14. Januar 2026 – Kurznachrichten

VonTEAM KAIZEN BLOG

Januar 14, 2026

Minneapolis fühlt sich an wie ein Frontabschnitt!

Es ist, als wäre ein Zustand erreicht, in dem Zurückweichen nicht mehr vorgesehen ist. In Minneapolis schreien Anwohner Bundesbeamte an, sie sollen verschwinden. Haut verdammt nochmal ab, rufen sie, während Einsatzkräfte vorrücken. Tränengas liegt in der Luft, Pfefferkugeln schlagen ein, Pfefferspray brennt.

Die Menschen, die getroffen werden, sind unbewaffnet. Sie kamen, weil ein Fahrzeug der Border Patrol gerammt worden war. Sie kamen, um zu helfen, nicht um zu kämpfen. Die Antwort ist dennoch hart, geschlossen, durchgezogen. Straßen werden zu Linien, Nachbarschaften zu Zonen. Wer bleibt, gilt als Hindernis. Wer widerspricht, wird wie ein Gegner behandelt. Es steht viel auf dem Spiel, und genau deshalb fühlt es sich an wie Krieg.

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„Ich weiß nicht, wer das ist“ – Trump und die Abwertung politischer Realität

Ein Reporter fragt nach der klaren Haltung der grönländischen Regierung, die erklärt hat, bei Dänemark bleiben zu wollen. Die Antwort des Präsidenten ist bezeichnend. Wer das gesagt habe, fragt er zunächst. Als der Regierungschef Grönlands benannt wird, folgt keine politische Einordnung, sondern persönliche Herabsetzung. Er kenne diesen Mann nicht, wisse nichts über ihn, erklärt Donald Trump, und fügt hinzu, das werde ein großes Problem für ihn werden. Nicht für die Vereinigten Staaten, nicht für diplomatische Beziehungen, sondern für die Person selbst. Die demokratisch legitimierte Entscheidung einer autonomen Regierung zählt nicht, staatliche Souveränität wird ignoriert. Grönland als Teil des Königreichs Dänemark, als Nato-Mitglied und politischer Akteur verschwindet aus dem Bild. Übrig bleibt eine Machtdemonstration, in der Widerspruch nicht als legitime Haltung gilt, sondern als persönlicher Affront.

Donald Trump erklärt die Kontrolle über Grönland zur Frage nationaler Sicherheit und wiederholt dabei Behauptungen, die mit der Lage vor Ort wenig zu tun haben. Er spricht von russischen und chinesischen Kriegsschiffen rund um die Insel, von Zerstörern und U-Booten, die nur darauf warteten, Grönland zu übernehmen, sollte Washington nicht zugreifen. Fachleute widersprechen klar und verweisen darauf, dass Russland vor allem in der Barentssee operiert und China keine militärische Präsenz vor Grönlands Küste unterhält. Auch Menschen in Nuuk sagen, sie sähen weder chinesische noch russische Schiffe, weder beim Segeln noch beim Jagen. Selbst grönländische Regierungsvertreter erklären, man erkenne keine konkrete Bedrohung. Trump zieht daraus dennoch den Schluss, militärischer Druck könne ein Mittel sein. Zugleich verspottet er die Verteidigung Dänemarks mit dem Hinweis auf Hundeschlitten, ignoriert dabei aber bewusst, dass diese Patrouillen Teil einer spezialisierten arktischen Einheit sind und ergänzt werden durch Schiffe, Überwachungsflugzeuge, Drohnen und Satelliten. Hinzu kommen Nato-Strukturen, der GIUK-Korridor und der US-Stützpunkt Pituffik, der seit Jahrzehnten amerikanische Interessen absichert. Auch Trumps Zweifel an der Zugehörigkeit Grönlands zu Dänemark halten einer Prüfung nicht stand, weder historisch noch völkerrechtlich. Grönland ist selbstverwaltet, hat ein verbrieftes Recht auf Unabhängigkeit und ist fest eingebunden in Bündnisse, die auf Zustimmung beruhen. Was Trump daraus macht, ist kein Sicherheitskonzept, sondern eine politisches Märchen, in der Fakten zweitrangig sind und Druck als Argument dient – vorgetragen von Donald Trump.

Der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen formuliert eine Position, die keinen Interpretationsraum lässt. Wenn hier und jetzt eine Entscheidung verlangt werde, falle sie eindeutig aus. Grönland entscheide sich für Dänemark, für die Nato, für das Königreich Dänemark und für die Europäische Union. Das ist keine rhetorische Zuspitzung, sondern eine bewusste Festlegung. Zugehörigkeit wird nicht relativiert, Bündnisse nicht infrage gestellt. In einer Zeit, in der Druck offen ausgesprochen wird, setzt Grönland auf rechtliche Ordnung, kollektive Sicherheit und politische Verlässlichkeit. Die Aussage richtet sich weniger nach außen als nach innen. Sie macht klar, wo Grönland steht – und wo nicht.

