20. Februar 2026 – Kurznachrichten

VonTEAM KAIZEN BLOG

Februar 20, 2026

Florida benennt Flughafen nach Trump – 5,5 Millionen Dollar für einen Namen!

Floridas Parlament hat endgültig beschlossen, den Palm Beach International Airport nach Donald Trump umzubenennen. Der Senat stimmte mit 25 zu 11 Stimmen zu, nachdem das Repräsentantenhaus die Vorlage bereits mit 81 zu 30 angenommen hatte. Der Schritt soll bis zu 5,5 Millionen Dollar kosten. Geld für neue Beschilderung, Dokumente, digitale Systeme und offizielle Anpassungen – alles für eine symbolische Ehrung eines amtierenden Präsidenten. Die republikanische Senatorin Debbie Mayfield verteidigte den Vorstoß mit dem Hinweis, Trumps Bilanz spreche für sich und er habe Florida wie auch den Vereinigten Staaten bedeutende Ergebnisse geliefert. Kritiker sehen darin weniger eine Würdigung als eine politische Loyalitätsbekundung mit Haushaltsmitteln. Während vielerorts über Infrastruktur, Bildung oder steigende Lebenshaltungskosten gestritten wird, investiert Florida Millionen in eine Umbenennung. Der Flughafen nahe Trumps Anwesen in Palm Beach wird damit nicht nur Verkehrsknotenpunkt, sondern Denkmal. Die Frage bleibt, ob staatliche Einrichtungen parteipolitische Ehren tragen sollten – und ob ein Name tatsächlich das ist, was öffentliche Mittel derzeit am dringendsten brauchen.

Royals in Haft – Ein Blick in die Geschichte

Die oft seit gestern zitierte Behauptung, seit Charles I. im Jahr 1647 sei kein Royal mehr festgesetzt worden, ist so nicht nicht richtig. Zwar war Charles I. der letzte regierende englische König, der im Bürgerkrieg gefangen genommen wurde, doch auch später gerieten Mitglieder des britischen Königshauses in Haft oder wurden staatlich interniert. Während des Zweiten Weltkriegs wurde etwa der ehemalige König Edward VIII., später Herzog von Windsor, unter Aufsicht gestellt und faktisch isoliert, nachdem Kontakte zum nationalsozialistischen Deutschland bekannt geworden waren. Auch andere europäische Royals – darunter Angehörige deutscher Fürstenhäuser nach 1918 – wurden zeitweise festgesetzt oder interniert, wenn politische Umbrüche sie trafen. Der Unterschied liegt im Status: Kein regierender britischer Monarch wurde seit dem 17. Jahrhundert verhaftet. Einzelne Familienmitglieder jedoch standen durchaus unter staatlichem Zugriff. Die Geschichte ist differenzierter, als es manche zugespitzte Social Media Formulierung nahelegt.

Alaska, Gas und Milliardenversprechen – Wie Trumps Russlandkurs Investoren elektrisiert

Während der Krieg in der Ukraine weiterläuft und Sanktionen formal bestehen, öffnen sich im Hintergrund neue Kanäle zwischen Washington und Moskau. Seit über einem Jahr spricht Donald Trump von einer „gewaltigen Chance“ für Geschäfte mit Russland, sobald der Krieg endet. Der Kreml liefert dazu die passenden Zahlen und stellt Investitionsmöglichkeiten in Aussicht, die in die Billionen gehen sollen. Nun testet ein texanischer Investor mit engen Verbindungen zur Trump-Familie, wie belastbar diese Annäherung ist. Gentry Beach unterzeichnete nach eigenen Angaben bereits im vergangenen Herbst eine Vereinbarung mit dem russischen Energiekonzern Novatek, um Flüssiggas in Alaska zu entwickeln. Offiziell gehe es um reines Geschäft, nicht um Politik. Doch das Projekt ist ohne politische Signale aus beiden Hauptstädten kaum denkbar. Beach traf sich mit Novatek-Chef Leonid Michelson in Dubai und Europa, einem Oligarchen, der in Großbritannien und Kanada sanktioniert ist, in den USA jedoch nicht vollständig. Die Idee: russische Technologie zur Verflüssigung von Gas im Norden Alaskas einsetzen, es per Eisbrecher verschiffen und asiatische Märkte beliefern. Parallel wirbt Moskau für weitere Kooperationen, von gemeinsamer Gasvermarktung bis zu visionären Infrastrukturprojekten zwischen Russland und Alaska.

