Epsteins Tod – Der Pathologe, der dem offiziellen Befund widerspricht

VonRainer Hofmann

Februar 16, 2026

Dr. Michael Baden war bei der Obduktion von Jeffrey Epstein nicht als leitender Gerichtsmediziner tätig, sondern als Beobachter im Auftrag von Epsteins Nachlass anwesend. In dieser Rolle verfolgte er die Untersuchung vor Ort und dokumentierte seine eigenen fachlichen Eindrücke. Er erklärte nun erneut, dass Forderungen nach weitergehender Untersuchung damals überlagert worden seien, um die offizielle Feststellung eines Suizids durchzusetzen. Baden betont, dass sowohl er als auch die zuständige Gerichtsmedizinerin zunächst der Auffassung gewesen seien, dass mehr Informationen notwendig seien, um Todesursache und Todesart eindeutig festzustellen. Seine eigenen Feststellungen seien zu diesem Zeitpunkt nicht schlüssig gewesen. In einer später veröffentlichten, geschwärzten Fassung des Berichts wurde die Todesart zunächst als offen geführt; die Kästchen für Suizid und Tötungsdelikt blieben unausgefüllt.

Veröffentlichungen neuer Epstein-Akten bestätigt unsere Recherche – Der Tod in Zelle 9 – Anatomie eines Unfalls, der nie einer war?

(Unser Artikel vom 04. Februar 2026)

Jeffrey Epstein war kein gewöhnlicher Häftling. Nicht wegen seiner Bekanntheit, nicht wegen seiner Verbrechen, sondern wegen der Menschen, die sich mit ihm in einem System befanden, das lieber schweigt als aufklärt. Als er am Morgen des 10. August 2019 tot in seiner Zelle im Metropolitan Correctional Center (MCC) von New York aufgefunden wurde, begann nicht das Ende eines Falls, sondern der Beginn einer der rätselhaftesten Episoden der amerikanischen Justizgeschichte. Der offizielle Befund lautete Selbstmord. Doch fast alles, was seitdem öffentlich wurde – Tatortfotos, Obduktionsbilder, Aussagen von Pathologen, das Versagen der Überwachung, die Widersprüche der Behörden –, spricht eine andere Sprache.

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In einer später veröffentlichten, geschwärzten Fassung des Berichts wurde die Todesart zunächst als offen geführt. Die Felder für Suizid und Tötungsdelikt blieben leer. Offiziell dokumentiert wurden drei Frakturen im Halsbereich. Nach Aussage Badens habe er in fünf Jahrzehnten forensischer Arbeit bei Suiziden durch Erhängen keine vergleichbaren Verletzungsmuster gesehen. Schon eine einzelne Fraktur verlange eine gründliche Prüfung, zwei rechtfertigten zwingend eine umfassende Untersuchung. Drei Brüche in dieser Konstellation seien aus seiner Sicht außergewöhnlich. Baden hält daran fest, dass die Befunde eher zu einer massiven Druckeinwirkung am Hals passen als zu einem typischen Erhängen. Auch die am Tatort sichergestellte Schlinge aus einem orangefarbenen Bettlaken werfe Fragen auf. Später wurde festgestellt, dass sie nicht das bei Epsteins Tod verwendete Material gewesen sei. Bereits während der Obduktion habe ihn irritiert, dass die am Hals sichtbaren Spuren nicht zu einem glatten Laken passten. Die Markierungen hätten nach seiner Einschätzung ein anderes Material nahegelegt.

