Ostern in Washington – erst verschwunden, dann Drohungen am Morgen, Selbstinszenierung am Mittag

VonRainer Hofmann

April 6, 2026

Während in Washington die Glocken läuten und in der St. John’s Episcopal Church Gottesdienste um 8, 9 und 11 Uhr stattfinden, entscheidet sich Donald Trump für einen anderen Ablauf dieses Tages. Kein Kirchenbesuch, keine öffentliche Teilnahme an einem der zentralen Rituale des christlichen Kalenders. Stattdessen sitzt er im Präsidentenkonvoi und fährt in demonstrativer Langsamkeit durch die Stadt, rund um den Memorial Circle nahe der Arlington Memorial Bridge, genau dort, wo er ein eigenes Monument plant, einen Bogen zu seinen Ehren.

Der 79-jährige Präsident nutzt diesen Ostersonntag für eine Inszenierung, die weniger mit Religion als mit Kontrolle zu tun hat. Zwischen den Fahrten greift er zum Telefon. Fox-News-Korrespondent Trey Yingst erreicht ihn am Morgen für ein Gespräch über den Krieg gegen Iran. Trump spricht nicht zurückhaltend. Er sagt, wenn es keine schnelle Einigung gebe, erwäge er, „alles in die Luft zu jagen und das Öl zu übernehmen“. Kurz darauf konkretisiert er seine Drohungen. Man werde sehen, wie Brücken und Kraftwerke im ganzen Land fallen. Gleichzeitig behauptet er, iranischen Unterhändlern Straffreiheit gewährt zu haben, und zeigt sich überzeugt, schon am nächsten Tag eine Einigung erreichen zu können.

Parallel dazu veröffentlicht er auf Truth Social eine Botschaft, die an diesem Tag in ihrer primitiven Wortwahl und Tonlage heraussticht. Gegen acht Uhr morgens richtet sich Trump direkt an die Führung in Teheran. Er fordert die Öffnung der Straße von Hormus und droht offen mit Konsequenzen. „Dienstag wird Kraftwerkstag und Brückentag, alles in einem, im Iran. Es wird nichts Vergleichbares geben. Öffnet die verdammte Straße, ihr Verrückten, oder ihr werdet in der Hölle leben – wartet es ab. Gelobt sei Allah. Präsident Donald J. Trump.“ Eine Drohung, formuliert an dem Tag, der für Millionen Menschen für Auferstehung und Frieden steht.

Währenddessen fährt Trump weiter zu seinem eigenen Golfclub in Sterling, Virginia, dem Trump National Golf Club. Ein kurzer Halt, Teil eines Tages, der sich wie eine Abfolge eigener Stationen anfühlt. Orte, die alle ihm gehören oder von ihm geprägt sind.

Die Reaktionen lassen nicht lange auf sich warten. Marjorie Taylor Greene, lange eine seiner lautesten Unterstützerinnen, wendet sich öffentlich gegen ihn. Sie nennt den Beitrag „böse“ und fordert die Mitglieder der Regierung auf, sich zu besinnen. Sie schreibt, alle, die sich als Christen verstehen, müssten jetzt handeln, Frieden suchen und den Präsidenten stoppen. Sie geht noch weiter und sagt, Trump sei wahnsinnig geworden und alle, die nichts tun, machten sich mitschuldig.

Zur gleichen Zeit sendet Papst Leo XIV vom Balkon des Petersdoms eine völlig andere Botschaft. Er ruft dazu auf, Waffen niederzulegen. Frieden solle nicht erzwungen werden, sondern durch Gespräche entstehen. Nicht Dominanz, sondern Begegnung. Die Auferstehung Christi sei gewaltfrei.

Zwei Botschaften an einem Tag. In Washington Drohungen, Beschimpfungen und die Aussicht auf neue Angriffe. In Rom ein Aufruf zur Ruhe. Dazwischen ein Präsident, der sich bewusst gegen die religiöse Symbolik dieses Tages stellt und stattdessen seine eigene Rolle in den Mittelpunkt rückt.

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Ela Gatto
1 Tag vor

Haben sie es geschafft Trump wieder fit zu „Spritzen“
Damit er das Osterdinner schafft ohne schlafend vom Stuhl zu kippen.

In die Kirche?
Aber doch nicht Trump. Der hat mit Kirche nichts am Hut. Hatte er noch nie.
Außerdem ist er doch der Erwählte, zu ihm muss man aufschauen. Ihn muss man anbeten.
MAGA macht es.

MTG wählt klare Worte.
Gut so.
Schade, dass lieber alle vor Trump kuschen, als sich gegen ihn zu stellen.

So kann der Irre weiter die Welt in Schutt und Asche legen.

Seine Osteransprache war sicher die „christlichste“ aller Zeiten 🙈

Zuletzt bearbeitet am 1 Tag vor von Ela Gatto
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