Die Vereinigten Staaten haben in der Nacht zum Samstag den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gestürzt. US-Spezialeinheiten drangen in seinen Regierungssitz auf dem Militärstützpunkt Fuerte Tiuna ein, nahmen ihn und seine Frau Cilia Flores fest und flogen beide außer Landes. Bereits am 11. August 2025 hatten wir vor dieser Eskalation eindringlich gewarnt. Auszug: „Die internationale Gemeinschaft steht in der Verantwortung, ihr Schweigen zu brechen. Die Verteidigung der Souveränität Lateinamerikas ist nicht nur eine Frage regionaler Stabilität, sondern ein Test für die Gültigkeit internationaler Rechtsnormen im 21. Jahrhundert. In einer Welt, in der Macht zunehmend über Recht triumphiert, könnte Lateinamerikas Widerstand gegen erneute Intervention zum Test für die Zukunft der internationalen Ordnung werden. Venezuela ist Trump schon lange ein Dorn im Auge, und er wird früher oder später seine Arme danach ausstrecken.“
Die militärische Operation, die Präsident Donald Trump als „brillant“ bezeichnete, beendete Maduros zwölfjährige Herrschaft mit einem beispiellosen Gewaltakt, der international heftige Reaktionen auslöste.
Angriff der USA in Venezuela – Die Anzahl der Toten ist noch unbekannt
Trump verkündete den Erfolg der Mission über seine Plattform Truth Social und sprach von „groß angelegten Angriffen auf Venezuela“, die gemeinsam mit US-Sicherheitsbehörden durchgeführt wurden. In einem kurzen Telefoninterview zeigte sich der Präsident zufrieden: „Viel gute Planung und großartige Truppen. Es war eine brillante Operation.“ Als er nach der verfassungsrechtlichen Grundlage und der Zukunft Venezuelas gefragt wurde.

Die Festnahme Maduros ist der dramatische Schlusspunkt einer Kampagne, die die Trump-Regierung seit Monaten mit wachsender Intensität vorantrieb. Was als Drohungen und wirtschaftliche Sanktionen begann, eskalierte über Wochen zu einem militärischen Feldzug, der die gesamte Region destabilisierte und nun das Völkerrecht auf eine harte Probe stellt. Die venezolanische Regierung meldete Explosionen und Luftangriffe auf militärische Einrichtungen in Caracas und den umliegenden Bundesstaaten Miranda, Aragua und La Guaira. Besonders schwer getroffen wurde der Luftwaffenstützpunkt La Carlota in der Hauptstadt, wo Stunden nach den Angriffen ausgebrannte Militärfahrzeuge zu sehen waren. Das Kommunikationsministerium in Caracas verhängte den Ausnahmezustand und verurteilte die „militärische Aggression“ der USA. „Venezuela lehnt ab, verurteilt und prangert diese imperialistische Attacke an“, hieß es in einer Erklärung. Die Regierung rief alle gesellschaftlichen und politischen Kräfte auf, Mobilisierungspläne zu aktivieren.
Angriff der USA in Venezuela – Die Anzahl der Toten ist noch unbekannt
Wie viele Venezolaner bei den Angriffen starben oder verletzt wurden, blieb zunächst unklar. Generalstaatsanwalt Tarek William Saab sprach in einer Fernsehansprache von „unschuldigen Opfern, die tödlich verwundet oder getötet wurden durch diesen kriminellen terroristischen Angriff“. Er forderte die Bevölkerung auf, „mit Ruhe und Wachsamkeit“ auf die Straßen zu gehen. Ein US-Regierungsvertreter bestätigte, dass es keine amerikanischen Toten gegeben habe, wollte sich aber nicht zu venezolanischen Opfern äußern.
PRÄSIDENT TRUMP sagte in der Sendung „FOX & Friends Weekend“, dass Maduro und seine Ehefrau zunächst auf die USS Iwo Jima gebracht worden seien: „Sie sind auf einem Schiff, und sie werden nach New York gebracht … Sie sind mit einem Hubschrauber geflogen, ein schöner Flug. Ich bin sicher, sie haben ihn genossen.“
Trump selbst gab später im Fernsehsender Fox News bekannt, dass ein Hubschrauber getroffen worden sei und „ein paar Leute verletzt“ wurden. „Ein paar wurden getroffen, aber sie kamen zurück und sollen in ziemlich guter Verfassung sein“, sagte er. Kein amerikanisches Flugzeug sei verloren gegangen. „Wir haben alles zurückbekommen. Einer von ihnen wurde ziemlich hart getroffen, ein Hubschrauber, aber wir haben ihn zurückbekommen. Wir mussten es tun, weil es ein Krieg ist.“ Der Präsident verfolgte den Einsatz nach eigenen Angaben per Videoübertragung aus Mar-a-Lago. Er beschrieb, wie die Spezialeinheiten Stahltüren „in Sekundenschnellen“ durchbrachen. „Ich habe so etwas noch nie gesehen“, sagte Trump. Nach Angaben eines Mitglieds der venezolanischen Regierungspartei befanden sich Maduro und seine Frau in ihrem Wohnsitz innerhalb des Militärkomplexes Fuerte Tiuna, als die Angriffe begannen. „Dort haben sie bombardiert“, sagte der Parteifunktionär Nahum Fernández. „Und dort haben sie durchgeführt, was wir eine Entführung des Präsidenten und der First Lady des Landes nennen können.“
CIA führte monatelange Überwachung
Hinter dem erfolgreichen Zugriff steckte eine ausgeklügelte Geheimdienstoperation. Bereits am 16. Oktober 2025 hatten wir auf Grundlage eigener Recherchen auf diese Maßnahme hingewiesen und hinterfragt. Die Reaktionen darauf blieben damals jedoch auffallend verhalten. Heute hingegen wird genau dieser Schritt überall aufgegriffen – als wäre er eben erst aus dem Nichts aufgetaucht, wie ein Kaninchen, das man plötzlich aus dem Hut zieht. Die CIA hatte nach Informationen von mit der Operation vertrauten Personen eine Quelle in Maduros unmittelbarem Umfeld rekrutiert, die dessen Aufenthaltsort sowohl in den Tagen als auch in den entscheidenden Momenten vor der Festnahme übermittelte. Unterstützt wurde die Überwachung durch eine Flotte von Tarnkappendrohnen, die nahezu pausenlos über Venezuela kreisten und präzise Bewegungsprofile erstellten. Wie die CIA die venezolanische Quelle anwerben konnte, ist nicht bekannt. Ehemalige Geheimdienstmitarbeiter verwiesen jedoch auf die 50 Millionen Dollar Belohnung, die die US-Regierung für Hinweise ausgesetzt hatte, die zu Maduros Festnahme führen. Diese dürften nun aufgeteilt werden. Eine mit den Vorgängen vertraute Person beschrieb die Festnahme als „Produkt einer tiefen Partnerschaft zwischen der Behörde und dem Militär“ und sprach von „monatelanger akribischer Planung“. Recherchen haben immer wieder aufgezeigt, das Maduros Standort jederzeit präzise bekannt war.
