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Ein Turm stürzt, Brücken brechen, und Amerika feiert das als Sieg über Hormus

VonTEAM KAIZEN BLOG

17. Juli 2026

Ein Banner in der Innenstadt Teherans fragt in fremder Sprache, wer der nächste sein werde, und benutzt dabei die Initialen des amerikanischen Präsidenten wie ein Skalpell. Darunter weht eine iranische Flagge, während 2 Frauen am Basar der Stadt ein Siegeszeichen in die Kamera halten, als handle es sich um einen Feiertag und nicht um die sechste Nacht amerikanischer Angriffe in Folge. Diese Bilder aus Teheran erzählen mehr über den Zustand des Krieges als jede Pressekonferenz im Pentagon.

In der Nacht auf Freitag weitete das amerikanische Militär seine Angriffe aus und traf mehrere Brücken in der iranischen Provinz Hormozgan, in der Nähe der Küstenstadt Bandar Khamir. Nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens starben dabei mindestens 7 Menschen. Die Straßen- und Eisenbahnbrücken sollten offenbar Bandar Abbas, den wichtigsten Hafen Irans, von den Verbindungswegen ins Landesinnere und nach Teheran abschneiden. Gleichzeitig stürzte durch amerikanischen Beschuss ein Überwachungsturm im Hafen von Chabahar am Golf von Oman ein, einer zentralen Handelsroute für das benachbarte Afghanistan. Der amerikanische Verteidigungsminister Pete Hegseth verbreitete das Bild des einstürzenden Turms selbst, ein Foto, das zuvor bereits unter Aktivisten kursiert war, offenbar in der Absicht, die amerikanische Kontrolle über die Meerenge zu demonstrieren. Iran habe den Turm als Überwachungseinrichtung für den zivilen Schiffsverkehr bezeichnet, doch wie unsere Recherchen ergaben, unterhält auch die Revolutionsgarde eigene Stützpunkte in den Häfen des Landes.

Teheran antwortete mit Raketenangriffen auf gleich mehrere amerikanisch verbündete Staaten. Katar, das zusammen mit Pakistan als Vermittler in dem Krieg auftritt, musste die Bevölkerung 2 Mal binnen weniger Stunden zum Schutz auffordern, während herabfallende Trümmer laut Innenministerium ein Kind verletzten. Auch Bahrain und Kuwait gerieten ins Visier, Jordanien meldete das Abfangen von 3 anfliegenden Raketen. Über den kurdischen Städten Irbil und Sulaimaniyya im Nordirak waren zudem Explosionen der Luftabwehr zu hören, ohne dass zunächst Schäden bekannt wurden.

Der im vergangenen Monat vereinbarte Waffenstillstand ist damit endgültig kollabiert. Seit die Vereinigten Staaten und Israel den Krieg am 28. Februar begannen, hatte Teheran die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr weitgehend gesperrt, ein Schritt, der den Ölpreis in die Höhe trieb und dem Land erhebliche Verhandlungsmacht verschaffte. In einer Ansprache zur besten Sendezeit erklärte Trump, man gewinne diesen Krieg gewaltig, und die Früchte dieser Arbeit würden sehr bald sichtbar werden.

Der preußische Kriegstheoretiker Carl von Clausewitz beschrieb den Krieg einst als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, doch was sich derzeit im Persischen Golf abspielt, ist längst die Fortsetzung der Wirtschaft mit militärischen Mitteln. Laut dem Schifffahrtsdatendienst Lloyd’s List Intelligence sank das wöchentliche Frachtvolumen durch die Meerenge bereits Anfang des Monats um fast ein Viertel, noch bevor sich die gegenseitigen Angriffe der vergangenen Tage zuspitzten. Manche Reedereien schalten aus Angst vor Angriffen die Ortungsgeräte ihrer Tanker ab, andere lassen ihre Schiffe schlicht liegen. Pipelines fangen einen Teil des Ausfalls auf, doch bei weitem nicht genug, um die Blockade zu kompensieren. Das amerikanische Militär teilte mit, man habe 3 Handelsschiffe, die den Blockadering durchbrechen wollten, umgeleitet. Ein weiteres Schiff sei außer Betrieb gesetzt worden, ein anderes zur Kontrolle geentert.

Was bleibt, ist eine Meerenge, durch die einst ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gashandels floss, verwandelt in eine schmale Wasserstraße der Angst, in der jedes Schiff zur Geisel eines Krieges wird, den weder Katar noch Pakistan bislang zu beenden vermochten. Der Nebel über Hormus besteht längst nicht mehr nur aus Rauch.

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