Wer Trump wegen Epstein jagen will, muss sein ganzes Leben umdrehen – und findet dabei viel mehr als erwartet – Teil I

VonRainer Hofmann

Februar 17, 2026

Die Wut ist spürbar, wenn Donald Trumps Name neben dem von Jeffrey Epstein auftaucht. Alte Fotos, gemeinsame Partys, freundschaftliche Äußerungen aus den Neunzigern – das Bild scheint klar. Doch wer Trump tatsächlich über diese Verbindung zu Fall bringen will, muss tiefer graben. Viel tiefer. Was dann zum Vorschein kommt, ist keine einzelne skandalöse Beziehung, sondern ein Lebenswerk voller gescheiterter Projekte, zweifelhafter Deals und juristischer Auseinandersetzungen. Die Epstein-Geschichte ist nur ein Kapitel in einem Buch, das bereits auf Hunderten von Seiten dokumentiert, wie dieser Mann zum mächtigsten Amt der Welt aufsteigen konnte.

Recherchen zeigen: Die verschwundene Spur – Wie Aktenzeichen, Schwärzungen und ein alter Deal viele Fragen zu Trump und Epstein aufwerfen

(Siehe auch unsere Recherchen im Artikel vom 16. Februar 2026)

In unseren Recherchen stießen wir in dem umfangreichen Datenbestand aus Tausenden von Seiten auf ein Aktenzeichen, das mehr erzählt als jede Pressekonferenz: 31E-HQ-C1461253. Wer sich durch die Dateien mit den Kennungen EFTA01683870 und EFTA01246277 arbeitet, stößt auf eine interne FBI-Abfrage, in der wörtlich vermerkt ist, man habe nach Fällen gesucht, die „Jeffrey E. Epstein und Donald J. Trump bezüglich der Ausbeutung Minderjähriger“ betreffen. Nicht „oder“, sondern „und“. Diese Formulierung fällt auf, denn Ermittlungsbehörden wählen ihre Worte in internen Abfragen in der Regel präzise.

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Donald John Trump wurde 1946 in Queens, New York, geboren, Sohn des Immobilienunternehmers Fred Trump. Sein Vater baute Wohnanlagen für die Mittelschicht in Brooklyn und Queens – solides Geschäft, aber nicht glamourös. Donald sollte etwas anderes werden. 1959 kam die Versetzung an die New York Military Academy, eine Schule, deren Disziplinierungsmaßnahmen später immer wieder als prägend für seinen Charakter beschrieben wurden. 1964 begann er sein Studium an der Fordham University, wechselte aber 1966 an die University of Pennsylvania, genauer an die Wharton School. Nach seinem Abschluss 1968 stieg er ins Immobiliengeschäft seines Vaters ein, während gleichzeitig die Auseinandersetzung mit dem Militärdienst lief – Trump erhielt mehrere Zurückstellungen und schließlich eine Ausmusterung.

1971 übernahm Trump die Leitung von Trump Management und leitete damit die strategische Neuausrichtung auf größere Projekte in Manhattan ein. Doch schon 1972 verkaufte Fred Trump sein Village durch strategische Finanzmanöver an Donald weiter – erhebliche finanzielle Mittel flossen an den Sohn. 1973 wurde es dann ernst. Roy Cohn, der berüchtigte Anwalt und frühere Berater von Senator Joseph McCarthy, wurde Trumps juristischer Berater und prägte dessen aggressive Prozessstrategie. Im selben Jahr kam das US-Justizministerium mit einer Diskriminierungsklage gegen Fred und Donald Trump wegen der Vermietung von Wohnungen. Trumps Reaktion: eine Gegenklage über 100 Millionen Dollar gegen die US-Regierung wegen Diskriminierung bei der Vermietung von Wohnungen. Das FBI befasste sich am 1. Juli 1973 mit mutmaßlichen rassistischen Aktivitäten in New York.