CIA-Direktor John Ratcliffe hatte bei seiner Bestätigungsanhörung im vergangenen Jahr versprochen, eine aggressivere Behörde zu führen, die bereit sei, verdeckte Operationen sowohl zur Informationsbeschaffung als auch zur Durchsetzung amerikanischer Politik durchzuführen. Trump genehmigte im vergangenen Herbst aggressivere Maßnahmen für die CIA und erteilte im November die Erlaubnis für Planung und Vorbereitung einer Reihe von Operationen in Venezuela. Ende Dezember setzte die CIA eine bewaffnete Drohne ein, um einen Hafen anzugreifen, von dem US-Behörden glaubten, er werde von einer venezolanischen Gang zum Verladen von Drogen genutzt. Obwohl die CIA eine entscheidende Rolle bei Planung und Durchführung spielte, war die Mission formal eine Strafverfolgungsoperation der militärischen Spezialeinheiten und wurde nicht unter der Autorität der Behörde selbst durchgeführt – eine rechtliche Feinheit, die angesichts der Tragweite der Operation kaum ins Gewicht fällt.
Maduro auf dem Weg nach New York
Trump teilte bei Fox News mit, dass Maduro und seine Frau auf das Kriegsschiff USS Iwo Jima gebracht worden seien, das seit Wochen in der Karibik kreuzt. Auf dasselbe Schiff waren bereits Überlebende der umstrittenen Bootsangriffe gebracht worden, bei denen US-Streitkräfte in den vergangenen Monaten mindestens 115 Menschen getötet hatten. Von dort soll das Ehepaar nach New York überstellt werden.
Generalstaatsanwältin Pam Bondi kündigte an, dass beide in New York vor Gericht gestellt werden. „Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores wurden in New York angeklagt“, schrieb sie auf X. „Sie werden bald die volle Wucht der amerikanischen Justiz auf amerikanischem Boden in amerikanischen Gerichten zu spüren bekommen.“ Maduro war bereits im März 2020 im Southern District of New York angeklagt worden – wegen Terrorismus im Zusammenhang mit Drogen, Verschwörung zum Import von Kokain sowie Besitz und Verschwörung zum Besitz von Maschinengewehren. Seine Frau war in der ursprünglichen Anklage nicht aufgeführt, was darauf hindeutet, dass die Staatsanwaltschaft eine erweiterte Anklageschrift vorbereitet hat.

Die Anklage von 2020 warf Maduro vor, eine Drogenhandelsorganisation namens Cartel de los Soles, das Kartell der Sonnen, zu leiten. Der Name ist eine ironische Anspielung auf die Sonnen-Abzeichen auf den Schulterklappen venezolanischer Militäroffiziere. Unter Maduros Führung habe die Organisation nicht nur Mitglieder bereichert und ihre Macht ausgebaut, sondern auch versucht, die Vereinigten Staaten mit Kokain zu „überschwemmen“ und „die schädlichen und süchtig machenden Auswirkungen der Droge auf Konsumenten in diesem Land“ herbeizuführen. Die Anklageschrift behauptete, Maduro und andere hätten „Kokain als Waffe gegen Amerika priorisiert“.
Der Begriff „Cartel de los Soles“ wird vor allem als Sammelbezeichnung verwendet, um mutmaßliche Verbindungen hochrangiger venezolanischer Militärs und politischer Funktionsträger zum Drogenhandel zu beschreiben. Anders als bei klassischen Drogenkartellen ist jedoch weder eine klar abgegrenzte Organisationsstruktur noch eine formelle, gerichtlich festgestellte Existenz dieses „Kartells“ nachgewiesen worden; der Begriff dient daher eher der politischen und analytischen Beschreibung als der Bezeichnung einer eindeutig belegten kriminellen Organisation.
Außenminister Marco Rubio, der die Kampagne gegen Maduro maßgeblich vorangetrieben hatte, bezeichnete den venezolanischen Staatschef wiederholt als „Flüchtling vor der amerikanischen Justiz“. Die Staatsanwaltschaft im Southern District hatte Maduro seit Jahren im Visier. Die Ermittlungen wurden von Emil Bove III geleitet, einem ehemaligen Strafverteidiger von Trump. Eine der Staatsanwältinnen in dem Fall von 2020 war Amanda Houle, die heute die Kriminalabteilung der Behörde leitet.
Senator Mike Lee aus Utah teilte mit, Rubio habe ihn informiert, dass Maduro „von US-Personal festgenommen wurde, um in den Vereinigten Staaten wegen Strafanzeigen vor Gericht gestellt zu werden“. Rubio sagte Lee auch, er erwarte „keine weiteren Maßnahmen in Venezuela, jetzt, da Maduro in US-Gewahrsam ist“. Christopher Landau, stellvertretender Außenminister, schrieb auf X, die Aktion markiere „einen neuen Morgen für Venezuela“. „Der Tyrann ist weg. Er wird sich nun endlich für seine Verbrechen verantworten müssen.“

In Venezuela selbst blieb zunächst unklar, wer nun die Regierungsgeschäfte führt. Vizepräsidentin Delcy Rodríguez, die nach venezolanischem Recht die Nachfolge antreten müsste, erschien im Staatsfernsehen und forderte Trump auf, einen Beweis vorzulegen, dass Maduro am Leben sei. Sie rief Bevölkerung und Streitkräfte auf, Venezuela zu verteidigen, und bezeichnete das Vorgehen der USA als „militärische Aggression“, die die Souveränität des Landes verletze. Gerüchte, sie habe sich zum Zeitpunkt der Angriffe in Russland aufgehalten, wurden nicht offiziell bestätigt. Rodríguez, die teilweise in Frankreich ausgebildet wurde, hatte eine marktfreundliche Wirtschaftsreform angeführt, die Venezuela vor der US-Militärkampagne gegen Maduro ein gewisses Maß an Stabilität nach einem langen wirtschaftlichen Zusammenbruch verschafft hatte. Ihr älterer Bruder Jorge Rodríguez, Präsident der Nationalversammlung und Maduros wichtigster politischer Stratege, teilte über Telegram eine Erklärung seiner Schwester, die das Vorgehen als Versuch bezeichnete, sich Venezuelas Ölreserven anzueignen.
