Heute bei uns in den Kurznachrichten:
Ein Co-Pilot greift auf einem FlyDubai-Flug nach Israel den Kapitän mit der Notfall-Axt aus dem Cockpit an. 182 Menschen entgehen nur knapp einer Katastrophe, obwohl Oman den Mann zuvor bereits wegen Sorgen über extremistische Ansichten aus dem Flugbetrieb genommen hatte.
Donald Trump behauptet weiter, Amerikas Fabriken kämen zurück. In Springfield, Ohio, verlieren fast 1.400 Beschäftigte ihren Job, darunter Menschen, die ihn drei Mal gewählt haben und jetzt genug von seinen Versprechen haben.
Die Bundesbank erwartet für Deutschland 2026 plötzlich rund 1 Prozent Wachstum, doppelt so viel wie noch im Juni. Bezahlt wird ein erheblicher Teil des Aufschwungs allerdings mit neuen Schulden, während hohe Energiepreise und Inflation weiter auf Unternehmen und Haushalten lasten.
Donald Trump macht politische Nähe zum Geschäft. Die 185 größten Besitzer seiner Kryptowährung dürfen mit ihm essen, die 29 größten Käufer bekommen einen zusätzlichen Empfang, die besten 4 eine 18-karätige Trump-Golduhr.
Und Benny Johnson bekommt seine eigenen Worte vor Gericht zurück. Der Trump-nahe Kommentator erklärte friedliche ICE-Demonstranten zu „linken Terroristen“, obwohl sie später ohne Anklage freikamen. Danach folgten im Netz Forderungen nach Folter und Tötung.
Der Mann mit der Axt im Cockpit: Wie ein gesperrter Pilot bei FlyDubai an die Steuerung kam

Der indische Premierminister Narendra Modi sprach am Freitag, 2. Oktober 2026, mit FlyDubai-Kapitän Smit Machchhar. Die Aufnahme stammt aus Modis YouTube-Kanal. Nach dem Angriff im Cockpit war Machchhar schwer verletzt worden und hatte dennoch noch die Cockpittür geöffnet. Dadurch konnten andere an Bord eingreifen und verhindern, dass der Flug mit 182 Menschen außer Kontrolle geriet.
182 Menschen saßen in der Maschine, als aus einem Linienflug nach Israel binnen Minuten ein Kampf um das Flugzeug wurde. Nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate griff der Kopilot Hamam al-Hammami den Kapitän mit der Notfall-Axt aus dem Cockpit an und versuchte anschließend, die Kontrolle über die Maschine zu übernehmen. Das Flugzeug verlor dabei so heftig an Höhe, dass die Behörden inzwischen davon ausgehen, dass es beinahe abgestürzt wäre. Passagiere und weitere Personen an Bord überwältigten den Kopiloten schließlich. Der schwer verletzte Kapitän brachte noch die Kraft auf, die Cockpittür zu entriegeln. Erst dadurch konnten Helfer hineingelangen, den Angreifer zu Boden bringen und die Maschine stabilisieren. Der Flug endete mit einer Notlandung in Saudi-Arabien.
Der Geschichte des Mannes macht die Sache noch schwerer erklärbar. Hamam al-Hammami ist omanischer Staatsbürger, wurde in den Vereinigten Arabischen Emiraten geboren, seine Mutter stammt aus Syrien. Nach Angaben mehrerer Personen mit Kenntnis der Ermittlungen hatte Oman ihn bereits vom Flugbetrieb ausgeschlossen, weil es Sorgen über extremistische Ansichten gegeben habe. Bei Oman Air sei er anschließend auf einen Verwaltungsarbeitsplatz versetzt worden. Später stellte FlyDubai ihn als Piloten ein. Wie gründlich seine Vergangenheit dabei geprüft wurde, ist bislang offen. Genau diese Frage dürfte FlyDubai noch lange verfolgen. Ein Mann, den eine nationale Fluggesellschaft aus Sicherheitsgründen nicht mehr fliegen ließ, saß plötzlich wieder im Cockpit eines Passagierjets.
Hinzu kommt ein weiteres Problem. Israel hat Vereinbarungen mit ausländischen Fluggesellschaften, wonach Piloten aus Staaten ohne diplomatische Beziehungen zu Israel nicht auf Flügen in das Land eingesetzt werden sollen. Oman und Israel unterhalten keine formellen diplomatischen Beziehungen. Wie al-Hammami dennoch auf diesem Flug eingesetzt werden konnte, gehört deshalb zu den Fragen, auf die Ermittler Antworten brauchen. Sicherheitsbehörden aus 4 Staaten arbeiten an dem Fall, unterstützt von den USA und weiteren westlichen Regierungen. Geprüft wird, ob der Kopilot allein handelte oder Verbindungen zu extremistischen Gruppen hatte.
