Jerewan – Trump schrieb am Donnerstagabend auf Social Media, Iran erledige die Öffnung der Straße von Hormus sehr schlecht. Das sei nicht die Vereinbarung, die man getroffen habe. Zuvor hatte er geschrieben, es gebe Berichte, Iran erhebe Gebühren von Tankern, die durch die Meerenge wollten. Sie sollten das besser lassen. Und wenn sie es täten, sollten sie sofort damit aufhören.

Seit dem Waffenstillstand sind zwölf Schiffe durch die Straße von Hormus gefahren. In Friedenszeiten waren es täglich über hundert. Ein unter botswanischer Flagge fahrender Flüssiggastanker namens Nidi versuchte am frühen Freitag, den von der Revolutionsgarde angewiesenen Korridor zu nutzen, drehte plötzlich um und fuhr zurück in den Persischen Golf.
Das ist der Zustand der Öffnung
Kuwait beschuldigte Iran und seine Verbündeten, trotz des Waffenstillstands in der Nacht auf Freitag Drohnenangriffe auf kuwaitische Anlagen gestartet zu haben. Ein Stützpunkt der Nationalgarde wurde getroffen und beschädigt, verletzt wurde niemand.

Irans Revolutionsgarde bestritt die Angriffe in einer Erklärung und sagte, sollten die Berichte stimmen, sei es das Werk des zionistischen Feindes oder Amerikas. Saudi-Arabien bestätigte, ein Angriff habe die wichtige Ost-West-Pipeline beschädigt, die Öl zum Roten Meer transportiert und den Umweg über die Straße von Hormus umgeht. Der Angriff auf eine Pumpstation habe den Durchfluss von rund 700.000 Barrel täglich beeinträchtigt. Weitere Angriffe hätten die Rohölproduktion um zusätzlich 600.000 Barrel täglich reduziert.
Islamabad bereitet sich vor. Pakistan kündigte an, Journalisten und Delegierten, die für die Gespräche zwischen den USA und Iran einreisen, Visa bei der Ankunft auszustellen. Das Interesse der Weltpresse sei enorm. Pakistans Innenminister Mohsin Naqvi traf die amerikanische Chargé d’Affaires Natalie Baker, um letzte Arrangements zu besprechen. US-Vizepräsident JD Vance, Sondergesandter Steve Witkoff und Jared Kushner werden als Delegierte erwartet.
Südkorea schickt Chung Byung-ha als Sondergesandten nach Iran, um über die Sicherheit koreanischer Staatsbürger und die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu verhandeln. Irans Außenminister Abbas Araghchi hatte den Besuch begrüßt.
Kamal Kharazi, ehemaliger iranischer Außenminister und langjähriger außenpolitischer Berater des getöteten Obersten Führers Ali Chamenei, starb am späten Donnerstag an den Folgen einer Verletzung durch einen Luftangriff der vergangenen Woche. Kharazi hatte 2022 erklärt, Iran verfüge über die technischen Mittel, eine Atombombe zu bauen, eine politische Entscheidung sei aber nicht gefallen. Er diente unter dem Reformpräsidenten Mohammad Chatami als Außenminister.
Großbritanniens Premierminister Keir Starmer reiste durch die Golfregion – Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar – und sprach dabei auch mit Trump über die Bemühungen, den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wieder in Gang zu bringen. Trump hat Starmer im Verlauf dieses Krieges wiederholt öffentlich angegriffen wegen seiner Weigerung, sich am Krieg gegen Iran zu beteiligen.
China, Irans größter Handelspartner, prüft nach eigenen Angaben seine Rolle bei der Suche nach einem dauerhaften Ende des Krieges. Trump sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, er glaube, China habe eine Rolle dabei gespielt, Iran zur Vereinbarung des Waffenstillstands zu bewegen. Pekings Beteiligung stärkt Chinas Image als stabilisierende Kraft und könnte Beijing Verhandlungsgewicht für Trumps geplanten Besuch im nächsten Monat verschaffen.
