Während Trump am Donnerstag ein Video auf seinem Social-Media-Kanal postete, in dem ein Brückenabschnitt in Iran einstürzt, und dazu schrieb „noch viel mehr folgt“, meldeten iranische Staatsbehörden aus der Provinz Alborz, dass der Angriff auf die B1-Brücke – noch im Bau, nach iranischen Angaben die höchste Brücke im Nahen Osten – acht Menschen getötet und 95 weitere verletzt hatte. Die Verletzten hatten sich zum Picknick-Feiertag Sizdeh Bedar unter der Brücke und am Flussufer versammelt. Trump schrieb dazu: „Es ist Zeit für Iran, einen Deal zu machen, bevor es zu spät ist und nichts mehr übrig bleibt von dem, was noch ein großartiges Land werden könnte.“ Irans Außenminister Abbas Araghchi antwortete, das Zerstören von Brücken „vermittelt nur die Niederlage und den moralischen Zusammenbruch eines Feindes in Unordnung.“ Jede Brücke und jedes Gebäude werde stärker wieder aufgebaut. Was sich nicht erholen werde, sei das Ansehen Amerikas in der Welt.
Es stellt sich auch die Frage, was genau an der Zerstörung einer noch im Bau befindlichen Brücke in der Provinz Alborz militärisch notwendig gewesen sein soll. Unser Stand ist, die Brücke war ohne nachgewiesene operative Funktion zum Zeitpunkt des Angriffs. Weder diente sie dem laufenden Verkehr noch als bestätigter militärischer Knotenpunkt. Der unmittelbare militärische Nutzen ist damit kaum erkennbar. Was bleibt, ist der Eindruck eines Schlags gegen zukünftige Infrastruktur – oder gegen ein Symbol. Beides wirft Fragen auf, die bislang niemand schlüssig beantwortet hat.

Nächtelang lag ein gleichmäßiges, nervöses Summen über der Stadt, ein Geräusch, das sich über die Köpfe legt und selbst dann nicht verschwindet, wenn es für Sekunden still wird. Über den breiten Achsen im Osten, entlang der Resalat-Autobahn, ziehen sich dunkle Schneisen durch das Häusermeer. In den Seitenstraßen, die von der Haupttrasse abgehen, stehen Fassaden offen wie aufgerissen. Fensterscheiben fehlen, Vorhänge hängen in Fetzen nach außen, als hätte der Wind sie hinausgezogen. Der Asphalt ist übersät mit Splittern, verbogenen Metallteilen, Resten von Klimaanlagen, die aus den Wänden gerissen wurden. Zwischen parkenden, beschädigten Autos bewegen sich Menschen vorsichtig, als wäre jeder Schritt noch unsicher.

Richtung der kleineren Querstraßen, wo Werkstätten, kleine Läden und einfache Wohnhäuser dicht an dicht stehen, ist das Bild noch enger, bedrückender. Rollläden sind halb heruntergelassen, Schaufenster gesplittert, auf den Gehwegen liegen Ziegel, Staub und Glasscherben. In einigen Hauseingängen brennen noch schwache Lichter, Generatoren laufen, weil der Strom ausgefallen ist. Der Geruch von verbranntem Material hängt in der Luft, vermischt mit Staub, der sich auf alles legt.

Auch weiter draußen, in den industriell geprägten Bereichen, sind die Einschläge sichtbar. Anlagen stehen still, Tore sind verbogen, Zufahrten blockiert. Gleichzeitig zeigt sich im Wohngebiet, wie nah alles beieinander liegt: Fabriken, Institute, Wohnungen. Die Schäden ziehen sich deshalb nicht isoliert durch einzelne Punkte, sondern wirken wie ein Netz, das ganze Viertel erfasst hat.

