Teheran meldet Handlungsfähigkeit, während die Einschläge weitergehen. Präsident Masoud Pezeshkian erklärte am Sonntag in einer aufgezeichneten Ansprache im Staatsfernsehen, ein neuer Führungsrat „hat seine Arbeit begonnen“ – nach der Tötung von Ajatollah Ali Chamenei durch US-amerikanische und israelische Angriffe. Pezeshkian gehört diesem dreiköpfigen Gremium selbst an, neben Justizchef Gholam Hossein Mohseni Ejehei und Ajatollah Ali Reza Arafi. Außenminister Abbas Araghchi sagte dem Sender Al Jazeera, ein neuer oberster Führer werde „in ein oder zwei Tagen“ bestimmt. Während diese Sätze gesendet wurden, erschütterte eine massive Explosion die Hauptstadt, das israelische Militär sprach von Angriffen auf Ziele im Zentrum Teherans.
Iran reagierte mit einer Ausweitung seiner Angriffe. Raketen und Drohnen trafen Israel sowie mehrere Staaten am Golf. In Beit Shemesh in Zentralisrael schlug eine Rakete in eine Synagoge ein. Neun Menschen wurden nach Polizeiangaben getötet, 45 verletzt, elf gelten als vermisst. Rettungskräfte suchten noch in den Trümmern, während Bewohner neben ausgebrannten Fahrzeugen und eingestürzten Dächern standen. In Kuwait wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums 97 ballistische Raketen und 283 Drohnen registriert; ein Mensch kam ums Leben, 20 weitere wurden bei einer späteren Angriffswelle verletzt. Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten drei Tote – Staatsangehörige aus Pakistan, Nepal und Bangladesch – sowie 58 Verletzte. 165 Raketen und 541 Drohnen seien auf das Land abgefeuert worden, der Großteil abgefangen, einige Geschosse trafen zivile Ziele. Auch Saudi-Arabien verurteilte iranische Angriffe auf Riad und die Ostregion. Ein zweites Schiff wurde in der Straße von Hormus nahe Mina Saqr getroffen, nachdem zuvor bereits ein anderes Schiff im Seegebiet angegriffen worden war. Maersk kündigte an, den Verkehr durch Bab al-Mandab und den Suezkanal auszusetzen und Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung umzuleiten. OPEC Plus will im April die Förderung um 206.000 Barrel pro Tag erhöhen, um die Märkte zu beruhigen. Der Brent-Preis hatte bereits vor dem Wochenende bei 72,87 Dollar geschlossen.
Das US-Militär bestätigte drei getötete und fünf schwer verwundete Soldaten im Einsatz gegen Iran. Zugleich erklärte das Zentralkommando, iranische Raketen seien dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln „nicht einmal nahe gekommen“. Eine iranische Jamaran-Korvette im Hafen von Chabahar sei angegriffen worden und sinke. Senator Tom Cotton sprach von einer mehrwöchigen Luftkampagne und nannte Irans „gewaltiges Raketenarsenal“ das vorrangige Ziel. Ted Cruz bezeichnete den Angriff als „die wichtigste Entscheidung“ von Donald Trumps Präsidentschaft und sagte, er habe Trump vorab zur Durchführung gedrängt. Senator Chris Murphy warnte dagegen, man werde „keine Demokratie bekommen, sondern eine noch härtere Führung“. Mark Warner sprach von großer Unsicherheit über die nächsten Schritte. Chris Coons nannte den Kurs einen riskanten Einsatz, der eine repressivere Führung in Teheran hervorbringen könne.
Die CIA hatte, das ergaben Recherchen, die Bewegungen iranischer Spitzenfunktionäre monatelang verfolgt und Informationen mit Israel geteilt. Der Zeitpunkt der Angriffe sei auch auf dieser Grundlage festgelegt worden. Internationale Juristen verweisen auf die Tragweite des Vorgehens. Luca Trenta von der Swansea University erinnerte daran, dass die US-Regierung seit 1975 per Dekret an ein Verbot politischer Tötungen gebunden ist. Marko Milanovic von der Universität Reading sagte, die gezielte Tötung eines Staatsoberhauptes im Frieden stelle einen klaren Verstoß gegen das Völkerrecht dar; im Krieg könne ein politischer Führer nur dann als legitimes Ziel gelten, wenn er als Kombattant Teil der Streitkräfte sei.
