Dubai – Die Friedensgespräche in Pakistan sind nach 21 Stunden ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Was danach kam, ließ nicht lange auf sich warten.

Donald Trump postete von seinem Account aus, dass die US-Marine ab sofort jeden Schiffsverkehr blockieren werde, der versucht, die Straße von Hormus zu passieren – in beide Richtungen. Kein Schiff rein, kein Schiff raus. Zwanzig Prozent des weltweiten Öls fließen durch diese Meerenge. Trump weiß das. Er hat es selbst gesagt.
Siehe auch unseren Artikel: 21 Stunden Islamabad – Kein Deal – Und Trump schaut UFC

Wer Iran bisher eine Durchfahrtsgebühr bezahlt hat, soll auf hoher See abgefangen werden. „Niemand, der eine illegale Gebühr bezahlt hat, wird sicheres Geleit auf den Weltmeeren haben“, schrieb Trump. Und dann, fast beiläufig: Iran solle wissen, dass die USA „vollständig bereit“ seien, den Krieg zu beenden – „was auch immer noch übrig ist von Iran.“
Man lese das noch einmal.
Die Gespräche in Islamabad scheiterten nach iranischer Darstellung nicht am Atomprogramm. Ein iranischer Diplomatenvertreter sagte, es sei falsch, dass Iran sich geweigert habe, auf Atomwaffen zu verzichten. Iran strebe keine Atomwaffen an, habe aber das Recht auf zivile Kernenergie – ein Recht, das anerkannt werden müsse. Iran sei bereit, seine nuklearen Aktivitäten im Rahmen vertrauensbildender Maßnahmen zu begrenzen, einschließlich der Anreicherungsmengen. Warum die Gespräche trotzdem scheiterten, sagte er nicht. Die Vertraulichkeit der Verhandlungen verhindere das.

Die amerikanische Seite sieht es anders. Für Trump ist das Atomprogramm der Grund für alles. Keine Atomwaffen – das sei der Ausgangspunkt. Was danach komme, werde man sehen.
Ali Vaez, Iran-Direktor der International Crisis Group, glaubt nicht, dass jetzt sofort wieder Krieg ausbricht. Was wahrscheinlicher sei: eine volatile Phase aus Druck, Signalen und letzten Versuchen, eine größere Eskalation zu verhindern. Er nennt das einen „Dreispurenlauf“ – Hinterkanal-Vermittlung durch Pakistan, militärische Manöver rund um die Straße von Hormus, und weitere Bemühungen, die zweiwöchige Kampfpause aufrechtzuerhalten.

Während Trump die Blockade anordnet, meldet sich Sultan Al Jaber zu Wort – Chef von ADNOC, dem staatlichen Ölkonzern Abu Dhabis, einem der größten Ölexporteure der Welt. Iran habe kein Recht, die Straße von Hormus zu schließen. Jeder Versuch dazu sei kein regionales Problem, sondern eine direkte Bedrohung der Energie-, Lebensmittel- und Gesundheitssicherheit jedes Landes auf der Erde. ADNOC hatte im März bereits höhere Gewalt erklärt – das Unternehmen konnte seine Lieferverpflichtungen nicht mehr erfüllen. Öl und Gas machen 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Vereinigten Arabischen Emirate aus.
Russlands Präsident Wladimir Putin telefonierte am Sonntag mit Irans Präsident Masoud Pezeshkian. Pezeshkian informierte Putin über die gescheiterten Gespräche in Pakistan und dankte Moskau für seine Haltung zur Deeskalation. Putin betonte seine Bereitschaft, zu einer diplomatischen Lösung beizutragen.
Die Europäische Union glaubt noch an Diplomatie. Anouar El Anouni, Sprecher für Außenpolitik der 27 Nationen, sagte, die EU sei überzeugt, dass Diplomatie der einzige Weg sei, alle offenen Fragen zu lösen. Man werde zu allen diplomatischen Bemühungen beitragen.
Europa wurde nicht gefragt, als die USA und Israel den Angriff auf Iran planten. Jetzt zahlt es die Rechnung – in steigenden Energiepreisen und einer Region, die niemand mehr kontrolliert. Großbritannien und Frankreich führen Gespräche über eine Koalition, die die Straße von Hormus sichern soll – wenn der aktive Kampf irgendwann vorbei ist.
Wer nicht gefragt wird, wenn Krieg beschlossen wird, darf hinterher aufräumen. Das nennt man Partnerschaft.
So sieht die Lage aus: Die USA blockieren eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Iran besteht auf seinem Recht zur Urananreicherung. Russland telefoniert. Ein Experte erklärt, warum es noch nicht wieder brennt. Und Trump schreibt, er sei bereit, „was auch immer noch übrig ist von Iran“ zu beenden.
Irgendwo zwischen diesen Sätzen liegt die Welt, in der wir morgen aufwachen werden.
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Verrückt, irgendwer scheint immer seinen Spaß daran zu haben, die Straße von Hormus zu blockieren… das macht doch alles keinen Sinn mehr…
… mit sinn hat das schon lange nichts mehr zu tun, mit allmacht und dollar, ja
„..Trump schreibt, er sei bereit, „was auch immer noch übrig ist von Iran“ zu beenden…“
Und Merz wird es wieder „als bloße Rhetorik von Trump“ bezeichnen.
Nun will Trump also die Strasse von Hormus blockieren. (Sozusagen die Blockade blockieren)
In einem Teil der Welt, der „nichts“ mit den USA zu tun hat.
Er will Schiffe abfangen, in internationalen Gewässern. Das verstößt gegen internationales Seerecht, soweit ich weiß.
Trump ist doch nur sauer, dass er nichts von den „Gebühren“ bekommt, die der Iran kassiert.
Putin ist ein Witz.🤬
Außer sich auf die Seite des Iran stellen und Waffen liefern, hat Putin nichts, aber auch rein gar nichts zur Deeskaltion beigetragen.
Zu diplomatischen Lösungen ist Putin gar nicht fähig.
ADNOC verurteilt die iranische Blockade, aber nicht die Blockade durch Trump.
Interessant.
Und Europa zahlt den Preis für Trumps (und Israels) Krieg.
Den Keiner wollte, der nicht abgesprochen war.
Wacht endlich auf in Europa, nehmt Euren Kopf aus Trumps Allerwertesten und zeigt mal Haltung und Stärke.