Trumps Drohung, Iran „in die Steinzeit zu bomben“, wirkt vor diesem Hintergrund weniger wie Strategie als wie ein Satz, der die Realität vor Ort verfehlt. Denn getroffen wurden nicht nur Strukturen auf Karten, sondern Straßen, Häuser, Orte, an denen Menschen leben.
Irak trifft der Krieg besonders hart. Das Land bezieht rund 90 Prozent seines Staatshaushalts aus Öleinnahmen, und der Großteil davon wird durch die Straße von Hormus exportiert – die seit Kriegsbeginn praktisch geschlossen ist. Dazu kommt ein starker Rückgang bei importierten Waren über die Südseehäfen und ein Stillstand des Grenzverkehrs mit Iran. Iran hat zwar zugesichert, irakisches Rohöl dürfe die Meerenge passieren. Aber weil Irak keine eigene Tankerflotte besitzt und auf gecharterte Schiffe angewiesen ist, entscheiden letztlich die Schiffseigentümer – und die meisten sind nicht bereit, das Risiko einzugehen.
Am Donnerstag wurde bekannt, dass Verteidigungsminister Pete Hegseth den ranghöchsten Uniformierten der US-Armee, General Randy George, zum Rücktritt aufgefordert hat. George trat sein Amt als 41. Armeechef im August 2023 an, unter der Biden-Regierung. Er ist West-Point-Absolvent, Infanterieoffizier mit Einsätzen im Ersten Golfkrieg, in Irak und Afghanistan, und diente von 2021 bis 2022 als militärischer Chefberater von Verteidigungsminister Lloyd Austin. Einen Grund für seine Entlassung nannte das Pentagon nicht. Sprecher Sean Parnell teilte lediglich mit, George werde „mit sofortiger Wirkung“ in den Ruhestand versetzt. Es ist die jüngste in einer Reihe von mehr als einem Dutzend Entlassungen hochrangiger Generäle und Admiräle durch Hegseth seit seinem Amtsantritt. George hatte die erste Entlassungswelle im Februar 2025 noch überstanden, als Hegseth unter anderem Vizeadmiralin Lisa Franchetti als Marinechefin und General Jim Slife als stellvertretenden Luftwaffenchef entfernte. Trump hatte damals auch General Charles Brown als Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs gefeuert.
Georges Nachfolger als stellvertretender Armeechef, General James Mingus, war ebenfalls vorzeitig abgelöst worden – nach weniger als zwei Jahren im Amt. Trump nominierte damals Lieutenant General Christopher LaNeve für den Posten, der bis dahin als Hegseths oberster militärischer Berater diente und zuvor die Achte Armee in Südkorea kommandiert hatte – nach weniger als einem Jahr in dieser Funktion. LaNeve übernimmt nun kommissarisch das Amt des Armeechefs. Vor zwei Jahren war er noch Zwei-Sterne-General.
Papa schenkte uns einen Krieg

Die Bereicherung der Familie Trump geht ungebremst weiter – ohne erkennbare Konsequenzen, ohne ernsthafte Kontrolle – und längst drängt sich die Frage auf, wie man dieses Vorgehen überhaupt noch angemessen benennen soll.
Während der Krieg weitergeht, machen Trumps Söhne Geschäfte damit. Donald Trump Jr. und Eric Trump sind seit letztem Monat an Powerus beteiligt, einem Drohnenhersteller mit Sitz in Florida, der von Veteranen der US-Armee Special Operations gegründet wurde. Das Unternehmen führt derzeit Vorführungen seiner defensiven Drohnenabfangsysteme in mehreren Golfstaaten durch – genau jenen Ländern, die unter iranischen Angriffen leiden und auf den Schutz des US-Militärs angewiesen sind, das ihr Vater kommandiert. Powerus-Mitgründer Brett Velicovich bestätigte , dass sein Team „gerade viele Vorführungen im Nahen Osten“ durchführe. Welche Länder das genau sind, wollte er natürlich nicht sagen.

