Der letzte Auftritt eines umstrittenen Demagogen!
Charlie Kirk ist tot. Der 31-jährige Gründer von Turning Point USA wurde am 10. September 2025 an der Utah Valley University erschossen. Während politische Gewalt niemals zu rechtfertigen ist und dieses Attentat aufs Schärfste zu verurteilen ist, darf der Tod Kirks nicht dazu führen, seine gefährliche Rolle in der amerikanischen Politik zu beschönigen. Kirk war kein konservativer Intellektueller oder demokratischer Akteur – er war ein Brandstifter, der systematisch zur Radikalisierung junger Menschen beitrug und extremistische Ideologien salonfähig machte.

Die Anatomie eines Extremisten
Kirk vertrat Positionen, die weit über legitimen Konservatismus hinausgingen: Er verbreitete die „Große Lüge“ über gestohlene Wahlen 2020 und organisierte Busse für den 6. Januar 2021 – den Tag des Kapitol-Sturms. Als er später vom January 6 Committee vorgeladen wurde, berief er sich auf den Fifth Amendment. Seine rassistischen Ausfälle waren Legion. 2021 bezeichnete er George Floyd, dessen Ermordung landesweite Proteste auslöste, als „Abschaum“ und fügte hinzu: „Zerstört diesen Staat nicht total. Er wurde von wunderbaren Skandinaviern aufgebaut, und es scheint, als würde er jetzt absichtlich zerstört.“ Kirk propagierte einen militanten christlichen Nationalismus, verwies auf das „Seven Mountain Mandate“ – die Idee, dass Christen alle Bereiche der Gesellschaft dominieren sollten. Bei Veranstaltungen führte er Tausende in „Christ is King“-Rufe, nicht als spirituelle Übung, sondern als politischen Schlachtruf gegen Pluralismus und Säkularismus.
Der Tag der Gewalt
Die fast 1.000 Unterschriften gegen Kirks Auftritt kamen nicht von ungefähr. Studenten und Fakultät sahen in ihm eine Bedrohung für die Sicherheit marginalisierter Gruppen auf dem Campus. Seine „divisive Rhetorik“ war kein akademischer Diskurs, sondern gezieltes Schüren von Hass. Trotzdem: Was am 10. September geschah, war ein Verbrechen. Um 12:20 Uhr, während Kirk seine übliche Provokationsshow abzog, traf ihn ein Schuss vom Losee Center, 200 Meter entfernt. Die Videos zeigen, wie er sich an den Hals greift, Blut strömt, er kippt vom Stuhl. Etwa 2.000 Menschen, viele mit MAGA-Kappen, gerieten in Panik. Wir verzichten bewusst darauf, diese Videos hier zu zeigen.

Die Ironie ist bitter: Kirk wurde erschossen, während er eine Frage über Massenerschießungen beantwortete – ein Problem, das seine eigene Bewegung durch ihre Waffenanbetung und Ablehnung jeder Regulierung verschärft hatte.
Die Heuchelei der Trauernden
Die Reaktionen offenbarten die Verlogenheit des rechten Establishments. Elon Musk, der selbst Verschwörungstheorien und Hass auf X verbreitet, erklärte: „Die Linke ist die Partei des Mordes.“ Harrison Smith von InfoWars – der Plattform, die Sandy-Hook-Eltern als „Crisis Actors“ diffamierte – sprach von der „Förderung des Extremismus“ durch Demokraten. Stephen Miller, Architekt von Trumps grausamer Einwanderungspolitik, sprach vom „Bösen, das Charlie aus dieser Welt gestohlen hat“ – als ob Kirk selbst nicht aktiv Böses in die Welt getragen hätte durch seine Hetze gegen Minderheiten, LGBTQ-Menschen und Einwanderer. Trump selbst nannte Kirk „Great, and even Legendary“ – eine Beschreibung, die nur in einer völlig degenerierten Wertewelt Sinn ergibt.

