Die Zahlen liegen auf dem Tisch. Das Bureau of Labor Statistics hat nachgezählt. Was Donald Trump als Wirtschaftserfolg verkaufte, entpuppt sich als statistische Luftnummer. 862.000 Jobs weniger als ursprünglich gemeldet. Nicht saisonbereinigt. Saisonbereinigt sind es sogar 898.000. Das ist keine Randnotiz in einer Fußnote. Das ist der Unterschied zwischen Propaganda und Wirklichkeit.

Januar 2026, 8:30 Uhr Ostküstenzeit. Die offizielle Pressemitteilung erscheint. USDL-26-0169. Darin steht schwarz auf weiß: Die ursprünglich gemeldeten 584.000 neuen Jobs für 2025 schrumpfen nach der jährlichen Benchmark-Revision auf 181.000. Eine Reduktion um 69 Prozent. Fast zwei Drittel des vermeintlichen Jobwachstums haben nie existiert. Die Methodik ist klar. Jedes Jahr im März gleicht das Bureau of Labor Statistics seine monatlichen Schätzungen mit den harten Daten aus dem Quarterly Census of Employment and Wages ab. Das sind keine Umfragen. Das sind Steuerdaten der Arbeitslosenversicherung. Jeder sozialversicherungspflichtige Job wird erfasst. Die QCEW-Daten bilden die Realität ab, nicht die Hoffnung.

Für März 2025 bedeutet das eine Abwärtskorrektur von 862.000 Jobs. Das übertrifft den durchschnittlichen Revisionswert der letzten zehn Jahre um das Zweieinhalb-fache. Normal sind 0,2 Prozent Abweichung. 2025 liegt bei minus 0,5 Prozent. Das ist keine statistische Grippe. Das ist systematische Fehleinschätzung. Die monatliche Aufschlüsselung macht es noch deutlicher. Januar, Juni, August und Oktober 2025 zeigen nach der Revision negative Beschäftigungsentwicklung. Vier Monate mit Jobverlusten. Das hat es außerhalb von Rezessionen zuletzt 2003 gegeben. 2024 brachte 1,46 Millionen neue Jobs. 2025 kommt auf 181.000. Der Unterschied ist offensichtlich.
Trump trat im Januar 2025 sein Amt an. Sein erstes Jahr als Präsident endet statistisch mit der schwächsten Jobzunahme seit zwei Jahrzehnten. Abgesehen von der Pandemie 2020. Die Regierung feierte 2025 als Aufschwung. Die Realität sieht anders aus. Besonders betroffen ist die Bundesverwaltung. Seit Oktober 2024 hat die Bundesregierung 327.000 Stellen abgebaut. Das entspricht einem Rückgang von 10,9 Prozent. Allein im Januar 2026 gingen weitere 34.000 Jobs verloren. Hintergrund sind die Abfindungsangebote, die 2025 ausgegeben wurden. Mitarbeiter nahmen das Geld und verließen den öffentlichen Dienst. Jetzt fehlen sie in der Statistik.
Der Finanzsektor verlor im Januar 22.000 Stellen. Seit Mai 2025 sind es insgesamt 49.000. Versicherungsunternehmen bauten 11.000 Jobs ab. Andere große Branchen blieben stabil oder stagnierten. Bergbau, Öl- und Gasförderung, verarbeitendes Gewerbe, Großhandel, Einzelhandel, Transport, Logistik, IT, Unternehmensdienstleistungen, Freizeit, Gastronomie – überall Stillstand oder minimale Veränderungen. Wachstum gab es im Gesundheitswesen, in der Sozialarbeit und im Baugewerbe. Gesundheit brachte 82.000 neue Jobs im Januar. Davon 50.000 in ambulanten Diensten, 18.000 in Krankenhäusern, 13.000 in Pflegeeinrichtungen. Das Durchschnittswachstum für 2025 lag bei 33.000 pro Monat. Soziale Dienste kamen auf plus 42.000, vor allem durch Familien- und Individualbetreuung. Baugewerbe steuerte 33.000 bei, hauptsächlich durch Spezialhandwerker im Wohnungsbau. Insgesamt blieb die Beschäftigung im Bausektor 2025 aber flach.

Die Arbeitslosenquote steht bei 4,3 Prozent. Das sind 7,4 Millionen Menschen ohne Job. Vor einem Jahr waren es 4,0 Prozent und 6,9 Millionen. Die Quote ist also gestiegen, nicht gefallen. Die Langzeitarbeitslosen – 27 Wochen oder länger ohne Beschäftigung – liegen bei 1,8 Millionen. Das sind 386.000 mehr als ein Jahr zuvor. Sie machen 25 Prozent aller Arbeitslosen aus. Teilzeitbeschäftigung aus wirtschaftlichen Gründen sank im Januar um 453.000 auf 4,9 Millionen. Über das Jahr ist diese Zahl aber um 410.000 gestiegen. Das sind Menschen, die Vollzeit arbeiten wollen, aber keine entsprechende Stelle finden oder deren Stunden gekürzt wurden.

