Falsche Täter, echte Opfer – Wie Desinformation nach dem ICE‑Schuss Unbeteiligte trifft!

Nur Stunden nach der tödlichen Erschießung von Renée Nicole Good in Minneapolis begann im Netz eine Hetzjagd – nicht auf den tatsächlichen Schützen, sondern auf Unbeteiligte. Auf mehreren Plattformen verbreitete sich plötzlich die Behauptung, der Täter heiße Steve Grove. Gemeint war angeblich ein Mann aus Minneapolis. Tatsächlich traf es den Verleger der Minnesota Star Tribune, der denselben Namen trägt und mit dem Vorfall nichts zu tun hat. Innerhalb kürzester Zeit erhielt er Drohungen, Beschimpfungen, Nachrichten voller Hass. Parallel geriet ein Waffenhändler aus Missouri ins Visier, ebenfalls Steve Grove genannt, der nach eigenen Angaben nie in Minnesota war und dennoch Mordvorwürfe und wütende Anrufe bekam. Auslöser war offenbar ein Bild, das mithilfe einer künstlichen Bildsoftware erzeugt wurde und fälschlich den angeblichen Schützen zeigen sollte. Trotz fehlender Ähnlichkeit genügte der Name. Mehr als sechstausend Beiträge kursierten binnen zwei Tagen. Während Behörden noch ermittelten, suchten Nutzer ihre eigene Gerechtigkeit. Der Fall zeigt, wie schnell sich Gerüchte verselbstständigen – und wie reale Menschen dafür bezahlen, wenn Fakten durch Tempo ersetzt werden.
Alex Karp und die Normalisierung des Tötens im Datenstaat
Der Geschäftsführer von Palantir Technologies, Alex Karp, spricht öffentlich darüber, Töten als mögliche Option zu betrachten. Der Satz fällt nicht im Kriegstagebuch, sondern im Kontext von Technologie, Sicherheit und staatlicher Macht. Wenn Karp sagt, es könne nötig sein, Gegner einzuschüchtern und sie gelegentlich zu töten, dann bewegen wir uns in mehr als nur bedenklicher Rhetorik. Es ist eine Haltung, formuliert von jemandem, dessen umstrittene Software längst Teil staatlicher Entscheidungen ist. Palantir-Systeme werden genutzt, um Daten zu verknüpfen, Profile zu erstellen und Risiken zu bewerten. Diese Systeme laufen nicht nur in den USA, sondern auch in europäischen Polizeien und Behörden. Die Trennung zwischen Analyse und Handlung ist dort dünn. Wo Daten Entscheidungen vorbereiten, formen sie auch den Rahmen für Gewalt. Wer diese Macht mit Worten feiert, verschiebt Grenzen. Nicht abstrakt, sondern konkret, weil Entscheidungen schneller, härter und distanzierter werden. Europa diskutiert Datenschutz, während es Technik einkauft, deren Führung Gewalt offen einkalkuliert und manchmal einen Einblick in die mentale Verfassung gibt, der einen staunend zurücklässt. Das ist kein fernes Problem, sondern eine Frage politischer Verantwortung.
Öffentlicher Druck auf ICE-Beamten wächst
In Minneapolis ist ein Fahrzeug mit einem klaren Appell unterwegs: „Verhaftet und verklagt Jonathan Ross.“ Der ICE-Beamte hatte Anfang Januar tödlich auf Renee Nicole Good geschossen – in einem Einsatz, dessen Ablauf weiterhin Fragen aufwirft. Ross filmte mit dem Handy, während er gleichzeitig eine Waffe trug. Inzwischen wird sein Verhalten nicht nur von zivilgesellschaftlichen Gruppen, sondern auch von Rechtsexperten infrage gestellt. Demonstrierende fordern eine unabhängige Untersuchung und gegebenenfalls strafrechtliche Schritte. Die öffentliche Aufmerksamkeit wächst, ebenso wie der Druck auf lokale Behörden. Minneapolis ist mit solchen Situationen vertraut – doch dieser Fall betrifft eine Frau, die unbewaffnet war und im Auto blieb. Die Frage nach der Unverhältnismäßigkeit wird immer lauter.
Trump erwägt nächsten Militärschlag gegen Iran
US-Präsident Trump lässt sich aktuell über gezielte Militärschläge gegen den Iran beraten. Auslöser sind die anhaltenden Proteste im Land, bei denen Sicherheitskräfte gewaltsam gegen Demonstrierende vorgehen. Laut Insidern prüft Trump Luftschläge auf Orte in Teheran, darunter auch zivile Ziele. Öffentlich erklärte er: „Wenn sie anfangen, Leute zu töten wie in der Vergangenheit, werden wir zuschlagen – sehr hart, aber ohne Bodentruppen.“ Bereits im Juni 2025 hatte Trump mit der Operation Midnight Hammer drei iranische Nuklearanlagen bombardieren lassen. Nun will er offenbar erneut ein Zeichen setzen – unter Bedingungen, die das Risiko für US-Soldaten minimieren sollen. Der Iran warnt vor einer Eskalation, will sich aber zugleich nicht dem Protest beugen.
Trump-Sanktionen blockieren ICC-Richter: Kein Amazon, kein Gmail, keine Kreditkarte

