07. Februar 2026 – Kurznachrichten

VonTEAM KAIZEN BLOG

Februar 7, 2026

185 Millionen Dollar – Ersatzteile statt Frieden!

Die US-Regierung hat den Verkauf von Militär-Ersatzteilen im Wert von 185 Millionen Dollar an die Ukraine genehmigt. Es geht nicht um neue Waffen, sondern um sogenannte Class-IX-Teile – Motoren, Getriebe, Reifen, Bremsen –, also das, was Fahrzeuge überhaupt erst einsatzfähig hält. Während in Washington weiter von Gesprächen und diplomatischen Bemühungen die Rede ist, intensiviert Russland seine Angriffe. In den vergangenen Monaten trafen Luftschläge gezielt das Stromnetz. Ganze Regionen kämpfen mit Blackouts, Heizungsausfällen und unterbrochener Wasserversorgung – mitten im Winter. Der Krieg steuert auf sein fünftes Jahr zu. Ein Durchbruch bei den jüngsten Gesprächen ist nicht in Sicht. Die Ersatzteile sind kein Signal der Entspannung, sondern ein Zeichen dafür, dass dieser Krieg weiter auf Verschleiß gefahren wird. Fahrzeuge werden repariert, Frontlinien gehalten, Strukturen notdürftig stabilisiert. Frieden sieht anders aus.

Abflug ohne Antwort

Donald Trump verlässt das Weiße Haus Richtung Florida. Auf der Einfahrt hält er kurz an, spricht über Börsenkurse und die angeblich sinkende Kriminalität. Journalisten rufen Fragen zu dem rassistischen Video, das die Obamas als Affen zeigte. Er reagiert nicht darauf. Stattdessen beantwortet er Fragen zu Wahlen und steigenden Wohnkosten. Das Video war zuvor verteidigt worden. Man sprach von „falscher Empörung“. Später wurde es gelöscht. Danach hieß es, ein Mitarbeiter habe es veröffentlicht. Nun folgt Schweigen.

Einige Republikaner fordern eine Entschuldigung. Auch aus dem eigenen Lager kommt Kritik. Der Präsident bleibt stumm. Keine Erklärung, keine Distanzierung. Auf der Joint Base Andrews wiederholt sich das Bild. Vor dem Abflug mit der Air Force One äußert er sich erneut nicht zu dem Vorfall. Während das Thema öffentlich diskutiert wird, entscheidet sich der Präsident für das Wegsehen.

Pfiffe im Eisstadion

Bei der Eröffnungsfeier der Winterspiele in Italien wird Vizepräsident JD Vance ausgebuht. Als er gemeinsam mit Usha Vance mit kleinen US-Fahnen winkt und das amerikanische Team begrüßt, sind im Stadion deutlich viele Pfiffe zu hören. Kommentatoren sprechen von einer frostigen Reaktion, das Kamerabild wechselt schnell wieder zu den Athleten. Vance selbst spricht von „Freundschaft“ und „Wettbewerb nach Regeln“ und kündigt Gespräche mit der italienischen Regierung an. Doch der Moment gehört nicht den diplomatischen Floskeln, sondern dem Geräusch aus den Rängen.

Auf die Frage eines Journalisten, ob er die Buhrufe mitbekommen habe, antwortet Donald Trump nur: „Das überrascht mich, denn die Leute mögen ihn.“ Mehr Einordnung gibt es nicht. Zwischen Realität im Stadion und Wahrnehmung im Weißen Haus klafft eine Lücke, die sich nicht wegwinken lässt.

Tritt im Einsatz gegen einen kleinen Hund

Eine Aufnahme aus Memphis zeigt einen Deputy der US Marshals, wie er bei einem Einsatz einen kleinen Hund wegtritt. Das Tier läuft bellend auf die Beamten zu. Der Deputy macht einen Schritt nach vorn und tritt es mit dem Fuß weg. Später wird bekannt, dass der Hund eine gebrochene Rippe davongetragen hat. Die Besitzerin ist fassungslos. Der Einsatz fand im Rahmen der Memphis Safe Task Force statt, einer bundesweiten Initiative, die im vergangenen Sommer gestartet wurde. Mehrere Beamte sind vor Ort, auch eine K-9-Einheit. Die US Marshals verteidigen ihren Mitarbeiter. Der Tritt sei nicht aus Bosheit erfolgt. Die Bilder zeigen dennoch einen Moment, in dem staatliche Autorität auf ein wehrloses Tier trifft. Es ist eine kurze Bewegung, die bleibt.