In der amerikanischen Wirtschaft bleibt die Skepsis groß, viele Konzerne hatten sich 2022 unter Druck aus Russland zurückgezogen. Doch der Ton aus dem Weißen Haus ist ein anderer als zuvor. Trump spricht von Deal-Potenzial, kritisiert Kiew schärfer als Moskau und deutet an, wirtschaftliche Öffnungen seien möglich, wenn Bewegung in die Verhandlungen komme. Beaches Vorstoß wirkt wie ein erster Belastungstest für diese Linie. Gelingen solche Projekte, verschiebt sich nicht nur die Energiepolitik, sondern auch das politische Signal: Russland wäre wieder ein Partner auf Probe. Scheitern sie, bleibt es bei Ankündigungen. Klar ist nur, dass sich Investoren erneut fragen, ob frühes Einsteigen in politisch riskante Märkte am Ende belohnt wird.

Zollschranke als Service – Wie Epstein Kontakte zur Grenzbehörde pflegte

Jeffrey Epstein verstand es nicht nur, Präsidenten, Milliardäre und Anwälte für sich zu gewinnen, sondern auch jene Beamten, die über Einreise, Kontrollen und Gepäck entschieden. Auf St. Thomas in den Amerikanischen Jungferninseln baute er enge Kontakte zu Mitarbeitern der Zoll- und Grenzschutzbehörde auf, also jener Bundesstelle, die Menschen und Waren auf dem Weg zu seiner Privatinsel Little St. James überprüfte. Aus internen E-Mails geht hervor, dass Epstein einzelnen Beamten Gefälligkeiten anbot: Essen, Hubschrauberflüge, Einladungen zum Mittagessen auf der Insel, finanzielle Ratschläge und sogar musikalische Auftritte für Gäste. Im Gegenzug erhielt er offenbar reibungslose Abfertigungen, schnelle Durchgänge durch Kontrollen und Unterstützung bei Problemen an Flughäfen auf dem Festland.

Mindestens vier Beamte, darunter ein Vorgesetzter, gerieten ab 2019 ins Visier von Ermittlern des Bundeskriminalamts und des Heimatschutzministeriums. Es wurde geprüft, ob Epstein und seine Begleiter bei Einreisen bevorzugt behandelt oder bewusst weniger streng kontrolliert wurden. Strafrechtliche Anklagen gegen die Beamten sind bislang nicht bekannt. Die Dokumente zeigen jedoch, wie vertraut der Umgang war. Eine Beamtin begrüßte Epstein nach seiner Haftentlassung mit den Worten „Willkommen zu Hause, Jeff“ und bat ihn um finanzielle Hilfe. Ein anderer Beamter bezeichnete ihn später als „wunderbaren Menschen“, obwohl ihm dessen Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs bekannt war.

Epstein plante sogar, allen 78 Zollmitarbeitern auf St. Thomas Truthähne zu Thanksgiving zu schenken. Der Vorgesetzte untersagte dies mit Hinweis auf ein Geschenkverbot. Ein Beamter spielte auf der Insel Steel Drums für Epsteins Gäste und verzichtete auf sein Honorar, weil er ihn als Freund betrachtete. Interne Vermerke sprechen davon, dass manche Inspektoren Epstein warten ließen, während andere ihm „keine Schwierigkeiten“ machten. Ermittler prüften schließlich auch Finanzdaten einzelner Beamter per Vorladung einer Grand Jury. Recherchen zeigen jetzt, dass das Ergebnis dieser Untersuchungen mehr als unklar ist. Klar ist nur, dass Epstein selbst gegenüber Ermittlern angab, er halte Kontakt zu Beamten wegen ihres „Status, Reichtums und Einflusses“ für sinnvoll. Für ihn war Nähe zu staatlicher Kontrolle kein Zufall, sondern Strategie.

