Der Beschluss ist gefasst. Das wichtigste Kulturhaus der Vereinigten Staaten trägt künftig auch den Namen des amtierenden Präsidenten. Das von Donald Trump persönlich eingesetzte Aufsichtsgremium hat entschieden, das John F. Kennedy Center for the Performing Arts in Trump-Kennedy Center umzubenennen. Bestätigt wurde der Schritt vom Weißen Haus. Damit ist vollzogen, was Trump seit Monaten öffentlich vorwegnimmt und sprachlich längst praktiziert. Die Entscheidung stammt von einem Board, das Trump selbst zusammengestellt hat. Er ist zugleich dessen Vorsitzender. Formell ist das Verfahren gedeckt, politisch ist es ein Vorgang von bemerkenswerter Schwere. Eine nationale Kulturinstitution, benannt nach einem ermordeten Präsidenten und Symbol staatlicher Kulturförderung, wird zum Objekt persönlicher Selbstinszenierung eines Machtinhabers.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt erklärte, die Umbenennung sei eine Anerkennung der angeblichen Leistungen Trumps bei der Rettung des Gebäudes. Er habe das Haus baulich, finanziell und in seinem Ansehen gerettet. Diese Begründung ist Teil einer Erzählung, die Trump selbst seit Langem verbreitet, aber nach unseren Recherchen überhaupt nicht stimmt. Er spricht öffentlich vom Trump Kennedy Center, als wäre die Umbenennung längst Realität. Nun ist sie es.
Noch Anfang Dezember wurde Trump auf dem roten Teppich der Kennedy Center Honors gefragt, ob er plane, das Haus nach sich selbst zu benennen. Seine Antwort war ausweichend. Darüber entscheide das Board, sagte er. Wenige Tage später sprach er bei einer Veranstaltung von einem großen Termin im Trump Kennedy Center, korrigierte sich halb lachend und meinte dann doch das Kennedy Center. Das Publikum lachte. Die Richtung war zu diesem Zeitpunkt bereits klar.

Innerhalb der Kennedy-Familie stößt der Schritt auf offene Ablehnung. Maria Shriver, Nichte von John F. Kennedy, hatte bereits im Sommer auf entsprechende Gesetzesinitiativen im Kongress reagiert. Sie nannte das Vorhaben verrückt, lächerlich und kleinlich. Es bringe ihr Blut zum Kochen, schrieb sie. Worum gehe es hier eigentlich, fragte sie, und zählte auf, was in den vergangenen Monaten bereits verändert worden sei. Erst der Rosengarten, dann das Kennedy Center. Was komme als Nächstes. Der Hinweis ist nicht zufällig. Trump ließ den historischen Rosengarten des Weißen Hauses umbauen, entfernte den Rasen und ersetzte ihn durch Steinplatten. Auch dort wurde ein symbolischer Ort ohne öffentliche Debatte und gegen breite Kritik nach persönlichem Geschmack umgestaltet. Das Kennedy Center ist nun der nächste Schritt. Der Unterschied ist die Dimension. Hier geht es nicht um Architektur, sondern um nationale Erinnerung.
Besonders heikel ist die familiäre Konstellation. Robert F. Kennedy Jr., ein weiteres Mitglied der Familie, sitzt als Gesundheitsminister in Trumps Kabinett. Während der Name Kennedy politisch vereinnahmt wird, ist die Familie selbst tief gespalten. Zustimmung und Ablehnung existieren nebeneinander, doch die Entscheidung liegt nicht bei ihnen, sondern bei einem Präsidenten, der sich öffentliche Institutionen aneignet, als wären sie Teil seines Besitzes.
Was hier passiert, ist kein symbolischer Nebenkriegsschauplatz. Ein Präsident nutzt seine Macht, um seinen eigenen Namen dauerhaft in eine staatliche Kulturinstitution einzuschreiben. Ohne Not, ohne Zurückhaltung, ohne Respekt vor Geschichte, in der Trump längst seinen Platz gefunden hat, umgeben von solchen Grüßen wie Hitler, Putin & Co. Es ist ein Akt von Größenwahn durch staatliche Autorität. Geschichte wird nicht bewahrt, sondern benutzt. Am Ende bleibt ein Eindruck, der sich kaum noch wegdiskutieren lässt. Das ist ein Mann, der jede Grenze verloren hat und dessen geistiger Zustand mehr und mehr Fragen zulassen muss.
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Kompensation seines geringen Selbstbewusstseins, mehr fällt mir nicht ein. Genau wie sein Bild auf dem Nationalparkpass, die Plaketten in der Päsidentengalerie, der Trump Pass und und und.
…der ist einfach ein armer Irre, mehr Beschreibung braucht es bei ihm nicht mehr
Dass The Donald sein Bedürfnis, seinen Namen überall hinzuk****n, wie ein Rüde oder Kater der sein Revier absteckt, überrascht ja nun nicht wirklich. Der Skandal ist doch, dass er von niemandem und nirgendwo aufgehalten wird.
Wer zieht die Vorteile daraus, diese absurde Freakshow am Laufen zu halten ?!
Dieser Präsident ist einfach nicht mehr zurechnungsfähig.
Narzisstische Soziopathen haben das unbändige Verlangen von Allen bewundert und gelobt zu werden.
Sie brauchen das, positive, Rampenlicht wie andere die Luft zum Atmen.
Skulpturen, Bauwerke, Umbenennungen.
All das ist der typische Größenwahn eines Diktators