Die Brücken zwischen den Lagern sind brüchig, die Anreize zur Eskalation groß, die Linien zwischen Rede, Ruf und Risiko dünn. Und doch zeigt sich in dieser Stunde auch etwas wie gemeinsame Sprache: Gebete, Bekundungen, klare Sätze gegen Gewalt – von Obama bis Trump, von Newsom bis Thune, vom FBI bis zum Bürgermeister von Orem, David Young, der die Stadt um Hinweise bittet.
Das wahre Vermächtnis
Kirk hinterlässt ein vergiftetes Erbe. Turning Point USA, mit einem Budget von über 90 Millionen Dollar, indoktriniert weiterhin junge Menschen mit extremistischen Ideologien. Die Organisation, die er aufbaute, ist eine Pipeline zur Radikalisierung, getarnt als konservative Studentengruppe. Seine „Prove Me Wrong“-Tische waren keine Orte des ehrlichen Diskurses, sondern Bühnen für schlechte Faith-Argumente und Propaganda. Die YouTube-Videos mit Millionen Views zeigen nicht intellektuellen Austausch, sondern wie ein Mann mit Medienerfahrung und vorbereiteten Talking Points unerfahrene Studenten vorführt. Neben der politischen Dimension seines Wirkens ist auch seine Rolle im Kulturkampf nicht zu übersehen. Charlie Kirk hatte sich in den vergangenen Jahren zum lautstarken Gegner von LGBTQ-Rechten gemacht, griff insbesondere trans Menschen immer wieder scharf an und stellte Gleichstellung als Bedrohung amerikanischer Werte dar. Wir hatten bereits in unseren eigenen Recherchen dokumentiert, wie Turning Point USA gezielt Kampagnen gegen trans Rechte organisierte, mit Rednerinnen wie Riley Gaines und Chloe Cole, die auf College-Campussen für ein Verbot geschlechtsangleichender Behandlungen warben. Gemeinsam mit den rechtsextremen Proud Boys wurde in Tennessee eine Kundgebung unter dem Titel „Teens Against Gender Mutilation“ durchgeführt, bei der Chapter-Leiter öffentlich erklärten, „Transgender existiert nicht“.

Bürgerrechtsorganisationen reagierten nach dem Attentat mit einem doppelten Appell: Sie verurteilten die Gewalt, warnten aber zugleich vor dem Schaden, den Kirks Rhetorik angerichtet habe. „Politische Gewalt ist inakzeptabel, und Waffengewalt ist eine Epidemie von Küste zu Küste, die dringend angegangen werden muss“, erklärte GLAAD. „Es ist eine nachweisbare Tatsache, dass Charlie Kirk unzählige Desinformationen über LGBTQ-Menschen verbreitet hat. Lügen und Hetze über Transgender waren ein fester Bestandteil seiner Rhetorik und seiner Veranstaltungen.“ Auch die Human Rights Campaign, die größte LGBTQ-Organisation des Landes, verurteilte den Mord und forderte ein Ende der Waffengewalt: „Wir können diese Epidemie nicht als normal akzeptieren. Wir können nicht so weiterleben.“
Die unangenehme Wahrheit
Ja, Kirk wurde ermordet, und das ist tragisch, moralisch verwerflich. Er hinterlässt eine Frau, die ihren Ehemann verloren hat und zwei Kinder, die ihren Vater verloren haben. Kein Mensch verdient es, für seine Meinungen erschossen zu werden, egal wie abscheulich diese sind. Aber – und dieses Aber ist wichtig – Kirk war kein Märtyrer für Redefreiheit. Er war ein Profiteur des Hasses, ein Architekt der Spaltung, ein Mann, der seinen Reichtum und Einfluss auf dem Rücken derer aufbaute, die er dämonisierte. Kirk wurde reich durch das Schüren von Spaltung – sein 4,75 Millionen Dollar Anwesen in Arizona wurde mit dem Hass finanziert, den er säte.

Die wahre Tragödie ist nicht nur, dass ein Mann erschossen wurde. Es ist, dass Amerika an einem Punkt angelangt ist, wo Extremisten wie Kirk Millionen mobilisieren können, wo Hass als politische Strategie normalisiert wird, und wo Gewalt zur vorhersehbaren Konsequenz einer vergifteten politischen Kultur wird.
Der Schütze und die Schuld
Der Schütze ist noch auf der Flucht. Wer auch immer es war, hat ein Verbrechen begangen, das durch nichts zu rechtfertigen ist. Politische Gewalt ist immer falsch, egal gegen wen sie sich richtet. Der Mörder ist kein Held, sondern ein Terrorist.