16. Oktober 1973 – Die alte Anklage gegen den jungen Trump

Am 16. Oktober 1973 berichtete die New York Times über eine Klage des US-Justizministeriums gegen die Trump Management Corporation. Der Vorwurf: systematische Benachteiligung schwarzer Mietinteressenten in Wohnanlagen in Brooklyn, Queens und Staten Island. Mehr als 14.000 Apartments gehörten damals zum Bestand des Unternehmens. Beklagt wurden Donald Trump, damals Präsident der Firma, und sein Vater Fred C. Trump als Hauptverantwortlicher. Die Regierung warf dem Unternehmen vor, schwarzen Bewerbern Wohnungen vorzuenthalten oder andere Bedingungen zu stellen als weißen Mietern. Grundlage war der Fair Housing Act von 1968, der Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt verbietet. Trump wies die Vorwürfe zurück und sprach von unbegründeten Anschuldigungen.

1975 endete das Verfahren mit einem Vergleich. Es gab kein Schuldeingeständnis, aber die Verpflichtung, künftige Diskriminierung zu unterlassen und Maßnahmen zur Gleichbehandlung umzusetzen. Das Datum bleibt dokumentiert. Die Vorwürfe ebenso. Sie gehört zur frühen Geschichte eines Mannes, der später Präsident wurde. Wer heute über Rhetorik, über „Law and Order“ und über angebliche Fairness spricht, kommt an diesen Akten nicht vorbei.

Neue Flaggen im arktischen Wind – Kanada und Frankreich rücken nach Grönland vor

Jahrelang war die US-Vertretung in Nuuk eine kleine rote Dienststelle mit Sternenbanner, mehr Symbol als Machtfaktor. Nun verändert sich das Bild. Kanada hat sein Konsulat offiziell eröffnet, Frankreich schickt erstmals einen Generalkonsul. Zwei neue Flaggen im arktischen Wind, kurz nachdem Donald Trump öffentlich darüber gesprochen hatte, Grönland unter amerikanische Kontrolle zu bringen. Für Kanada ist die Präsenz naheliegend. Die Inuit im Norden Kanadas und die mehrheitlich inuitische Bevölkerung Grönlands sind historisch und kulturell eng verbunden, die Küsten liegen nur wenige Kilometer auseinander. Bei der Eröffnung sprachen Vertreter beider Seiten von Verwandtschaft, von gemeinsamer Selbstbestimmung im hohen Norden. Ottawa betonte eine langfristige Zusammenarbeit bei Verteidigung, Sicherheit und Klimapolitik.

Frankreichs Schritt wirkt politischer. In Nuuk leben offiziell nur wenige französische Staatsbürger, doch Paris positioniert die neue Vertretung klar als europäisches Signal. Grönland sei weder zu haben noch zu verkaufen, ließ der französische Außenminister verlauten. Die Botschaft richtet sich weniger nach Nuuk als nach Washington. In Grönland selbst ist die Lage sensibel. Eine Umfrage Ende Januar ergab, dass eine deutliche Mehrheit keinen Anschluss an die Vereinigten Staaten will. Viele äußerten sogar Sorge vor militärischem Druck. Vor diesem Hintergrund werden die neuen Konsulate als Rückversicherung verstanden: Die Insel steht nicht allein. Auch Kanada denkt strategisch. Premierminister Mark Carney sprach zuletzt von einer dauerhaften Störung der internationalen Ordnung und forderte mittlere Staaten auf, eigene Wege zu gehen. Die neue Präsenz in Nuuk passt dazu.

Zwischen Kanada und Dänemark, zu dessen Königreich Grönland gehört, gibt es ohnehin enge Verbindungen. Selbst der jahrzehntelange Streit um die kleine Hans-Insel im Nares-Strom wurde 2022 pragmatisch beigelegt. Was einst mit Flaggen und zurückgelassenen Whiskey- und Schnapsflaschen begann, endete mit einer nüchtern gezogenen Grenzlinie. Grönland ist damit nicht mehr nur ein entlegener Außenposten. Es ist ein geopolitischer Punkt auf der Landkarte geworden, an dem sich zeigt, wie Staaten auf Druck reagieren – mit neuen Flaggen, neuen Allianzen und klaren Worten.

