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Der Kriegsminister räumt sein eigenes Oberkommando

VonTEAM KAIZEN BLOG

26. August 2026

Pete Hegseth drängt einen Spitzengeneral nach dem anderen aus dem Dienst, während im Krieg gegen Iran an den Stützpunkten die Toten gezählt werden. Ein Land, das Krieg führt, hält für gewöhnlich an den Männern fest, die es gewinnen sollen. Verteidigungsminister Pete Hegseth, den Trump seinen Kriegsminister nennt, hat das Gegenteil getan. Seine Entlassungen an der Spitze der Streitkräfte haben das US-Militär mitten im Krieg gegen Iran in eine schwer zu haltende Lage gebracht, und das Ausmaß des Schadens reicht weiter, als bislang bekannt war. Ein Minister, der seinen Titel vom Krieg herleitet, hat dessen Werkzeuge stumpf gemacht, noch ehe der Gegner es tun konnte.

Die Army hat seit April keinen Stabschef mehr. Hegseth entließ General Randy George und drängte zugleich mindestens 3 hochrangige Offiziere aus dem Dienst, die als dessen mögliche Nachfolger galten, berichteten amtierende und ehemalige Regierungsvertreter. Ein Heer ohne obersten Soldaten kämpft, als fehle ihm das Rückgrat.

Insgesamt habe Hegseth mindestens ein halbes Dutzend Spitzenoffiziere aus ihren Ämtern gedrängt, heißt es aus dem Regierungsapparat. Die Säuberung habe Fachwissen aus der Truppe gerissen und die oberste Führung ausgedünnt. Ein solcher Aderlass träfe jede Streitmacht, doch er trifft eine, die gerade im Feld steht. General James Mingus, den stellvertretenden Stabschef der Army, schob Hegseth im vergangenen Jahr ohne größere Erklärung beiseite. General David Hodne holte er erst und entließ ihn 8 Monate später.

Die Liste wächst weiter. Aus dem Dienst gedrängt wurden auch Generalmajor William Green und General Christopher Donahue. General James Slife, der stellvertretende Stabschef der Air Force, musste ebenfalls gehen. General CQ Brown Jr. hatte Hegseth schon in den ersten Wochen von Donald Trumps zweiter Amtszeit als Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs entfernt, und General David Allvin ging im vergangenen Herbst vorzeitig in den Ruhestand.

Für manche dieser Trennungen nannte niemand einen Grund, der dem Rang der Betroffenen entsprochen hätte. Wo Erfahrung ohne Erklärung verschwindet, lernt der Rest, dass Gehorsam mehr zählt als Können. Eine Armee, die so umgebaut wird, verliert nicht nur Namen, sie verliert das Gedächtnis, in dem ihre Fehler und ihre Siege aufgehoben sind. Was ein Nachfolger nicht weiß, muss der erste Ernstfall ihn lehren, und der Ernstfall läuft bereits.

Auch Daniel P. Driscoll, der ranghöchste zivile Verantwortliche der Army, solle in den kommenden Monaten ausscheiden, heißt es übereinstimmend. Das große Familienhaus außerhalb Washingtons, das er gemietet hatte, habe er bereits geräumt. Ein leeres Haus vor der Stadt sagt oft mehr über eine Behörde als jede amtliche Mitteilung. Der demokratische Abgeordnete Pat Ryan aus New York, früher selbst Nachrichtendienstoffizier der Army, nannte den Preis beim Namen. Die „kampferfahrensten, tödlichsten und bewährtesten“ Führungskräfte mitten im Krieg zu entfernen bedeute, dass die Soldaten weniger sicher seien und die Aussicht auf einen Sieg sinke. Über Generationen hinweg werde der Gedanke beschädigt, dass das Militär eine unpolitische Einrichtung sei, die ihren Eid auf die Verfassung leiste und nicht auf einen Präsidenten. Ein Eid auf ein Papier bindet anders als die Treue zu einem Mann, denn das Papier wechselt nicht die Laune.

An der Spitze klafft nun eine Lücke. Bei Hegseths Bestätigung standen 10 Vier-Sterne-Generäle im aktiven Dienst, jetzt sind es 5, so wenige wie seit Jahren nicht. Ein Oberkommando lässt sich nicht aus dem Stand ersetzen, denn die Erfahrung, die es trägt, wächst über Jahrzehnte und stirbt mit einer Unterschrift. In einem Krieg fallen Entscheidungen im Stundentakt, und jede verlangt jemanden, der eine ähnliche Lage schon überstanden hat. Die halbierte Reihe an der Spitze lässt diese Ruhe vermissen, während der Gegner täglich neu prüft, wie weit er gehen kann. Jeder Tag ohne Führung ist ein Tag, den die andere Seite geschenkt bekommt.

Währenddessen treffen Irans billige Drohnen seit Ende Februar die US-Stützpunkte im Nahen Osten, in scheinbar unerschöpflicher Zahl. Mindestens 18 US-Soldaten sind in dem Krieg getötet, mehr als 776 wurden verwundet. Zu Hause steigt mit dem Ölpreis der Preis für fast alles, und die Reedereien tragen schwer am teureren Treibstoff. So reicht der Krieg von den Stützpunkten bis an die Ladenkasse. Die Generäle, die ihn hätten führen sollen, sitzen zu Hause oder im Ruhestand, und ein Gegner findet keine bequemere Hilfe als einen Staat, der seine eigenen Feldherren selbst nach Hause schickt.

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