Paris – 1991, eine abendfüllende Gala der Modewelt: grelles Licht, gespannte Gesichter, junge Models auf der Bühne, deren Zukunft von wenigen Jurorenstimmen abhängt. Inmitten der Jury sitzt Donald J. Trump, damals bereits ein Name mit eigener Gravitation. Um ihn herum eine Branche, die Schönheit in Währung verwandelt und Karrieren im Takt von Telefonanrufen entscheidet. Diese Bühne war mehr als ein Wettbewerb. Sie war Teil eines globalen Systems, das an der Oberfläche glitzerte und darunter von diskreten Absprachen, stillen Allianzen und verschobenen Grenzen lebte.

Jean-Luc Brunel und Ghislaine Maxwell bildeten über Jahre ein eng verzahntes Rekrutierungs- und Vermittlungsnetzwerk, das die Modebranche als Zuführkanal für Epstein nutzte. Während Brunel internationale Modelagenturen kontrollierte und Talente auswählte, sorgte Maxwell für die gesellschaftliche und logistische Infrastruktur, die diesen Zugriff erst möglich machte.
In diesem System bildeten Ghislaine Maxwell und Jean-Luc Brunel eine Achse, deren Existenz wir durch unsere jüngsten Recherchen endgültig belegen können. Maxwell, die langjährige Vertraute Jeffrey Epsteins, agierte dabei nicht nur als Türöffnerin in die Gesellschaftsräume der Mächtigen, sondern als Logistikerin eines perfiden Netzwerks. Sie koordinierte Reisen, pflegte Kontakte, füllte Adressbücher, definierte Treffpunkte und schuf eine Normalität, wo Alarm angebracht gewesen wäre. Zeugenaussagen, Kalendernotizen, Fluglisten und interne Korrespondenz zeigen, wie sie Nähe herstellte, Zugänge kontrollierte und ein Klima schuf, in dem Grenzen verschwammen. Brunel, der französische Modelagent, war der andere Pol dieser Achse. Seit den 1970er-Jahren tief in Paris, New York und weiteren Knotenpunkten verankert, führte er Agenturen wie Karin Models in Frankreich und später MC2 in den USA – Letztere teils finanziert mit Geld von Epstein. Ermittler und Zeugenaussagen brachten über Jahre ein klares Bild hervor: Brunel soll hunderte Mädchen und junge Frauen, viele davon minderjährig, für Epstein rekrutiert haben. Seine Kontakte zu Elite Model Management waren eng, nicht nur über gemeinsame Geschäftspartner, sondern auch über ein Rekrutierungssystem, das Models von Wettbewerben, Castings und Agenturen in private Kreise verschob.
Mehrere ehemalige Models beschrieben Brunel als Schlüsselfigur in einem internationalen Geflecht, das Modewettbewerbe nicht nur als Talentplattform, sondern auch als Kontaktbörse für wohlhabende Männer nutzte. Es war eine Welt, in der Reisen, Unterkünfte und „Mentoring“ oft mit Erwartungen verbunden waren, die nichts mit professioneller Karriereförderung zu tun hatten. Zwischen Maxwell und Brunel verliefen die Leitungen dicht: Wo Brunel Talente sichtete, sorgte Maxwell dafür, dass Türen aufgingen und Reisepläne stimmten; wo Maxwell gesellschaftliche Brücken baute, wartete auf der anderen Seite oft die Branche, die Brunel beherrschte. 2020 wurde Brunel in Frankreich wegen Vergewaltigung Minderjähriger und Menschenhandels verhaftet. Im Februar 2022 fand man ihn tot in seiner Gefängniszelle. Die offizielle Version lautete Suizid – viele seiner mutmaßlichen Opfer bezeichneten es als abruptes, unfreiwilliges Ende eines Verfahrens, das noch lange nicht alle Antworten geliefert hatte. Mit Brunel starb ein Knotenpunkt, der viele Verbindungen hätte bestätigen oder entkräften können. Maxwells juristische Spur hingegen setzte sich fort. Ende 2021 wurde sie in New York schuldig gesprochen, im Juni 2022 zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Dass sie 2025 versuchte, den alten Non-Prosecution-Deal aus Florida auf sich ausdehnen zu lassen, war mehr als eine juristische Randnotiz. Es war der Versuch, ein Netzwerk von Verantwortlichkeiten in einen rechtlichen Schatten zu ziehen. Die Justiz wies diesen Versuch zurück, doch das Netzwerk selbst blieb in Teilen unergründet – und Trump blieb ein Name, der immer wieder in dessen Peripherie auftauchte.

