Deutschlands stille Angst vor Teheran – Geheimdienste warnen intern längst vor Anschlägen

VonTEAM KAIZEN BLOG

Mai 7, 2026

Innerhalb der deutschen Sicherheitsbehörden wächst seit Monaten die Sorge vor iranisch gesteuerten Angriffen in Deutschland. Während Bundeskanzler Friedrich Merz und Innenminister Alexander Dobrindt die Gefahr öffentlich weiter zurückhaltend darstellen, warnen Geheimdienstmitarbeiter intern deutlich schärfer vor möglichen Anschlägen, Sabotageakten und verdeckten Operationen auf deutschem Boden. Hinter den Kulissen soll es deshalb inzwischen massive Spannungen zwischen politischen Entscheidungsträgern und Teilen der Nachrichtendienste geben.

Besonders groß ist der Unmut offenbar in den Landesbehörden. Mehrere hochrangige deutsche Sicherheitsvertreter berichten, dass dort die Einschätzung vorherrscht, die Bedrohung werde von der Bundesregierung öffentlich zu stark heruntergespielt. Während Merz noch im März erklärte, es gebe aktuell keine Hinweise auf eine erhöhte Gefährdungslage innerhalb Deutschlands, sollen Geheimdienstmitarbeiter gegenüber Abgeordneten und intern längst deutlich direkter geworden sein. Nach ihrer Einschätzung hat der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran die Gefahr terroristischer Aktionen in Deutschland klar erhöht.

Deutschland gerät dabei zunehmend selbst in den Fokus Teherans. Die Bundesregierung unterstützt die amerikanischen Militäraktionen im Nahen Osten politisch und logistisch. US-Stützpunkte auf deutschem Boden werden für Operationen genutzt. Genau das macht Deutschland aus Sicht der iranischen Führung zu einem direkten Gegner. Sicherheitsbehörden befürchten deshalb sogenannte hybride Angriffe. Gemeint sind Aktionen, die nicht unmittelbar durch iranische Agenten durchgeführt werden, sondern über angeworbene Mittelsmänner, kriminelle Netzwerke oder ideologisch verbundene Gruppen.

Nach Angaben deutscher Sicherheitsvertreter wurden bereits vor Beginn des Krieges rund 50 mutmaßliche iranische Operationen oder Planungen in Deutschland identifiziert. Diese Strukturen seien weiterhin aktiv. Einige Gruppen würden finanziell unterstützt, andere unter Druck gesetzt oder gezielt angeworben. Besonders im Fokus stehen jüdische Einrichtungen. Zwei jüdische Institutionen in Deutschland gelten laut Sicherheitskreisen aktuell als mögliche Ziele laufender iranischer Planungen.

Gleichzeitig beobachten deutsche Behörden seit Jahren eine Veränderung der iranischen Vorgehensweise. Statt eigene Agenten einzusetzen, arbeitet Teheran zunehmend mit Stellvertretern. Die Methoden erinnern laut mehreren Sicherheitsvertretern stark an russische Geheimdienststrukturen. Für Iran sei dieses Vorgehen billiger, flexibler und schwerer nachweisbar. Hinzu kommt eine wachsende Verbindung zu organisierter Kriminalität in Europa. Deutsche Ermittler sehen inzwischen Kontakte zwischen iranischen Netzwerken und Rockergruppen, Schleuserstrukturen sowie Personen aus dem Umfeld organisierter Kriminalität. Besonders häufig würden offenbar Menschen mit iranischen Wurzeln angesprochen, weil diese leichter unter Druck gesetzt oder angeworben werden könnten.

Wie real diese Gefahr inzwischen eingeschätzt wird, zeigt ein Vorfall aus München. Dort wurde im vergangenen Monat ein israelisches Restaurant im Universitätsviertel angegriffen. Täter zerstörten Fenster und warfen Sprengkörper in das Gebäude. Verletzt wurde niemand. Zu der Tat bekannte sich eine Gruppe mit dem Namen Harakat Ashab al-Yamin al-Islamiyya. Die Organisation reklamiert nach eigenen Angaben inzwischen mehr als ein Dutzend ähnlicher Aktionen in Europa für sich, darunter Vorfälle in Belgien, Großbritannien und den Niederlanden. Auch ein geplanter Angriff auf ein Gebäude der Bank of America in Paris wurde der Gruppe zugeschrieben. Französische Behörden konnten den Anschlag jedoch verhindern.

Deutsche Nachrichtendienste sollen Hinweise darauf gefunden haben, dass die Gruppe finanzielle und logistische Unterstützung aus iranischen Kreisen erhalten habe. Parallel dazu geraten auch Exil-Iraner in Deutschland stärker unter Druck. Besonders alarmierend wirken Berichte über eine große Demonstration gegen die iranische Regierung im Februar in München mit rund 250.000 Teilnehmern. Nach Angaben deutscher Behörden mischten sich dort iranische Geheimdienstmitarbeiter unter die Demonstrierenden. Später sollen einzelne Teilnehmer bedroht, eingeschüchtert und körperlich angegriffen worden sein. Dabei hätten die Angreifer gezielt Informationen über Angehörige der Betroffenen im Iran genannt, um ihre Identität und ihre Möglichkeiten zur Einschüchterung deutlich zu machen.

Öffentlich sprach die Bundesregierung über diese Vorfälle lange kaum. Erst jetzt räumt das Innenministerium ein, dass laufende Ermittlungen zu möglichen iranischen Operationen in Deutschland existieren. Hinter den Kulissen wächst jedoch offenbar die Sorge, dass Deutschland längst tiefer in diesen Konflikt hineingezogen wurde, als viele Politiker öffentlich zugeben wollen.

Fortsetzung folgt …

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