Monica Ryadi wollte mit ihrem Mann und ihrem 3-jährigen Sohn nach Disneyland. Am 15. September 2026 endete die Reise am Flughafen von Los Angeles. Beamte der amerikanischen Einwanderungsbehörde ICE, in Zivilkleidung, nahmen die 30-jährige Krankenschwester fest. Ihr kleiner Sohn musste zusehen, wie seiner Mutter Handschellen angelegt wurden. Vater und Kind besitzen die amerikanische Staatsbürgerschaft. Ryadi arbeitet am Riddle Hospital des Gesundheitsverbunds Main Line Health in Pennsylvania. Ein Familienurlaub wurde zur Abschiebungsangelegenheit, und ein Kind musste erleben, wie die Mutter vor seinen Augen abgeführt wird.

Mit neun Jahren war Ryadi gemeinsam mit ihrer Familie vor religiöser Verfolgung aus Indonesien geflohen. Die Einreise in die Vereinigten Staaten erfolgte legal. 2010 gewährte ihr ein Einwanderungsrichter Schutz vor einer Abschiebung. Diese Entscheidung schütze sie weiterhin. Das US-Heimatschutzministerium beruft sich dagegen auf eine rechtskräftige Abschiebungsanordnung. Eine Frau, die seit ihrer Kindheit in Amerika lebt und dort als Krankenschwester Menschen versorgt, soll plötzlich außer Landes gebracht werden. Selbst Indonesien musste dabei offenbar nicht das Ziel sein.
Rund zwei Wochen saß Ryadi im ICE-Abschiebegefängnis Adelanto in Kalifornien. Man benötigte fast drei Tage, um sie dort überhaupt zu finden. Dort wurde ihr mitgeteilt, eine Abschiebung in ein Drittland komme infrage. Erst am 29. September ordnete Bundesrichter Steve Kim vom United States District Court for the Central District of California ihre unverzügliche Freilassung unter behördlicher Überwachung an. Das Verfahren „Monica Ryadi v. Warden“ trägt das Aktenzeichen 5:26-cv-05501-SK. Der Richter gab ihrem Antrag auf gerichtliche Überprüfung der Haft statt. Allerdings trägt sie seither eine elektronische Fußfessel mit GPS-Überwachung. Die Freiheit reicht damit bis zum nächsten Kontrolltermin, während die Behörde ihre Bewegungen verfolgt.

Bei ihrer ersten Meldung bei ICE in Philadelphia begleiteten sie rund 20 Unterstützer, darunter die Kongressabgeordnete Mary Gay Scanlon, die auch eine tolle Unterstützerin war. Sie reagierte umgehend, als man den Fall ihr vortrug. „Das hier ist mein Zuhause. Ich habe mir hier ein Leben aufgebaut“, erklärte Ryadi. Nun kämpft sie darum, die Fußfessel loszuwerden, die ihre Arbeit im Krankenhaus erschwert. Zugleich fürchtet sie, erneut von ihrem Mann und ihrem Sohn getrennt zu werden. Der 3-Jährige hat bereits erlebt, wie seine Mutter abgeführt wurde. Was ihm niemand erklären kann, ist, warum sie möglicherweise wieder verschwinden soll.
Unsere Tische sind voll mit solchen Fällen. Wir recherchieren nicht nur, wir kämpfen dafür, Menschen aus der Haft zu holen. Vielleicht wird damit etwas verständlicher, wie weit unsere Arbeit über die veröffentlichten Artikel hinausgeht.
Fortsetzung folgt …
Updates – Kaizen Kurznachrichten
Alle aktuellen ausgesuchten Tagesmeldungen findet ihr in den Kaizen Kurznachrichten.
Zu den Kaizen Kurznachrichten In English