Auch andere hochrangige Vertraute Maduros traten in den Stunden nach den Angriffen auf. Verteidigungsminister Vladimir Padrino López, der seit elf Jahren im Amt ist und als Überlebenskünstler politischer Umwälzungen gilt, nannte die Angriffe im Staatsfernsehen einen Akt „krimineller militärischer Aggression“. Innenminister Diosdado Cabello, ein pensionierter Militär und Hardliner mit beißendem politischem Stil, forderte die Venezolaner auf, die Regierung Maduros zu unterstützen. Cabello, der an der Spitze von Venezuelas Unterdrückungsapparat steht, hatte in den vergangenen Wochen an öffentlichem Profil gewonnen, während die USA ihre Kampagne intensivierten. Obwohl mit Maduro verbündet, gilt er auch als interner Rivale in Venezuelas Machtstrukturen. Das Überleben dieser Schlüsselfiguren deutet darauf hin, dass Venezuelas Regierung zumindest vorläufig weiter funktioniert, wenn auch wackelig. Ein während Trumps erster Amtszeit durchgeführtes Kriegsspiel hatte chaotische Machtkämpfe zwischen Militäreinheiten, rivalisierenden politischen Fraktionen und Guerillagruppen vorhergesagt, falls Maduro gestürzt würde.
In der Provinz Sucre, etwa 500 Kilometer östlich von Caracas, rief Gouverneurin Jhoanna Carrillo Parteimitglieder zu einer Versammlung auf dem Stadtplatz auf. Zusammen mit Bürgermeister Pedro Figueroa demonstrierte sie ihre Loyalität zum Präsidenten. „Wir fordern, dass die ganze Welt sich gegen die Bedrohung und das Chaos ausspricht, das sie in unserer Heimat zu säen versucht haben“, sagte Carrillo. In Caracas begannen bewaffnete Zivilisten, die Straßen zu patrouillieren. Mehrere Männer in Zivilkleidung wurden kurz nach Tagesanbruch gesehen, wie sie den Luftwaffenstützpunkt General Francisco de Miranda außerhalb von Caracas bewachten. Zwei Pickup-Trucks voller Männer in Westen und Zivilkleidung mit Gaskanistern sowie Lang- und Kurzwaffen wurden vor einem Einkaufszentrum nahe dem Stützpunkt entladen. Venezuelas Regierung hat seit langem bewaffnete Zivilisten, sogenannte Colectivos, eingesetzt, um gegen Demonstranten vorzugehen.
Bürgermeisterin Carmen Meléndez von Caracas schloss sich einer Pro-Maduro-Demonstration an, bei der die Menge seine sofortige Rückkehr forderte. „Maduro, halte durch, das Volk erhebt sich!“, skandierten die Demonstranten. „Wir sind hier, Nicolás Maduro. Wenn du uns hören kannst, wir sind hier!“ Andernorts in der Stadt reagierten Bewohner mit gemischten Gefühlen. „Wie ich mich fühle? Ängstlich, wie alle anderen“, sagte der Caracas-Bewohner Noris Prada, der auf einer leeren Straße saß und auf sein Handy schaute. „Die Venezolaner sind ängstlich aufgewacht, viele Familien konnten nicht schlafen. Ich war auf der Straße, komme gerade aus Maracay zurück, alles ist blockiert, alles ist schlecht, sehr schlecht.“ Der Elektriker Alfonso Valdez sagte über die US-Regierung: „Sie setzen das Gesetz durch. Sie sind die Polizei der Welt… sie sind Mörder.“
Die venezolanische Opposition hüllte sich zunächst in Schweigen. Die Sprecherin von María Corina Machado, der Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin von 2025, lehnte eine Stellungnahme ab, veröffentlichte später einen Brief. Machado war zuletzt im Dezember öffentlich aufgetreten, als sie nach elf Monaten im Untergrund nach Norwegen reiste, um den Nobelpreis entgegenzunehmen. Edmundo González, ein pensionierter Diplomat, der von vielen als rechtmäßiger Gewinner der Präsidentschaftswahl 2024 angesehen wird, äußerte sich ebenfalls nicht. González hatte nach der Wahl, die Maduro für sich reklamierte, nach Spanien fliehen müssen.

Venezolanerinnen und Venezolaner,
die STUNDE DER FREIHEIT ist gekommen!Nicolás Maduro stellt sich ab heute der internationalen Justiz für die grausamen Verbrechen, die er gegen die venezolanische Bevölkerung und gegen Bürger vieler anderer Nationen begangen hat. Nachdem er sich geweigert hatte, einen verhandelten Ausweg zu akzeptieren, hat die Regierung der Vereinigten Staaten ihr Versprechen eingelöst, das Recht durchzusetzen. Die Stunde ist gekommen, in der die Volkssouveränität und die nationale Souveränität in unserem Land wieder aufleben. Wir werden Ordnung schaffen, die politischen Gefangenen befreien, ein außergewöhnliches Land aufbauen und unsere Kinder nach Hause zurückholen.
Wir haben jahrelang gekämpft, wir haben alles gegeben – und es hat sich gelohnt. Das, was geschehen musste, geschieht jetzt. Dies ist die Stunde der Bürgerinnen und Bürger. Derer, die am 28. Juli alles für die Demokratie riskiert haben. Derer, die Edmundo González Urrutia als legitimen Präsidenten Venezuelas gewählt haben, der unverzüglich sein verfassungsmäßiges Mandat antreten und von allen Offizieren und Soldaten der Nationalen Streitkräfte als Oberbefehlshaber anerkannt werden muss.
Heute sind wir bereit, unser Mandat durchzusetzen und die Macht zu übernehmen. Bleiben wir wachsam, aktiv und organisiert, bis der demokratische Übergang vollzogen ist. Ein Übergang, der uns ALLE braucht. An die Venezolanerinnen und Venezolaner im Land: Seid bereit, das umzusetzen, was wir euch sehr bald über unsere offiziellen Kanäle mitteilen werden. An die Venezolanerinnen und Venezolaner im Ausland: Wir brauchen euch mobilisiert – aktiviert die Regierungen und die Bürger der Welt und bindet sie von jetzt an in die große Aufgabe des Aufbaus eines neuen Venezuela ein. In diesen entscheidenden Stunden empfangt meine ganze Kraft, mein Vertrauen und meine Zuneigung. Bleiben wir alle wachsam und in Kontakt.
VENEZUELA WIRD FREI SEIN!
