Trump droht mit Zerstörung von Irans Energie – Emirate unter Beschuss, Spanien blockiert USA

VonRainer Hofmann

März 30, 2026

Teheran – Während hinter verschlossenen Türen noch von Gesprächen die Rede ist, eskaliert die Realität weiter. Donald Trump erklärt öffentlich, man befinde sich in ernsthaften Verhandlungen mit dem Iran. Gleichzeitig droht er damit, die Energieinfrastruktur des Landes vollständig zu zerstören – Kraftwerke, Ölfelder, die strategisch wichtige Insel Kharg und sogar Entsalzungsanlagen. Sollte es kein Abkommen geben und die Straße von Hormus nicht sofort wieder geöffnet werden, werde man den Einsatz beenden, indem man alles „komplett auslöscht“, schrieb er.

Diese Worte fallen in einem Moment, in dem sich der Konflikt längst über mehrere Staaten ausgebreitet hat. Der Iran hat begonnen, Aufenthaltsgenehmigungen für Bürger der Vereinigten Arabischen Emirate zu entziehen – als direkte Antwort darauf, dass die Emirate zuvor ähnlich gegen Iraner vorgegangen sind. 1.200 Emiratis sind betroffen. Gleichzeitig wurden in Dubai das Iranische Krankenhaus und der Iranische Club geschlossen. Militärisch hat der Iran zuletzt mehr Drohnen und Raketen auf die Emirate abgefeuert als auf Israel. Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten, innerhalb von nur 24 Stunden elf ballistische Raketen und 27 Drohnen aus dem Iran abgefangen zu haben. Zahlen, die zeigen, wie weit sich die Front längst verschoben hat. Es geht nicht mehr um einzelne Schauplätze. Es ist ein offener Konflikt in einer ganzen Region.

Auch im Libanon wächst der Druck. Vertriebene Menschen in Beirut gehen auf die Straße und verurteilen die Ausweitung der israelischen Offensive im Süden des Landes. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu will den Einsatz ausdehnen. Für viele dort ist das kein begrenzter Krieg mehr, sondern ein Schritt in Richtung dauerhafter Besatzung. In Jerusalem musste selbst die katholische Kirche verhandeln, um ihre zentralen Feiertage begehen zu können. Die israelische Polizei hatte führende Kirchenvertreter zunächst am Zugang zur Grabeskirche gehindert. Erst nach Vermittlung durch Präsident Isaac Herzog wurde eine Lösung gefunden. Die Messen während der Karwoche dürfen stattfinden – allerdings ohne Öffentlichkeit, mit strikten Beschränkungen.

Aus Kairo kommt ein direkter Appell. Präsident Abdel-Fattah el-Sissi richtet sich öffentlich an Donald Trump. Nur er könne diesen Krieg beenden, sagt er. Es gehe um die gesamte Region. Die Folgen einer weiteren Eskalation seien nicht absehbar. Seine Worte sind ruhig, aber eindeutig. Die Lage ist außer Kontrolle.

Parallel verlagern sich auch internationale Allianzen. Wolodymyr Selenskyj hat langfristige Abkommen mit Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und Jordanien geschlossen. Es geht um Militärtechnologie, Energie und wirtschaftliche Zusammenarbeit – angelegt auf mindestens zehn Jahre. Die Ukraine bringt ihre Erfahrung im Einsatz von Drohnen ein, auch zur Sicherung von Seewegen. Ein Hinweis darauf, wie sehr sich die Konflikte inzwischen gegenseitig beeinflussen. Europa reagiert uneinheitlich, aber nicht passiv. Spanien geht einen klaren Schritt weiter als viele andere Staaten. Verteidigungsministerin Margarita Robles stellt unmissverständlich klar, dass weder Militärbasen noch der Luftraum für amerikanische Operationen in diesem Krieg zur Verfügung stehen. Ministerpräsident Pedro Sánchez bezeichnet den Krieg als zutiefst illegal und zutiefst ungerecht.

Auch diplomatisch bewegt sich weiter etwas. Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif spricht mit EU-Ratspräsident Antonio Costa über Wege aus der Eskalation. Beide betonen, dass nur Gespräche den Konflikt beenden können und warnen vor Folgen für die Weltwirtschaft. Gleichzeitig laufen im Iran SMS-Kampagnen, die Menschen zur Verteidigung des Landes aufrufen. Teilweise stammen sie aus dem Umfeld der Revolutionsgarden, andere bleiben schwer zuzuordnen.

Die Lage ist längst außer Kontrolle. Während noch von Gesprächen geredet wird, werden gleichzeitig neue Ziele definiert und Drohungen verschärft. Jeder reagiert auf den anderen – und treibt das Ganze weiter nach oben. Es gibt keinen Punkt, an dem es gerade langsamer wird. Die Frage ist nicht mehr, ob sich die Lage zuspitzt. Sie hat es längst getan.

Unabhängiger Journalismus · Kaizen Blog

Wir sind dort,
wo es wehtut.

Wir sitzen nicht im Warmen und schreiben über die Welt – und wir hören auch nicht beim Schreiben auf. Unsere Hilfe ist dort, wo sie gebraucht wird. Wir sind ein kleines Team. Keine Investoren, keine Millionäre, keine große Redaktion im Hintergrund. Was wir haben, sind Herz, Wille und der Anspruch, Dinge aufzudecken, über die andere oft hinwegsehen. Wenn Sie möchten, dass diese Arbeit weiter möglich bleibt, unterstützen Sie den Kaizen Blog.

Unsere Arbeit lebt von denen, die hinschauen — und dafür einstehen, dass das möglich bleibt.

Updates – Kaizen Kurznachrichten

Alle aktuellen ausgesuchten Tagesmeldungen findet ihr in den Kaizen Kurznachrichten.

Zu den Kaizen Kurznachrichten In English
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Comments
Älteste
Neueste Meistbewertet
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x