Festnahmen vor den Toren von Columbia – Professoren stellen sich ICE entgegen

Vor den Toren der Columbia University setzten sich Lehrende, Mitarbeitende und Studierende auf die Fahrbahn des Broadway und blockierten für fast eine Stunde den Verkehr. Rund ein Dutzend von ihnen wurde am Donnerstagnachmittag festgenommen, nachdem sie sich geweigert hatten, der Aufforderung der Polizei zu folgen. Die Aktion richtete sich gegen die verschärfte Abschiebepolitik der Trump-Regierung und gegen das, was viele als zögerliche Haltung der Universitätsleitung empfinden. Etwa 150 Menschen beteiligten sich an dem Protest. Einige trugen Shirts mit der Aufschrift „Sanctuary Campus Now“. Die Festnahmen verliefen ruhig, ohne martialisches Aufgebot, wie es Columbia in den vergangenen Jahren häufiger erlebt hatte. Vorgeworfen wird den Beteiligten das Nichtbefolgen einer polizeilichen Anordnung und die Blockade des Verkehrs. Wenige Stunden später kamen sie wieder frei, ein Gerichtstermin ist angesetzt.

Unter den Festgenommenen war die Dozentin Mila Rosenthal. Sie verwies auf die Vorgänge in Minneapolis und sprach von Angst, die durch ICE-Einsätze in Gemeinden getragen werde. Auch Jennifer S. Hirsch, Professorin für Soziomedizin, ließ sich bewusst festnehmen. Sie kritisierte, die Universität habe frühere Festnahmen von Studierenden nicht klar genug zurückgewiesen. Ein großer Teil der Studierenden kommt aus dem Ausland. Viele sorgen sich um ihren Aufenthaltsstatus und um Kontrollen im Alltag. Studierende berichten, Freunde trügen ihre Dokumente inzwischen ständig bei sich. Die Universitätsleitung weist Vorwürfe zurück, mit ICE zu kooperieren, und betont, man handle im Rahmen des Gesetzes und fordere keine Einsätze auf dem Campus an.

Der Konflikt schwelt seit den Protestwellen der vergangenen Jahre. Neue Sicherheitsregeln, geschlossene Campustore und ein umstrittener Deal zur Wiederaufnahme von Forschungsgeldern haben Misstrauen hinterlassen. Columbia ist damit erneut ein Schauplatz eines größeren Streits: Wie weit reicht der Schutz einer Universität, wenn Bundesbehörden auf Abschreckung setzen.

Ohne Netz und doppelten Boden – Trump lässt New START auslaufen

Fünf Jahrzehnte lang hielten Washington und Moskau zumindest einen Faden in der Hand, wenn es um Atomwaffen ging. Verträge wurden verlängert, Arsenale begrenzt, Inspektionen ermöglicht. Von rund 70.000 Sprengköpfen in den achtziger Jahren sank die Zahl weltweit auf etwa 12.500. Diese Linie ist nun gerissen. Das letzte große Abkommen, New START, das seit 2011 die strategischen Waffen auf jeweils 1.550 einsatzbereite Sprengköpfe begrenzte, ist ausgelaufen – ohne Verlängerung. Donald Trump kündigt stattdessen ein „neues, verbessertes und modernisiertes“ Abkommen an. Sein Außenstaatssekretär für Rüstungskontrolle, Thomas DiNanno, sprach in Genf von einem multilateralen Ansatz, an dem neben Russland weitere Atommächte beteiligt werden sollen. China steht dabei im Fokus. Peking hat jedoch bereits erklärt, man werde sich derzeit nicht an Abrüstungsverhandlungen beteiligen.

Die Idee, alle Atomstaaten an einen Tisch zu holen, klingt groß. In der Realität sind die Arsenale ungleich verteilt: Die USA verfügen über rund 3.700 Sprengköpfe, Russland über etwa 4.300, China über rund 600 mit steigender Tendenz. Andere Staaten wie Indien, Pakistan, Israel oder Nordkorea spielen ebenfalls eine Rolle, sind aber nicht Teil der bisherigen Architektur. Jede zusätzliche Partei macht Verhandlungen komplizierter, langwieriger und politisch riskanter. Hinzu kommt, dass Washington in den vergangenen Jahren mehrere Abrüstungsabkommen aufgekündigt hat und selbst auf neue Technologien wie Hyperschall- und Weltraumwaffen setzt. Ohne verbindliche Obergrenzen entsteht ein Vakuum. Und in diesem Vakuum wächst die Versuchung, aufzurüsten statt zu begrenzen. Was als „Modernisierung“ verkauft wird, könnte am Ende ein Neustart des atomaren Wettbewerbs sein – nur ohne das Sicherheitsnetz, das jahrzehntelang zumindest Schlimmeres verhinderte.

