Trump bringt es fertig – Amerika verliert 92.000 Jobs

VonRainer Hofmann

März 6, 2026

Der Februar-Arbeitsmarktbericht hat die USA kalt erwischt. 92.000 Stellen weg, Arbeitslosigkeit auf 4,4 Prozent gestiegen – und das, obwohl Ökonomen mit einem Plus von 60.000 Jobs gerechnet hatten. Stattdessen ein Minus. Und obendrauf wurden die Zahlen für Dezember und Januar nachträglich um weitere 69.000 Stellen nach unten korrigiert. Man muss das kurz sacken lassen. Der Januar hatte noch Hoffnung gemacht – 126.000 neue Jobs, solide Zahlen, ein möglicher Wendepunkt nach einem miserablen 2025, in dem die USA im Monatsdurchschnitt gerade mal 15.000 Stellen geschaffen hatten. Und jetzt das.

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Olu Sonola von Fitch Ratings brachte es auf den Punkt: Gerade als es aussah, als würde sich der Arbeitsmarkt stabilisieren, kommt dieser Bericht und macht das zunichte. Schlechte Nachrichten, egal wie man es dreht. Die Verluste zogen sich quer durch die gesamte Wirtschaft. Bauunternehmen strichen 11.000 Jobs – wohl auch wegen des eisigen Wetters. Im Gesundheitssektor verschwanden 28.000 Stellen, nachdem über 30.000 Krankenschwestern und andere Mitarbeiter bei Kaiser Permanente in Kalifornien und Hawaii vier Wochen lang gestreikt hatten. Fabriken bauten 12.000 Stellen ab und haben damit in 14 der letzten 15 Monate Arbeitsplätze verloren. Restaurants und Bars verloren fast 30.000 Jobs. Verwaltungsdienstleister strichen knapp 19.000 Stellen, Kurier- und Botendienste fast 17.000.

Und warum das alles? Der Krieg mit dem Iran. Falsche Zollpolitik. Vetternwirtschaft.

Steigende Ölpreise, unberechenbare Kosten für Unternehmen und Verbraucher – all das drückt die Stimmung und die Einstellungsbereitschaft. Brian Bethune vom Boston College formuliert es so: Die Unternehmen hatten sich gerade mühsam auf Trumps Zölle aus 2025 eingestellt, ihre Businesspläne umgebaut, die Kosten irgendwie auf die Kunden abgewälzt. Und jetzt, von einem Tag auf den anderen, explodierten die Kraftstoffkosten wegen des Krieges. Neue Pläne, neues Chaos. Heather Long von der Navy Federal Credit Union sagt, Unternehmen würden diesen Frühling noch weniger einstellen, solange der Krieg nicht vorbei ist und nicht klar ist, ob die Konsumenten weiter ausgeben. Angespannte Lage, vorsichtig formuliert.

Das Bittere daran: Die US-Notenbank Fed sitzt in der Klemme. Zinsen senken, um den Arbeitsmarkt zu stützen? Oder festhalten, um die Inflation durch den Krieg nicht weiter anzuheizen? Eugenio Aleman von Raymond James nennt es das schlimmste denkbare Szenario für die Geldpolitik. Und dann ist da noch die KI. Joe Brusuelas von RSM weist darauf hin, dass viele Unternehmen gerade massiv in neue Technologien investiert haben und erst einmal sehen wollen, was sie mit der bestehenden Belegschaft leisten können. Warum junge Leute einstellen, wenn man sie am Ende womöglich wieder entlassen muss?

