Vollkommen irrer Trump in Nebraska: „Lasst sie Los Angeles auslöschen“

VonTEAM KAIZEN BLOG

6. Oktober 2026

In Grand Island, Nebraska, stand der Präsident der Vereinigten Staaten am Montagabend vor seinen Anhängern und sprach über den Krieg mit dem Iran. Dann fiel ein Satz, den man zweimal lesen muss, um ihn zu glauben. „Sie können eine Stadt auslöschen. Lasst sie Los Angeles auslöschen. Lasst sie San Diego auslöschen. Das ist ein sehr kleiner Preis.“ Gemeint waren Millionen Menschen in Los Angeles und San Diego, und gemeint war, ihr Tod sei zu verschmerzen, solange er den Benzinpreis erklärt. Der Satz fiel nicht im luftleeren Raum. Über Trump wächst der Druck wegen der wirtschaftlichen Folgen des Krieges, und je schwerer ihm die Rechtfertigung fällt, desto größer gerät das Gespenst, mit dem er sie führt.

Trump: „Mit dem Krieg ist das alles nur künstlich. Es ist ein bisschen teuer. Das ist ein kleiner Preis, den man zahlen muss … sollen sie Los Angeles auslöschen, sollen sie San Diego auslöschen. Das ist ein sehr kleiner Preis, den man zahlen muss.“

Er wollte an diesem Abend begründen, warum die Amerikaner die hohen Preise des Krieges tragen sollen. Der Krieg sei weit weg, fast künstlich, die Kosten lägen eben etwas höher. Ein kleiner Preis, sagte er, für die Sicherheit der Welt und des eigenen Landes. Als Preis bot er diesmal nicht ein paar Cent an der Zapfsäule an, er bot Los Angeles und San Diego, und nannte auch das noch klein. Die Rechnung widerspricht sich selbst. Der Krieg halte das Land sicher, und im selben Atemzug dürfe der Gegner diese Städte dem Erdboden gleichmachen. Sicherheit, die den Verlust einer Millionenstadt einschließt, ist keine mehr. In einem Absatz, der beides zugleich behauptet, haben die Wörter aufgehört, etwas zu bedeuten.

Die Gefahr, mit der er hantierte, erfand er dabei selbst. Irans Raketen könnten eine amerikanische Stadt treffen, legte er nahe. Sie können es nicht. Die Reichweite dieser Waffen endet weit vor der amerikanischen Küste, kein Geschoss aus Teheran fällt auf Kalifornien. Er beschwört ein Feuer, das keine Stadt der USA erreicht, und reicht die Rechnung für die Angst davor an der Zapfsäule weiter. Erst die erfundene Bedrohung, dann der echte Aufschlag auf dem Kassenzettel. Die Angst ist bei ihm ein Werkzeug, kein Versehen. Ein Gegner, dessen Raketen die Küste nie erreichen, taugt trotzdem als Schreckbild, solange niemand nach der Reichweite fragt. So verkauft sich ein hausgemachtes Preisproblem als Überlebenskampf. Der Trick ist alt, jeder bedrängte Herrscher kennt ihn: Man male die Bedrohung groß genug, und die eigene Unfähigkeit verschwindet in ihrem Schatten. An die Stelle des Regierens tritt das Erschrecken.

Wie er über das Leiden spricht, verrät den Rest. Der Krieg sei fast vorbei, sagte er, der Iran habe ja eine hohe Schwelle für Schmerz, er brauche ihn sogar, und enden werde das Ganze so oder so. Schmerz, den ein anderes Volk angeblich nötig hat. Ein Ende, das jede Form annehmen darf, die Vernichtung eingeschlossen, achselzuckend hingeworfen. In der Beiläufigkeit, mit der er über Tote verfügt, steckt die Nachricht des Abends. Dass der Krieg bald vorbei sei, hat er seit dessen Beginn immer wieder versprochen. Jedes Mal rückt das Ende näher, jedes Mal bleibt es aus, und die Preise stehen, wo sie standen. Ein Mann, der das Ende seit Monaten ankündigt, verkauft seine Ratlosigkeit als Zuversicht. Am Kassenzettel zählt keine seiner Prognosen, nur die nächste Rechnung.

Eine Stadt verschenkt niemand, der ihre Bewohner noch vor sich sieht. In Los Angeles leben Familien, in San Diego gehen Menschen zur Arbeit, die an diesem Abend zu einem Wort auf einer Rednerliste wurden. „Lasst sie auslöschen“, gesagt in dem Tonfall, in dem man eine Spielfigur vom Brett nimmt. In dieser Sprache sind die Menschen beider Städte längst zu Zahlen geworden, und Zahlen nennt man leicht klein.