Hinzu kommt seine Kritik am Umgang mit dem Tatort. Der Leichnam sei bewegt worden, Wachbeamte hätten keine klaren Angaben dazu gemacht, wie er aufgefunden wurde, und er sei in die Krankenstation gebracht worden – ein Vorgehen, das Baden als ungewöhnlich bezeichnet. Besonders schwer wiegt aus seiner Sicht, dass der exakte Todeszeitpunkt nicht eindeutig gesichert wurde. Gerade diese Information hätte helfen können, zentrale Fragen eindeutig zu klären. Die Bundesbehörden halten an ihrer Bewertung fest und erklären weiterhin, es gebe keine Beweise für ein Tötungsdelikt. Doch die Aussagen des Pathologen zeigen, dass die forensische Debatte nicht verstummt ist. Mehr als sechs Jahre nach Epsteins Tod stehen nicht nur politische, sondern auch medizinische Fragen im Raum. Und sie sind bislang nicht abschließend beantwortet.

Der orange Schatten – Neue Enthüllungen zur Todesnacht von Jeffrey Epstein

(Unser Artikel vom 01. August 2025)

In der endlosen Reihe von Rätseln um den Tod von Jeffrey Epstein ist ein neues, beunruhigendes Detail aufgetaucht: Auf bisher wenig beachteten Überwachungsaufnahmen aus dem Metropolitan Correctional Center in New York erscheint eine geheimnisvolle, orangefarbene Gestalt, die in der Nacht von Epsteins Tod die Treppe zu seinem Zellblock hinaufgeht. Diese Bilder, widersprechen erneut der offiziellen Darstellung des Justizministeriums und lassen den Verdacht wachsen, dass die Ereignisse jener Nacht weit komplexer waren, als es die Behörden einräumen. Die Aufnahme zeigt nur einen schmalen Ausschnitt der Treppe, die zu Epsteins Zelle führte, und doch ist auf dem körnigen Material klar zu erkennen, wie sich eine orangefarbene Form gegen 22:40 Uhr am 9. August 2019 nach oben bewegt – die letzte aufgezeichnete Bewegung in Richtung von Epsteins Zelle, bevor er am Morgen tot aufgefunden wurde.

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Die Aufklärung der Todesumstände von Epstein kann eine entscheidende Rolle für die weitere Einordnung des Falls spielen und neue Perspektiven in die Recherchen einbringen. Nur wer sich intensiv mit den Akten und Schriftstücken befasst und die tatsächlichen Abläufe rekonstruiert, kann zur Klärung und Aufdeckung beitragen. Genau das tun wir – Schritt für Schritt.

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Ela Gatto
Ela Gatto
1 Stunde zuvor

Alleine, dass keine weiteren Untersuchungen, an Epstein, in der Zelle etc, durchgeführt wurden, spricht für Vertuschung.

Der Pathologe, im Auftrag des Nachlasses aktiv war, konnte keine weiteren erforderlichen Untersuchungen durchführen, obwohl es aufgrund der nicht eindeutigen und schlüssigen Ergebnisse nötig gewesen wäre.
Selbst die damalige Gerichtsmedizinerin stutter den Tod als „unklar“ ein.

All das passierte in Trumps 1. Amtszeit.
Das ist auch ein Punkt, den man im Kopf behalten muss.

Sonja Gang
Sonja Gang
27 Minuten zuvor
Antwort auf  Ela Gatto

Wenn man sich ansieht wie skrupellos Trump agiert….. schon immer gehandelt hat… alles zu zu seinen Gunsten arrangierte….

Noch Fragen? 😜 Ich denke, in diese Richtung denken viele schon seit längerer Zeit.

Caro
Caro
30 Minuten zuvor

Deine Recherchen warfen schon genau diese Fragen auf. Ich bin gespannt. Wie und wann wie es weitergeht.

Sonja Gang
Sonja Gang
30 Minuten zuvor

Sind Epsteins sterblichen Überreste noch vorhanden?
Dann könnte man immer noch nachforschen wie er zu Tode kam.

…man bedenke was man alles über Ötzi ( Gletscherleiche) herausfand – und dieser war länger tot als Epstein.
Oder den ganzen Mumien , über Alexej Nawalny ( jetzt kam heraus, dass er mit dem Gift es Pfeilfrosches vergiftet wurde – laut Moskau starb er aber eines natürlichen Todes).

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