12. Januar 2026 – Kurznachrichten

VonTEAM KAIZEN BLOG

Januar 12, 2026

Nobel-Institut stoppt Trumps Hoffnungen auf fremden Friedenspreis!

Trump sagte wörtlich, niemand habe den Friedensnobelpreis mehr verdient als er – und zehn Minuten später drohte er Grönland

Das norwegische Nobel-Institut hat klargestellt, dass der Friedensnobelpreis nach seiner Vergabe weder zurückgezogen noch weitergegeben oder geteilt werden kann. Die Erklärung folgte auf Aussagen der venezolanischen Oppositionspolitikerin María Corina Machado, die angekündigt hatte, ihren Preis gern an Donald Trump weiterzugeben oder mit ihm zu teilen. Das Institut erklärte unmissverständlich, die Entscheidung sei endgültig und gelte dauerhaft. Auslöser war ein Interview Machados bei Fox News, in dem sie sagte, der Preis gehöre dem venezolanischen Volk und solle Trump für seine Rolle bei der Festnahme von Nicolás Maduro würdigen. Maduro wird in New York wegen Drogenhandels angeklagt. Machado sprach von einem historischen Schritt in Richtung Demokratie. Kurz nach der Preisvergabe hatte sie den Nobelpreis Trump und den Menschen in Venezuela gewidmet. Trump selbst wirbt seit Jahren offen für einen eigenen Friedensnobelpreis. Gleichzeitig unterstützt er für die politische Übergangsphase in Venezuela nicht Machado, sondern die amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez, die zuvor Maduros Vizepräsidentin war. Trump bezeichnete Machado zwar als sehr nette Frau, sieht aber derzeit keine ausreichende Unterstützung für sie im Land. Ein möglicher Besuch Machados in den USA ist für die kommende Woche angekündigt. Ihr Umfeld äußerte sich bislang nicht zu der Klarstellung aus Oslo.

Eine Antwort ohne Zuordnung

Bei CNN wird Kristi Noem gefragt, ob auf der Tonaufnahme die Stimme von Agent Ross zu hören ist, die Renee Good als „verdammte Schlampe“ bezeichnet. Die Frage bezieht sich auf den Moment nach den tödlichen Schüssen und ist eindeutig gestellt. Noem sagt, sie könne nicht sagen, welche Stimme das sei. Im gleichen Satz fügt sie hinzu, es könne seine sein. Damit wird niemand benannt, aber auch niemand ausgenommen. Für die Öffentlichkeit bleibt ein offener Zustand zurück. Das Wort fällt nicht irgendwo auf einer Party, sondern direkt nach einem tödlichen Einsatz. Eine klare Antwort hätte Klarheit geschaffen. Stattdessen bleibt eine Formulierung, die alles offenhält und doch jeder weiß; es war Ross. Die Verantwortung wird in Feigheit umgewandelt. Das ist der Stand.

Forderung nach externer Prüfung nach tödlichem ICE-Schuss in Minneapolis

Nach der Erschießung von Renee Good in Minneapolis fordern führende Demokraten in Minnesota eine deutlich breiter angelegte Untersuchung des Vorfalls. Der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, und die US-Senatorin Tina Smith erklären übereinstimmend, dass eine rein bundesinterne Prüfung nicht ausreiche. Der Bund habe früh öffentlich dargestellt, wie er den Einsatz bewerte, und sich damit festgelegt. Tina Smith sagte im Fernsehen, es sei schwer, auf eine unvoreingenommene Aufklärung zu vertrauen, wenn das Ergebnis faktisch vorab verkündet werde. Die Trump-Regierung verteidigt den ICE-Agenten, der auf Renee Good geschossen hat, und spricht von Selbstschutz. Heimatschutzministerin Kristi Noem wies Kritik aus Minnesota zurück und erklärte, man arbeite mit lokalen Stellen nur dann zusammen, wenn diese ICE-Einsätze unterstützten. Frey hält dagegen und sagt, die Videos zeigten einen Bundesbeamten, der seine Macht missbraucht habe, mit tödlichem Ausgang. Beide Seiten berufen sich auf dieselben Aufnahmen und ziehen gegensätzliche Schlüsse. Parallel zu dem Vorfall in Minneapolis wurden in Portland zwei weitere Menschen durch Bundesbeamte angeschossen. Am Wochenende kam es landesweit zu Protesten. In Minneapolis zogen Zehntausende durch die Stadt, nachdem das Heimatschutzministerium dort den größten ICE-Einsatz der Stadtgeschichte durchgeführt hatte.