Aber während wir die Gewalt verurteilen, dürfen wir nicht vergessen, dass Kirk selbst Teil eines Ökosystems war, das Gewalt normalisierte – nur eben nicht gegen Menschen wie ihn. Seine Bewegung feierte Kyle Rittenhouse, verteidigte den 6. Januar, romantisierte Waffen und militante Rhetorik.
Ein Amerika am Abgrund
Kirks Tod ist ein weiterer Meilenstein in Amerikas Abstieg in politische Gewalt. Von der Ermordung einer demokratischen Abgeordneten in Minnesota bis zur Schießerei an der Evergreen High School in Colorado, ebenfalls heute – das Land zerreißt sich selbst. Aber die Lösung ist nicht, Extremisten wie Kirk zu Helden zu verklären. Die Lösung ist, die Ideologien zu bekämpfen, die er vertrat – mit Worten, nicht mit Waffen. Mit Bildung, nicht mit Patronen. Mit Empathie, nicht mit Extremismus. Charlie Kirk ist tot. Die Bewegung, die er aufbaute, lebt weiter. Das ist die eigentliche Tragödie. Während wir den Mord verurteilen, dürfen wir nicht vergessen, wofür Kirk stand: Hass, Spaltung und die Zerstörung der amerikanischen Demokratie.

Seine letzten Worte auf X waren: „Die Utah Valley University ist hochmotiviert und startklar.“ Die Ironie könnte bitterer nicht sein. Er war bereit für einen weiteren Tag des Hasses. Stattdessen wurde er Opfer der Gewalt, die seine Bewegung normalisiert hatte. Amerika muss aus diesem Kreislauf ausbrechen. Kirks Tod sollte ein Weckruf sein – nicht um seinen Extremismus zu ehren, sondern um ihn endgültig zu überwinden. Nur so kann verhindert werden, dass weitere Menschen sterben müssen, sei es durch Attentate oder durch die Gewalt, die Demagogen wie Kirk entfesseln.
Das ist die unbequeme Wahrheit über Charlie Kirk: Er war Täter und Opfer zugleich in einem System, das er selbst mit erschaffen hatte. Sein Tod ist tragisch. Sein Leben war es auch – für all jene, die unter seinem Hass litten.
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Es ist immer furchtbar, wenn ein Menschenleben gewaltsam endet.
Aber hier handelt sich um einen Menschen, der sich aus freien Stücken entschlossen hat, seine Energie für schlechte Dinge, für Faschismus, Hass und Hetze zu nutzen. Sogar zum Aufruf zum Mord (steinigt die widerlichen Schwulen)
Wer ständig Gewalt säat, wird irgendwann darum umkommen.
Trumps Rede dazu war entlarvend.
Beweihräucherung, Bewunderung und Flaggen auf Halbmast bis Sonntag.
Flaggen auf Halbmast…. unglaublich!
Es gab bundesweit keine Flaggen auf Halbmast als die beiden demokratischen Abgeordneten plus dem Ehemann erschossen wurden.
Ein kurzen Statement. Damit war die Sache für die Republikaner erledigt.
Das Attentat kommt Zulu einem sehr passendem Zeitpunkt für Trump.
Sicher ist, dass ein 20pm Schuss nicht von einem Zufallstäter angegeben wurde.
Wundern würde es mich nicht, wenn das aus Trumps Reihen beauftragt wurde.
Kirk hat vehement die Freigabe der ungeschwärzten Epstein Files gefordert… nichts, was Trump gebrauchen kann.
Ein toter Kirk, ist viel nützlicher.
Ablenkung von allen „brennenden Baustellen um Trump“. Epstein Files, Versagen in der Außenpolitik, Inflation etc.
Kreirung eines Märtyrers.
Beschuldigung der Linken, der Demokraten, der Transmenschen …. obwohl bis jetzt kein Täter gefasst ist.
Kirk Organisation bekommt nun viel Aufmerksamkeit, die Rechten Sorgen dafür, dass das gut genutzt wird um noch mehr Menschen in diese Gruppierung zu ziehen.
Das nennt man win-win-win
Nur nicht für Kirk und seine Familie.
Sie werden jetzt für rechte Hetze missbraucht.
Die Kinder werden mit Hass aufwachsen, eine vergiftete nächste Generation.
Und über die Opfer der Schießerei in Colorado verliert kein Republikaner ein Wort.
Das ist ja auch ein demokratischen Stast und die woken Linken haben ihren Staat nicht im Griff. Genau das liest man ständig und ich könnte 🤮
Ein ausgezeichneter Artikel mit der richtigen Balance und Ausrichtung.