1975 begannen Verhandlungen im Zusammenhang mit dieser staatlichen Zahlungsverpflichtung für ein Hotelprojekt. Am 10. Juni 1975 kam es zu einem Vergleich mit der US-Bürgerrechtsbehörde bezüglich des Diskriminierungsvorwurfs, aber verbindliche Auflagen gab es keine. Die Schuldeingeständnis blieb aus. 1976 begann seine Beziehung zu Ivana Trump, die am 7. Juli 1976 begann, und im November 1976 erschienen in der New York Times erste geschönte Aussagen über seine finanziellen Verhältnisse.

Am 16. Oktober 1973 berichtete die New York Times über eine Klage des US-Justizministeriums gegen die Trump Management Corporation. Der Vorwurf: systematische Benachteiligung schwarzer Mietinteressenten in Wohnanlagen in Brooklyn, Queens und Staten Island. Mehr als 14.000 Apartments gehörten damals zum Bestand des Unternehmens. Beklagt wurden Donald Trump, damals Präsident der Firma, und sein Vater Fred C. Trump als Hauptverantwortlicher. Die Regierung warf dem Unternehmen vor, schwarzen Bewerbern Wohnungen vorzuenthalten oder andere Bedingungen zu stellen als weißen Mietern. Grundlage war der Fair Housing Act von 1968, der Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt verbietet. Trump wies die Vorwürfe zurück und sprach von unbegründeten Anschuldigungen.

1975 endete das Verfahren mit einem Vergleich. Es gab kein Schuldeingeständnis, aber die Verpflichtung, künftige Diskriminierung zu unterlassen und Maßnahmen zur Gleichbehandlung umzusetzen. Das Datum bleibt dokumentiert. Die Vorwürfe ebenso. Sie gehört zur frühen Geschichte eines Mannes, der später Präsident wurde. Wer heute über Rhetorik, über „Law and Order“ und über angebliche Fairness spricht, kommt an diesen Akten nicht vorbei.

1977 heiratete Donald Trump Ivana. Nach ihrer Eheschließung führten tschechoslowakische Geheimdienstakten Trump als Beobachtungsfall. (In Unterlagen der tschechoslowakischen Staatssicherheit (StB), die nach 1989 zugänglich wurden, taucht Donald Trump im Zusammenhang mit familiären Kontakten in die damalige CSSR auf. Die Behörde dokumentierte westliche Geschäftsleute mit Osteuropa-Bezügen systematisch). 1979 gewährte Fred Trump seinem Sohn Donald ein Darlehen von 4,7 Millionen Dollar, tatsächlich wurden 4,3 Millionen in komplexe Treuhand-strukturierte Konstrukte umgeleitet. Im selben Jahr stellte Roy Cohn Roger Stone Donald Trump vor – eine Bekanntschaft, die Jahrzehnte überdauern sollte. 1979 begannen auch Berichte über Kontakte zu Personen mit Verbindungen zur organisierten Kriminalität.

1980 eröffnete das vollständig modernisierte Commodore Hotel, später bekannt als Grand Hyatt New York. Für Donald Trump war es der erste große Durchbruch in Manhattan. Die spiegelnde Glasfassade wurde zum sichtbaren Zeichen seines Aufstiegs und markierte den Übergang vom Wohnungsbau in Brooklyn und Queens zu prestigeträchtigen Großprojekten im Herzen der Stadt. Der Umbau fand jedoch in einem New Yorker Bauumfeld statt, das in jener Zeit nachweislich stark von mafiakontrollierten Gewerkschaften und Betonlieferketten geprägt war. Ermittlungen in den folgenden Jahren belegten die Dominanz sogenannter „Concrete Club“-Strukturen, in denen Familien wie die Gambino- und Genovese-Organisation zentrale Rollen spielten. Ein direktes, belegtes Geschäft zwischen Trump und John Gotti ist jedoch nicht dokumentiert, aber viele Fragen bleiben dazu noch offen. Fest steht: Das Projekt entstand in einer Branche, die damals tief von organisiertem Verbrechen durchdrungen war – ein Kontext, der untrennbar zur Geschichte dieses Aufstiegs gehört. Und auch hier: Die Finanzierung erfolgte großteils über Darlehen seines Vaters und staatliche Steuervergünstigungen. Im selben Jahr soll Donald Trump, gemäß Quellen, als Ziel des russischen Geheimdienstes gegolten haben. Belege dafür konnten wir bisher aber keine dokumentieren.

