Bannon, Epstein und die neue Nähe zum Weißen Haus!

Zwischen Steve Bannon und Jeffrey Epstein zirkulierten Nachrichten, die einen beiläufigen, zugleich entlarvenden Ton tragen. Thema war eine neue Vertraute von Donald Trump, die frisch ins engere Umfeld gerückt war. Madeleine Westerhout wird dabei nicht als politische Figur beschrieben, sondern als Objekt interner Spottlust. Bannon bezeichnet sie abfällig, Epstein setzt noch einen drauf und versieht sie mit sexualisierenden Zuschreibungen. Beides sind keine Randbemerkungen, sondern Einblicke in eine Gesprächskultur, in der Macht und Geringschätzung Hand in Hand gehen. Die Wortwahl ist nicht zufällig, sie markiert Besitzansprüche und Rollenbilder. Dass solche Formulierungen in privaten Nachrichten fallen, sagt viel über das Selbstverständnis der Absender. Es geht nicht um Politik, sondern um Nähe, Einfluss und Abwertung. Die Kommunikation wirkt routiniert, fast beiläufig. Genau darin liegt ihre Aussagekraft. Sie zeigt, wie normal solche Töne im inneren Zirkel waren. Und sie legt offen, wie wenig Distanz zwischen politischem Betrieb und persönlicher Verachtung existierte.

„Im Wohnsitz in Unterwäsche“ – eine beiläufige Grenzüberschreitung
In derselben Nachrichtenfolge kippt der Ton weiter ins Intime. Epstein beschreibt Trump als ruhiger, fügt aber eine Szene aus der Präsidentenresidenz hinzu, die bewusst irritiert. Der Anblick des Präsidenten in Unterwäsche sei schwer vorstellbar, Details wolle er persönlich nachreichen. Das ist kein politischer Befund, sondern ein Moment der Entgrenzung. Private Bilder werden zur Währung des Vertrauens zwischen Männern, die sich ihrer Nähe sicher fühlen. Der Satz ist so formuliert, dass er Nähe behauptet, ohne sie auszuformulieren. Er arbeitet mit Andeutung und Exklusivität. Genau das macht ihn brisant. Es entsteht der Eindruck eines Zugangs, der über das Öffentliche hinausgeht. Die Grenze zwischen Beobachtung und Prahlerei verschwimmt. Dass solche Schilderungen überhaupt geteilt werden, spricht für ein Klima fehlender Zurückhaltung. Es ist die Normalität des Grenzübertritts, die auffällt. Nicht der Inhalt allein, sondern der Umstand, dass er geteilt wird. Die Nachricht fügt sich nahtlos in ein Bild aus Vertraulichkeit, Macht und Respektlosigkeit. Und sie zeigt, wie schnell Privates politisch aufgeladen wird, wenn es aus solchen Kreisen stammt.
Grammy-Verleihung wird zur öffentlichen Abrechnung mit ICE und Trump
„Niemand ist illegal auf gestohlenem Land (…) Es ist gerade einfach sehr schwer zu wissen, was man sagen und was man tun soll, und ich fühle in diesem Raum viel Hoffnung. Ich glaube, wir müssen einfach weiterkämpfen (…) und scheiß auf ICE“, sagte Billie Eilish während ihrer Rede bei den Grammy Awards.
Die diesjährige Grammy-Verleihung entwickelte sich zu einer unerwartet klaren politischen Ansage. Auf der Bühne, im Saal und auf den roten Teppichen dominierten Botschaften gegen ICE und gegen die Abschiebepolitik der Trump-Regierung. Mehrere Künstler nutzten ihre Auftritte nicht für Andeutungen, sondern für offene Worte.
Bad Bunny sprach von Menschlichkeit und Zugehörigkeit, Billie Eilish erklärte, niemand sei illegal auf gestohlenem Land, und schloss ihre Rede mit einem offenen Bruch mit ICE. Amy Allen nahm ihren Preis mit einem deutlich sichtbaren „ICE out“-Pin entgegen. Auch Justin und Hailey Bieber signalisierten öffentlich ihre Unterstützung für die Bewegung.