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Ela Gatto
Ela Gatto
6 Stunden zuvor

Ich freue mich sehr, dass Vance deutlich ausgebuht wird.

Das Trump das nicht „sieht“ ist klar. In seinem Iniversum lieben ihn Alle. Und natürlich auch Vance.

Stimmt es, dass NBC die Buhrufe raus geschnitten hat?
Von FOX würde ich das erwarten.
Aber NBC?

Ela Gatto
Ela Gatto
6 Stunden zuvor

Kanada und Frankreich… super Aktion und klare Statements ohne viel Worte.

Man muss Trump entgegen treten und sich nicht nur ständig weg ducken.

Es geht ihm weder um Frieden, Diplomatie oder New Start Verträge.
Es geht ihm ausschließlich um Deals für ihn und seine Firmen.
Und „Verträge“ auf den sein Name prangt.

Man hört gerade auch wenig von seinem „Friedensrat“.
Haben die alle noch nicht bezahlt 🙈 oder hat er sich mehr Beitritte von „bedeutenderen“ Politikern erwartet?

Ela Gatto
Ela Gatto
6 Stunden zuvor

Ausgerechnet Professoren der Columbia.
Die Universität, die als Erste (soweit ich mich erinnere) vor Trumps Forderungen eingeknickt ist.

Hoffentlich ist deren Lehrstuhl nun kein Schleudersitz.

Derzeit wird Mut und Zivilcourage bestraft und bicht belohnt/bewundert.

Ela Gatto
Ela Gatto
6 Stunden zuvor

Trump hat die Ukraine fallen gelassen.

Er zieht noch raus, was er kann (Waffenverträge, Ersatzteilverkäufe etc) und dann ist es ihm vollkommen egal, was passiert.

Die Verhandlungen in Abu Dhabi haben zumi dest einen Gefangenenaustausch zustande gebracht.
Das war schon mehr, als ich erwartet habe.

Aber von den tausenden entführten ukrainischen Kindern hört man nichts.
Sie sind von der Welt vergessen worden.
Scheinbar selbst vom eigenen Land, denn sie werden nicht erwähnt 😞

Natürlich leiden die Menschen in der Ukraine unter den anhaltenden Bombardierungen und der Kälte.
Aber Eltern vergessen ihre Kinder nicht.

Ela Gatto
Ela Gatto
6 Stunden zuvor

Was für eine Abscheulichkeit gegen den Hund zu treten, so heftig, dass er sich eine Rippe bricht.

Gewalt gegen Kinder und Tiere ist absolut unterste Schublade 😞

Ela Gatto
Ela Gatto
5 Stunden zuvor

Trump hat mit diesem Video einen neuen Tiefpunkt erreicht.

Im Black Heritage month

Einen ehemaligen Präsidenten, derart zu verunglimpfen.

Es erst zu verteidigen um dann eine Kehrtwende zu vollziehen und einen Mitarbeiter zu beschuldigen.

Für wie dumm hält er die Leute?
Das irgendein Mitarbeiter Zugriff auf seinen „heiligen“ Account hat 🙈🤣🤣🤣🙈

Er hasst die Obamas.
Sie repräsentieren Alles, was er und Melania sich mit keinem Geld der Welt kaufen können.
Klasse, Moral, Intelligenz, Integrität, Empathie.

Es war wieder ein Fall von „wie weit kann ich gehen, wie groß ist der Aufschrei“

Sein Rassismus reicht noch weiter zurück als dieses Gerichtsurteil.
Aber das belegt es schwarz auf weiß.

In einer Doku über Trump wird das als Punkt gesehen, wo Trump lernte immer gleich zurück zu schlagen. Niemals defensiv zu sein, niemals die Schuld „anerkennen“.
Er hat sich natürlich nicht an die Virgaben gehalten.

Wahrscheinlich piekt ihn dieses Urteil bis heute, dass er Diskriminierung von Weißen (Männern) sieht.

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