Sein Instagram-Konto war bis zum Tag des Fluges aktiv und wurde dann gelöscht. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einer „islamistischen Radikalisierung“, legte dafür bislang jedoch keine Belege vor. Der hochrangige emiratische Berater Anwar Gargash bezeichnete den Angriff dagegen bereits als „gefährlichen Terroranschlag“. Beide Piloten wurden inzwischen in die Vereinigten Arabischen Emirate gebracht, wo die Ermittlungen geführt werden. Der Kapitän überlebte schwer verletzt. Dass 182 Menschen ebenfalls überlebten, verdanken sie wenigen Minuten, in denen ein verwundeter Mann noch die Tür öffnen konnte und andere an Bord nicht warteten, bis jemand anderes handelte.
Trump verspricht die Rückkehr der Fabriken, in Ohio verlieren 1.400 Arbeiter ihren Job

Drei Tage bevor Donald Trump in der Gegend von Dayton auftreten will, haben fast 1.400 Menschen ihre Arbeit verloren. Am Mittwoch endete für sie vorerst der Alltag im früheren Navistar-Werk in Springfield. Kyle Bos, 30, saß anschließend mit Kollegen zusammen, Tee aus Bierkrügen, zu Hause zwei Töchter und ein drittes Kind unterwegs. Im Supermarkt, sagt er, koste ihn heute eine Handvoll Waren so viel wie früher ein voller Einkaufswagen. Bos hat Trump drei Mal gewählt. Diesmal will er für Demokraten von Tür zu Tür gehen. „Politisch muss sich in diesem Land etwas ändern.“ Es sei immer schlimmer geworden. Die Entlassungen sind so groß, dass sie rechnerisch ungefähr den gesamten Beschäftigungszuwachs eines Jahres im Großraum Dayton wieder auffressen. Am Samstag kommt Trump ganz in die Nähe und will dort erzählen, warum die wirtschaftliche Lage besser sei, als viele Menschen sie erleben.

Noch am Donnerstag hatte Trump in einer Lastwagenfabrik in Texas verkündet, überall im Land entstünden Fabriken, die Produktion kehre zurück. Das eigentliche Problem sei nur die Öffentlichkeitsarbeit. In Ohio klingt dieser Satz anders. Gerade einmal 17 Prozent der Amerikaner billigen seinen Umgang mit den Lebenshaltungskosten. Trump verspricht inzwischen 5.000 Dollar für Erwachsene, falls die Republikaner im November Repräsentantenhaus und Senat halten. Bos nennt das eine Bestechung und eine Ohrfeige. Als hielte die Regierung die Leute für dumm. In Dayton ist die Erinnerung an verschwundene Industriearbeitsplätze ohnehin lang. Seit 1990 verlor die Region ungefähr die Hälfte ihrer damals rund 90.000 Fabrikstellen. Erst gingen Arbeitsplätze nach Mexiko, später verschärfte Chinas Aufstieg den Druck. Für viele Arbeiter war Trump gerade deshalb attraktiv geworden. Jetzt trifft ein Teil seiner alten Wählerschaft auf Preise, Krieg und eine Wirtschaftspolitik, deren Versprechen im Portemonnaie nicht zuverlässig ankommen.
Die Regierung verweist auf neue Investitionen. Der Flugzeugbauer Electra kündigte 850 Millionen Dollar für Ohio an, hinzu kommen Projekte von Honda, Stellantis und anderen. Rund um den Luftwaffenstützpunkt Wright-Patterson entstanden über Jahre neue Unternehmen und Tausende Arbeitsplätze. Das lässt sich nicht wegreden. Ebenso wenig wie das, was im ehemaligen Navistar-Werk passiert ist. Trumps breite Zölle brachten dort nicht die erhoffte Nachfrage. Der frühere Eigentümer International Motors gab die Fabrik ab. Auch die viel beworbene Steuerfreiheit für Überstunden half Arbeitern wenig, wenn es kaum Überstunden gab. Marianne Donnelly, die im Werk Gabelstapler fuhr, kauft Fleisch inzwischen nur noch heruntergesetzt und legt es in die Gefriertruhe. Zeitungsabonnements und Streamingdienste hat sie gestrichen. Sie und andere hoffen, in 6 bis 12 Monaten zurückzukehren. Der kanadische Hersteller Roshel übernimmt das Werk und kündigt an, die Belegschaft langfristig sogar mehr als verdoppeln zu wollen. Bis dahin stehen die Leute draußen.
