Donald Trump sagte, er könne sich niemanden in der Geschichte vorstellen, der den Friedensnobelpreis mehr verdiene als er. Er wolle nicht prahlen, fügte er hinzu. Dann prahlte er weiter.
Niemand sonst habe Kriege beendet, sagte Trump. Welche Kriege, sagte er nicht. Im Iran wird weiter bombardiert. Im Libanon auch. Die Huthis sind neu im Krieg. 2.500 Marines liegen vor der Küste des Nahen Ostens auf einem Schiff und warten auf Befehle. Der Friedensnobelpreisträger in spe hat gerade damit gedroht, iranische Kraftwerke zu zerstören, falls die Strasse von Hormus nicht in 48 Stunden geöffnet wird. Die Frist hat er inzwischen zweimal verlängert, weil nichts passiert ist.
Alfred Nobel hat den Preis einst für Menschen gestiftet, die zur Verständigung zwischen Völkern beigetragen haben. Trump hat sich selbst nominiert, weil er es für angemessen hält. Das ist eine Art von Selbstbewusstsein, für die es keinen Preis gibt – oder vielleicht doch, nur heisst er anders.
Wir hätten einen Vorschlag. Lego, das dänische Unternehmen mit Sitz in Billund, könnte Trump einen ganz persönlichen Bausatz anfertigen – täglich neu zusammenbauen, täglich neu bewundern, täglich das befriedigende Gefühl, etwas Grossartiges erschaffen zu haben, ganz ohne Bomben. Der Friedensnobelpreis als Bausatz wäre denkbar, der Weisse Haus-Komplex, vielleicht ein Friedensnobelpreis aus Plastiksteinen. Das Problem: Lego ist dänisch, und Dänemark gehört zu den Ländern, bei denen Trump im Streit um Grönland sogar militärische Optionen ins Spiel gebracht hat – obwohl über die Zukunft der Insel nicht allein Kopenhagen entscheidet, sondern vor allem die Grönländer selbst. Der Mann, der den Friedensnobelpreis für sich beansprucht, hat einem der friedlichsten Länder der Welt also mit möglicher militärischer Gewalt gedroht, weil er eine Insel haben wollte. Der Lego-Bausatz bleibt damit eine schöne Idee ohne Zustelladresse. Und Dänemark, das kleine Land mit dem grossen Spielzeugkonzern, sitzt in Kopenhagen und fragt sich vermutlich täglich, wie es in diese Geschichte geraten ist.

Eine Therapie gegen diese Art von Selbstbeweihräucherung ist nicht bekannt. Kein Arzt, kein Berater, keine Niederlage hat bisher geholfen. Trump ist seit Jahrzehnten so, und die Aussicht, dass sich daran noch etwas ändert, ist ungefähr so realistisch wie sein Friedensnobelpreis. Man könnte es ignorieren, aber er lässt einen nicht. Jeden Tag ein neuer Satz, jeden Tag ein neues Superlativ, jeden Tag dasselbe Gesicht am Bildschirm, das erklärt, wie grossartig alles ist. Irgendwann fragt man sich nicht mehr, was er meint – sondern wann er endlich aufhört.
Was bleibt, ist ein Mann, der in einer Pressekonferenz erklärt, der Grösste der Geschichte zu sein, während seine Generäle Ziele für den nächsten Tag auswählen. Der Friedensnobelpreis wartet. Die Raketen auch.
Updates – Kaizen Kurznachrichten
Alle aktuellen ausgesuchten Tagesmeldungen findet ihr in den Kaizen Kurznachrichten.
Zu den Kaizen Kurznachrichten In English
Zum Lachen wenn’s nicht so traurig wäre
…da kann ich ihnen nur recht geben