Warum dieses Foto am 3. Januar entstand

Am 3. Januar sah Matias in Caracas eine bewaffnete Frau auf dem Rücksitz eines Motorrads. Der Anblick erinnerte ihn sofort an ein bekanntes Foto aus den 1990er-Jahren eines chilenischen Fotografen, das eine Frau mit einer Maschinenpistole zeigt. Diese visuelle Parallele ließ ihn innehalten, weil sich ein Bild aus einer anderen Zeit plötzlich unter neuen Umständen wiederholte. Jahrzehnte später, anderes Land, andere Lage, aber ein vertrautes Motiv. Nach den US-Angriffen, die mit der Festnahme von Nicolás Maduro endeten, gingen in Caracas regierungsnahe Gruppen auf die Straße. Einige von ihnen waren bewaffnet. Die Stadt wirkte angespannt, unsicher, voller offener Fragen. Für Delacroix war klar, dass diese Szene festgehalten werden musste. Das Foto zeigt nicht eine einzelne Person, sondern einen Moment kollektiver Verunsicherung. Es steht für die Tage nach dem Angriff, in denen niemand wusste, was folgen würde. Bewaffnete Zivilisten im öffentlichen Raum waren kein Randphänomen, sondern sichtbarer Ausdruck dieser Lage. Delacroix, in Chile aufgewachsen und als Fotojournalist tätig, reagierte nicht aus Routine, sondern aus Beobachtung. Das Bild entstand, weil sich Geschichte in Bildern wiederholt, auch wenn der Kontext ein anderer ist.

Ein Kontinent unter Druck – Trumps Zugriff auf Lateinamerika

Seit der Festnahme von Nicolás Maduro durch die USA steht Lateinamerika unter politischer Spannung. Noch vor Tagesanbruch am 3. Januar liefen in den Hauptstädten hektische Gespräche, weil klar war, dass ein Damm gebrochen ist. Brasilien, Mexiko und Kolumbien kritisierten den Zugriff, jedes Land auf eigene Weise, vorsichtig oder offen. Rechte Regierungen wie in Argentinien, El Salvador und Ecuador begrüßten das Vorgehen. Andere Staaten hielten sich bewusst zurück, um nicht ins Visier Washingtons zu geraten. Der gemeinsame Nenner ist kein Schulterschluss, sondern Vorsicht. Alle wollen vermeiden, die Nächsten zu sein. Donald Trump macht keinen Hehl daraus, dass er die Kontrolle über den Kontinent ausbauen will. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum laviert zwischen Ablehnung militärischer Gewalt und dem Versuch, Konflikte mit dem wichtigsten Handelspartner zu vermeiden. Brasilien kann sich mehr Widerstand leisten, gestützt auf Größe, Distanz und enge Beziehungen zu China und der EU. Kolumbiens Präsident Gustavo Petro schwankte zwischen scharfer Konfrontation und schneller Annäherung, nachdem Trump offen drohte. Argentinien dagegen rückt enger an Washington, politisch wie wirtschaftlich. Trumps Eingriff in Venezuela wirkt damit weit über Caracas hinaus. Er sortiert Allianzen neu, verschiebt politische Achsen und zwingt jedes Land zu einer Entscheidung. Nicht aus Überzeugung, sondern aus Selbsterhalt. Die Folgen sind aktuell noch nicht abzuschätzen.

Entfernung der Amtsenthebungen aus Trumps Smithsonian-Porträt

Im National Portrait Gallery der Smithsonian-Museen wurden Hinweise auf die beiden Amtsenthebungen von Donald Trump aus der Beschriftung seines Foto­porträts entfernt. Der bisherige Begleittext hatte seine erste Amtszeit zusammengefasst, den Wahlsieg 2024 erwähnt und auch die beiden Impeachments aufgeführt. Nun hängt dort ein anderes Foto ohne erläuternden Text, während die frühere Beschreibung nur noch online abrufbar ist. Trump ist damit der einzige Präsident in der Galerie, dessen Darstellung keine ausführliche Wandtafel mehr enthält. Das Weiße Haus äußerte sich nicht dazu, ob es Änderungen verlangt hat. Zuvor hatte Trump angeordnet, alle Smithsonian-Ausstellungen vor dem 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung zu überprüfen.