Lasst uns Hand in Hand mit Gott gehen – bis zum Ende.María Corina Machado
03. Januar 2026
Trump zeigte sich zurückhaltend, Machado zu unterstützen. „Nun, wir müssen uns das jetzt ansehen“, sagte er bei Fox News auf die Frage, ob er sie unterstützen werde. „Sie haben eine Vizepräsidentin, wie Sie wissen. Ich meine, ich weiß nicht, was das für eine Wahl war, aber die Wahl von Maduro war eine Schande.“ Der Präsident machte auch deutlich, dass die USA entscheiden würden, wie es in Venezuela weitergeht. „Wir werden sehr stark daran beteiligt sein“, wer das Land regiere, sagte Trump. „Wir können es nicht riskieren, jemand anderen übernehmen zu lassen und einfach übernehmen zu lassen, was er hinterlassen hat.“
Trump warnte auch hochrangige venezolanische Regierungsvertreter: „Wenn sie loyal bleiben, ist die Zukunft wirklich schlecht, wirklich schlecht für sie. Ich würde sagen, die meisten von ihnen haben sich bekehrt.“ Vizepräsident JD Vance verteidigte die Operation in einer Erklärung auf X: „Der Präsident bot mehrere Ausstiegsmöglichkeiten an, war aber während des gesamten Prozesses sehr klar: Der Drogenhandel muss aufhören, und das gestohlene Öl muss an die Vereinigten Staaten zurückgegeben werden. Maduro ist die neueste Person, die herausfindet, dass Präsident Trump meint, was er sagt. Lob an unsere tapferen Spezialeinheiten, die eine wirklich beeindruckende Operation durchgeführt haben.“
Die Festnahme Maduros ist der vorläufige Höhepunkt einer Kampagne, die die Trump-Regierung mit drei Zielen verfolgte: Maduro zu schwächen, militärische Gewalt gegen Drogenkartelle einzusetzen und sich Zugang zu Venezuelas riesigen Ölreserven für US-Unternehmen zu sichern. Seit Ende August hatte das Pentagon etwa ein Dutzend Schiffe mit mehr als 15.000 Soldaten in der Karibik zusammengezogen – die größte Marineaufstellung in der Region seit der Kubakrise 1962. Transportflugzeuge vom Typ C-17, die vor allem für den Transport von Militärpersonal und Ausrüstung eingesetzt werden, führten im Dezember mindestens 16 Flüge von amerikanischen Militärbasen nach Puerto Rico durch.

Die Bootsangriffe begannen im Sommer. Am 25. Juli hatte Trump einen geheimen Befehl für militärische Aktionen gegen Kartelle unterzeichnet, der maritime Angriffe vorsah. Regierungsvertreter bezeichneten die Bootsangriffe als „Phase Eins“, wobei das SEAL Team 6 die Führung übernahm. Damals diskutierten politische Entscheidungsträger auch über eine vage „Phase Zwei“, bei der möglicherweise Delta-Force-Einheiten der Armee Operationen an Land durchführen würden. Bei insgesamt 35 bekannten Angriffen auf Boote in der Karibik und im östlichen Pazifik wurden mindestens 115 Menschen getötet. Viele, möglicherweise die meisten, der vermuteten Drogenhändler waren venezolanische Staatsbürger, aber auf den angegriffenen Booten befanden sich auch Menschen aus Kolumbien, Ecuador und Trinidad. Im Gegensatz zu traditionellen Operationen zur Drogenbekämpfung, die auf hochrangige Kartellführer abzielten, richteten sich die Bootsangriffe gegen niedrigrangige Akteure im illegalen Drogenhandel. Zahlreiche Rechtsexperten bezeichneten die Angriffe als rechtswidrige außergerichtliche Tötungen. Die Trump-Regierung behauptete jedoch, sie seien mit den Kriegsgesetzen vereinbar, da sich die Vereinigten Staaten in einem bewaffneten Konflikt mit Drogenkartellen befänden.

Trump hatte wiederholt gedroht, Angriffe auf venezolanischem Boden durchzuführen. Im Oktober brach er Bemühungen ab, eine diplomatische Vereinbarung mit Maduro zu erreichen, nachdem der venezolanische Staatschef sich weigerte, freiwillig zurückzutreten, und Regierungsvertreter weiter darauf bestanden, keine Rolle im Drogenhandel zu spielen. Maduro hatte noch zwei Tage vor seiner Festnahme in einem Interview mit dem spanischen Journalisten Ignacio Ramonet um Frieden gebeten. „Das amerikanische Volk sollte wissen, dass wir hier friedliche, freundliche Menschen haben, und auch eine freundliche Regierung“, sagte er in die Kamera. „Sie sollten wissen, dass unsere Botschaft sehr klar ist: Nicht Krieg. Ja Frieden.“ Er überreichte dem Journalisten eine rote Mütze im Stil der „Make America Great Again“-Kappe mit den Worten „No War. Yes Peace“.
Im selben Interview sagte Maduro, er sei bereit, mit den Vereinigten Staaten zusammenzuarbeiten, um Konflikte zu vermeiden. „Wenn sie ein ernsthaftes Gespräch über ein Drogenbekämpfungsabkommen führen wollen, sind wir bereit. Wenn sie venezolanisches Öl wollen, ist Venezuela bereit für US-Investitionen – wie bei Chevron – wann immer, wo immer und wie auch immer sie wollen. Die Menschen in den USA sollten wissen, dass Venezuela genau hier ist, wenn sie umfassende Wirtschaftsentwicklungsabkommen wollen.“ Trump lehnte ab. „Ich wollte nicht verhandeln“, sagte er später bei Fox News. „Ich sagte: Nein, wir müssen das durchziehen.“
Dass es in den USA eine veritable Fentanyl-Katastrophe gibt, steht außer Frage. Mehr als 100.000 Todesopfer pro Jahr sind eine Tragödie. Doch die Militarisierung der Drogenpolitik birgt die Gefahr, dass man einen Feind bekämpft, den es in dieser Form vielleicht gar nicht gibt. Selbst wenn TdA-Zellen in US-Städten zerschlagen werden – ob durch Polizeiarbeit oder militärische Gewalt – bleibt die Nachfrage nach Drogen bestehen, und andere Kartelle werden die Lücken füllen.

In den USA verschließt man nur allzu gern die Augen vor den hausgemachten Ursachen der Krise und schiebt die Verantwortung auf ausländische Staaten. Die Wahrheit ist: Solange Washington an einem überholten Sozialsystem festhält und eine Politik betreibt, die Prävention, Gesundheitsversorgung und Drogenhilfe vernachlässigt, wird die Fentanyl-Epidemie weiter eskalieren. Dabei existieren in den USA selbst Tausende illegale Drogenlabore – ein Fakt, der in der öffentlichen Debatte kaum erwähnt wird. Vor diesem Hintergrund erscheinen die von Trump propagierten „Drogenkriege“ gegen Venezuela weniger wie ein Sicherheitskonzept als wie ein politisches Ablenkungsmanöver, das die wahren strukturellen Probleme im eigenen Land verschleiert.