Amy Allen gewinnt bei den diesjährigen GRAMMYs zum zweiten Mal den Preis als Songwriterin des Jahres und nimmt die Auszeichnung mit einem „ICE OUT“-Pin entgegen.

GRAMMYs 2026 – Justin und Hailey Bieber unterstützen die „ICE-out“-Bewegung
Das Publikum reagierte mit Applaus, nicht mit Irritation. Aus einer Musikpreisverleihung wurde so ein politisches Stimmungsbild. Nicht organisiert, nicht abgestimmt, aber auffällig geschlossen. ICE wurde nicht verteidigt, sondern isoliert. Trump kam nicht vor, wurde aber mitgemeint. Die Botschaft war unmissverständlich: Kultur, Pop und Öffentlichkeit haben sich längst abgewandt. Für ICE und die Regierung wurde dieser Abend zu einem sichtbaren Autoritätsverlust.
Texas SD9 kippt – und Trump zieht die Hand zurück
Im Texas Senate District 9 hat der Demokrat Taylor Rehmet eine Nachwahl gewonnen. Es ist ein Wahlkreis, den Donald Trump zuvor mit siebzehn Prozentpunkten Vorsprung für sich entschieden hatte. Der Sitz galt als sicher, das Ergebnis ist es nicht mehr. Rehmet gewann mit einer Kampagne, die vor Ort ansetzte und ohne nationale Inszenierung auskam. Er trat als Gewerkschafter und Veteran an und gewann in einer Region, die lange als fest in republikanischer Hand galt. Nach Bekanntwerden des Ergebnisses reagierte Trump mit demonstrativer Distanz. Er erklärte, er habe mit diesem Rennen nichts zu tun gehabt, es sei eine rein lokale Angelegenheit, er wisse darüber nichts. Verantwortung wird so nicht übernommen, sondern abgegrenzt. Das Ergebnis steht trotzdem. In Wahlkreisen wie diesem entscheidet nicht Ideologie, sondern Vertrauen. Und genau das lässt sich nicht wegreden.
Floridas Gesundheitschef kippt Impfpflichten
„Wer bin ich, Ihnen vorzuschreiben, was Sie Ihrem Körper zuführen sollen? Ihr Körper ist ein Geschenk Gottes.“
Der Gesundheitsminister von Florida, Joseph Ladapo, hat angekündigt, sämtliche Impfpflichten im Bundesstaat abzuschaffen. Die Entscheidung wird nicht mit Studien oder epidemiologischen Daten begründet, sondern mit einer persönlichen Haltung. Niemand solle anderen vorschreiben, was sie ihrem Körper zuführen, sagte Ladapo. Der eigene Körper sei ein Geschenk Gottes. Damit verlässt die staatliche Gesundheitspolitik bewusst den Bereich überprüfbarer Kriterien. Medizinische Verantwortung wird in eine Glaubensfrage umgedeutet. Die Aussage richtet sich nicht nur gegen konkrete Vorgaben, sondern gegen das Prinzip gemeinsamer Schutzregeln. Impfungen erscheinen in dieser Logik nicht mehr als kollektive Vorsorge, sondern als individueller Akt ohne gesellschaftliche Folgen. Für Krankenhäuser, Schulen und Pflegeeinrichtungen bedeutet das Rechtsunsicherheit. Für Risikogruppen bedeutet es weniger Schutz. Florida folgt damit einem Kurs, der staatliche Steuerung zurückdrängt und persönliche Überzeugung in den Vordergrund stellt. Dass diese Linie ausgerechnet vom obersten Gesundheitsbeamten kommt, verleiht ihr besonderes Gewicht. Die Trennung zwischen öffentlicher Gesundheit und persönlichem Glauben wird damit bewusst aufgehoben.
Drohnenangriff auf Arbeiterbus fordert 15 Tote

