einen der größten russischen Entwickler und Hersteller unbemannter Flugsysteme bezeichnet. In Toljatti laufen bereits Fertigungslinien für Akkus, Platinen, Elektromotoren, Propeller und weitere Drohnenteile. Wladimir Putin nahm Anfang 2025 an der Eröffnung eines Forschungs- und Produktionszentrums teil, in dem das Unternehmen eine zentrale Rolle spielt. Insgesamt sollen bereits mehr als 20 Milliarden Rubel in das Projekt geflossen sein.

Brisant ist die Verbindung zum Militär. „Transport der Zukunft“ präsentiert seine Technik offiziell vor allem als zivil und verkauft etwa Agrardrohnen. Gleichzeitig gibt es Berichte, dass Entwicklungen aus dem Firmenumfeld von russischen Streitkräften in der Ukraine eingesetzt werden. Dazu gehört die Drohne „Hector“ einer Tochterfirma. Das Unternehmen arbeitet außerdem mit einem militärischen Ausbildungszentrum in Toljatti zusammen, in dem Drohnenpiloten ausgebildet werden.

Hinzu kommt ein laufendes Strafverfahren. Der frühere Firmenchef Juri Kosarenko wurde im Mai 2026 wegen mutmaßlichen Betrugs in besonders großem Umfang festgenommen. Die Ermittler prüfen unter anderem den möglichen Diebstahl von rund 70 Millionen Rubel aus einem staatlichen Rüstungsauftrag. Trotz dieser Vorgeschichte wird der Ausbau nun massiv staatlich gestützt. Russland will damit nicht nur seine Batterieproduktion vergrößern, sondern auch seine Hersteller von FPV-Drohnen unabhängiger von westlichen Exportbeschränkungen machen. China bleibt vorerst der wichtigste Lieferant für Rohstoffe und Technik, doch Moskau setzt sichtbar darauf, diese Abhängigkeit Schritt für Schritt abzubauen.
Fortsetzung folgt …
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