Vatikan gegen Weißes Haus – Streit um die Führung in Gaza

Der Vatikan hat deutlich gemacht, dass bei internationalen Krisen vor allem die Vereinten Nationen das Heft in der Hand behalten sollten. Kardinal Pietro Parolin erklärte, auf globaler Ebene müsse in erster Linie die UNO solche Konflikte steuern. Die Botschaft ist klar: multilaterale Strukturen statt ad-hoc-Gremien. Aus Washington kam umgehend Widerspruch. Die Regierung Trump verweist auf ihr eigenes „Friedensgremium“, das den Wiederaufbau Gazas vorantreibe und bereits arbeite. Regierungssprecherin Karoline Leavitt sprach von einem legitimen Zusammenschluss mit Dutzenden Mitgliedsstaaten. Der amerikanische UNO-Botschafter Mike Waltz betonte, das Gremium rede nicht nur, es handle. Kritik an Aufbau und Struktur sei Ausdruck alter Denkmuster, die in der Vergangenheit versagt hätten. Damit prallen zwei Ansätze aufeinander: der Ruf nach der UNO als zentralem Akteur und der Anspruch Washingtons, mit neuen Formaten schneller zu Ergebnissen zu kommen. Hinter dem Streit steht mehr als eine Organisationsfrage. Es geht um Einfluss, Zuständigkeit und darum, wer in einer der sensibelsten Regionen der Welt den Rahmen setzt.

Trump nennt Festnahme von Andrew „eine Schande“ und verweist auf eigene Entlastung

Donald Trump hat die Festnahme des ehemaligen Prinzen Andrew im Zusammenhang mit dessen Epstein-Kontakten als „sehr traurig“ und „eine Schande“ bezeichnet. Es sei schlecht für die königliche Familie, sagte der Präsident vor einem Termin in Georgia. Zugleich erklärte er, er sei in der Epstein-Affäre vollständig entlastet worden und kenne sich in dieser Angelegenheit aus. Trump lobte König Charles und kündigte an, dieser werde bald in die Vereinigten Staaten reisen. Mit seinen Aussagen verknüpft der Präsident die britische Affäre erneut mit seiner eigenen Rolle und rückt sich in die Position des Beobachters, der über Erfahrung verfügt. Während in Großbritannien ermittelt wird, nutzt Trump die Situation, um Distanz zu betonen und zugleich Nähe zum Königshaus zu signalisieren. Die juristische Bewertung der Vorwürfe bleibt den zuständigen Behörden vorbehalten. Politisch jedoch setzt der Präsident ein klares Zeichen der Loyalität gegenüber dem Monarchen und grenzt sich von den Ermittlungen ab.

Virginias Gouverneurin Spanberger übernimmt demokratische Antwort auf Trumps Rede

Die Gouverneurin von Virginia, Abigail Spanberger, wird kommende Woche die demokratische Erwiderung auf Trumps Rede zur Lage der Nation halten. Die Antwort folgt unmittelbar auf die Ansprache des Präsidenten vor dem Kongress und gilt als wichtigster Moment für die Opposition, eine eigene Botschaft zu platzieren. Spanberger gewann das Gouverneursamt erst vor wenigen Monaten deutlich und wurde damit zur ersten Frau an der Spitze des Bundesstaates. Zuvor hatte sie drei Amtszeiten im Kongress verbracht. Im Wahlkampf stellte sie die Frage der Lebenshaltungskosten und die Entlastung von Familien in den Mittelpunkt. Ihre Rede bietet den Demokraten nun die Gelegenheit, diesen Schwerpunkt landesweit zu setzen. In einem politisch aufgeheizten Umfeld wird sie versuchen, eine Alternative zur wirtschaftlichen und sozialen Linie des Präsidenten zu formulieren.