Jean-Luc Brunel wurde nie verurteilt – er wurde 2020 in Frankreich wegen des Verdachts auf Vergewaltigung Minderjähriger und Menschenhandel festgenommen. Bevor es zu einem Urteil kam, wurde er im Februar 2022 tot in seiner Gefängniszelle gefunden, offiziell durch Suizid.

Jean-Luc Brunel wurde im Februar 2022 tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden – unter Umständen, die auffallende Parallelen zum Tod Jeffrey Epsteins aufweisen: angeblicher Suizid, zeitgleiche Kameraausfälle und lückenhafte Aufzeichnungen. Bis heute ist ungeklärt, wie es zu diesen Ausfällen kam und ob Brunels Tod tatsächlich den offiziellen Erklärungen entspricht. Fortsetzung folgt …
Trumps Präsenz im Umfeld solcher Veranstaltungen wirkte schon damals weniger wie eine beiläufige Gala-Laune, sondern wie eine bewusste Positionsbestimmung in einer Welt, in der gesellschaftlicher Glanz und intime Zugänge eng verwoben waren. Offizielle Vorwürfe im Zusammenhang mit dem „Look of the Year“-Wettbewerb wurden gegen ihn nicht erhoben. Doch sein späteres Verhalten bei Miss-Teen-USA-Wettbewerben – unangekündigtes Betreten von Umkleideräumen, mit dem er in Interviews kokettierte – passt auffallend in das Muster einer Branche, in der männliche Machtfiguren jahrzehntelang ungestört ihre eigenen Regeln machten. Am Ende steht kein isolierter Skandal, sondern ein System: Wettbewerbe als Schaufenster, Agenturen als Schleusen, private Kreise als Endpunkte. Maxwell und Brunel waren darin keine Randfiguren, sondern die Ingenieure des Betriebs. Trump war nicht ihr Erfinder, aber ein Nutznießer der Nähe – sichtbar, präsent, hofiert, im richtigen Moment auf der richtigen Bühne. Die entscheidende Frage ist nicht, wer in welchem Jahr wo saß, sondern wer über Jahre die Regeln schrieb, wer sie brach und wer wegsah.
Dieses System hat sich lange gegen den Blick ins Innere abgeschirmt. Heute zwingt es die Wirklichkeit, in die Kulissen zu blicken. Was dort sichtbar wird, ist ernüchternd: eine perfekt geschmierte Maschine, die mit der Unschuld junger Menschen lief und mit dem Ansehen mächtiger Männer geschützt wurde. Die Aufarbeitung wird erst dann vollständig sein, wenn alle Zahnräder benannt sind – auch jene, die man nie wieder befragen kann.
Bei den jüngst veröffentlichten Epstein-Schwärzungen stellt sich auch die Frage, warum dieser Hauptpunkt keine Rolle spielt, oder besser: Wer soll geschützt werden? Unsere Recherchen laufen, auch wenn der Aufwand und Belastungen extrem groß sind, wir mit ICE, Venezuela, Ukraine und Trumps täglichen Wahnsinn, ausreichend überfüllt sind. Doch in diesem Fall ist Augenschließen nicht angesagt. Familien, die weiterhin ihre Töchter suchen, haben ein Recht zu erfahren, was aus ihren Kindern geworden ist. Die Dimensionen dieses Falls gehen weit über die USA hinaus, angefangen bei der Slowakei, Litauen, Frankreich, Deutschland und England bis hin zu Burma, Malaysia, Australien, Vietnam, Russland und vielen weiteren Ländern.
Fortsetzung folgt …
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Danke! Für eure unablässigen Bemühungen!
Das alles ist so grauenhaft und die Möglichkeit, dass man diesen Sumpf nicht auflösen kann ist absolut abstoßend. Aber ihr schafft es wenigstens, dass einige nicht mehr ruhig schlafen können, oder sich vor Angst vor Entdeckung mit Drogen abschießen. Keine ruhige Minute sollen sie mehr haben!
vielen dank
Hat sich schon jemand aus Hollywood die Rechte eurer Recherchen gesichert? Das wäre bestimmt der Blockbuster des Jahrhunderts.
danke dir, nein, es war noch niemand bei uns, aber wir musste schmunzeln. frohe weihnachten wünsche dir und deiner familie
Das wünsche ich dir und deinen Liebsten ebenfalls! Alles Gute!
vielen dank