Unsere Recherchen legen offen, dass die Administration bereit ist, aus der innenpolitischen Krise – der anhaltenden Gewalt und der Drogenepidemie – ein außenpolitisches Projekt zu machen. Sie will Härte zeigen, militärische Stärke demonstrieren, und sie will einen greifbaren Gegner präsentieren. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum brachte es im Juni auf den Punkt: „Die US-Regierung muss Verantwortung für die Opioid-Krise übernehmen.“ Doch statt sich den eigenen Fehlern zu stellen, projiziert Trump das Problem nun auf Venezuela – ein politisch nützlicher Sündenbock mit Öl. Flutet Venezuela die USA wirklich mit Drogen – oder wird hier Sicherheitspolitik als Theater gespielt? Wer die nüchternen Daten statt die Schlagzeilen liest, sieht ein anderes Bild. Venezuela ist kein nennenswerter Produzent von Kokain. Es ist vor allem Transitland – ein Korridor, gespeist durch die poröse, tausend Kilometer lange Grenze zu Kolumbien, dem weltweit größten Produzenten. Schätzungen der US-Regierung verorteten 2020 rund 200 bis 250 Tonnen Kokain, die jährlich über Venezuela weiterflossen – grob ein Zehntel der Weltmenge. Das ist viel, aber nicht das Epizentrum. Andere Routen bewegen weitaus mehr Ware; 2023, so unsere Recherchen, liefen etwa 1.700 Tonnen über Guatemala. Entscheidend ist zudem die Geografie der Logistik: Der Hauptstrom für Nordamerika geht durch den Pazifik. Von 2019 bis 2023 wurden rund drei Viertel aller Lieferungen über den Pazifikkorridor registriert, vor allem von Kolumbien und Ecuador aus; die Karibik war die kleinere, wenn auch sichtbare Bühne. Auch beim Fentanyl – dem wahren Killer der US-Opioidkrise – ist Venezuela kaum mehr als ein rhetorischer Blitzableiter. Die synthetische Droge entsteht nahezu vollständig in Mexiko, aus Vorläufersubstanzen, die häufig aus China kommen. Dass Kokain in den USA mit Fentanyl gestreckt wird, ist belegt – doch das Schneiden passiert in Mexiko oder auf US-Boden in tausenden von kleinen Laboren, nicht in Caracas.
Die Wahrheit ist bitter: Trumps „Lösung“ für die Fentanyl-Krise nach Venezuela weiterzuleiten ist nicht mehr als ein medienwirksames Ablenkungsmanöver. Er braucht Feindbilder, um vom Versagen, jahrzehntelange Fehler in der Innenpolitik abzulenken, um von der eigentlichen Krise abzulenken, denn der große Boom in den USA begann 2018, in der ersten Amtszeit von Trump – eine Krise, die mittlerweile tief in der amerikanischen Gesellschaft verwurzelt ist. In einem Land, in dem das Gesundheits- und Sozialsystem chronisch unterfinanziert ist, mit Robert Kennedy Jr. einen Gesundheitsminister plaziert hat, der wie ein Metzger agiert, in dem psychische Erkrankungen oft unbehandelt bleiben, in dem wirtschaftliche Unsicherheit und Perspektivlosigkeit Millionen in die Abhängigkeit treiben, bleibt der Drogenkonsum hoch – egal, welche Droge gerade dominiert.
Während die Angriffe auf Boote im Herbst weitergingen, gingen Trump, Rubio und Stephen Miller, ein hochrangiger Berater im Weißen Haus für Einwanderungspolitik, zur nächsten Phase der Kampagne gegen Maduro über: der Beschlagnahme von Öltankern, um Venezuela die Einnahmen zu entziehen. Sie bestanden darauf, dass Maduro Öl und andere Vermögenswerte, die von den Vereinigten Staaten „gestohlen“ wurden, zurückgeben müsse, bevor sie aufheben, was Trump als Blockade bezeichnete. In den ersten Wochen erschütterte die Taktik Venezuelas Wirtschaft, indem sie die Ölindustrie lähmte. Kritiker nannten es Kanonenbootdiplomatie oder, wie Maduro es ausdrückte, „eine kriegstreiberische und kolonialistische Anmaßung“.

Die USA beschlagnahmten einen sanktionierten Tanker, der Öl von Venezuela nach Asien transportierte. Sie fingen ein weiteres Öltankschiff ab, das nicht unter US-Sanktionen stand. Und die US-Küstenwache versuchte, ein drittes Tankschiff zu entern, als es auf dem Weg nach Venezuela war, um Fracht abzuholen. Chevron, der größte private Ölproduzent in Venezuela, lehnte es am Samstagmorgen ab, sich zum Status seiner Operationen im Land zu äußern. „Chevron konzentriert sich weiterhin auf die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Mitarbeiter sowie auf die Integrität unserer Anlagen“, sagte ein Sprecher.
Feiern in Florida, Empörung in der Welt
In Südflorida, wo etwa 40 Prozent der Einwohner von Doral venezolanischer Herkunft sind, brachen noch vor Sonnenaufgang Feierlichkeiten aus. Venezolaner und venezolanische Amerikaner spielten laute Musik ab, hupten mit ihren Autos und tanzten, um die Festnahme Maduros zu feiern. „Lang lebe das freie Venezuela!“, rief ein Mann, der eine venezolanische Flagge schwenkte, während er an El Arepazo vorbeifuhr, einem venezolanischen Arepa-Laden an einer Tankstelle, wo sich Venezolaner oft zu politischen oder sportlichen Ereignissen versammeln. Südflorida beherbergt die größte venezolanische Gemeinde in den Vereinigten Staaten, und die überwiegende Mehrheit lehnt Maduro ab. Millionen von Menschen haben Venezuela in den letzten Jahren inmitten wirtschaftlichen Chaos und politischer Repression verlassen. Einige wanderten vor mehr als zwei Jahrzehnten hierher aus. Andere sind neuere Ankömmlinge. Viele von ihnen beobachteten in den letzten Monaten ängstlich, wie Trump seine Drohungen und Bootsangriffe gegen Venezuela eskalierte.
An einem Punkt standen ein paar hundert Menschen mitten auf der Tankstelle, die geschlossen und von Polizisten bewacht wurde, um traditionelle venezolanische Lieder sowie die venezolanische und amerikanische Nationalhymne zu singen. Der Arepa-Laden war noch geschlossen, also schlüpften einige Leute in den benachbarten Supermarkt, um Kaffee oder das gelegentliche Feiertagsbier zu holen. Mehrere Menschen sagten, sie seien besorgt darüber, was folgen würde, nachdem Maduro nicht mehr an der Macht sei, obwohl alle sagten, sie seien optimistisch. „Ich weiß nicht, was passieren wird“, sagte Tibisay Mejía, 51, die 2015 eingewandert war. „Aber das ist der Anfang.“ Mehrere republikanische Abgeordnete, die Bezirke in Südflorida mit großen venezolanisch-amerikanischen Gemeinden vertreten, feierten die Festnahme. „Die heutige entschiedene Aktion ist das Äquivalent dieser Hemisphäre zum Fall der Berliner Mauer“, schrieb der Abgeordnete Carlos Gimenez auf X. Der Abgeordnete Mario Díaz-Balart lobte Trumps „entschlossene Führung“, und die Abgeordnete Maria Salazar sagte, es sei Zeit für „die rechtmäßigen Führer Venezuelas, die Freiheit wiederherzustellen und die Nation wieder aufzubauen“. Der Abgeordnete Don Bacon aus Nebraska warnte jedoch, die Mission sei zwar „großartig für die Zukunft der Venezolaner und der Region“, aber sie könnte autoritären Mächten eine Rechtfertigung für Aggressionen anderswo liefern. „Meine Hauptsorge ist jetzt, dass Russland dies nutzen wird, um ihre illegalen und barbarischen militärischen Aktionen gegen die Ukraine zu rechtfertigen, oder China, um eine Invasion Taiwans zu rechtfertigen“, schrieb er.