Seit der US-Sanktionierung durch die Trump-Regierung stehen mehrere Richterinnen und Richter des Internationalen Strafgerichtshofs unter digitalem Hausarrest. Gmail-Konten wurden gesperrt, Amazon-Zugänge deaktiviert, Kreditkarten gekündigt. Hotelbuchungen, Onlinezahlungen oder selbst das Buchen eines Zugtickets sind nicht mehr möglich. Die USA stufen die Strafrichterinnen offiziell wie Terroristen ein – weil das Gericht Haftbefehle gegen Israels Regierung erlassen hat und zu US-Kriegsverbrechen in Afghanistan ermittelte. Insgesamt elf hochrangige Personen, darunter auch Chefankläger, sind betroffen. Während das Gericht weiter zu Sudan, Venezuela, Ukraine und Gaza arbeitet, drohen die USA mit weiteren Maßnahmen. Zugleich versuchen europäische Staaten, das Gericht durch technische Umstellungen und rechtliche Schutzmaßnahmen unabhängig zu halten. Doch die Einschüchterung zeigt Wirkung: Der Zugriff auf alltägliche Dienste ist gekappt – ohne Anklage, ganz ohne Urteil.
ICE als Machtinstrument ohne Kontrolle

Vor acht Jahren galt die Kritik an der Einwanderungsbehörde noch als Debatte, heute ist sie Beschreibung der Realität. Unter Donald Trump und Stephen Miller ist ICE zu einer Behörde geworden, die mit Masken, Waffen und Einschüchterung arbeitet. Die Einsätze in Städten wie Chicago, Los Angeles oder Minneapolis richten sich nicht nur gegen Migranten, sondern gegen alle, die sich einmischen oder dokumentieren. Um schneller zu wachsen, wurden die Einstellungsregeln gesenkt, Gewalt wird offen beworben, der Ton ist der eines Feindbildes. Recherchen ergaben, dass ICE-Beamte seit Juni in mindestens sechzehn Einsätzen auf Menschen geschossen haben. Drei wurden getroffen, während sie Razzien beobachteten, weitere beim Wegfahren von Kontrollen. In dieser Woche wurde Renee Nicole Good in Minneapolis erschossen, während sie in ihrem Wagen saß. Videoaufnahmen zeigen auf, dass sie sich vom Beamten wegbewegte, nicht auf ihn zu. Die Regierung reagierte mit Schuldzuweisungen und stellte sie als Gefahr dar. Kurz darauf schossen Grenzbeamte in Portland erneut auf Zivilisten. Ein Staat braucht Einwanderungsrecht, aber keine Behörde, deren erster Zugriff Gewalt ist. ICE ist kein normales Amt mehr. Es ist ein Machtinstrument ohne wirksame Kontrolle, eine moderne Gestapo mit Smartphone und Gesichtsschal.
Trump will nach Grönland – US-Militär bremst

Donald Trump hat seine Kommandeure für Spezialkräfte angewiesen, konkrete Invasionspläne für Grönland zu entwerfen. Doch ranghohe Militärs stemmen sich intern gegen das Vorhaben. Aus Kreisen des Verteidigungsministeriums heißt es, man versuche Trump mit anderen Optionen zu beschäftigen, etwa mit dem Abfangen russischer Geisterschiffe – ein geheimes Tankernetzwerk, das Moskau zur Umgehung von Sanktionen einsetzt – oder mit einem möglichen Luftschlag gegen den Iran. Die Idee, Grönland anzugreifen, sei nicht neu. Schon in seiner ersten Amtszeit hatte Trump versucht, die Insel zu kaufen. Die aktuelle Eskalation zeigt jedoch, dass diese Fantasien nun in konkrete militärische Überlegungen übergehen. Das Pentagon versucht offenbar, Zeit zu gewinnen.
„Ich liebe Amerika, aber ICE beschämt mich“
Inmitten der Empörung über den Tod von Renee Nicole Good hat sich ein Einwohner von Minneapolis deutlich geäußert: „Ich bin ein großer Patriot. Ich liebe Amerika. Mein Sohn dient in der Armee. Ich bin stolz auf unser Land. Aber ich schäme mich für das, was gerade passiert. Ich schäme mich für ICE. Das ist extrem unamerikanisch.“ Die Aussage bringt auf den Punkt, was viele fühlen: Liebe zum Land schließt Kritik an Behörden nicht aus. Im Gegenteil. Wenn der Einsatz tödlicher Gewalt gegen unbewaffnete Menschen zur Normalität wird, verliert der Staat an moralischer Autorität. ICE steht nach mehreren tödlichen Einsätzen zunehmend unter Druck, doch die politische Führung in Washington verteidigt die Behörde weiter. In Minneapolis wird deutlich, dass patriotische Bürger nicht schweigen wollen, wenn Grundwerte verletzt werden.
„Ich bin frei – aber Belarus ist es nicht“

