Make Money Not War – und der Wodka ist schon kaltgestellt

VonRainer Hofmann

November 29, 2025

Trump-Vodka ist zurück, glänzend ins Licht gestellt, während Eric Trump stolz verkündet, dass die ersten Flaschen schon vorbestellt werden können. Eine Szene wie aus einer eigenen Welt: Goldene Lettern auf einer eisigen Flasche, daneben ein kleines US-Fähnchen, das so tut, als gehe es um Patriotismus – und nicht um das neueste Familiengeschäft. Doch in Washington ist längst klar, dass es genau das ist: Ein Präsident, der die Außenpolitik mit denselben Reflexen betreibt, mit denen seine Familie Gin, Steaks oder Immobilien verkauft. Jetzt eben Wodka. Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Er ist der I-Punkt.

Während Europa noch versucht zu verstehen, wie Trumps „Friedensplan“ für die Ukraine überhaupt aussehen soll, liegt der eigentliche Ansatz längst offen: Frieden durch Deals. Frieden durch Geschäft. Frieden durch die Logik derer, die jahrzehntelang gelernt haben, dass alles verhandelbar ist, solange der Preis stimmt. Dass der Kreml diese Schwäche erkannt hat, steht schwarz auf weiß in den alten Mails aus dem sogenannten Mueller-Archiv – den Unterlagen, die bei der großen Untersuchung zu russischen Einflussversuchen in den US-Wahlen sichergestellt wurden und heute als eine der vollständigsten Sammlungen interner Kommunikation aus jener Zeit gelten. Darin taucht immer wieder der Name Konstantin Kilimnik auf, ein langjähriger Partner von Paul Manafort, der von US-Behörden schon vor Jahren als Verbindungsmann zu russischen Diensten eingestuft wurde. Und genau dieser Kilimnik schrieb damals, dass für den Beginn eines neuen Ukraine-Projekts ein „kleiner Wink“ von Trump genügen würde. Ein Satz, der tödlich schlicht ist: Ein Präsident müsse nur sagen, dass er Frieden wolle, und schon könne Manafort nach Moskau reisen, „den ganzen Unsinn überspringen“ und eine Lösung vorbereiten, die Kiew binnen Wochen akzeptieren werde.

Kilimnik beschreibt keinen diplomatischen Prozess, sondern einen Handel. Eine Abkürzung. Eine Einladung des Kreml, die US-Regierung aus der staatlichen Außenpolitik herauszulösen und durch persönliche Beziehungen zu ersetzen – ganz so, wie Trump die Welt ohnehin bevorzugt sieht: als eine Bühne, auf der Netzwerke, Loyalitäten und private Verbindungen darüber entscheiden, was möglich ist. Dazu passt der Mann, der heute als inoffizieller Architekt dieser neuen Linie gilt: Steve Witkoff. Seit drei Jahrzehnten macht er Geschäfte, bei denen russisches Geld immer wieder eine Rolle spielte – mal offen, mal gut versteckt im Immobiliengeflecht New Yorks. Der Mann, der heute Zugang zum Präsidenten hat wie wenige andere, erzählte schon vor Jahren, dass er Gebäude am liebsten massenweise gekauft hätte. „Bei den Preisen, die ich damals zahlte, hätte ich gern noch mehr gekauft“, sagte er einmal. Ein Satz, der in jedem anderen Kontext banal wäre – aber nicht, wenn man die Herkunft vieler dieser Investoren kennt. Nicht, wenn man die Netzwerke kennt, die in den 90er-Jahren aus Moskau nach Manhattan drängten. Und sicher nicht, wenn man weiß, wie oft Witkoff und Trump geschäftlich nebeneinanderstanden.

Heute soll ausgerechnet er dabei helfen, für Trump einen „Friedenspfad“ zu entwerfen, der angeblich schneller, klarer und kompromissbereiter sei als alles, was die Europäer jemals vorgeschlagen haben. Aber in Wahrheit ist es ein Pfad, auf dem Russland schon wartet. Kein Plan, der die Ukraine schützt, sondern einer, der ihr die Pistole auf die Brust setzt. Der Kreml spricht seit Monaten offen darüber, dass der Westen nur endlich die „Realitäten anerkennen“ müsse. Witkoff liefert dazu den passenden Hintergrund: Jahrzehnte in einem Milieu, in dem russische Vermögen, russische Seilschaften und russische Interessen genauso selbstverständlich waren wie der nächste Millionen-Deal.

Und Trump? Er steht daneben, wie sein Sohn, neben einer Wodkaflasche. Breit lächelnd, stolz auf etwas, das glänzt und verkauft werden kann. Frieden ist dann kein Ziel, sondern ein Produkt. Ein Versprechen, das man in die Kamera hält, damit die Welt glaubt, es sei schon halb eingelöst. Europa erkennt inzwischen, dass etwas aus dem Ruder läuft. Nicht, weil Trump etwas verheimlicht – sondern weil es zu offensichtlich ist. Die Botschaft lautet: Geld beruhigt die Welt. Und wer stört, soll schlucken, nicht widersprechen. Das ist kein diplomatisches Konzept. Es ist ein Geschäftsmodell, das glaubt, dass ein Krieg sich so lösen lässt wie ein Streit zwischen Investoren. Der Kreml hat diesen Ansatz längst einkalkuliert. Er weiß, dass man bei Trump nur den richtigen Ton trifft, und schon macht sich der Präsident auf die Suche nach einem Deal, der ihn gut aussehen lässt. Dass die Ukraine dabei zahlen muss – mit Land, Sicherheit und Zukunft –, ist der Teil, den seine Vertrauten nie laut sagen, aber überall durchscheinen lassen.

JB – Wir haben CID (vermutlich die Abteilung für Gegenspionage)
– Unsicherheit bei Hillary Clinton
– Auftragnehmer haben Zugang zum System
– Hillary Clinton plant, Trump anzugreifen
– Clintons Gesundheit

Kerry – Trump-Finanzen
– Schulden in Moskau

JB – Journalist(en) sagen, sie arbeiten mit Trump
Ich erwähnte die New York Times – Russland

Durbin – Das Justizministerium soll ein Muster bei den Eindringversuchen und Scans in staatliche Wählerdatenbanken untersuchen

Siehe unseren Artikel „Das vergessene Protokoll – Wie James Comey schon 2016 wusste, was Amerika bis heute leugnet“ – unter dem Link: https://kaizen-blog.org/das-vergessene-protokoll-wie-james-comey-schon-2016-wusste-was-amerika-bis-heute-leugnet/

Der Wodka ist kaltgestellt. Die Kulisse steht. Der Präsident sucht den nächsten großen Moment, den er als Triumph verkaufen kann. Und im Hintergrund warten Männer wie Witkoff, die seit Jahren gelernt haben, wie man politische Entscheidungen in finanzielle Bahnen lenkt. „Make Money Not War“ – das klingt harmloser als alles, was wirklich dahintersteckt. Denn dieser Satz beschreibt eine Politik, die Frieden nicht schafft, sondern aufgibt. Wenn dieser Ansatz sich durchsetzt, muss die Ukraine nicht nur um ihr Land fürchten. Sondern um die Wahrheit, mit wem Amerika heute wirklich verhandelt. Und wofür?

Updates – Kaizen Kurznachrichten

Alle aktuellen ausgesuchten Tagesmeldungen findet ihr in den Kaizen Kurznachrichten.

Zu den Kaizen Kurznachrichten In English
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
1 Kommentar
Älteste
Neueste Meistbewertet
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Lea
Lea
19 Minuten zuvor

 😡 

1
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x