8.360 Quadratmeter Macht – Trumps Ballsaal wächst, Kritik bleibt außen vor

Ein von Trump ernannter Ausschuss für Bildende Künste hat den Bau eines gigantischen Ballsaals am Weißen Haus endgültig genehmigt. Das Gebäude entsteht dort, wo bis Oktober der Ostflügel stand. Ohne breite öffentliche Debatte ließ Trump den historischen Gebäudeteil abreißen, noch bevor alle zuständigen Stellen entschieden hatten. Nun stimmten fünf der sieben Mitglieder für die finale Freigabe des Entwurfs. Zwei nahmen nicht teil. Die Abstimmung kam schneller als angekündigt. Eigentlich sollte zunächst nur über das Konzept beraten werden. Stattdessen wurde durchgewunken.

Der geplante Saal misst rund 8.360 Quadratmeter und wäre damit fast doppelt so groß wie das eigentliche Weiße Haus. Etwa 1.000 Gäste sollen dort Platz finden. Trump begründet das Projekt mit dem Ende provisorischer Zelte auf dem Südrasen bei Staatsdinners. Die Vereinigten Staaten sollten die Welt nicht in Zelten empfangen, sagte der Vorsitzende des Gremiums. Öffentliche Rückmeldungen fielen jedoch überwältigend negativ aus. Über 2.000 Stellungnahmen gingen ein, mehr als 99 Prozent lehnten das Vorhaben ab. Kritisiert wurden der Abriss des Ostflügels, fehlende Transparenz bei Finanzierung und Vergabe sowie die schiere Größe des Neubaus. Trump veranschlagt Kosten von etwa 400 Millionen Dollar und spricht von privaten Spenden. Eine vollständige Liste der Geldgeber liegt bislang nicht vor. Parallel prüft die Nationale Planungskommission der Hauptstadt das Projekt weiter. Eine Klage der Denkmalpflegeorganisation läuft noch vor Gericht. Das Weiße Haus verweist auf bauliche Mängel am Ostflügel und erklärt dessen Erhalt für unzumutbar. Während Kräne über dem Amtssitz stehen, stellt sich eine andere Frage: Wie viel architektonische Selbstverwirklichung verträgt ein Gebäude, das nicht einem Präsidenten gehört, sondern einer Republik.

Festnahme von Andrew – Giuffres Familie spricht von spätem Signal

Die Familie der verstorbenen Virginia Giuffre hat die Festnahme von Andrew Mountbatten-Windsor ausdrücklich begrüßt. Auch wenn die aktuellen Ermittlungen nicht direkt die Vorwürfe betreffen, die Giuffre selbst erhoben hatte, sehen ihre Angehörigen darin einen wichtigen Schritt. Giuffre hatte erklärt, sie sei 2001 im Alter von 17 Jahren nach Großbritannien gebracht worden, um Sex mit dem damaligen Prinzen zu haben. Diese Anschuldigungen führten später zu einem zivilrechtlichen Vergleich, ohne dass es zu einem Schuldeingeständnis kam.

Die nun geprüften Vorwürfe stehen in Zusammenhang mit Andrews Kontakten zu Jeffrey Epstein und betreffen den Verdacht auf Fehlverhalten im öffentlichen Amt. Für Giuffres Bruder und dessen Ehefrau bleibt jedoch entscheidend, dass Verantwortung nicht im Sande verläuft. Virginia Giuffre war im vergangenen Jahr durch Suizid gestorben. Ihr Name ist untrennbar mit dem Epstein-Komplex verbunden, auch wenn die britischen Behörden jetzt andere Sachverhalte untersuchen.

Die Festnahme dauerte mehrere Stunden. Ob daraus Anklagen entstehen, ist offen. Für die Familie Giuffre ist der Vorgang dennoch mehr als ein formaler Akt. Er steht für die Hoffnung, dass Macht und Status Ermittlungen nicht dauerhaft verhindern können.

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