Hinter dem großen Ton steht ein schmaler werdender Vorsprung. Der Auftritt sollte den Republikanern vor der Wahl im November helfen, besonders Senator Pete Ricketts, der sich des unabhängigen Herausforderers Dan Osborn erwehren muss. 2024 gewann Trump Nebraska mit mehr als 20 Punkten. Jetzt verteidigt seine Partei in den letzten Wochen Boden, der ihr immer sicher war. Der Grund steht an jeder Tankstelle, Diesel und Inflation aus dem Krieg der USA und Israels treffen auch das Agrarland.

Die Leute in Grand Island kamen mit einer einfachen Sorge, warum der Diesel ihre Ernte auffrisst. Zur Antwort bekamen sie Los Angeles auf dem Opfertisch und einen Feind, der sie mit keiner Waffe erreicht. Ein Landwirt, der wissen will, wie er den Herbst übersteht, hört, der Verlust einer Millionenstadt sei zu verkraften. Zwischen seiner Frage und der Rede des Präsidenten liegt ein ganzer Ozean. Dem Iran ist in Grand Island niemand näher gekommen als durch den Aufschlag an der Kasse. Von den Kandidaten, für die er angereist war, entfernte sich die Rede immer wieder. „Wir treten dem Iran gerade in den Hintern“, rief er an anderer Stelle. Leute sagten ihm, er sei der Größte, besser als George Washington, besser als Abraham Lincoln. In Venezuela habe man in 1 Stunde und 48 Minuten die größte Ölquelle außerhalb der eigenen übernommen, vorgetragen wie ein Spielergebnis. Die Ukraine habe viele russische Raffinerien gesprengt, während daheim, so seine Klage, die blauen Staaten ihre eigenen schlössen. Schuld an den Preisen trägt bei ihm jeder, nur nie er selbst.

Der Vergleich mit Washington und Lincoln fällt an diesem Abend auf ihn zurück. Der eine hielt ein junges Land zusammen, der andere führte es durch seinen blutigsten Krieg, um es nicht zerbrechen zu lassen. Dieser Präsident steht in Nebraska und verschenkt Los Angeles und San Diego in einem Nebensatz. Größe behauptet er, geliefert hat er ihr Gegenteil. Eine Stadt zum Posten zu machen, verkleinert die Idee der Vereinigten Staaten selbst.

So steht er da, der Mann, der sich mit Lincoln vergleicht, und reicht Lincolns Land dem Feuer eines Gegners, für einen besseren Abend in den Nachrichten. Die Rakete, vor der er warnt, hebt nie ab. Der Preis, den er klein nennt, wäre eine Stadt. Zwischen beidem liegt die ganze Verkommenheit einer Politik, die mit dem Leben anderer zahlt und die Rechnung Sicherheit nennt. Mut nennt er das obendrein.

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Anja
Anja
1 Tag vor

Wie war das mit „Schaden vom amerikanischen Volk fernhalten“? Das war doch sein Amtseid, den er damit bricht. Ist das kein Argument für ein Impeachment, neben allem anderen ?

Rainer Hofmann
Administrator
20 Stunden vor
Antwort auf  Anja

… argumente und gründe gibt es genug, aber dafür müssen die demokraten die häuser übernehmen

Sabine Eise
Sabine Eise
1 Tag vor

Keine Worte mehr. Zu sagen, der orangefarbene ist krank, ist zu wenig. Da muss mehr dahinter sein.

Rainer Hofmann
Administrator
20 Stunden vor
Antwort auf  Sabine Eise

… einfach irre und komplett aus dem ruder gelaufen

Hans Batik
Hans Batik
21 Stunden vor

Kann es sein, dass er damit den Iran faktisch. Herausfordern will, einen Angriff auf die Staaten zu eröffnen. Einen Angriff, von dem er ohnehin weiß, dass dies mit den Waffen des Irans auf die Distanz nichts werden wir.

Möchte er sein eigenes „9/11“ haben, quasi als Rechtfertigung gegenüber seiner Landsleute, den Krieg weiter und härter zu führen? Mittlerweile kann und muß man bei Trump bei jeder noch so dummen Idee davon ausgehen, dass seine wirren Gedankengänge dies zumindest mit einbezogen haben.

Wann steht sein eignes Volk endlich auf, wenn er Großstädte bereits als Kollateralschaden offen anbietet? Durchschaut die breite Masse denn noch immer nicht, dass sie mit diesem Staatsoberhaupt jeden Tag mehr an den Rand der Weltgemeinschaft gedrängt werden?

Rainer Hofmann
Administrator
20 Stunden vor
Antwort auf  Hans Batik

… diese Aussage von Trump wird extrem diskutiert in US, viele sind fassungslos, auch Republikaner – auf jeden Fall ist noch einmal eine ganz neue Dimension

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