Internationale Empörung
Die internationale Gemeinschaft reagierte überwiegend mit Besorgnis und Kritik. UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich alarmiert über die Ereignisse in Venezuela und warnte, die US-Militäraktion werde weitreichendere Auswirkungen auf die Region haben. „Unabhängig von der Situation in Venezuela stellen diese Entwicklungen einen gefährlichen Präzedenzfall dar“, sagte er und forderte die Einhaltung des Völkerrechts. UN-Sprecher Stéphane Dujarric fügte hinzu, die Vereinten Nationen seien „zutiefst beunruhigt“ über die US-Angriffe und die gemeldete Festnahme von Maduro. Die Organisation äußerte Besorgnis, dass die Eskalation eine Verletzung des Völkerrechts darstelle. „Diese Entwicklungen stellen einen gefährlichen Präzedenzfall dar“, sagte Dujarric in einer Erklärung. Er äußerte Sorge über die größeren Auswirkungen auf Lateinamerika und die Karibik und forderte „alle Akteure in Venezuela“ auf, die Menschenrechte und die Rechtsstaatlichkeit zu respektieren.
Russlands Außenministerium nannte die US-Aktion „einen Akt bewaffneter Aggression“ und „äußerst alarmierend“. „Venezuela muss das Recht garantiert werden, sein eigenes Schicksal ohne jede destruktive, geschweige denn militärische Einmischung von außen zu bestimmen“, hieß es in einer auf Telegram veröffentlichten Erklärung. Das Ministerium forderte Dialog, um eine weitere Eskalation zu verhindern, und bekräftigte seine „Solidarität“ mit dem venezolanischen Volk und der Regierung. Außenminister Sergej Lawrow telefonierte mit Vizepräsidentin Rodríguez und drückte „entschlossene Solidarität mit dem venezolanischen Volk angesichts bewaffneter Aggression“ aus. Moskau werde die Regierung weiterhin unterstützen, hieß es in einer Zusammenfassung des Gesprächs, die vom Ministerium veröffentlicht wurde. Russland unterstütze Forderungen nach einer Notfallsitzung des UN-Sicherheitsrats.
China verurteilte den US-Angriff scharf. Das Außenministerium erklärte, die Regierung in Peking sei „zutiefst schockiert“ und lehne die Operation entschieden ab. „Solche hegemonialen Handlungen der USA verletzen ernsthaft das Völkerrecht und die Souveränität Venezuelas und bedrohen Frieden und Sicherheit in Lateinamerika und der Karibik“, hieß es. China forderte die USA auf, das Völkerrecht und die Grundsätze der UN-Charta einzuhalten und die Souveränität und Sicherheit anderer Nationen nicht zu verletzen.
Ecuadors Präsident Daniel Noboa schien die Festnahme Maduros zu befürworten und schrieb auf X: “ Alle narco-chavistischen Kriminellen, eure Zeit kommt“, wobei er seine Unterstützung für die venezolanischen Oppositionsführer María Corina Machado und Edmundo González zum Ausdruck brachte.
Kolumbiens Präsident Gustavo Petro, einer von Trumps schärfsten Kritikern, erklärte, die kolumbianische Regierung habe vor Tagesanbruch eine nationale Sicherheitssitzung einberufen und Sicherheitskräfte an die Grenze geschickt, um sich auf einen möglichen „massiven Zustrom von Flüchtlingen“ aus dem benachbarten Venezuela vorzubereiten. Er kündigte an, den UN-Sicherheitsrat aufzufordern, „die Aggression gegen die Souveränität Venezuelas und Lateinamerikas“ zu prüfen. „Ohne Souveränität gibt es keine Nation“, schrieb Petro.
Die Bundesregierung in Berlin erklärte, sie beobachte die Entwicklung „mit größter Sorge“. Der Krisenstab der Bundesregierung berate im Auswärtigen Amt über die Situation. „Wir beobachten die Lage in Venezuela sehr aufmerksam“, hieß es. Das Auswärtige Amt stehe im engen Kontakt mit der Botschaft in Caracas. Die Lage sei derzeit noch in Teilen unübersichtlich. „Wir stimmen uns eng mit unseren Partnern ab.“
EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas rief nach einem Telefonat mit Außenminister Rubio zur Zurückhaltung auf. „Die EU hat wiederholt erklärt, dass Herrn Maduro die Legitimität fehlt und sich für einen friedlichen Übergang ausgesprochen“, schrieb sie auf X. „Unter allen Umständen müssen die Grundsätze des Völkerrechts und der Charta der Vereinten Nationen eingehalten werden. Wir rufen zur Zurückhaltung auf.“ Sie fügte hinzu, die Sicherheit der EU-Bürger in Venezuela habe für die EU oberste Priorität, ohne die USA direkt zu kritisieren. Die Aussage von Kallas wirft ernsthafte Fragen über die Handlungsfähigkeit der EU auf.
EU-Ratspräsident António Costa zeigte sich besorgt über die Angriffe. „Die Europäische Union ruft zur Deeskalation und zu einer Lösung unter vollständiger Achtung des Völkerrechts und der in der Charta der Vereinten Nationen verankerten Grundsätze auf“, schrieb Costa auf X. Die EU werde sich weiterhin für eine friedliche, demokratische und inklusive Lösung in Venezuela einsetzen.
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez, der sich zuvor kritisch zu Trumps Militäraktionen in Venezuela geäußert hatte, schlug einen vorsichtigeren Ton an. „Wir fordern alle auf, die Situation zu deeskalieren und verantwortungsvoll zu handeln. Das Völkerrecht und die Grundsätze der UN-Charta müssen respektiert werden“, schrieb er auf X. Das spanische Außenministerium bot Vermittlung an und forderte „Deeskalation und Zurückhaltung“. Es erklärte sich „bereit zu helfen bei der Suche nach einer demokratischen, verhandelten und friedlichen Lösung für das Land“.
Der britische Premierminister Keir Starmer erklärte, das Vereinigte Königreich sei nicht an der US-Operation in Venezuela beteiligt gewesen, und er werde von Trump weitere Informationen einholen. Ohne die US-Aktion zu verurteilen, sagte Starmer, er glaube immer, dass das Völkerrecht eingehalten werden sollte. „Aber ich denke, an diesem Punkt, bei dieser sich schnell entwickelnden Situation, sollten wir die Fakten feststellen und von dort aus weitermachen“, sagte er.
