Doug Ford zieht eine klare persönliche Konsequenz aus der Politik Donald Trumps. Der Premierminister der kanadischen Provinz Ontario hat erklärt, dass er unter der Präsidentschaft Trumps nicht in die Vereinigten Staaten reisen werde. Es ist kein diplomatisches Manöver, sondern eine bewusst gesetzte Grenze. Ford sagt damit offen, dass er die politische Atmosphäre, den Ton und die Richtung, die aus dem Weißen Haus vorgegeben werden, nicht akzeptierten kann.
Gleichzeitig widerspricht er Trump an einer entscheidenden Stelle öffentlich. Ford macht deutlich, dass seine eigene Entscheidung nicht zur allgemeinen Handlungsanweisung werden soll. Kanadierinnen und Kanadier, so betont er, sollten weiterhin in die USA reisen, wenn es familiäre Gründe gibt, berufliche Verpflichtungen oder andere Notwendigkeiten. Niemand solle sich von Donald Trump vorschreiben lassen, wohin er reist oder wen er besucht. Diese Freiheit, sagt Ford sinngemäß, gehört nicht einem Präsidenten, sondern den Menschen selbst. Ontarios Premier Doug Ford äußerte sich auch zu Kanadierinnen und Kanadiern, die aus Protest ihre Urlaubsreisen nach Florida absagen. Er verwies darauf, dass die wirtschaftlichen Folgen vor Ort bereits spürbar seien. „Dort unten tut es im Moment richtig weh“, sagte Ford. Der Reiseboykott, so seine Einschätzung, treffe insbesondere Regionen, die stark vom Tourismus abhängig sind.
Ontarios Premier Doug Ford sagt, dass er unter Trump nicht in die USA reisen werde, betont aber zugleich, dass Kanadierinnen und Kanadier weiterhin reisen sollten, wenn es aus familiären oder anderen notwendigen Gründen erforderlich ist, und sich nicht von einem „Tyrannen“ namens Trump vorschreiben lassen sollten, was sie tun.
Trumps Zustimmungswerte im ersten Amtsjahr sind die niedrigsten eines Präsidenten seit hundert Jahren – Über Kanadier, die Florida-Urlaube boykottieren, merkte er an: „Dort unten tut es im Moment richtig weh. Sie leiden an allen Fronten.“
Bemerkenswert ist die Deutlichkeit seiner Worte. Ford bezeichnet Trump offen als Tyrannen. Das ist für einen führenden Politiker aus einem eng mit den USA verflochtenen Nachbarland ein außergewöhnlicher Satz. Es ist eine bewusste Zuschreibung, die sich nicht auf einzelne Entscheidungen beschränkt, sondern auf das gesamte Auftreten Trumps zielt. Gemeint ist eine Politik, die mit Drohungen und Missachtung von Menschenrechte arbeitet, mit Druck, mit Abwertung von Gegnern und mit dem Versuch, auch jenseits der eigenen Grenzen Einfluss und Angst zu erzeugen. Siehe auch unseren Artikel über die aktuelle Situation und unserer Arbeit: „Weihnachten in der Hölle – Wenn ICE die Feiertage für Massenverhaftungen nutzt“ – unter dem Link: https://kaizen-blog.org/weihnachten-in-der-hoelle-wenn-ice-die-feiertage-fuer-massenverhaftungen-nutzt/
Ford begründet seine Haltung zudem mit einem Blick auf die Lage in den Vereinigten Staaten selbst. Er spricht von einem Land, das spürbar, unfassbar leidet. Wirtschaftlich, gesellschaftlich und politisch. Trumps Zustimmungswerte, so Ford, seien im ersten Amtsjahr die niedrigsten eines US-Präsidenten seit rund hundert Jahren. Diese Feststellung ist mehr als Statistik. Sie ist Teil seiner Argumentation, dass diese Art der Politik nicht stabilisiert, sondern Schaden anrichtet, auch nach innen. Dabei vermeidet Ford eine pauschale Abwertung der USA. Er trennt klar zwischen Regierung und Bevölkerung. Seine Aussagen richten sich nicht gegen