Morgan Hughes weiß längst, wie sich wirtschaftliche Unsicherheit anfühlt. Der Job hatte ihr ermöglicht, mit 21 ein Haus zu kaufen und gemeinsam mit ihrem Vater zu arbeiten. Als ihre Stunden gekürzt wurden, fuhr sie zusätzlich für einen Lieferdienst und machte eine Immobilienlizenz. Jetzt klopft sie mit JoJo Burkhard an Türen und wirbt für demokratische Kandidaten. Burkhard sagt, sie müsse derzeit kaum jemanden lange überzeugen. Inflation und wirtschaftlicher Druck erledigten einen Teil der Arbeit. Nach einer solchen Tour saßen beide in einem chinesischen Restaurant. Burkhard öffnete einen Glückskeks und begann zu weinen. Nicht nur sie hatte ihren Arbeitsplatz verloren, auch ihr Freund und ihre Mutter. Auf dem kleinen Zettel stand, sie werde die innere Stärke finden, Schwierigkeiten zu überwinden. Am Samstag wird wenige Kilometer entfernt ein Präsident erklären, dass Amerikas Fabriken zurückkehren. In Springfield warten 1.400 Menschen erst einmal darauf, dass ihre eigenen Arbeitsplätze zurückkehren.
Deutschland wächst plötzlich doppelt so schnell wie gedacht, bezahlt wird der Aufschwung trotzdem auf Kredit

Drei Jahre lang kam Deutschland wirtschaftlich kaum vom Fleck, nun hebt die Bundesbank ihre Erwartung deutlich an. Präsident Joachim Nagel hält für 2026 inzwischen rund 1 Prozent Wachstum für möglich, doppelt so viel wie noch im Juni veranschlagt. Damals standen 0,5 Prozent im Raum. Für eine Wirtschaft, die sich seit Jahren mit Stillstand herumschlägt, wäre das tatsächlich mehr als eine Fußnote. Der Grund liegt allerdings nicht in einem plötzlichen deutschen Wunder. Die Nachfrage aus dem Ausland hält sich besser als erwartet, zugleich pumpt der Bund zusätzliches Geld in Verteidigung, Infrastruktur und Klimaschutz. Ein erheblicher Teil dieses Schubs wird über neue Schulden finanziert. Nagel spricht von einem konjunkturellen Aufschwung, bremst die Freude aber gleich wieder ein. Das langfristige Wachstumspotenzial bleibe schwach. Deutschland wächst also wieder, nur seine alten Probleme sind nicht verschwunden. Hohe Energiekosten treffen die Industrie weiterhin, der Krieg gegen den Iran belastet zusätzlich. Dass sich die Wirtschaft trotzdem robuster zeigt als gedacht, hilft inzwischen auch dem gesamten Euroraum. Prognosen werden nach oben korrigiert, für die Währungsunion steht nun ein Wachstum um oder über 1 Prozent im Raum.
Der Preis dafür könnte unangenehm werden. Mehr staatliches Geld und eine widerstandsfähigere Wirtschaft erhöhen zugleich den Druck auf die Preise. Die Inflation liegt bereits nahe dem Doppelten des 2-Prozent-Ziels der Europäischen Zentralbank und könnte weiter steigen. Dann drohen weitere Zinserhöhungen. Für Unternehmen werden Kredite teurer, für Bauherren ebenso, und private Haushalte bekommen den Aufschwung womöglich zuerst auf der Finanzierungsrechnung zu spüren. Deutschland wächst also wieder schneller, als fast alle erwartet hatten. Nur kommt dieses Wachstum mit einem Beipackzettel: Schulden finanzieren einen beträchtlichen Teil des staatlichen Anschubs, Energie bleibt teuer und die Inflation ist längst nicht erledigt. Nach drei verlorenen Jahren sind 1 Prozent Wachstum eine gute Nachricht. Für einen wirtschaftlichen Befreiungsschlag reicht es noch lange nicht.
185 Käufer, ein Präsident: Trump macht aus politischer Nähe ein Luxusgut

Wer genug von Trumps eigener Kryptowährung hält, darf am 22. November mit ihm essen. Die 185 größten Besitzer von $TRUMP bekommen einen Platz beim angeblich „exklusivsten Dinner der Welt“. Die 29 größten Käufer rücken noch näher an den Präsidenten, die besten vier erhalten zusätzlich eine 18-karätige Trump-Golduhr. Das ist kein schlechter Witz aus einem korrupten Kleinstaat, sondern das Geschäftsmodell rund um einen amtierenden US-Präsidenten. Je mehr Geld im Spiel ist, desto näher kommt man heran.