Verfassungsrechtliche Debatte in Washington
In den USA löste die Operation eine heftige verfassungsrechtliche Debatte aus. Trump hatte keine ausdrückliche Genehmigung des Kongresses für die militärische Aktion eingeholt, obwohl eine überparteiliche Gruppe im Senat seit Monaten an Gesetzen arbeitete, um seine Befugnis einzuschränken, in Venezuela militärisch zu agieren. Der ranghohe Demokrat im Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses, Jim Himes aus Connecticut, kritisierte das Vorgehen scharf. Während er Maduro als „illegitimen Herrscher“ bezeichnete, gebe es keine Beweise dafür, dass er eine Bedrohung darstelle, die militärisches Eingreifen rechtfertige. „Außenminister Rubio hat dem Kongress wiederholt bestritten, dass die Regierung beabsichtigt, einen Regimewechsel in Venezuela zu erzwingen“, sagte Himes. „Die Regierung muss den Kongress sofort über ihren Plan zur Gewährleistung der Stabilität in der Region und ihre rechtliche Begründung für diese Entscheidung informieren.“
Trump wies die Kritik schroff zurück. Er nannte seine demokratischen Kritiker „schwache, dumme Leute“ und machte seine politischen Gegner für die Inflation in den USA verantwortlich. Die Operation in Venezuela sei „wirklich genial“ gewesen. „Alles, was sie tun, ist sich beschweren. Sie sollten sagen: Großartige Arbeit. Sie sollten nicht sagen: Oh Gott, vielleicht ist es nicht verfassungsgemäß. Wissen Sie, das gleiche alte Zeug, das wir seit Jahren und Jahren und Jahren hören.“ Als er gefragt wurde, ob er die Zustimmung des Kongresses für die Operation eingeholt habe, sagte Trump, er werde diese Fragen während der Pressekonferenz in Mar-a-Lago beantworten.
Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, John Thune, nannte die Festnahme Maduros „einen wichtigen ersten Schritt, um ihn für die Drogenverbrechen, für die er in den Vereinigten Staaten angeklagt wurde, vor Gericht zu stellen“. Er bezeichnete die Operation als „entschiedene Aktion“ von Präsident Trump.
Trump deutete auch an, dass ähnliche Aktionen gegen Mexiko folgen könnten. Die Operation in Venezuela sei nicht als Botschaft an Mexiko gedacht gewesen, sagte er, aber dann habe er der mexikanischen Präsidentin Claudia Sheinbaum vorgeschlagen, dass die USA die Kartelle in ihrem Land „ausschalten“ könnten. „Wir haben ein freundschaftliches Verhältnis zu ihr, sie ist eine gute Frau. Aber die Kartelle regieren Mexiko. Sie regiert Mexiko nicht. Die Kartelle regieren Mexiko“, sagte Trump. Er habe Sheinbaum mehrfach gefragt: „Möchten Sie, dass wir die Kartelle ausschalten?“, aber sie habe abgelehnt. „Etwas muss mit Mexiko getan werden“, sagte Trump.
Die Federal Aviation Administration verhängte eine vorübergehende Luftraumbeschränkung für den internationalen Flughafen von Puerto Rico und die umliegenden Regionen. Der internationale Flughafen Luis Muñoz Marín in San Juan teilte auf X mit, die Beschränkung sei wegen der „Sicherheitslage im Zusammenhang mit militärischen Aktivitäten“ in Venezuela verhängt worden. Infolgedessen seien die meisten kommerziellen Fluglinien zum und vom Flughafen, die von US-Fluggesellschaften betrieben werden, ausgesetzt oder könnten annulliert werden. Ausländische Fluggesellschaften und Militärflugzeuge seien von dieser Beschränkung nicht betroffen. „Passagiere werden dringend gebeten, den Status ihres Fluges direkt bei ihrer Fluggesellschaft zu überprüfen, bevor sie zum Flughafen fahren.“
Das Außenministerium gab am frühen Samstagmorgen eine neue Reisewarnung heraus, in der Amerikaner in Venezuela aufgefordert wurden, „an Ort und Stelle zu bleiben“. „Die US-Botschaft in Bogotá ist sich der Berichte über Explosionen in und um Caracas, Venezuela, bewusst“, hieß es ohne weitere Ausführungen. „Die US-Botschaft in Bogotá, Kolumbien, warnt US-Bürger davor, nach Venezuela zu reisen. US-Bürger in Venezuela sollten an Ort und Stelle bleiben.“ Die Botschaft in Bogotá ist seit März 2019 geschlossen, arbeitet aber aus der Ferne.
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Reaktion des venezolanischen Militärs auf die US-Angriffe. US-Streitkräfte schienen nicht auf nennenswerten Widerstand von venezolanischen Luftabwehrsystemen oder Bodentruppen gestoßen zu sein, obwohl Venezuela behauptet hatte, über ein Arsenal zu verfügen, das in der Lage sei, einen solchen Einfall zu konfrontieren, wenn nicht sogar zurückzuschlagen.
In Venezuela ist die Zukunft ungewiss. Die Reaktionen in Caracas auf die US-Angriffe und Maduros Festnahme waren gemischt. Bei einem Pro-Maduro-Protest in der Hauptstadt schloss sich Bürgermeisterin Carmen Meléndez einer Menge an, die forderte, dass Maduro sofort zurückgebracht werde. An anderer Stelle nahmen die Bewohner die Ereignisse noch auf. „Sie setzen das Gesetz durch“, sagte der Elektriker Alfonso Valdez über die US-Regierung. „Sie sind die Polizei der Welt… sie sind Mörder.“
Die Operation wirft grundsätzliche Fragen zum Völkerrecht, zur amerikanischen Außenpolitik und zur Zukunft Venezuelas auf – Fragen, auf die es in den kommenden Tagen und Wochen Antworten geben muss. Die Pressekonferenz rundet das Bild nur noch ab. Hier wird der Bruch des Völkerrechts als Einsatz der DEA und des Justizministeriums vorgeschoben, was schlicht als realitätsfern bezeichnet werden kann.

Die Pressekonferenz wirkte weniger wie eine nüchterne Lageunterrichtung als wie die öffentliche Verkündung eines Machtakts. Donald Trump stellte die Festnahme von Nicolás Maduro als militärische Demonstration beispielloser Stärke dar – eine Operation aus „Luft, Land und See“, so gewaltig, dass er sie mit Einsätzen des Zweiten Weltkriegs verglich. Er sprach von überwältigender Macht, von völliger Kontrolle, von einer Aktion, die nur die Vereinigten Staaten hätten durchführen können. Gleichzeitig wirkte er übernächtigt, fahrig, getrieben.
