Der Nobel zum Mitnehmen!

Donald Trump nimmt einen Nobelpreis entgegen, den ihm niemand verliehen hat, und tut so, als sei damit etwas entschieden. Überreicht wird keine Auszeichnung, sondern ein Stück Symbolik, schwer gerahmt, goldfarben, groß genug für die Kamera. Er hält das Objekt fest, lächelt und schreibt sich Bedeutung zu, ohne dass es dafür einen Rahmen gibt außer dem aus Holz. Nicht vom Komitee, nicht von einer Institution, sondern aus privater Hand, ohne Auftrag, ohne Verfahren.

Dass die Überreichende selbst Friedensnobelpreisträgerin ist, macht es nicht besser, sondern schlimmer. Wer weiß, was dieser Preis bedeutet, weiß auch, dass er kein Geschenkartikel ist. Hier wird kein Zeichen gesetzt, hier wird Bedeutung verschoben. Aus politischem Anspruch wird Anbiederung, aus Anerkennung ein Souvenir. Trump nimmt es dankend an, weil es glänzt. Sie gibt es weiter, obwohl sie es nicht weitergeben kann. Am Ende bleibt ein Foto, das alles zeigt, was falsch läuft. Nicht groß, nicht würdevoll, sondern einfach daneben. Wir hatten erst überlegt, überhaupt darüber zu berichten, weil es einfach nur peinlich ist.
Drohen mit dem Ausnahmezustand!
Karoline Leavitt weicht aus, als sie gefragt wird, was Donald Trump konkret dazu bewegen würde, das Insurrection Act anzuwenden. Nur Trump selbst könne sagen, was diesen Schritt auslöse, erklärt sie, und bezeichnet das Gesetz als ein Werkzeug im Machtbereich des Präsidenten. Von früheren Präsidenten sei es nur selten genutzt worden. Gleichzeitig droht Trump offen mit dem Einsatz von Soldaten gegen anhaltende Proteste in Minneapolis. Auslöser ist der massive Einsatz von Bundesbeamten zur Durchsetzung der verschärften Abschiebepolitik. Die Stadt steht seit Tagen unter Spannung, Angst und Wut liegen dicht beieinander. Einen Tag zuvor wurde ein Mann von einem Einwanderungsbeamten angeschossen, nachdem er diesen mit einem Schaufelstiel und einem Besen attackiert haben soll. Der Vorfall folgte auf die tödliche Erschießung von Renee Good durch einen ICE-Agenten. Seitdem wächst das Gefühl, dass staatliche Gewalt zunehmend politisch eingesetzt wird. Leavitt reagiert darauf nicht mit Deeskalation, sondern greift demokratische Politiker an und wirft ihnen Hass auf Trump vor. Unbeantwortet bleibt, wer entscheidet, wann Protest zur Rechtfertigung für militärisches Vorgehen erklärt wird.
Werben um Rückhalt

