Die US-Regierung hat in einer koordinierten Militäraktion zwei Öltanker beschlagnahmt, die mit Venezuela in Verbindung stehen und unter Sanktionen liefen. Die Bella 1, später umbenannt in Marinera und mit russischer Flagge versehen, wurde im Nordatlantik gestoppt. Wenig später teilte Heimatschutzministerin Kristi Noem mit, dass auch der Tanker Sophia in der Karibik übernommen wurde. Beide Schiffe waren entweder zuletzt in Venezuela oder auf dem Weg dorthin. Siehe auch unseren Artikel: Die fliehende Bella 1 – Wie ein Öltanker von Amerika gejagt wird
Die Operation gegen die Bella 1 war laut US-Behörden seit Wochen vorbereitet worden. Das Schiff war bereits 2024 sanktioniert worden, weil es angeblich für ein Unternehmen unterwegs war, das Verbindungen zur Hisbollah haben soll. Ein Boardingversuch der Küstenwache in der Karibik scheiterte im Dezember. Die Crew verweigerte den Zutritt und steuerte über den Atlantik – unter neuem Namen und mit frischer Farbe am Rumpf: die russische Trikolore. Öffentliche Trackingdaten zeigten das Schiff am Mittwoch zwischen Island und Schottland, auf Nordkurs. Militärflugzeuge der USA und ein Aufklärer der Royal Air Force kreisten über dem Seegebiet. Kurz darauf bestätigte das European Command der US-Streitkräfte, dass der Tanker auf Grundlage eines Bundesgerichtsbeschlusses aufgebracht wurde. Die Kontrolle ging anschließend an zivile Behörden über.
US-Streitkräfte haben einen zweiten Tanker der sogenannten „Dunkelflotte“ beschlagnahmt – diesmal in der Karibik. Der Öltanker M/T Sophia wurde von US-Einheiten abgefangen und unter Eskorte in Richtung Vereinigte Staaten gebracht. Begleitet wird die Aktion von wirklich schlechter Musik.
Das russische Außenministerium reagierte mit scharfer Kritik und sprach von einer „anormalen Situation“. Die Marinera befinde sich tausende Kilometer von der US-Küste entfernt. Dennoch sei sie über Tage hinweg von der Küstenwache verfolgt worden. Die Erklärung wurde über die staatliche Nachrichtenagentur Tass verbreitet. Kristi Noem schrieb in sozialen Medien, beide Schiffe hätten versucht, sich der Überwachung zu entziehen. Doch die USA setzen ihre Linie fort: Die Beschlagnahmung sanktionierter Tanker sei laut Präsident Trump notwendig, um „Sicherheit und Stabilität in der westlichen Hemisphäre“ zu schützen. Außenminister Marco Rubio präzisierte am Sonntag im Fernsehen: „Wir wenden amerikanisches Recht an. Wir gehen vor Gericht. Wir holen uns einen Durchsuchungsbeschluss. Und wir beschlagnahmen diese Boote mit Öl. Das wird so weitergehen.“
Der Zugriff erfolgte nur Tage nach dem militärischen Überfall auf Caracas und der Entführung von Präsident Nicolás Maduro und seiner Ehefrau in die Vereinigten Staaten. Die Linie ist klar: Die Regierung Trump setzt auf maximale Kontrolle – auf See, in der Luft und auf fremdem Boden. Die Frage, wie lange sich das international durchsetzen lässt, ist noch unbeantwortet. Aber das nächste Schiff ist schon im Visier.
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Hat die US Küstenwache dort überhaupt Befugnisse gehabt?
Und warum war ein Flugzeug der Royal Airforce von UK beteiligt?
Trump den Hintern pudern, weil man ihn unterstützt?
Die USA hat sich lange Zeit gelassen….. vielleicht hat Russland alles von Bord entfernt, was Wichtig war.
Reine Soekulation, aber das schoss mir als Erstes durch den Kopf bei der Schlagzeile.