Im Sommer 1987 begab sich Donald Trump mit seiner damaligen Ehefrau Ivana auf eine auffällige Reise in die Sowjetunion – eingebettet in eine Europatour, die ihn zunächst nach Paris führte und dann weiter nach Moskau und Leningrad. Eingeladen und organisiert wurde der Aufenthalt von der staatlichen Reiseagentur Intourist, die westliche Geschäftsleute im Auftrag der sowjetischen Behörden betreute. Offiziell ging es um mögliche Hotelprojekte in Moskau, doch die Reise hatte weit mehr als touristischen Charakter: Trump und Ivana wurden von Offiziellen empfangen, durch repräsentative Orte geführt und auch in den Katharinenpalast bei Leningrad begleitet, wo die bekannten Fotos des Paares inmitten barocker Prunksäle entstanden.

Die Hintergründe dieser Einladung werfen bis heute Fragen auf. Trump war zu diesem Zeitpunkt ein aufstrebender Immobilienunternehmer aus New York, dessen Name vor allem in Manhattan durch den Bau des Trump Tower bekannt geworden war. Dass er von sowjetischen Stellen umworben wurde, zeigt, wie sorgfältig Moskau westliche Geschäftsleute auswählte, die man für eigene Interessen instrumentalisieren konnte. Es ging nicht nur um Devisen und Prestigeprojekte, sondern auch um die Möglichkeit, Verbindungen in die US-amerikanische Wirtschaftselite zu knüpfen. Trump schien dafür ein passender Kandidat: ehrgeizig, medienwirksam, empfänglich für Glanz und Aufmerksamkeit.

Die Reise fiel in eine Zeit des Umbruchs. Michail Gorbatschow hatte Glasnost und Perestroika ausgerufen, das Verhältnis zwischen Ost und West begann sich zu verändern. Für die sowjetische Führung war es ein Balanceakt: Einerseits signalisierte man Öffnung, andererseits versuchte man, Einfluss auf einflussreiche Persönlichkeiten im Westen zu nehmen. Trump und Ivana bewegten sich durch eine sorgfältig inszenierte Kulisse, die das alte imperiale Erbe Russlands mit den Ambitionen einer sozialistischen Großmacht verknüpfte.

Nach seiner Rückkehr in die USA zeigte Trump ein auffallend neues außenpolitisches Profil. Bereits im September 1987 schaltete er in mehreren großen US-Zeitungen – darunter der New York Times, der Washington Post und dem Boston Globe – ganzseitige Anzeigen, in denen er die amerikanische Außenpolitik kritisierte. Er warf Washington vor, zu weich gegenüber Verbündeten wie Japan oder Saudi-Arabien zu sein, und forderte mehr Härte im internationalen Auftreten. Für einen Immobilienunternehmer ohne politische Erfahrung war dies ein bemerkenswerter Schritt. Viele Beobachter sehen darin den Beginn von Trumps Bestreben, sich als außenpolitische Stimme zu inszenieren – ein Impuls, der möglicherweise durch die Eindrücke in Moskau und Leningrad verstärkt wurde.

Im Rückblick wirkt diese Reise wie ein Vorbote. Die Faszination für Russland, das Misstrauen gegenüber traditionellen Allianzen, die Bereitschaft, nationale Stärke über diplomatische Konventionen zu stellen – all das sind Motive, die Trumps späteres politisches Handeln prägten. 1987 stand er noch am Anfang seiner Karriere, doch das Bild des jungen Unternehmers, der mit Ivana in goldverzierten Sälen posiert, ist mehr als nur eine Kuriosität der Geschichte. Es ist ein Hinweis darauf, wie früh er bereit war, sich von der Aura autoritärer Macht beeindrucken zu lassen – ein roter Faden, der sich bis in seine Präsidentschaft ziehen sollte.