Ein Staat feuert auf seine Menschen

Was derzeit aus dem Iran nach außen dringt, lässt sich kaum noch als Kontrolle von Unruhen beschreiben. Trotz fast vollständiger Abschottung berichten Augenzeugen, Ärzte und Angehörige von offener tödlicher Gewalt gegen Demonstrierende. Sicherheitskräfte schießen demnach gezielt in Menschenmengen, auch aus erhöhter Position, mit Waffen, die für den Krieg gemacht sind. In Krankenhäusern sprechen Mediziner von einer neuen Lage, weil Verletzte nicht mehr mit Streumunition oder Tränengasfolgen eingeliefert werden, sondern mit Durchschüssen und schweren Kopfverletzungen. Notaufnahmen sind überlastet, Leichen werden gestapelt, Familien irren zwischen Kliniken und Gerichtsmedizin umher. Die Zahl der Toten bleibt unklar, doch selbst vorsichtige Schätzungen gehen von 600 aus, interne Angaben von bis zu 3.000.

Gleichzeitig besetzen Sicherheitskräfte Kliniken, durchsuchen Verwundete und nehmen Überlebende fest. Angehörige berichten von Zwang, Todesursachen umzudeuten und Schuld auf angebliche Gewalttäter abzuwälzen. Die Führung spricht von Terroristen und fremder Einflussnahme, obwohl die Proteste aus wirtschaftlicher Verzweiflung entstanden sind. In den Städten berichten Menschen von Scharfschützen auf Dächern, von Salven in Wohnvierteln, von Schüssen aus nächster Nähe. Selbst staatliche Stellen räumen außergewöhnlich hohe Opferzahlen ein, ohne Verantwortung zu übernehmen. Trotz Angst und Repression halten viele weiter stand. Die Abschottung kann nicht verhindern, dass ein klares Bild entsteht. Es zeigt einen Staat, der bereit ist, jede Grenze zu überschreiten, um Macht zu sichern.

Unter Trump dreht Amerika die Heizung weiter auf

Seit der Rückkehr Donald Trumps ins Weiße Haus sendet die US-Regierung ein klares Signal: fossile Energie zuerst, Klima später. Die Vereinigten Staaten haben sich aus zentralen internationalen Abkommen zurückgezogen und internationale Zusammenarbeit bewusst aufgegeben. Gleichzeitig werden Kohlekraftwerke künstlich am Leben gehalten, während Wind- und Offshore-Projekte gestoppt werden, obwohl sie bereits im Bau sind. Förderungen für saubere Energie und für den Umstieg auf Elektroautos wurden gestrichen, neue Erleichterungen für Öl, Gas und Kohle eingeführt. Die Folgen sind messbar: Nach Jahren des Rückgangs stiegen die amerikanischen Emissionen wieder an, vor allem durch mehr Kohleverbrauch. Wissenschaftler warnen, dass jede zusätzliche Tonne Kohlendioxid extreme Hitze, Dürren, Überschwemmungen und Brände verschärft. Die Erde bewegt sich gefährlich nahe an einer Erwärmung, die massive Schäden unumkehrbar macht. Besonders schwer wiegt das politische Signal nach außen, denn die USA sind historisch einer der größten Verursacher der Krise. Während Europa und China weiter gegensteuern, droht Washington zum Bremsklotz zu werden. Fachleute halten die Abkehr von erneuerbaren Energien für ökonomisch wie physikalisch unsinnig. Der Umbau des Energiesystems läuft weltweit weiter, getrieben von Kosten und Technik. Die US-Regierung setzt dennoch auf ein Modell, dessen Risiken längst bekannt sind.

Flagge im Plenarsaal unter großem Jubel

Zum Auftakt der neuen Legislaturperiode in Tennessee betritt der Abgeordneter Justin Jones unter Jubel das Kapitol nicht mit Akten, sondern mit einer klaren Botschaft. Er spannt eine riesige Flagge mit der Aufschrift „ICE ABSCHAFFEN“. Der Protest richtet sich gegen Abschiebepolitik, gegen Gewalt, gegen fehlende Kontrolle staatlicher Behörden und zugleich gegen das routinierte Wegsehen politischer Mehrheiten. Die Flagge erinnert daran, dass politische Entscheidungen konkrete Menschen treffen und nicht abstrakte Statistiken. Sie zwingt eine Debatte dorthin, wo sie oft vermieden wird: ins Parlament selbst. Nicht draußen, sondern sichtbar im Raum der Entscheidung. Gerade weil der Auftritt ruhig bleibt, entfaltet er seine Wirkung.