In Iran selbst sind die Bilder widersprüchlich. In Yazd und Isfahan versammelten sich Tausende Anhänger des Regimes, riefen „Tod Amerika“ und trauerten um Chamenei. Staatliche Medien meldeten, bei einem Angriff auf eine Schule sei die Zahl der Toten auf 165 gestiegen. Gleichzeitig berichtete ein Arzt aus Rasht anonym, er und Kollegen hätten die Nachricht vom Tod Chameneis in der Nacht gefeiert, während Sicherheitskräfte Fahrzeuge anhielten und Menschen kontrollierten. Reza Mehrabi in Teheran sagte, Jubel über den Tod von Spitzenfunktionären sei verfrüht; er erinnere sich an die Euphorie von 1979 und an das, was folgte.
Reza Pahlavi, der im Exil lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs, erklärte im US-Fernsehen, er führe einen Übergang an und verfüge über Unterstützung „von Millionen Iranern“. In Berlin und Wien feierten Exiliraner den Tod Chameneis, in Paris forderten Demonstranten einen Machtwechsel. Eine Gegenkundgebung warnte vor Krieg. Frankreich verschob eine internationale Libanon-Konferenz. Recep Tayyip Erdogan rief in einem Telefonat mit Mohammed bin Salman zu Diplomatie auf. Russland und China verurteilten die Angriffe als grobe Verletzung des Völkerrechts und kündigten Abstimmungen im Sicherheitsrat an. Italien machte Irans harte Linie in der Atom- und Raketenfrage mitverantwortlich für die Eskalation. Die Internationale Energieagentur erklärte, man beobachte die Lage genau und stehe mit großen Produzenten in Kontakt.
In Jerusalem heulen die Sirenen, im Westteil bleiben viele Menschen in der Nähe von Schutzräumen, während im Ostteil Palästinenser für das Fastenbrechen einkaufen. Israel schloss die Übergänge nach Gaza; Bewohner berichten von Hamsterkäufen aus Angst vor erneuter Knappheit. US-Botschaften in der Region forderten Mitarbeiter und Staatsbürger auf, Schutzräume aufzusuchen. Washington sprach eine weltweite Sicherheitswarnung aus.
Ein neuer Führungsrat in Teheran, Raketen über der Region, getötete Soldaten, brennende Schiffe, verschobene Konferenzen – der Konflikt hat in wenigen Stunden eine Dimension erreicht, die weit über die Tötung eines einzelnen Mannes hinausgeht. Die Machtfrage in Iran ist offen. Die militärischen Mittel sind im Einsatz. Und jede Seite erklärt, sie handele aus Notwendigkeit.
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Kurzform: Chaos wohin man blickt.
Und was ist JETZT Trumps Lösung?
Was sein Plan?
Lass mich raten: Trump hat gar keinen Plan. Sein einziger Plan war: Stürzt das jetzige Regime – den „Rest“ kann dann die leidende Bevölkerung erledigen.
Wie soll die Bevölkerung das anstellen? Mit bloßen Händen? Oder mit Beten? Betteln, Forderungen, Argumenten- die auch die Nachfolger nicht tangieren werden?
Dumm nur, dass scheinbar nicht jeder Iraner froh über den Tod von Ajatollah Ali Chamenei zu sein scheint.
Spaltet sich jetzt die Stimmung in der Bevölkerung? Das wäre fatal – die Folgen nicht auszudenken.
Und unsere AfD?
Hat schon wieder Angst vor Flüchtlingen! – Aber Trump ist geil, gell AfDler?
Und Ted Cruz heute „das war eine der wichtigsten und bemerkenswertesten Entscheidungen von Präsident Trump“
MAGA steht zu Trump.
Auch wenn er entgegen seines Wahlversprechens einen Krieg angezettelt hat, bei dem schon US Amerikaner ums Leben kamen.
Egal, dass der Angriff völkerrechtlich sehr bedenklich ist.
Egal, dass der Kongress nicht mit einer Entscheidung involviert ist.
Und Trump?
Länger als zwei oder drei Tage mag er sich mit nichts Politischem intensiv beschäftigen (außer natürlich Selbstbeweiräucherung).
Er hat mit Sicherheit keinen Plan für jetzt.
Wahrscheinlich hat er gedacht ein paar Bomben, Chameni und ein paar Andere getötet, da wird das iranische Volk den Rest machen.
Aber Chameni war über 30 Jahre an der Macht.
Die Strukturen reichen weitaus tiefer.
Es gibt noch die Revolutionsgarde, die treu zum Mullah Regime steht.
Das iranische Volk wurde 30 Jahre grausam unterdrückt.
Das verändert man nicht in wenigen Tagen.
Das hat man im Irak gesehen, in Syrien.
Und In Afghanistan.
Aber Trump geht es ohnehin nur um die Ressourcen im Iran.
Der Nahe Osten brennt.
Die Folgen sind noch nicht abzusehen.