Australien lehnte eine Beteiligung am Krieg ab. Vizepremierminister Richard Marles sagte, Australien sei nicht Teil dieses Konflikts gegen Iran, auch wenn man den VAE ein Aufklärungsflugzeug zur Verfügung gestellt habe. Der frühere Premierminister Tony Abbott hatte in einem Zeitungsartikel gefordert, Australien solle den USA Kampfflugzeuge anbieten. Marles widersprach höflich. Trump hat Australien im Verlauf des Krieges mehrfach für seine Zurückhaltung kritisiert. Australien sagt, es habe keine Anfrage um Hilfe erhalten.
Flugreisende weltweit spüren den Krieg inzwischen im Portemonnaie. Steigende Treibstoffkosten zwingen Fluggesellschaften, Flugpläne zu kürzen und Preise zu erhöhen. Experten warnen, selbst wenn der Ölpreis fallen sollte, würden Flugpreissenkungen Monate auf sich warten lassen, weil Airlines die Energiemärkte erst auf Stabilität prüfen, bevor sie ihre Tarife anpassen.
Und dann das …
Der Angriff und das Schweigen danach – Soldaten berichten von einer Nacht, die anders war als dargestellt
Am 1. März 2026 traf ein iranischer Angriff einen amerikanischen Standort im kuwaitischen Port Shuaiba. Sechs US-Soldaten starben, mehr als 20 wurden verletzt. Überlebende berichteten, ihre Einheit sei dort unzureichend geschützt gewesen.
Überlebende des bislang tödlichsten iranischen Angriffs auf US-Streitkräfte seit Beginn dieses Krieges stellen sich offen gegen die offizielle Darstellung des Pentagons und zeichnen ein Bild, das mit der Version aus Washington kaum vereinbar ist. Was dort als kontrollierte Lage beschrieben wurde, schildern Soldaten vor Ort als Moment, in dem ihre Einheit in Kuwait faktisch ungeschützt zurückgelassen wurde. Einer von ihnen hat detailliert geschildert, wie der Angriff ablief und wie wenig Vorbereitung es aus seiner Sicht gab.
Die Aussagen drehen sich nicht um kleine Abweichungen, sondern um den Ablauf selbst. Es geht um fehlende Absicherung, um eine Situation, in der Soldaten nicht wussten, ob weitere Angriffe folgen würden, und um das Gefühl, dass sie in einem entscheidenden Moment auf sich allein gestellt waren. Genau dieser Punkt steht im direkten Widerspruch zur Darstellung des Pentagons, das den Vorfall als unter Kontrolle beschrieben hatte.
Der Soldat, beschreibt den Angriff als plötzlich, intensiv und ohne ausreichende Vorwarnung. Besonders schwer wiegt dabei die Frage, warum die betroffene Einheit offenbar nicht besser geschützt war, obwohl die Lage in der Region seit Wochen angespannt ist. Dass ausgerechnet dieser Angriff der tödlichste seit Kriegsbeginn war, verstärkt den Eindruck, dass hier mehr schiefgelaufen ist als nur ein einzelner Fehler.
Damit entsteht ein Bild, das über diesen einen Angriff hinausweist. Es zeigt, wie schnell sich Realität und Darstellung voneinander entfernen können, sobald Krieg nicht mehr nur auf Karten und in Briefings stattfindet, sondern dort, wo Menschen getroffen werden.
Sirenen heulen …
Sirenen heulten am Donnerstagabend in Tel Aviv. Die Hisbollah feuerte Raketen auf den Norden Israels. Israels Militär sagte, es habe rund zehn Abschussvorrichtungen im Libanon getroffen, die Raketen auf Nordisrael abgefeuert hatten.
Islamabad öffnet seine Tore. Morgen beginnen die Gespräche.
Die Straße von Hormus bleibt zu.
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