Die Zahl der Menschen außerhalb der Erwerbsbevölkerung, die aktuell einen Job suchen, fiel im Januar um 399.000 auf 5,8 Millionen. Diese Gruppe wird nicht als arbeitslos gezählt, weil sie in den vier Wochen vor der Umfrage nicht aktiv gesucht hat oder nicht verfügbar war. Darunter befinden sich 1,7 Millionen mit schwacher Bindung zum Arbeitsmarkt. Sie wollen arbeiten, haben im vergangenen Jahr gesucht, aber nicht in den letzten vier Wochen. Eine Untergruppe davon sind 475.000 entmutigte Arbeitskräfte. Sie glauben nicht, dass für sie ein Job verfügbar ist. Die Durchschnittslöhne stiegen im Januar um 15 Cent auf 37,17 Dollar pro Stunde. Das entspricht einem Plus von 0,4 Prozent zum Vormonat. Im Jahresvergleich liegt das Lohnwachstum bei 3,7 Prozent. Produktions- und nicht leitende Angestellte verdienten im Schnitt 31,95 Dollar, ebenfalls 0,4 Prozent mehr. Die durchschnittliche Arbeitswoche lag bei 34,3 Stunden, ein leichtes Plus von 0,1 Stunden. In der Produktion waren es 40,1 Stunden, Überstunden blieben bei 2,9 Stunden.
November und Dezember 2025 wurden ebenfalls nach unten korrigiert. November verlor 15.000 Jobs – von ursprünglich plus 56.000 auf plus 41.000. Dezember büßte 2.000 ein – von plus 50.000 auf plus 48.000. Zusammen sind das 17.000 Jobs weniger als zunächst gemeldet. Diese Revisionen resultieren aus nachträglichen Meldungen von Betrieben und Behörden sowie aus der Neuberechnung der Saisonfaktoren. Auch die Benchmark trug dazu bei. Die Arbeitslosenquote bei Teenagern sank auf 13,6 Prozent. Bei erwachsenen Männern liegt sie bei 3,8 Prozent, bei Frauen bei 4,0 Prozent. Nach ethnischer Zugehörigkeit: Weiße 3,7 Prozent, Schwarze 7,2 Prozent, Asiaten 4,1 Prozent, Hispanics 4,7 Prozent. Alle Werte blieben im Januar stabil. Die Erwerbsquote steht bei 62,5 Prozent. Das Verhältnis von Beschäftigten zur Gesamtbevölkerung liegt bei 59,8 Prozent. Beide Zahlen haben sich über das Jahr kaum verändert.

Die offizielle Arbeitsmarktstatistik hat das Jahr 2025 neu berechnet – und 862.000 Jobs gestrichen. Saisonbereinigt liegt die Korrektur sogar bei 898.000 Stellen. Aus ursprünglich gemeldeten 584.000 neuen Jobs bleiben nach der Benchmark-Revision nur noch 181.000 übrig.
Der Bericht vom Bureau of Labor Statistics basiert auf zwei Erhebungen. Die Haushaltsumfrage erfasst den Status der Erwerbsbevölkerung und die Arbeitslosigkeit nach demografischen Merkmalen. Die Betriebsumfrage misst Beschäftigung, Arbeitsstunden und Löhne nach Branchen. Die technische Dokumentation beschreibt die Methodik im Detail. Was bleibt, ist die Zahl. 862.000. So viele Jobs wurden für 2025 aus der Statistik gestrichen. Das Jobwunder war keines. Die Regierung verkaufte Schätzungen als Erfolge. Die harten Daten sagen etwas anderes. 181.000 neue Jobs in einem Jahr. In einem Land mit über 160 Millionen Erwerbstätigen ist das Stillstand. Trump begann seine zweite Amtszeit mit der Behauptung, die Wirtschaft brumme. Die offizielle Statistik widerlegt das. Die Benchmark-Revision ist keine politische Meinung. Sie ist die Korrektur einer Fehleinschätzung durch Fakten.
Deutschland sollte aufpassen. Die AfD baut ihre Wahlkampfstrategie auf der angeblichen Wirtschaftskraft Trumps auf. Sie verkauft seinen Kurs als Vorbild für deutsche Politik. Die Zahlen aus Washington zeigen, worauf dieses Versprechen basiert: auf Luft. 862.000 Jobs, die nie existierten. Ein Wirtschaftswunder, das bei genauerem Hinsehen zusammenfällt. Wer jetzt noch vom amerikanischen Modell schwärmt, ignoriert die Realität bewusst. Die offizielle Statistik ist eindeutig. Die Frage ist nur, ob deutsche AFD-Wähler das rechtzeitig erkennen, bevor sie denselben Versprechungen aufsitzen.
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