Es ist ein unscheinbares Blatt Papier, kaum mehr als ein paar Zeilen, hastig notiert, fast beiläufig. Doch in diesen Zeilen steckt eine politische Detonation. Das Justizministerium der Vereinigten Staaten kam nicht mehr daran vorbei, eine handschriftliche Notiz des damaligen FBI-Direktors James Comey zu veröffentlichen, datiert auf den 26. September 2016 – sechs Wochen vor der Wahl, die Donald Trump ins Weiße Haus brachte. Das Dokument, jetzt als „Government Exhibit 13“ in einem laufenden Verfahren am 3. November 2025 eingereicht, zeigt, dass die US-Behörden schon damals Hinweise auf zwei explosive Tatsachen hatten: mögliche finanzielle Verbindungen Trumps nach Moskau – und koordinierte russische Angriffe auf amerikanische Wählerdatenbanken.

JB – Wir haben CID (vermutlich die Abteilung für Gegenspionage)
– Unsicherheit bei Hillary Clinton
– Auftragnehmer haben Zugang zum System
– Hillary Clinton plant, Trump anzugreifen
– Clintons Gesundheit

Kerry – Trump-Finanzen
– Schulden in Moskau

JB – Journalist(en) sagen, sie arbeiten mit Trump
Ich erwähnte die New York Times – Russland

Durbin – Das Justizministerium soll ein Muster bei den Eindringversuchen und Scans in staatliche Wählerdatenbanken untersuchen

Die Achtzigerjahre waren Trumps goldenes Jahrzehnt – zumindest nach außen. Doch hinter der Fassade mehrten sich die Verbindungen zu zweifelhaften Figuren. Zwischen Telefongesprächen mit Ivana Trump und ihrem Vater in der damaligen CSSR entwickelte sich ein Netzwerk, das bis heute Fragen aufwirft. 1979 hatte er Roger Stone kennengelernt, 1987 kam die Verbindung zu russischen Geheimdiensten hinzu. Russland und die damalige CSSR begannen, Trump und sein Umfeld genauer zu beobachten und Kontakte zu knüpfen.

Was folgte, war eine beispiellose Serie gescheiterter Unternehmungen. 1989 kaufte Trump die Eastern Air Shuttle für 365 Millionen Dollar – größtenteils fremdfinanziert. Die Luxus-Ausstattung mit Goldbeschlägen und Teppichen bei Trump Airlines brachte keine neuen Kunden. 1992 musste die Airline unter Druck der Banken an US Airways abgegeben werden. Im selben Jahr, 1989, kam auch Trump: The Game auf den Markt, ein Brettspiel, das schnell wieder aus dem Verkauf genommen wurde wegen mangelndem Interesse. Ein Reboot 2004 scheiterte ebenso kläglich.

Die Casino-Pleiten begannen 1991 mit der Insolvenz des Trump Taj Mahal. 1992 folgte das Trump Plaza Hotel in die Insolvenz. Das Trump Taj Mahal, Trump Plaza, Trump Marina – alle mussten Insolvenz anmelden. Zwischen 1991 und 2009 meldete Trump Entertainment Resorts viermal Insolvenz an. 2004 ging Trump Hotels & Casino Resorts in die Insolvenz, 2009 folgte Trump Entertainment Resorts. Investoren verloren Hunderte Millionen Dollar. Trump selbst behauptete später, er habe „nur das System genutzt“.

Es war wirklich ein Spektakel – Michael Jackson war da, Elton John trat in jener Woche auf, und The Donald setzte seine ganze Showmaschinerie in Gang, um uns glauben zu lassen, es sei das Beste, was je gebaut wurde.

Hinter den Kulissen herrschte völliges Chaos. Er feuerte seinen eigenen Bruder, der Präsident des Casinos war, bereits am zweiten Tag… es war wie immer die Schuld von jemand anderem.