Am Sonntag, dem 1. Februar, ist in der zentralöstlichen Region Dnipropetrovsk ein Bus mit Bergarbeitern Ziel eines russischen Drohnenangriffs geworden. Fünfzehn Menschen kamen dabei ums Leben. Der Bus war auf dem Weg zu einer Mine, die Insassen Zivilisten auf dem Weg zur Arbeit. Es handelte sich nicht um ein militärisches Ziel, sondern um einen Transport für Beschäftigte einer Industrieanlage. Der Angriff traf sie ohne Vorwarnung. Rettungskräfte fanden einen zerstörten Bus, Trümmer und Tote auf offener Straße. Für die Region ist der Vorfall ein weiterer Schlag in einem Alltag, der längst vom Krieg bestimmt wird. Die Arbeiter hatten keine Möglichkeit, sich zu schützen oder auszuweichen. Der Angriff reiht sich ein in eine Serie von Attacken, die zivile Infrastruktur treffen. In Dnipropetrovsk, fern der Frontlinien, wächst damit die Unsicherheit. Der Weg zur Arbeit wird selbst zum Risiko. Die Toten stehen für eine Realität, in der ziviles Leben keinen Schutz mehr genießt.
Trump schließt das Kennedy Center – zwei Jahre Stillstand für ein nationales Kulturhaus
Der Präsident Donald Trump hat angekündigt, das John F. Kennedy Center for the Performing Arts ab diesem Sommer für zwei Jahre zu schließen. Der Schritt soll nach seiner Darstellung den Weg für einen umfassenden Umbau freimachen. Das Haus am Potomac, einst als nationales Kulturdenkmal zu Ehren John F. Kennedys eröffnet, steht damit vor einer vollständigen Unterbrechung seines Betriebs. Trump begründet das Vorhaben mit baulichen Mängeln und spricht von einem müden, beschädigten Gebäude, das grundlegend erneuert werden müsse.

Die Ankündigung folgt auf Monate massiver Kritik aus dem Kulturbetrieb. Aufführungen wurden abgesagt, Spender zogen sich zurück, das Publikum blieb aus. Trump blendet diese Reaktionen aus und stellt die Schließung als reines Bauprojekt dar. In den vergangenen Wochen hatte er das Zentrum sichtbar nach seinen Vorstellungen umgeformt, seinen Namen am Gebäude anbringen lassen und Vertraute wie Richard Grenell in leitende Funktionen gesetzt. Zugleich forderte er eine Programmänderung, weg von anspruchsvollen Produktionen, hin zu massentauglichen Formaten. Der Widerstand ließ nicht lange auf sich warten. Der Komponist Philip Glass zog eine geplante Uraufführung zurück, die Sopranistin Renée Fleming sagte einen Auftritt ab. Die Washington National Opera beendete ihre Zusammenarbeit, das Nationale Sinfonieorchester spielte zuletzt vor halbleeren Rängen. Trump nennt keine konkretnen Kosten, verweist aber auf bereits bewilligte Bundesmittel für Reparaturen. Geschlossen werden soll das Haus ausgerechnet am 4. Juli. Wo Orchester und Ensembles in dieser Zeit auftreten sollen, ist offen. Zurück bleibt der Eindruck eines Kulturzentrums, das nicht wegen fehlender Mauern verstummt, sondern wegen politischer Eingriffe.
Gerichte bremsen mehr und mehr Trumps Abschiebekurs