„Zwei Arten, ein Video zu sehen“

Ein Mann steht vor dem Nichts, weil seine Tochter erschossen wurde, und der Präsident antwortet mit Gerede. Er sagt, er liebe „alle unsere Menschen“, spricht aber den Namen der Getöteten nicht aus. Er umgeht Verantwortung, verliert kein Wort über Gewalt, kein Wort über einen tödlichen Schuss. Stattdessen redet er davon, dass man das Video unterschiedlich sehen könne. Das ist keine Antwort, das ist Trump. Für den Vater bleibt Leere. Für die Öffentlichkeit bleibt eine Aussage, die zeigt was Haltung in Trumps Welt bedeutet. Hier geht es nicht um Blickwinkel. Eine Frau ist tot.

Russlands Winterkrieg gegen die Zivilbevölkerung

Russland hat die ukrainische Stromversorgung erneut massiv angegriffen, gezielt und bei klirrender Kälte. Hunderte Drohnen und Raketen trafen mehrere Regionen, während die Temperaturen seit Wochen unter null liegen. In Kyjiw fiel der Strom in einem Ausmaß aus, wie es die Stadt bislang nicht erlebt hat, hunderttausende Haushalte saßen im Dunkeln. In Charkiw starben Menschen bei einem Angriff auf ein Logistikzentrum, weitere wurden verletzt. Notzelte ersetzten Wohnungen, Generatoren den Alltag, Kerzen das Licht. Familien rückten zusammen, Kinder schliefen in Mänteln, Lebensmittel wurden auf Balkonen gelagert. Die Angriffe treffen Krankenhäuser, Kindergärten, Wohnhäuser und Netze, die für Wärme und Wasser sorgen. Es ist kein militärisches Versehen, sondern eine bewusste Strategie, um Zivilisten zu zermürben. Internationale Vermittlungsversuche laufen ins Leere, während Raketen die Netze zerreißen. Die Vereinten Nationen sprechen vom tödlichsten Jahr für Zivilisten seit Beginn des Krieges. Was hier geschieht, ist kein Kampf um Gelände, sondern um das Aushalten von Kälte, Angst und Erschöpfung. Der Winter wird zur Waffe, der Alltag zum Überlebensmodus.

ICE-Fahrzeugflotte taucht in Kansas City auf

In einem Parkplatz im Norden von Kansas City stehen dutzende Fahrzeuge mit ICE-Kennzeichnung dicht an dicht, sichtbar, aber unbewegt. Keine Beamten, keine Einsätze, nur Autos mit Logos, die Fragen aufwerfen. Stadt und Bund äußern sich nicht offiziell zu dem ungewöhnlichen Anblick. Nach Recherchen handelt es sich um Fahrzeuge, die von einem lokalen Unternehmen im Auftrag der Bundesregierung vorbereitet werden. Die Wagen würden dort markiert, bevor sie weitertransportiert oder künftig von ICE genutzt werden. Einen Zusammenhang mit konkreten Einsätzen oder laufenden Razzien gebe es nicht. Auch eine direkte Verbindung zu den bekannten Plänen für ein mögliches Abschiebegefängnis in der Region sei bislang nicht belegt. Dennoch fällt das Timing auf, in einer Stadt, in der die Debatte über Einwanderungspolitik spürbar eskaliert. Der Abgeordnete Emanuel Cleaver hat die Pläne des Heimatschutzministeriums öffentlich kritisiert. Die Fahrzeuge stehen still, doch ihre bloße Präsenz wirkt wie ein politisches Signal. In einer angespannten Lage genügt Sichtbarkeit, um Unruhe zu erzeugen. Was als logistischer Vorgang beschrieben wird, wird vor Ort als Vorzeichen gelesen.

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Rainer Bielefeld
1 Stunde zuvor

Danke für die Berichterstattung – auch wenn das alles schrecklich aufwühlend ist! Und danke für den Tritt in den Hintern!

Hatte das schon eine Weile geplant, aber immer „kam was dazwischen. Es fehlte an Zeit – oder dem TidH! Aber heute habe ich endlich die Kurve gekriegt und offiziell mitgeteilt: Über meine Firma wird es Produkte aus den USA oder von US-Konzernen (oder mit Ihnen verbandelten) in der Produktpalette meiner Firma nicht mehr geben.

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