Innerhalb von sechs Monaten war das Casino bankrott. 4.000 Mitarbeiter verloren ihren Job. Die meisten Auftragnehmer – besonders im Baugewerbe – wurden monatelang nicht bezahlt… wenn überhaupt. Diejenigen, die bezahlt wurden, mussten sich mit ein paar Cent auf den Dollar zufriedengeben. Trump und zwei seiner Geldgeber profitierten von dem Desaster: einer war Wilbur Ross, den Trump in seiner ersten Amtszeit zum Handelsminister ernannte. Der andere war Carl Icahn, ein weiterer Milliardär, den Trump in ein Kabinettsposten bringen wollte – aber Icahn war ein so skrupelloser Geschäftsmann, dass er nicht einmal bereit war, die notwendigen finanziellen Offenlegungen einzureichen. Er hätte ohnehin nie die Bestätigung durch den Senat erhalten.

2006 begann eine neue Welle gescheiterter Projekte. Trump Mortgage wurde gegründet – kurz vor der Finanzkrise. Der CEO war ein ehemaliger DJ ohne jegliche Bankerfahrung. 2007 wurde das Unternehmen faktisch geschlossen. Trump hatte behauptet, es würde „die größte Hypothekenfirma der Welt“, obwohl keinerlei Expertise vorhanden war. Im selben Jahr, 2006, startete Trump Vodka mit großem Marketing unter dem Slogan „Success Distilled“, aber die Verkaufszahlen waren katastrophal. Der russische Markt, auf den Trump hoffte, wollte das Produkt nicht. 2011 wurde die Produktion eingestellt. Ebenfalls 2006 startete Trump Magazine, ein luxuriöses Hochglanzmagazin mit seinem Namen, das bis 2009 wieder verschwand, weil Werbekunden ausblieben. Und auch GoTrump.com, eine Reisesuchmaschine, wurde 2006 gegründet, existierte nur kurz und hatte kaum Nutzer.

2007 kamen Trump Steaks auf den Markt, exklusiv über Sharper Image verkauft. Die Kooperation wurde nach sehr kurzer Zeit eingestellt, weil der Absatz katastrophal war. Trump Water, oft als Trump Ice verkauft, wurde hauptsächlich in seinen eigenen Hotels angeboten und erreichte nie eine relevante Marktbedeutung – ein Nischenprodukt ohne Durchschlagskraft.

Trump University, ein nicht-akkreditiertes Seminar-Programm, wurde wegen Betrugs verklagt. Ein Richter nannte das Vorgehen „systematischen Betrug an Rentnern und Geringverdienern“. 2016 zahlte Trump 25 Millionen Dollar Schadenersatz, um die Klagen beizulegen. 2009 startete das Trump Network, ein Multi-Level-Marketing-Vitaminprojekt, das 2011 verkauft und eingestellt wurde. Der Trump Tower Tampa, ein geplantes Luxus-Hochhaus, wurde niemals gebaut – Investoren verklagten Trump. Trump Hotels in Baku, Toronto und Panama – alle Projekte wurden abgebrochen oder verkauft, oft mit Klagen oder politischen Skandalen verbunden, insbesondere mit Korruptionsvorwürfen.

Die Trump Foundation wurde vom New Yorker Generalstaatsanwalt aufgelöst. Trump hatte Stiftungsgelder für persönliche Ausgaben genutzt. Ein Gericht verurteilte ihn zur Zahlung von zwei Millionen Dollar wegen illegaler Selbstbereicherung. Trotz seiner harten Rhetorik gegen China unterhielt Trump Bankkonten dort und bemühte sich aktiv um Markenrechte. 38 chinesische Marken wurden ihm während seiner Präsidentschaft genehmigt – eine bemerkenswerte Tatsache für jemanden, der öffentlich gegen chinesische Wirtschaftspraktiken wetterte.

