Islamabad, Samstag – die Welt wartet auf zwei Männer in einem Raum

VonTEAM KAIZEN BLOG

April 11, 2026

Update 20:30 Uhr MEZ: Islamabad – Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Pakistan sind wegen der Kontrolle über die Straße von Hormus in eine „Pattsituation“ geraten.

Islamabad – JD Vance und Mohammad Bagher Ghalibaf sitzen in Islamabad. Ob im selben Raum oder in getrennten, weiß nur, wer dabei ist. Ein pakistanischer Regierungsvertreter sagte nur, die Gespräche hätten begonnen und liefen gut. Mehr nicht. Das Weiße Haus bestätigte, dass Delegationen der USA, des Iran und Pakistans direkte Gespräche führen. Es ist das erste Mal seit der Islamischen Revolution 1979, dass amerikanische und iranische Führungspersönlichkeiten auf so hoher Ebene direkt miteinander reden. Damals, 2013, rief Barack Obama den neu gewählten iranischen Präsidenten Hassan Rouhani an – das war bis heute der höchste Kontakt zwischen beiden Ländern. Was heute in Islamabad passiert, geht darüber hinaus.

Vance führt die amerikanische Seite, begleitet von Steve Witkoff, Trumps Sondergesandtem, und Jared Kushner, Trumps Schwiegersohn. Dazu kommen Andrew Baker, der Nationale Sicherheitsberater des Vizepräsidenten, und Michael Vance, Sonderberater für asiatische Angelegenheiten. Das Weiße Haus schickte außerdem eine Reihe von Fachleuten mit, weitere unterstützen das Team aus Washington. Auf der anderen Seite sitzt Ghalibaf, Parlamentssprecher des Iran, der mit tiefer Skepsis nach Islamabad gereist ist. Irans Außenminister Abbas Araghchi hatte es vor den Gesprächen klar gesagt: Man komme mit tiefem Misstrauen, ausgelöst durch zwei Angriffe mitten in früheren Verhandlungen.

Vance selbst war nie ein überzeugter Verteidiger dieses Krieges. Er hat ihn zögerlich mitgetragen, ohne erkennbare Begeisterung. Diplomatische Erfahrung bringt er kaum mit, Witkoff und Kushner ebenfalls nicht. Es sind Männer, die in einer Welt des Dealmaking groß geworden sind – ob das in einem Konflikt dieser Tiefe reicht, ist eine offene Frage.

Trump selbst sagte in einem Telefoninterview mit NewsNation, er wisse nicht, wie die Gespräche laufen würden. Auf die Frage nach dem Ausgang antwortete er: Keine Ahnung. Er werde bald merken, ob der Iran es ernst meine. Parallel dazu postete er auf Social Media, die USA hätten begonnen, die Straße von Hormus zu räumen – als Gefallen an die Welt, die dazu selbst nicht den Mut aufbringe. Er bestätigte, dass die USA wissen, wo Minen platziert wurden, und dass das Militär Ausrüstung zur Räumung bringe.

Was auf dem Tisch liegt, ist schwer. Das Atomprogramm des Iran steht an erster Stelle – besonders der Status des angereicherten Urans nach den Angriffen auf iranische Nuklearanlagen im vergangenen Jahr. Die UN-Atombehörde hat seitdem keinen Zugang mehr erhalten. Dazu kommt das Raketenprogramm, das vor allem Israel seit Jahren als Bedrohung betrachtet, sowie Irans Unterstützung für bewaffnete Gruppen in der Region – Hisbollah im Libanon, die Huthi-Rebellen im Jemen, Hamas in Gaza. Neu hinzugekommen ist die Straße von Hormus, durch die 20 Prozent der weltweiten Ölversorgung fließen und die der Iran seit Kriegsbeginn faktisch gesperrt hält.

Der Iran hat seine Bedingungen klar benannt. Er will Entschädigung für die Kriegsschäden, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte, einen dauerhaften Waffenstillstand im Iran und in der gesamten Region, einen Mechanismus zur Öffnung der Straße von Hormus, den Abzug amerikanischer Streitkräfte aus der Region und die Aufhebung langjähriger Sanktionen. Irans erster Vizepräsident Mohammad Reza Aref sagte, ein Deal sei möglich – aber nur, wenn Washington amerikanische und nicht israelische Interessen vertrete.

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Ela Gatto
3 Stunden vor

Die USA wissen wo die Minen sind?
Dann wären schon längst Schife unterwegs.
Trumps „Wissen“ gegen ein Entgelt.

Die Positionen liegen so weit auseinander.

Die USA schickt Dealmaker und ejnen unerfahrenen Vice.
Natürlich weiß Yrump haargenau, was besprochen wird.
Lächerlich zu behaupten, er wisse es nicht.

Vermutlich wird der Tag heute mit der typischen Verlautbarung „es waren sehr konstruktive Gespräche“ enden.
Trump wird wieder irgendeinen Unsinn posten.

Und die Welt wartet

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