Schon 2025 lief dieselbe Nummer. Damals durften 220 Großhalter der Münze zum Abendessen, die 25 größten bekamen einen zusätzlichen Empfang. Kritiker nannten das ein Lehrbuchbeispiel für käuflichen Zugang. Jetzt wird das Prinzip einfach neu aufgelegt, nur noch sauberer verpackt. Auf der Internetseite steht zwar, niemand bekomme ein privates Treffen und Geschenke würden nicht angenommen. Gleichzeitig entscheidet die Höhe des finanziellen Einsatzes darüber, wer überhaupt in den Raum kommt und wer noch näher an Trump herandarf. Wer darin keinen Interessenkonflikt erkennt, muss schon sehr fest die Augen schließen. Besonders schmutzig wird es bei den Zahlen. Trump und sein Umfeld haben mit Kryptowährungen enorme Summen verdient. Anleger dagegen sitzen laut Public Citizen auf Milliardenverlusten. $TRUMP selbst schoss nach dem Start auf rund 70 Dollar und dümpelt inzwischen bei einem Bruchteil davon. Die einen zahlen, die anderen kassieren. Und ganz oben steht ein Präsident, dessen Name auf der Münze prangt und dessen Anwesenheit den Wert des ganzen Spektakels erst erzeugt.
Das Weiße Haus verweist darauf, Trump verwalte seine Anlagen nicht selbst. Mag sein. Der politische Geruch bleibt derselbe. Ein Präsident sollte Entscheidungen treffen, Gesetze unterschreiben und dem Land dienen. Hier wird aus Nähe zur Macht ein Wettbewerb mit Rangliste. 185 Plätze, 29 bevorzugte Käufer, 4 goldene Uhren. Demokratie als Kundenbindungsprogramm.
„Linke Terroristen“: Benny Johnson machte aus friedlichen ICE-Demonstranten Feinde, jetzt ziehen sie ihn vor Gericht

Kyle Frankovich und Maureen Foody standen am 3. Oktober 2025 vor einer ICE-Einrichtung in Broadview, Illinois. Sie sangen, beteten, hielten Schilder hoch und filmten, was die Beamten taten. Dann wurden sie festgenommen, etwa 8 Stunden festgehalten und ohne Anklage wieder freigelassen. Für Benny Johnson reichte das trotzdem, um sie vor Millionen Menschen zu „linken Terroristen“ zu erklären. Der rechte Trump-Einpeitscher war an diesem Tag mit hochrangigen Vertretern des Heimatschutzministeriums unterwegs, filmte Menschen mit gefesselten Händen und behauptete, sie seien wegen Angriffen auf Polizisten und ICE-Beamte festgenommen worden. In einem Beitrag schrieb er sogar, Aktivisten hätten Bundesbeamte „am helllichten Tag“ angegriffen. 1,7 Millionen Aufrufe allein für diesen Beitrag. Die beiden Betroffenen sagen: gelogen. Jetzt verklagen sie ihn.
Johnson bekam Bilder von Festnahmen, machte daraus Schuld und verkaufte das Ergebnis über X, Facebook, YouTube, Instagram und Rumble. Millionen sahen Menschen an einer Betonwand, Hände gefesselt, dazu das Wort „Terroristen“. Mehr braucht es im politischen Internet oft nicht. Frankovich berichtet, dass Nutzer ihn anschließend als Antifa-Anführer bezeichneten und versuchten, seine Identität öffentlich zu machen. In den Kommentaren wurde gefordert, Festgenommene zu foltern, zu erschießen oder zu töten. Die staatliche Einwanderungsbehörde setzte noch einen drauf und verwendete ein Bild seiner tätowierten Arme und der gefesselten Hände für ein Rekrutierungsplakat. Ein Mann, gegen den keine Anklage erhoben wurde, tauchte plötzlich als Bildmaterial für staatliche Werbung auf.
Frankovich sagt, er sei nach Johnsons Veröffentlichungen erschüttert gewesen. Er und sein Partner gingen zeitweise nicht mehr allein spazieren, seine sozialen Netzwerke schottete er ab. Foody und Frankovich werfen Johnson in ihrer gemeinsamen Klage vor, gewusst zu haben, dass seine Behauptungen falsch waren, und sie trotzdem verbreitet zu haben. Damit geht es nicht mehr um schmutzige politische Rhetorik allein. Es geht um die Frage, wie weit jemand gehen darf, wenn er Menschen mit Millionenreichweite zu Terroristen erklärt, obwohl keine Anklage gegen sie steht.
Johnson kennt den Unterschied zwischen Bericht und Erfindung eigentlich. 2014 wurde er bereits wegen mehrfachen Plagiats entlassen. Diesmal steht etwas anderes vor Gericht: ob aus politischer Propaganda rechtswidrige Verleumdung wurde. Die Festgenommenen kamen nach Stunden wieder frei. Die Videos blieben. Die Anschuldigung blieb. Die Todesdrohungen blieben. Genau so funktioniert politische Rufzerstörung im Netz: Die Wahrheit braucht Tage, ein einziges falsches Wort Sekunden.