Der dänische Außenminister reist nach Washington, um im Kapitol Unterstützung für das Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und Dänemark zu sichern. Hintergrund sind die wiederholten Drohungen von Donald Trump, Grönland unter amerikanische Kontrolle zu bringen. In Gesprächen mit Senatorinnen und Senatoren beider Parteien betont Rasmussen die engen Beziehungen zu Senat und Repräsentantenhaus. Dänemark sei bereit, auf vernünftige amerikanische Anliegen in Bezug auf Grönland einzugehen. Zugleich wird deutlich, wie tief das Misstrauen inzwischen sitzt. In beiden Parteien wächst die Sorge, Trump könne das nordatlantische Bündnis beschädigen. Der Gedanke, militärischen Druck einzusetzen, alarmiert selbst langjährige Verbündete. Republikanische Abgeordnete verweisen stattdessen auf Zusammenarbeit mit Dänemark zur Stärkung der Sicherheit in der Arktis. Rasmussen versucht, genau dort anzusetzen und Gesprächsfähigkeit zu zeigen. Es ist der Versuch, politische Schäden zu begrenzen, bevor sie unumkehrbar werden. Die Unsicherheit bleibt, solange Drohungen Teil der offiziellen Linie von Trump sind.
Schwerverletzter Aktivist spricht nach ICE-Einsatz
Der 21-jähriger Kaden Rummler sagt, er werde für den Rest seines Lebens blind bleiben. In seinem Schädel sind Brüche, die Ärzte nicht operieren können. Er beschreibt, dass selbst Niesen oder Husten gefährlich sei, weil der Druck im Kopf ihn in Lebensgefahr bringen könne. Aus seinem Auge sei ein Stück Plastik entfernt worden, ungefähr so groß wie eine Münze. Dahinter hätten Splitter aus Metall, Glas und Plastik gesteckt, teils im Auge, teils im Schädel. Die Bilder des ICE-Einsatzes vom 14 Januar 2026, die zu der schweren Verletzung führten, sind erschütternd und menschenverachtend.
Santa Ana, Kalifornien! Ein 21-jähriger Demonstrant wurde von einem Beamten der Homeland Security in das Auge geschossen! – Amerika 2026
Er spricht von Schmerzen, die nicht nachlassen, und von einem Körper, der seitdem nicht mehr funktioniert wie vorher. Ärzte hätten ihm gesagt, es sei ein Wunder, dass er überlebt habe. Was bleibt, ist ein zerstörtes Auge und ein Kopf voller Fremdkörper, die man nicht einfach herausbekommt. Wenn ein Staat so handelt, endet das Spiel. Was bleibt, ist Gewalt, die sich selbst zum Gesetz erklärt.
Eskalation im Presseraum
Karoline Leavitt geht frontal auf einen Journalisten los, der den tödlichen ICE-Einsatz als rücksichtslos bezeichnet. Sie erklärt, er sei kein Journalist, sondern ein politischer Aktivist. Der Vorwurf lautet, er sitze unberechtigt auf diesem Platz. Leavitt sagt, die Frage selbst beweise eine Voreingenommenheit. Journalismus bedeute, über Fakten und Fälle zu berichten, nicht über Unterstellungen. Sie fordert Zahlen zu getöteten US-Bürgern durch illegale Einwanderer ein. Diese Zahlen habe der Journalist nicht. Sie unterstellt, er habe relevante Fälle nie gelesen. Namentlich nennt sie Laken Riley und Jocelyn Nungaray. Diese Namen sollen belegen, wofür ICE stehe. Leavitt stellt die Beamten als mutig dar und ihren Einsatz als Schutz der Gemeinschaft. Medienvertretern mit anderer Sicht wirft sie Verdrehung der Tatsachen vor. Am Ende steht für Leavitt nicht Aufklärung, sondern das Ausblenden der Realität.
Minneapolis wie unter Kriegsrecht
Aliya Rahman wird in Minneapolis aus ihrem Auto gezerrt, gefilmt von Dutzenden Handys, millionenfach verbreitet. Sie war auf dem Weg zu einem Arzttermin, nicht auf der Suche nach einer Konfrontation. An einer Kreuzung trifft sie auf Bundesbeamte. Schreie, Pfeifen, Hupen, Chaos. Maskierte Beamte schlagen eine Scheibe ein, schneiden den Sicherheitsgurt durch und ziehen sie aus dem Wagen. Sie sagt, sie sei behindert und habe deshalb nicht weiterfahren können. Ihre Arme werden nach hinten gedrückt, mehrere Männer tragen sie zu einem ICE-Fahrzeug. Später wird sie in ein Haftzentrum gebracht. Medizinische Hilfe erhält sie dort nicht. Sie verliert das Bewusstsein in der Zelle. Erst dann kommt sie ins Krankenhaus. Die Behörden nennen sie eine Aufwieglerin. Sie habe Anweisungen ignoriert. Videos zeigen ein Muster, das sich wiederholt. Fenster werden eingeschlagen, Menschen aus Autos gezogen, Pfefferspray in der Öffentlichkeit eingesetzt. Bürger und Migranten werden gleich behandelt. Die Stadt wirkt wie unter Kriegsrecht. Wer das sieht, versteht, warum viele sagen, sie hätten Angst, ihre Wohnung zu verlassen. Wir sprachen mit der Frau später, und sie habe geglaubt, sie würde sterben. Mittlerweile ist sie aus dem Krankenhaus entlassen. Ob Aliya angeklagt wurde, bleibt offen. Aus Erfahrung können wir hier aber bereits sagen, dass das Verfahren zu fast 100% eingestellt wird. Schadensersatzsprüche werden geltend gemacht.
Richter stoppt Trump-Klage zu Wählerdaten

