Iran hat den Waffenstillstandsvorschlag abgelehnt. Die Antwort ging über Pakistan an Washington. Mojtaba Ferdousi Pour, Leiter der iranischen Diplomatenmission in Kairo, sagte es klar: Wir akzeptieren keinen bloßen Waffenstillstand. Wir akzeptieren nur ein Ende des Krieges mit Garantien, dass wir nicht erneut angegriffen werden. Der Vorschlag der ägyptisch-pakistanisch-türkischen Vermittler – 45 Tage Pause, Öffnung der Straße von Hormus, danach Verhandlungen – liegt damit vorerst auf Eis. Ein regionaler Diplomat, der an den Gesprächen beteiligt ist, sagte, die Bemühungen seien nicht gescheitert. Man rede noch mit beiden Seiten. Was das bedeutet, wenn eine Seite bereits Nein gesagt hat, blieb offen. Der türkische Außenminister Hakan Fidan telefonierte mit seinem iranischen Kollegen Abbas Araghchi. Thema: der Stand des Krieges. Details wurden nicht genannt.
Trump saß derweil beim Ostereierrollen auf dem Rasen des Weißen Hauses und sprach mit Journalisten. Er sagte, Iran wolle einfach nicht aufgeben. Sie werden es aber tun. Und wenn nicht, werden sie keine Brücken haben, keine Kraftwerke, nichts. Dann fügte er hinzu, es gebe noch andere Dinge, schlimmer als diese beiden – er wolle aber nicht weiter darauf eingehen.
Kurz danach sagte er, er würde am liebsten Irans Ölreserven nehmen. Einfach nehmen. Das Öl sei zum Nehmen da, es gebe nichts, was Iran dagegen tun könne. Das amerikanische Volk wolle das nicht, sagte er, also werde er es nicht tun. Aber wenn es nach ihm ginge.
Trump: „Wir haben einen vollständigen Regimewechsel erlebt. Die Menschen dort sind jetzt viel vernünftiger als die Verrückten, die man in Phase eins hatte … Ich denke, die meisten geben uns dafür Anerkennung.“
Faktencheck: Völlig falsch. Es ist dasselbe Regime.
Ein amtierender Präsident, beim Osterfest, über die Annexion eines Landes.
Israel hat in der Nacht drei Teheraner Flughäfen angegriffen – Bahram, Mehrabad und Azmayesh. Dutzende Hubschrauber und Flugzeuge der iranischen Luftwaffe wurden dabei nach israelischen Angaben zerstört. Benjamin Netanjahu sagte, der Angriff auf die petrochemische Anlage in Asaluyeh sei Teil einer systematischen Kampagne zur Zerstörung der Geldmaschine der Revolutionsgarden. Fabriken würden zerstört, Aktivisten und Führungspersönlichkeiten eliminiert. Er erwähnte auch, er habe mit Trump über die Rettung der beiden abgeschossenen amerikanischen Besatzungsmitglieder gesprochen. Trump habe Israel dafür gedankt.
Erdogan sagte in einer Fernsehansprache nach einer Kabinettssitzung, die Türkei habe ihre Bemühungen intensiviert, den Krieg zu beenden. Man strebe danach, jede noch so kleine Chance zu ergreifen, damit die Feindseligkeiten aufhören und Verhandlungen beginnen können. Details nannte er nicht. Israel, sagte er, untergrabe alle Versuche, die Kämpfe zu stoppen. Das sagt er nicht zum ersten Mal.
Trump verteidigte derweil seinen fluchbeladenen Posting vom Sonntag, in dem er Iran mit der Zerstörung von Kraftwerken und Brücken gedroht hatte. Er habe die Sprache gewählt, um seinen Punkt zu machen. Man habe solche Worte schon gehört. Am Ende des Postings hatte er geschrieben: Lob sei Allah. Auf die Frage, was das bedeute, antwortete er nicht.
Dann bestätigte Trump, dass die USA versucht hatten, iranische Protestierende mit Waffen zu versorgen, nachdem Ende 2025 und Anfang 2026 massenhafte Antiregierungsproteste im Land ausgebrochen waren. Tausende Demonstranten wurden bei den Niederschlagungen durch Regierungskräfte getötet. Die Waffen, sagte Trump, seien über kurdische Gruppen weitergeleitet worden. Diese Gruppen hätten die Waffen behalten. Sie seien zu schön gewesen zum Weitergeben. Eine Erklärung, was das bedeutet und welche Gruppen gemeint sind, lieferte er nicht. Recherchen, die noch nicht abgeschlossen sind, laufen. Trump sagte, er sei sehr verärgert über eine bestimmte Gruppe von Menschen und sie würden einen hohen Preis dafür zahlen.
Wir haben ihnen Waffen geschickt. Sie sollten an die Menschen gehen, damit sie sich gegen diese Schläger wehren können. Die Leute, an die wir sie geschickt haben, haben sie behalten. Ich bin über eine bestimmte Gruppe von Menschen verärgert, und sie werden einen hohen Preis dafür zahlen.
Ein Krieg, dessen Waffenlieferungen an Protestierende bei Zwischenhändlern versickerten. Ein Präsident, der das beim Ostereirrollen erwähnt. Eine Drohfrist, die in Stunden abläuft. Und irgendwo in Teheran schläft jemand mit Schlaftabletten, weil die Nächte sonst nicht zu ertragen sind.

Die Realität in Teheran ist: Ständig Bomben, Luftabwehr, Drohnen. Viele nehmen inzwischen Schlaftabletten, um durch die nächtlichen Bombardements zu kommen. Auch haben viele Menschen am Anfang des Krieges noch Menschen gekannt, die auf einen Angriff gehofft hatten, weil sie glaubten, er könnte das Regime stürzen. Diese Menschen unterstützten den Krieg nicht mehr. Eine Frau aus dem Zentrum Teherans beschreibt, wie sie nach einem Einschlag in ihrer Nachbarschaft auf die Straße lief und sie voller Menschen in Schlafanzügen fand, manche in Decken gewickelt, manche weinend. Krieg bringe nichts außer Zerstörung und Blutvergießen, sagte sie.
Journalist: Wie hilft es dem iranischen Volk, wenn Sie bombardieren? -Trump: Für wen arbeiten Sie?
Journalist: PBS – Trump: Das ist eine radikale linke Gruppe von Verrückten. Die Menschen im Iran sind verärgert, wenn sie keine Bomben hören, weil sie frei sein wollen.
Das Rote Kreuz forderte ein sofortiges Ende der Angriffe auf zivile Infrastruktur. Präsidentin Mirjana Spoljaric schrieb, besonders alarmierend seien mögliche Bedrohungen nuklearer Anlagen. Jede Fehlkalkulation könne irreversible Folgen für Generationen haben. Die IAEA hatte bereits bestätigt, dass ein Angriff das Atomkraftwerk Buschehr nur 75 Meter verfehlte.
Beth Hammack, Präsidentin der Federal Reserve Bank of Cleveland, sagte, die Fed könnte angesichts steigender Benzinpreise und anhaltender Inflation gezwungen sein, die Leitzinsen zu erhöhen. Das wäre eine deutliche Kehrtwende – vor dem Krieg hatte die Fed noch zwei Zinssenkungen für dieses Jahr vorgesehen. Höhere Zinsen würden Hypotheken und Autokredite in den USA verteuern.
Israels Verteidigungsministerium kündigte an, die Produktion von Abfangraketen für das Arrow-System deutlich zu erhöhen. Der Krieg geht weiter, und Israel bereitet sich darauf vor, dass er noch eine Weile andauern wird.
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