Trump verkauft den Krieg als Geschäft

VonRainer Hofmann

April 11, 2026

Donald Trump hat am Samstag auf Social Media erklärt, Öltanker seien gerade auf dem Weg in die USA, um amerikanisches Öl und Gas zu laden – das beste und süßeste der Welt, wie er schrieb. Kurz darauf legte er nach: Die USA hätten begonnen, die Straße von Hormus zu räumen, als Gefallen an Länder wie China, Japan, Südkorea, Frankreich und Deutschland. Diese Länder hätten nicht den Mut, es selbst zu tun.

Was Trump als Stärke verkauft, ist in Wahrheit das Ergebnis einer ernsten Lage. Der Iran hat die Straße von Hormus seit Kriegsbeginn faktisch gesperrt – eine Wasserstraße, durch die 20 Prozent der weltweiten Ölversorgung fließt. Das hat die Energiepreise nach oben getrieben und dem Iran einen zentralen Hebel in den laufenden Verhandlungen mit Washington gegeben. Die Sperrung schmerzt – Europa, Asien, die gesamte Weltwirtschaft.

Trump dreht das um. Er argumentiert, die USA könnten als alternativer Energielieferant einspringen und von der Lage profitieren. Was er dabei nicht erwähnt: Steigt die Nachfrage nach amerikanischem Öl und Gas, steigen auch die Preise für amerikanische Verbraucher – es sei denn, die heimische Produktion wird gleichzeitig massiv ausgeweitet. Das ist keine Kleinigkeit, sondern die entscheidende Frage hinter seiner Rechnung.

Siehe auch unsere Artikel:

Der Krieg unter der Erde – Was nach Wochen im Iran sichtbar wird und was Washington verschweigt

Recherche zeigt: Der Krieg, den man nicht sehen soll – Wie das Pentagon bestimmt, was die Welt sehen darf

Trump erklärte auf Social Media, Irans Militär sei zerstört und die USA hätten begonnen, die Straße von Hormus zu räumen – als Gefallen an Länder wie China, Japan, Südkorea, Frankreich und Deutschland, die dazu selbst nicht den Mut aufbrächten. Unklar blieb, ob er damit mögliche Minen meinte oder Irans generelle Kontrolle über das Gebiet. Dass Was bleibt, ist das Bild eines Präsidenten, der einen Krieg, dessen Rechtfertigung täglich brüchiger wird, nun als Konjunkturprogramm für die amerikanische Energiewirtschaft rahmt.

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Ela Gatto
4 Stunden vor

Ich schreibe gerade noch, dass Trump sicher zum Ende des Verhandlungstages irgendeinen Unsinn postet.

Zeigt sich hier einer der wahren Gründe für diesen Krieg?

„Stärke demonstrieren.
Verhandlungsbereit sein
Iran gnädig das Überleben gestatten
Der Welt bei Öl und Gas helfen“
Ironiemodus aus.

Ein Grund in den USA „drill baby drill“ durchzusetzen.
Da werden Viele mitziehen, wenn die Preise in die Höhe schnellen.

Ein Grund in Venezuela Druck zu machen.

Die Konzerne stehen schon in den Startlöchern.
Der hohe Gas- und Ölpreis macht die Sache schmackhafter.

Putin kommt aus dem Grinsen nicht mehr raus.
Milliarden für seine Kriegskasse.

Eine handvoll Personen lenken die Welt.
Diktieren Öl- und Gaspreise (weitaus mehr als die OPEC).
Die OPEC ist auf die Strasse von Hormus mit angewiesen. Somit stehen sie auch unter dem Druck.
China braucht auch Öl. Entweder aus Russland oder USA. Im Gegenzug werden sie seltene Erden o.ä. anbieten (müssen)

Die anderen Länder sind die Verlierer.

Aber Merz weiter auf Schleimspur.
„Das war nur Rhetorik mit der Androhung den Iran auszulöschen“
Tickt Der noch sauber?
Und „Trump wird sich wieder beruhigen und weiter an den transatlantischen Beziehungen und der NATO festhalten“
Wenn Merz nicht so tief im Hintern von Trump stecken würde, dann würde er vielleicht sogar was von der Realität mitbekommen.

Heinz Mahn
Heinz Mahn
4 Stunden vor

Dieser Mann kann nur in Dollar denken. Das noch nicht einmal gut. Amerika wird Jahre, wenn nicht Jahrzehnte brauchen um sich von ihm zu erholen.

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