Im Zentrum machte Trump unmissverständlich klar, dass es sich nicht um eine begrenzte Festnahmeaktion handelte, sondern um einen Regimewechsel. Die USA würden Venezuela „für eine gewisse Zeit“ selbst führen. Wer genau das Land regieren solle, blieb vage – Trump sprach von einer „Gruppe“, deutete auf seine Berater hinter sich und nannte Verteidigungsminister, Außenminister und den Generalstabschef. Ein Zeitrahmen? Fehlanzeige. Eine rechtliche Grundlage? Ebenfalls. Mehrfach betonte er, die Vereinigten Staaten würden bestimmen, wann und wie Venezuela wieder „übergeben“ werde.
Auffällig war, wie schnell Trump von militärischen Details zum Thema Öl wechselte. Kaum nach der Zukunft Venezuelas gefragt, sprach er über zerstörte Energieinfrastruktur, über amerikanische Ölkonzerne, die diese wiederaufbauen würden – gegen Bezahlung. Venezuela werde viel Geld machen, sagte er, und fügte hinzu, frühere Regierungen hätten „unser Öl gestohlen“. Spätestens hier wurde deutlich, dass wirtschaftliche Interessen zentraler Bestandteil der Erzählung waren.
Außenminister Marco Rubio versuchte, den Einsatz als eine Art Strafverfolgungsmaßnahme zu rahmen, als notwendige Operation ohne vorherige Information des Kongresses. Trump fiel ihm offen ins Wort: Der Kongress neige zu Leaks, sagte er – und schob hinterher, man habe ohnehin gewusst, dass die USA kämen. Auf Nachfrage zu früheren gescheiterten US-Interventionen in Lateinamerika wischte Trump jede Kritik beiseite: Nicht unter ihm, sagte er. Seine Bilanz sei „perfekt“.

Militärisch lieferten die Generäle die Details: Hunderte Flugzeuge, ausgeschaltete Luftverteidigung, mehrere Hubschrauberwellen, Beschuss während der Evakuierung, ein Einsatz von gut zwei Stunden. Alles klang präzise, routiniert – wie ein vertrautes Drehbuch aus anderen Kriegen. Gleichzeitig widersprachen sich Aussagen zu möglichen Schäden und Risiken. Trump sprach einmal von keinen Verlusten, dann wieder von Treffern auf US-Gerät.
Politisch jedoch war die Lage weit weniger eindeutig, als Trump sie darstellte. In Venezuela traten Verteidigungsminister, Generalstaatsanwalt und Gouverneure vor die Kameras, erklärten die US-Aktion für illegal und beharrten darauf, weiterhin das Land zu kontrollieren. Staatsmedien zeigten Kundgebungen, die von Entführung sprachen und internationale Verurteilung forderten. Hinweise auf eine tatsächliche US-Präsenz im Land gab es nicht. Besonders brisant war Trumps offene Drohung an die venezolanische Führung: Was Maduro passiert sei, könne jedem von ihnen passieren. Gleichzeitig rechtfertigte er den Einsatz mit angeblichen Verbindungen Maduros zu kriminellen Banden – obwohl seine eigene Geheimdienstgemeinschaft diese These zuvor relativiert hatte. Auch die neue Anklage, so wurde eingeräumt, stützte nicht alle Vorwürfe, die Trump nun öffentlich erhob.
Am Ende blieb ein Bild von großer Wucht, aber großer Unklarheit: ein Präsident, der offen von Besatzung spricht, von Kontrolle über ein fremdes Land, von Öl und Ordnung – ohne Plan, ohne Grenzen, ohne erkennbare Exit-Strategie. Was als Festnahme verkauft wurde, entpuppte sich als Machtübernahme mit offenem Ausgang. Und mit der Frage, die im Raum blieb: Wie lange lässt sich ein solcher Anspruch aufrechterhalten, ohne genau das zu werden, was Trump einst zu bekämpfen versprach. Fakt ist: Diese ganze Geschichte begann mit einer Lüge – und sie endet mit einer Lüge. Das zivile Volk in Venezuela, das er vorgibt schützen und retten zu wollen, wird von ihm Tag für Tag abgeschoben, oft unter entwürdigenden, teils lebensbedrohlichen Bedingungen. Das ist keine Theorie. Es ist eine Realität, die wir täglich beobachten, dokumentieren und erleben.
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Danke für diesen umfangreichen Bericht mit all den Details.
Für mich ist es eine kriegerische Handlung mit Entführung.
Nicht einmal der IStGh kidnappt einfach Menschen um sie dann persönlich in Den Haag vors Gericht zu stellen.
Trump aber schnappt sich einfach einen Regierungschef und verschleppt ihn in die USA.
Ein Geschmäckle bleibt auch im Hinblick auf die Lobeshymne von Machado auf Trump.
Und dann tönt Trump, „die USA werden vorerst Venezuela selber führen“
Die USA wollen also Venezuela faktisch annektieren?
Und den Hinweis auf Mexiko finde ich extrem beunruhigend.
Und die Reaktionen von Europa etc finde ich beschämend.
Tanzen wieder auf Zehenspitzen um Trump.
Sind besorgt, sind empört, werden es genau beobachten …. was für Weicheier.
Anders kann man es nicht mehr sagen.
Trump kommt damit durch.
Sein Versagen in all anderen Bereichen rücken in den Hintergrund.
Die Epstein Files? Redet keiner mehr davon.
Und das das Drogenproblem hausgemacht ist, wird gar bicht erwähnt.
Weil es nie um Drogen ging.
Sondern um Macht und Bodenschätze.
Und was Trump vormacht, werden andere nachmachen.
Die Legitimation in Land einzufallen und einen unliebsamen Regierungschef verschleppen.
Es gilt das Recht des Stärkeren, nicht mehr der Gesetze.
Ich sehe Putins Hand schon über ganz Europa.
Xis Hand über Asien
Trumps Hand über den ganzen Kontinent… und Grönland.
Es sieht gerade arg hoffnungslos aus.
vielen dank, ja, es sind wirklich zeiten, wo viele doch wegschauen, bis es knallt. das problem ist tatsächlich, es gibt kaum noch internationale investigative journalisten, das ist ein großes problem, nicht weil wir das sind. wir hatten im august, wie du ja weisst davor gewarnt, im oktober haben wir schon auf die CIA Pläne hingewiesen, aber du hast kein netzwerk in diesem bereich mehr, weil die meisten aufgehört haben, weil sie kaum unterstützt wurden, oder bis zur entgültigen pleite gekämpft haben. agenturjournalismus will die tiefe nicht und dadurch fällt eine ganz grosse bastion, die guten widerstand, aufklärung, hilfe zusammenbringen kann, wo auch politiker nicht mehr wegschauen können. uns haben alle für verrückt schon fast erklärt, als wir das project kaizen auf den weg gebracht haben, aber wir sind hart im nehmen und ziehen das durch…. denn man muss in der heutigen zeit etws machen, nur so geht das … die fetten jahre sind schon lange vorbei, und das muss man einsehen und sich gegen das kommende wehren, dann kann es wieder besser werden. bis dahin, viel good luck