Ghislaine Maxwell spielt ein doppeltes Spiel. Über ihren Anwalt ließ sie Abgeordneten mitteilen, sie sei bereit zu erklären, dass weder Donald Trump noch Bill Clinton in ihren jeweiligen Kontakten zu Jeffrey Epstein eines Fehlverhaltens schuldig gewesen seien. Diese Botschaft erreichte Demokraten wie Republikaner nach einer nicht öffentlichen Anhörung. Zugleich verweigerte Maxwell selbst jede inhaltliche Aussage und berief sich auf den fünften Verfassungszusatz, um Fragen nicht beantworten zu müssen, die sie belasten könnten.
Abgeordnete hatten am Montag versucht, die frühere Vertraute Epsteins zu befragen. Sie wollten klären, wer in das Umfeld des verurteilten Sexualstraftäters eingebunden war und wer möglicherweise dessen Missbrauch unterstützt oder ermöglicht hat. Doch Maxwell schwieg. Kein Detail, keine Einordnung, keine Namen. Stattdessen der formale Hinweis auf ihr Recht, sich nicht selbst zu belasten.
Demokraten werten das Angebot zur Entlastung Trumps und Clintons als durchsichtig. Die demokratische Abgeordnete Melanie Stansbury aus New Mexico sagte, es sei offensichtlich, dass Maxwell auf Begnadigung hoffe. Sie sehe darin einen Versuch, politisches Wohlwollen zu gewinnen, um ihre Haftstrafe zu verkürzen. Maxwell war wegen ihrer Rolle im Missbrauchskomplex um Epstein verurteilt worden und sitzt im Gefängnis. Sie kämpft seit Jahren gegen das Urteil. Der Supreme Court hat ihre Berufung zurückgewiesen, doch vor einem Bundesgericht in New York bemühen sich ihre Anwälte um eine neue Prüfung. Sie sprechen von erheblichen neuen Beweisen und behaupten, ihr Prozess sei durch verfassungswidrige Verstöße belastet gewesen.
Der republikanische Vorsitzende des zuständigen Ausschusses, James Comer aus Kentucky, zeigte sich enttäuscht darüber, dass Maxwell nicht bereit war, inhaltlich auszusagen. Zugleich steht er selbst unter Druck. Er treibt die Durchsetzung von Vorladungen gegen Bill Clinton und Hillary Clinton voran. Nachdem er mit einer Missachtung des Kongresses gedroht hatte, erklärten sich beide bereit, noch in diesem Monat für Anhörungen zur Verfügung zu stehen.
„Damit verschiebt sich der Fokus erneut. Maxwell signalisiert Entlastung für den amtierenden Präsidenten Donald Trump und für den ehemaligen Präsidenten Bill Clinton, verweigert jedoch selbst jede substanzielle Aussage.“ Der Ausschuss sucht nach Klarheit über ein Netzwerk, das jahrelang im Schutz von Reichtum und Einfluss agierte. Was bleibt, ist ein Kontrast: ein Angebot zur politischen Entlastung – und zugleich das vollständige Schweigen zu allen belastenden Fragen.
Updates – Kaizen Kurznachrichten
Alle aktuellen ausgesuchten Tagesmeldungen findet ihr in den Kaizen Kurznachrichten.
Zu den Kaizen Kurznachrichten In English