Der amerikanische Arbeitsmarkt steckt in einer Zwickmühle, die Trump selbst mitgebaut hat – mit Zollpolitik, die Unternehmen jahrelang verunsichert hat, und einer geopolitischen Eskalation, deren wirtschaftliche Konsequenzen gerade erst sichtbar werden. Die Löhne stiegen zwar um 0,4 Prozent im Monatsvergleich und 3,8 Prozent im Jahresvergleich – aber das ist wenig Trost, wenn die Jobzahlen so aussehen. Die Prognosen für die nächsten Monate? Nicht schön. Experten erwarten weitere massive Jobverluste. Aber der Ballsaal im Weißen Haus wird prächtig. Die AfD schwört auf diesen Mann – und das Ergebnis dieser Bewunderung ist ein Arbeitsmarkt, der gerade in Echtzeit auseinanderfällt. Wirtschaftlicher Meineid, serviert mit Goldrand. Es war ein schlechter Freitag für die amerikanische Wirtschaft.

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Sonja Gang
Sonja Gang
8 Stunden zuvor

Und dann noch das: Ein US-Gericht hat die Regierung von Donald Trump am 5. März 2026 zur Rückzahlung illegal erhobener Zölle verpflichtet.

Gerichtsurteil: Der US-Gerichtshof für internationalen Handel (Court of International Trade) hat entschieden, dass die Regierung zu Unrecht verlangte Zölle samt Zinsen zurückzahlen muss.

Aber mal ehrlich, was erwartet man von einem mittelmäßigen Immobilien Hai, der nicht mal seine eigenen Geschäfte in trockene und saubere Tücher brachte?
So ein Mann meint ganz Amerika beherrschen zu können?
Ach, das reicht ihm nicht mal…. er greift nun auch noch nach anderen teilen der Erde – Länder!
Weiß Bündnisse nicht zu schätzen und wird vom gegnerischen Bündnis nun über den Tisch gezogen.
Beschmutzt die, die ihm zur Seite stehen, verrät die, die ihm zur Seite stehen – und lässt sich mit einem  faithless kiss von Putin abspeisen.

Hauptsache Putins Foto hängt in seiner Wohnung.
Hauptsache Putin schriebt ihm.
Hauptsache Putin ruft ihn an.

Armer reicher Mann!
Tragisch nur, dass dieser Mann den 3. Weltkrieg in Gang setzen könnte.
Wer stoppt ihn?
Die Demokraten scheinbar auch nicht – denn auch unter den Demokraten gibt es seltsame Tendenzen Richtung Trumps Handeln.

Vielleicht kommt noch der Tag wo es heißt: Amerika ganz allein zu Haus!
Alle anderen haben wir verprellt, im Stich gelassen, arm gemacht, in den Krieg rennen lassen…..

Dazu fällt mir das Märchen vom Fischer und seiner Frau ein…..

Ela Gatto
Ela Gatto
8 Stunden zuvor
Antwort auf  Sonja Gang

Und die Regierung kündigt schon an gegen dieses Urteil vorzugehen….

Sonja Gang
Sonja Gang
7 Stunden zuvor
Antwort auf  Ela Gatto

Ja – mal sehen ob sich die Richter alles gefallen lassen …..

Ela Gatto
Ela Gatto
8 Stunden zuvor

Und es hat nichts geholfen, dass er den Leiter des statistischen Bundesamt entlassen hat, weil ihm die realen Zahlen nicht gefielen.🙈

Manches kann man eben nicht schön reden oder komplett verdrehen.
Arbeitsmarkt merken die Menschen direkt.

Das Schlimme ist, dass es weder Trump, seine Entorage oder die Milliardäre in absehbarer Zeit schmerzlich treffen wird.

Es ist das Volk.
Leider nicht nur das Volk der USA, weil Trump alle mit in den Abgrund reißt.

Besser als Du kann man es nicht sagen
„..Aber der Ballsaal im Weißen Haus wird prächtig. Die AfD schwört auf diesen Mann – und das Ergebnis dieser Bewunderung ist ein Arbeitsmarkt, der gerade in Echtzeit auseinanderfällt. Wirtschaftlicher Meineid, serviert mit Goldrand. Es war ein schlechter Freitag für die amerikanische Wirtschaft…“

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