Bundesgerichte in den Vereinigten Staaten haben begonnen, Trumps Abschiebepolitik systematisch zu korrigieren. In immer mehr Verfahren ordnen Richter die Freilassung von Menschen aus der Abschiebehaft an oder erzwingen Anhörungen zur Kautionsfrage. Auslöser ist eine Praxis der Regierung, die darauf zielte, Migranten auf unbestimmte Zeit festzuhalten, selbst wenn sie keine Gefahr darstellen und seit Jahren im Land leben. Anwälte reagierten mit einer Welle von Klagen, sogenannten Habeas-Anträgen, die den Staat zwingen, jede einzelne Inhaftierung zu rechtfertigen. In vielen Gerichten füllen diese Verfahren inzwischen ganze Terminkalender. Staatsanwälte werden aus anderen Aufgaben abgezogen, um die Fälle überhaupt abarbeiten zu können. Richter berichten von immer gleichen Geschichten: Menschen, die auf dem Weg zur Arbeit oder bei Verkehrskontrollen festgenommen wurden, Eltern mit schulpflichtigen Kindern, Personen ohne Vorstrafen.
Die Bundesregierung hält dagegen und wirft den Gerichten vor, ihre Arbeit zu behindern. Doch die Entscheidungen sprechen eine klare Sprache. In mehreren Bundesstaaten werden nahezu täglich Anordnungen erlassen, die Haft beenden oder zumindest überprüfen lassen. Besonders problematisch sehen Richter, dass Einwanderungsrichter durch neue Vorgaben faktisch entmachtet wurden. Jahrzehntelang konnten sie Haft gegen Kaution aussetzen, wenn keine Flucht- oder Sicherheitsgefahr bestand. Diese Möglichkeit wurde abgeschafft, was die Gerichte nun offen infrage stellen. Hinter den juristischen Auseinandersetzungen steht eine einfache Realität: Der Versuch, Abschiebungen um jeden Preis durchzusetzen, stößt an rechtliche Grenzen. Die Haftanstalten füllen sich, die Gerichte ebenso. Und je mehr Menschen freikommen, desto deutlicher wird, dass die Strategie der Dauerhaft ohne richterliche Kontrolle nicht trägt.
Trump in den Epstein-Akten – viel Nähe, wenig Aufklärung
„Mir wurde von einigen sehr wichtigen Leuten gesagt, dass mich das nicht nur entlastet, sondern genau das Gegenteil von dem ist, was sich manche erhofft hatten – Sie wissen schon, die radikale Linke.“
Mit der jüngsten Freigabe von Millionen Seiten aus den Ermittlungsakten zu Jeffrey Epstein rückt auch Donald Trump erneut ins Zentrum der Aufmerksamkeit. In aktuell 5.300 Dokumenten taucht sein Name auf, mal direkt, mal über Orte, Kontakte oder beiläufige Hinweise. Die Akten zeigen keine abgeschlossenen Beweise für strafbares Verhalten, wohl aber ein dichtes Netz aus Verbindungen, Beobachtungen und offenen Fragen. Das Justizministerium erklärte, man habe frühere Vorwürfe geprüft und keine Grundlage für weitere Ermittlungen gesehen. Diese Aussage steht neben einer Materialfülle, die vor allem eines dokumentiert: Nähe. Trump und Epstein bewegten sich über Jahre in denselben Kreisen, teilten Orte, Kontakte und soziale Routinen.
Zeugenaussagen von Opfern beschreiben Begegnungen, die zwar keine konkrete Schuld belegen, aber auch keine Distanz erkennen lassen. Interne Notizen, alte Fotos, E-Mails, unbelegte Behauptungen und Hinweise aus der Umgebung Epsteins zeichnen das Bild eines Mannes, der Trumps Aufstieg aufmerksam verfolgte und ihn für eigene Zwecke im Blick behielt. Besonders auffällig ist, wie oft alte Berichte, bekannte Zitate und längst veröffentlichte Details erneut auftauchen, ohne eingeordnet oder vollständig aufgeklärt zu werden. Der Präsident erklärt sich für entlastet, verweist auf fehlende Beweise und auf das Ende der Freundschaft. Gleichzeitig zeigen die Akten, wie sensibel mit seinem Namen umgegangen wurde, bis hin zu geschwärzten Bildern und zurückgezogenen Veröffentlichungen. Was bleibt, ist kein abschließendes Urteil, sondern ein Befund der Unvollständigkeit. Die Dokumente liefern Fragmente, keine Antworten. Sie entkräften nicht alle Zweifel, sie bestätigen sie aber auch nicht eindeutig. Gerade diese Schwebe macht den politischen Schaden aus. Die Akten erzählen weniger von Schuld als von Nähe, weniger von Klarheit als von Auslassungen. Und sie zeigen, wie sehr die Aufarbeitung dieses Komplexes noch immer an Grenzen stößt, die nicht juristisch, sondern politisch gezogen werden.