Powerus bewirbt sich zudem um einen Anteil an 1,1 Milliarden Dollar, die das Pentagon für den Aufbau einer US-amerikanischen Drohnenproduktion bereitgestellt hat – nachdem die Trump-Regierung Importe chinesischer Drohnen verboten hatte. Das Unternehmen hat bereits 60 Millionen Dollar von Investoren eingesammelt und plant eine Fusion mit einem börsennotierten Trump-Unternehmen auf dem Nasdaq, das einige Golfplätze in Florida besitzt. Durch eine solche „Reverse Merger“ kann sich ein privates Unternehmen schnell an die Börse bringen, ohne den üblichen Zulassungsprozess zu durchlaufen.
Richard Painter, ehemaliger Chefethikrechtler im Weißen Haus unter George W. Bush, sagte dazu: „Diese Länder stehen unter enormem Druck, von den Söhnen des Präsidenten zu kaufen, damit er tut, was sie wollen.“ Es werde „die erste Präsidentenfamilie sein, die viel Geld mit einem Krieg verdient – einem Krieg, für den er keine Zustimmung des Kongresses eingeholt hat.“ Eric Trump erklärte auf Anfrage: „Ich bin unglaublich stolz darauf, in Unternehmen zu investieren, an die ich glaube. Drohnen sind eindeutig die Zukunft.“
Der UN-Sicherheitsrat hat für Freitag eine Abstimmung über eine von Bahrain eingebrachte Resolution angesetzt. Die finale Fassung ist deutlich abgeschwächt gegenüber früheren Entwürfen. Statt Ländern zu erlauben, „alle notwendigen Mittel“ einzusetzen – UN-Sprache, die auch Angriffsmilitär einschließt -, soll die Resolution nun „alle defensiven Mittel, die verhältnismäßig und den Umständen angemessen sind“ erlauben, um die Durchfahrt durch die Straße von Hormus, den Persischen Golf und den Golf von Oman für mindestens sechs Monate zu sichern. Russland und China hatten frühere Entwürfe blockiert, weil sie die Formulierung zu weitreichend fanden. Der Generalsekretär des Golfkooperationsrats, Jassim Albudaiwi, sagte bei einem Treffen des Sicherheitsrats, Irans Angriffe auf seine Nachbarländer hätten „alle roten Linien überschritten.“ Die sechs Golfstaaten müssten in alle Gespräche und Vereinbarungen mit Iran über die regionale Sicherheit einbezogen werden.
In Paris reichte die Internationale Vereinigung für Menschenrechte am Donnerstag eine Strafanzeige bei der französischen Kriegsverbrechenseinheit ein. Die Anzeige betrifft einen israelischen Angriff auf ein Wohngebäude in Beirut im November 2024 – also noch vor dem aktuellen Krieg. Dabei wurden sieben Zivilisten getötet, darunter die Eltern des französisch-libanesischen Künstlers Ali Cherri. Der Angriff habe nur Stunden vor dem Inkrafttreten des Waffenstillstands zwischen Israel und Hisbollah stattgefunden, erklärte die Organisation. Amnesty International habe bei einer eigenen Untersuchung keinerlei militärisches Ziel in oder in der Nähe des Gebäudes gefunden. Die Zivilbevölkerung habe keine wirksame Vorwarnung erhalten. Israels Außenministerium verwies Anfragen ans Militär, das nicht unmittelbar reagierte.
In Frankreich erklärte Präsident Emmanuel Macron bei seinem Besuch in Seoul, eine militärische Öffnung der Straße von Hormus sei „unrealistisch.“ Wer das per Gewalt versuche, setze sich den ballistischen Raketen und weiteren Fähigkeiten der Revolutionsgarden aus. Die Öffnung könne nur in Koordination mit Iran erfolgen, nach einem Waffenstillstand. Frankreich setzt auf eine internationale Eskorte-Mission für Öltanker, an der europäische und nichteuropäische Nationen beteiligt sein sollen.
Die Ölpreise blieben am Donnerstag erhöht. US-Rohöl kostete zeitweise fast 114 Dollar pro Barrel, zum Handelsschluss noch 111,54 Dollar. Die Aktienmärkte erholten sich im Tagesverlauf weitgehend: Der S&P 500 schloss nahezu unverändert, nachdem er zwischenzeitlich um 1,2 Prozent gefallen war. Es war der erste Gewinntag an der Wall Street seit Beginn des Iran-Krieges. Am Freitag bleiben die Märkte wegen Karfreitag geschlossen.
Die USS Gerald R. Ford, der größte aktive amerikanische Flugzeugträger, hat den kroatischen Hafen Split verlassen. Wohin sie fährt, gab die Marine nicht bekannt. Der Träger hatte zunächst in Souda Bay auf Griechenland angelegt, um Schäden nach einem Brand im Wäscheraum zu reparieren, dann weitere Wochen in Split verbracht. Er verließ Norfolk, Virginia, am 24. Juni 2025 – einer der längsten Einsätze in der Geschichte der US-Marine. Sollte er in den Nahen Osten fahren, müsste er durch den Suezkanal und das Rote Meer – wo die jemenitischen Houthis, die seit Kurzem in den Krieg eingestiegen sind, bereits auf Israel geschossen haben. Die USS Abraham Lincoln operiert weiterhin im Arabischen Meer. Die USS George H. W. Bush verließ Norfolk am Mittwoch mit Kurs Naher Osten.

Senator Chris Murphy aus Connecticut brachte es so zusammen: „Wir verlieren diesen Krieg. Wir können nicht alle ihre Raketen oder Drohnen zerstören, auch nicht ihr Atomprogramm. Iran projiziert mehr Macht in der Region als vor dem Krieg, vor allem wenn es jetzt dauerhaft die Kontrolle über die Straße von Hormus behält. Wir geben Milliarden aus, die wir nicht haben, und verlieren amerikanische Leben in einem Krieg, der die Welt destabilisiert.“
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Trumps Söhne an die Front!
Das wäre die beste Konsequenz … aber die sind mit Sicherheit genau so feige, wie ihr Vater.
Kriegsdienstverweigerer wegen eines lächerlichen Fersensporn.
Wäre interessant, wo da deswegen Geld geflossen ist.
Nun verdient Trumps Familie Milliarden an duesem völkerrechtswidrigen Krieg.
Die Drohnenfirma.
Wahrscheinlicher Insiderhandel.
Und was alles noch gar nicht, faktengecheckt, aufgedeckt ist.
Trump und Putin, die einzigen Gewinner.
Die Verlierer?
Viele, viele Menschen, die sich bicht dagegen wehren können 😞
…das wäre in der tat eine gute idee, das wären die ersten, die fahnenflucht betreiben würden – ja die recherchen dazu werden wochen bis monate dauern