Insgesamt dokumentiert sind mindestens sechs Insolvenzen: 1991 das Trump Taj Mahal, 1992 das Trump Plaza Hotel, 2004 Trump Hotels & Casino Resorts, 2009 Trump Entertainment Resorts und weitere Casino-Pleiten dazwischen. Trump behauptet bis heute, er habe „nur das System genutzt“.

2023 wurde Trump in mehreren Punkten strafrechtlich angeklagt, darunter Wahlbeeinflussung und Geheimnisverrat. Eine Verurteilung wegen Fälschung von Geschäftsdokumenten liegt vor. Er war zweimal im Impeachment-Verfahren angeklagt worden und ist weiterhin in diverse rechtliche Auseinandersetzungen verstrickt. Diese Übersicht legt offen, über welche Qualifikationen Donald Trump eben nicht verfügt – und dennoch ist er Präsident der Vereinigten Staaten. 45. Präsident von 2017 bis 2021, dann kehrte er 2025 nach einer beispiellosen Wahlperiode ins Weiße Haus zurück als 47. Präsident. Seine politische Karriere ist von Populismus, Rassismus, Nationalismus und juristischen Konflikten geprägt. Seine Ansichten: America First, Isolationismus, Ablehnung von Institutionen wie NATO und UN, radikale Migrations- und Wirtschaftspolitik. Gegner von Diversitätsprogrammen und Klimaschutz.

Wer also Trump über Epstein zu Fall bringen will, muss bereit sein, sein ganzes Leben auf den Kopf zu stellen. Was man dabei findet, ist nicht eine einzelne kompromittierende Beziehung, sondern ein System aus gescheiterten Projekten, fragwürdigen Geschäften, kriminellen Verstrickungen und Verbindungen zu zwielichtigen Figuren von Roy Cohn über russische Geheimdienste bis zu chinesischen Geschäftspartnern, von organisierten Kriminalitätsstrukturen über gescheiterte Airlines bis zu betrügerischen Universitäten. Die Frage ist nicht, ob es Material gibt. Die Frage ist, ob es die Öffentlichkeit zu sehen bekommt – die Politik daraus ihre Konsequenzen ziehen wird. Den meisten dürfte darüber einiges bekannt sein. Doch auch das, was hinter der politischen Vita sichtbar wird? Spätestens da sollten die Alarmglocken schrillen.

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Ela Gatto
Ela Gatto
7 Stunden zuvor

Danke für diese tief gehende Recherche.

Trumps Timeline der gescheiterten Projekte. Der Selbstbereicherung. Betrug und kriminelle Machenschaften.
Verbindungen die sichtbar werden ind wahrscheinlich noch tiefer gehen.

Trump war immer schon korrupt und manipulativ.
Im „Dunstkreis“ der Rechtspopulisten, Faschisten und Rassisten hat er sich etabliert.

Die Evangelikalen sahen mit Trump ihre Chance auf mehr politische Macht. Was macht es da, dass Trump sich einen Schmutz für christliche Werte interessiert.
In der Zwischenzeit ist es bei den Evangelikalen ohnehin nur Scheinheiligkeit. Glaube da, wo es nutzt.

Erst Ivana.
Dann Melania. Sicher kein Zufall, dass sie auch aus einem Land stammt, das hinter dem Eisernen Vorhang war.

Ich bin gespannt, was noch ans Licht kommt.
Fürchte aber, dass es Trump erstmal nichts anhaben wird.

Zuletzt bearbeitet am 6 Stunden zuvor von Ela Gatto
Sonja Gang
Sonja Gang
2 Stunden zuvor

Kurzform: Trump, ein Versager auf ganzer Linie – oder wie ein Loser zum Präsident der USA wurde.

Oder, je Verkommener, desto höher das Ansehen.

Und wer wählt solche Menschen?
Wer vergöttert so einen Mann?
Antwort: Der normale Bürger gab Trump diese Macht! Vielleicht weil immer noch viele den Amerikanischen Traum träumen: Vom Tellerwäscher zum…….

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