Amerikanerinnen und Amerikaner, denen er Mut zuspricht, sondern gegen den Präsidenten und dessen radikalen Stil. Familien, Freundschaften, wirtschaftliche Verbindungen und die lange gemeinsame Geschichte zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten stellt er nicht infrage. Im Gegenteil: Gerade deshalb, so seine Botschaft, sei es wichtig, individuelle Kontakte nicht politisch vergiften zu lassen. In dieser Trennung liegt der eigentliche Punkt seiner Aussage. Ford verweigert Trump die persönliche Legitimation eines Besuchs, nicht aber den Menschen in den USA den Kontakt. Er zieht Verantwortung nach oben und Freiheit nach unten. Er entscheidet für sich, ohne anderen vorzuschreiben, wie sie zu handeln haben. Das ist ein bewusster Gegensatz zu dem Machtverständnis, das er Trump vorwirft. Für Ontario hat diese Position Gewicht. Die Provinz ist das wirtschaftliche Zentrum Kanadas, eng verflochten mit mehreren US-Bundesstaaten, abhängig von Handel, Lieferketten und Grenzverkehr. Wenn der Premier Ontarios öffentlich Distanz zum US-Präsidenten markiert, ist das kein symbolischer Akt ohne Folgen. Es ist ein politisches Signal, das auch in Washington und auf den Straßen Amerikas wahrgenommen wird.
Zugleich zeigt Fords Haltung, wie sich politische Kritik äußern kann, ohne in Abschottung oder moralische Überhöhung zu kippen. Er ruft nicht zum Boykott auf, er schürt keine Angst vor Reisen, er erklärt keine Freundschaften für illegitim. Er sagt lediglich: Diese Art von Politik verdient keinen Besuch.
In einer Zeit, in der viele Regierungen auf vorsichtige Formulierungen setzen und Konflikte vermeiden, ist diese Offenheit ungewöhnlich. Ford stellt klar, dass Respekt keine Selbstverständlichkeit ist und dass Nähe nicht um jeden Preis gewahrt werden muss. Am Ende bleibt eine ehrliche Botschaft. Man kann sich einem Präsidenten verweigern, ohne sich von ihm beherrschen zu lassen. Man kann Kritik üben, ohne anderen die Freiheit zu nehmen. Und man kann klare Linien ziehen, ohne die Verbindung zu den Menschen auf der anderen Seite der Grenze zu kappen. Ontarios Premier hat genau das getan.
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Wenn man dieses Video ansieht, das nicht KI erzeugt zu sein scheint (man muss inzwischen ja vorsichtig sein), dann fragt man sich, ob dieser Mann nicht oft nur die Marionette seiner Hintermänner ist, die seinen Narzissmus, seine Gier nach Geld und Komplimenten für sich instrumentalisiert. Aber vielleicht trügt der Eindruck. Ich traue mir da keine Einschätzung zu. https://www.facebook.com/reel/4080698585516445 .
…. Trump hat die Fäden schon in der Hand und die Hintermännertheorie ist einfach wieder ein Mythos, der dank social media grossen absatz findet. es sind die einfachen lösungen, er ist einfach ein schlechter mensch. das video wo ihr link hinführt ist echt, keine ki, aber uns war es nicht wichtig zu zeigen, da wir mit aufklärung und unterstützung schon an unserer grenze sind
Doug Ford wie man ihn kennt, direkt und klar ausgesprochen.
Ich war dieses Jahr sechs Monate in 🇨🇦 und hab erlebt, dass die Kanadier sauer sind, verständlich… Man kauft kanadische Produkte wann immer möglich, vermeidet Reisen in die USA und viele verkaufen auch ihre Häuser in den USA. Und viele US-Amerikaner bestätigten, dass der Boykott mehr als spürbar ist.
Gut dass 🇨🇦 andere Wege geht, sich nicht mehr auf die südlichen Nachbarn verlässt!
Das sollte Europa auch tun