Ales Bialiatski, Gründer des Menschenrechtszentrums Viasna, wurde nach viereinhalb Jahren Haft freigelassen. Seine Freiheit war Teil eines Deals: 123 politische Gefangene gegen den Abbau von US-Sanktionen. Doch Bialiatski macht deutlich, dass der eigentliche Kampf erst beginnt. In Belarus herrschen Repression, Folter, Showprozesse, Pressezensur und politische Haft. Über 1.000 Menschen sitzen weiterhin in Gefängnissen – viele sind junge Menschen, Arbeiter oder Studierende. Sie wollten Demokratie und wurden dafür kriminalisiert. Bialiatski fordert Schutz für Aktivisten im Exil und konkrete Unterstützung für die Zivilgesellschaft. Belarus sei nicht gleichzusetzen mit dem Regime von Lukaschenko, und auch nicht automatisch Teil der russischen Einflusszone. Der Wille zur Veränderung sei spürbar – und werde nicht verschwinden.

Belarus, der Deal war sicher mit Putin besprochen.
Weniger Sanktionen für Belarus kommt Russland sehr gelegen. Denn der Weg nach Russland ist kurz und einfach.
Und kaum Jemand kann es prüfen.
Dennoch freue ich mich sehr für die Freigelassenen.
Wer weiß, wie lange das Militär sich „gegen“ Trump stellt.
Der Austausch von nicht 100% Loyalen läuft auf vollen Touren.
Der Angriff auf den Iran, vor allem auch auf zivile Ziele ist genau so ein Völkerrechtsbruch, wie der Angriff auf die Ukraine oder Venezuela.
Es gibt kein UN Mandat, nichts.
und da wird sich wieder die Scheinheiligkeit der westlichen Länder offenbaren.
Es geht ja um ein religiöses Terrorregime.
Ja, die alten extremistiscch-religiösen Säcke im Iran sind ein Terrorregime.
Aber dennoch ist der Iran ein souveräner Staat, den man bicht einfach bombardieren kann, weil einem bicht gefällt, was da passiert.
Ich bewundere das iranische Volk, insbesondere die iranischen Frauen, die sich trotz der drakonischen Strafen dem Regime immer wieder entgegen stellen.
Eine Bombardierung hilft nur Trumps Ego.
Nicht dem iranischen Volk.
Für MAGA ist man kein Patriot, sobald man an Trump und seinen Schergen Kritik übt.
Dann ist man einer von den woken, die lieber für das Recht Krimineller einstehen, als für die Sicherheit aufrechter Amerikaner 🤬🤬
Ich hoffe, dass der öffentliche Druck zunimmt und nicht endet.
Schlimm, dass Unschuldige durch Hetze ins Visier von gefährlichen Situationen geraten.
Drohungen sind schlimm. aber es kann auch in körperlicher Gewalt ausarten.
Alex Karp hatte sich vor einigen Jahren boch kritisch gegenüber Thiels Palantir Ausrichtung geäußert.
Was ist in der Zwischenzeit passiert, dass er offen vom Töten spricht?
Zuviel MAGA Gehirnwäsche?
Und hier in Deutschland will man immer noch mehr Palantir einsetzen.
Die sollten mal Deine Berichte über Palantir lesen, Rainer.
Wenn ich lese, welche Auswirkungen die US-Sanktionen auf die Mitarbeiter vom Internationalen Strafgerichtshof haben 🤬
Unglaublich.
Nur weil sie ihren Job machen und es Trumpeltier bicht gefällt.
Das sind für Eure Klage keine guten Voraussetzungen.
Eine Klage direkt gegen Trumps Regierung.
Wenn die Klage angenommen wird, werden umgehend Sanktionen folgen…. vielleicht gegen den ganzen Strafgerichtshof.
Ob es mutige Richter/Staatsanwälte gibt, die sich davon nicht beirren lassen?
Gerade auch weil die USA die Gerichtsbarkeit nicht anerkennt.
Lohnt sich das persönliche Risiko werden sich leider Viele fragen.