Die Regierung erklärte, Ziel sei eine Darstellung, die amerikanische Besonderheit betone und als parteiisch empfundene Inhalte entferne. Trumps frühere Beschriftung nannte seine Supreme-Court-Nominierungen und die Entwicklung der Covid-19-Impfstoffe und endete mit dem Hinweis auf die zwei Amtsenthebungen und die Freisprüche im Senat. Diese Passage fehlt nun vollständig. Die Galerie verweist auf eine geplante Überarbeitung der Präsidenten-Ausstellung und experimentiert mit knapperen Angaben. Hinweise auf die Amtsenthebungen von Andrew Johnson und Bill Clinton sowie den Rücktritt von Richard Nixon bleiben bestehen. Der Schritt fügt sich in Trumps erklärtes Vorhaben ein, die Darstellung von Geschichte und seiner eigenen Präsidentschaft aktiv zu beeinflussen.

ICE verhaftet Personen bei einem Einsatz im Süden von Minneapolis, die einfach nur die Nachbarschaft warnen wollten.

Bei einem ICE-Einsatz im Süden von Minneapolis schlagen Bundesbeamte die Scheibe eines Autos ein. In dem Wagen sitzen Menschen, die nichts getan haben, außer Nachbarn vor dem Einsatz zu warnen. Auf den Bildern ist zu sehen, wie Agenten das Fenster zerstören, den Mann aus dem Fahrzeug reißen und festhalten. Rundherum sind die Anwohner geschockt. Die Szene spielt sich auf offener Straße ab, mitten in einem Wohngebiet. Schreie sind zu hören, mehrere Menschen filmen. Die Frau und der Mann leisten keinen sichtbaren Widerstand, als er aus dem Auto gezogen wird bzw. die Frau „aussteigt“. Dennoch werden sie abgeführt. Der Einsatz ist Teil der aktuellen ICE-Operationen in der Stadt. Für viele vor Ort wirkt das Vorgehen mehr als nur unverhältnismäßig und finden dafür schon lange andere Bezeichnungen. Sie bestätigen den Eindruck, dass Warnen bereits als Anlass für Gewalt reicht und man im Gefängnis endet. Amerika 2026 – Dagegen muss Haltung gezeigt werden. Punkt.

Lawrence, Kansas – Und plötzlich wachen sie auf

Es ist nicht irgendein Ort. Lawrence liegt in Kansas, einem Bundesstaat, in dem ICE bislang kaum mit Widerstand rechnen musste. Doch am Wochenende versammelten sich hier Menschen auf der Straße, mit Schildern, mit Wut, mit Entschlossenheit. Die Schüsse von Minneapolis hallen nach. Die Angst sitzt tief. Und doch: Sie schreien, sie stellen sich entgegen. Inmitten konservativer Vorstadtstraßen wächst etwas, das ICE nicht erwartet hat. Was in New York oder Oakland Routine ist, bricht nun mitten in Trumps Kernland durch. Die Protestierenden rufen nach Gerechtigkeit für Renee Good, nach dem Ende willkürlicher Festnahmen. ICE hat keine Ahnung, was sie entfesselt haben. Doch das Land beginnt zu brennen – auch dort, wo es niemand erwartet hätte.

Angriff auf die Unabhängigkeit der Notenbank

Zum ersten Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten steht ein amtierender Chef der Federal Reserve im Zentrum strafrechtlicher Ermittlungen. Das Justizministerium untersucht angebliche Unregelmäßigkeiten bei der Renovierung des Hauptsitzes in Washington. Doch Jerome Powell nennt die Ermittlungen offen einen Akt politischer Vergeltung. In einer schriftlichen Erklärung erklärte er: „Die Drohung mit strafrechtlichen Vorwürfen ist eine Folge davon, dass die Federal Reserve die Zinssätze auf Grundlage unserer besten Einschätzung dessen festlegt, was dem öffentlichen Interesse dient, statt den Vorlieben des Präsidenten zu folgen.“ Die Unabhängigkeit der US‑Notenbank galt bislang als unantastbar. Dass nun gezielt gegen ihren Vorsitzenden ermittelt wird, markiert einen tiefen Bruch.

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