Ein Bundesgericht in Kalifornien hat die Klage der Trump-Regierung auf Herausgabe detaillierter Wählerdaten abgewiesen. Der Versuch, Zugriff auf persönliche Informationen von über 23 Millionen registrierten Wählerinnen und Wählern zu erzwingen, sei rechtswidrig und ohne jede gesetzliche Grundlage, so das Urteil. Die Regierung habe nicht das Recht, sich ohne Zustimmung des Kongresses Zugang zu sensiblen Wahlregistern zu verschaffen. Richter David O. Carter warnte vor einer „Konzentration aller Wahlmacht in der Exekutive“ und sprach von einer Bedrohung für freie Wahlen. Die Klage war Teil einer größeren Offensive des Justizministeriums gegen demokratisch regierte Bundesstaaten. Gefordert wurden Namen, Adressen, Geburtsdaten, Führerscheinnummern und Teile der Sozialversicherungsnummern. Kaliforniens oberste Wahlbehörde kündigte an, sich weiter gegen diesen Zugriff zu wehren. Aus den Bundesstaaten kam zudem der Verdacht, dass die Daten an das Heimatschutzministerium weitergegeben werden sollten. Die zentrale Frage bleibt: Warum soll eine Einwanderungsbehörde Zugriff auf Wahlregister erhalten?
UN berät über Irans Proteste – Trump bleibt vage

Auf Antrag der USA hat der UN-Sicherheitsrat am Donnerstag in einer Dringlichkeitssitzung über die tödlichen Proteste im Iran beraten. Präsident Trump ließ offen, welche Maßnahmen er gegen Teheran ergreifen will, nachdem im Iran erneut Demonstrierende getötet und Hinrichtungen angekündigt wurden. Die iranische Regierung äußerte sich beschwichtigend, während das Regime weiter gegen landesweite Proteste vorgeht. Karoline Leavitt erklärte, für Trump blieben „alle Optionen auf dem Tisch“. Der Iran sperrte ohne Begründung seinen Luftraum für mehrere Stunden. In Qatar wurde US-Militärpersonal zur Evakuierung aufgefordert, in Kuwait wurde Reisen von US-Botschaftsangehörigen zu Stützpunkten vorerst untersagt. Die Lage bleibt angespannt, während Teheran versucht, nach außen Entschlossenheit und nach innen Kontrolle zu demonstrieren. Internationale Beobachter sprechen von einem weiteren möglichen Eskalationspunkt in der Golfregion. Trumps Absichten bleiben unklar, aber die Warnung steht.
Starlink gegen die Abschaltung

Trotz Internetsperren, GPS-Störungen und Satellitenjagd gelingt es zehntausenden Menschen im Iran weiterhin, sich zu verbinden. Rund 50.000 Starlink-Terminals sollen inzwischen im Land versteckt sein – auf Dächern, hinter Fenstern, in improvisierten Netzwerken. Aktivistengruppen hatten den Ernstfall vorbereitet, seit Jahren geschmuggelt, gebaut, getestet. Als am 8. Januar das Netz abgeschaltet wurde, sprangen sie an. Bilder von Schüssen, Leichen, brennenden Straßenecken gelangten in die Außenwelt. Die Regierung reagierte mit Maßnahmen, die sonst nur aus Kriegsgebieten bekannt sind. GPS-Störsender, Drohnen, Razzien, Drohgebärden. Die Präsenz der Terminals ist dennoch zu verstreut, zu tief verankert. Ein digitaler Katz-und-Maus-Krieg ist in Gang, bei dem kein Staat mehr voll abschalten kann. Die Technik stammt von SpaceX. Musk hat angekündigt, den Dienst im Iran kostenlos bereitzustellen. Aktivisten warnen trotzdem vor Abhängigkeit. Sie erinnern an Länder, in denen der Dienst aus wirtschaftlichen Gründen nicht verfügbar ist. Starlink wird zur politischen Infrastruktur – und die Kontrolle darüber liegt bei einem Mann mit wechselnden Interessen. Die iranische Regierung spricht von illegalen Geräten, von nationaler Gefahr. Doch was sie wirklich fürchtet, ist die Verbindung nach außen.
