Stellen Sie sich einen Mann vor, der mit starrem Blick in den Rückspiegel starrt – während er mit 180 km/h rückwärts auf die Wand zurast. Und sobald es kracht, ruft er: „Das war Biden.“
Donald Trump, der selbsternannte Allheiler Amerikas, steht erneut vor der Nation, um zu verkünden, dass nichts, aber auch wirklich gar nichts, was schiefläuft, mit ihm zu tun habe. Die Börse bricht ein? Biden. Die Wirtschaft schrumpft? Biden. Die Realität widerspricht? Lügenpresse.
Zölle? Keine Ursache für irgendetwas. Unternehmen? Kommen angeblich in Massen zurück – man sieht sie nur nicht, weil sie vermutlich durch einen geheimen Tunnel aus der Zukunft anreisen. Das BIP? Klar, das hat Joe Biden heimlich manipuliert, vermutlich nachts mit Excel auf einem Hunter-Biden-Laptop.
Aber dann – dann wird es grotesk.
Am 19. April 2025 veröffentlichten wir einen Bericht: Die angeblichen MS-13-Tattoos von Kilmar Abrego Garcia? Eine plumpe Photoshop-Arbeit, digital reingeschmiert wie ein Hitlerbart auf einem Klassenfoto. Forensisch geprüft, bildtechnisch entlarvt. Selbst die Behörden in El Salvador fanden: nichts.
Und doch steht Trump da, fuchtelt mit einem Ausdruck der heiligen Empörung ein Foto in die Kameras, als wäre es der Beweis für die Apokalypse. Ein Präsident hält ein Bild von etwas, das nie da war – und schreit: „Da! Seht ihr? Er ist ein Monster!“
Man fragt sich: Redet er noch mit uns – oder nur noch mit den Stimmen in seinem Kopf?
Es ist, als hätte er die Grenze zwischen Propaganda und Paranoia überfahren, ohne zu merken, dass da überhaupt mal eine war.
Was folgt, ist bekannt: Die Basis jubelt. Fox News reicht das Bild weiter wie eine Reliquie. Und der Rest der Welt hält den Atem an – nicht vor Ehrfurcht, sondern aus Scham.
Denn es ist nicht mehr einfach nur ein Präsident, der sich irrt.
Es ist ein Mann, der eine Nation regiert wie ein verschwörerischer Facebook-Kommentar mit Atomwaffen.
Und niemand zieht ihm das Handy weg.
