„Völkerrecht? Nicht eure Sache“ – Rubio weist Europa ab, während die USA in Venezuela tödliche Fakten schaffen

VonRainer Hofmann

November 30, 2025

Marco Rubio hat in wenigen Sätzen klargemacht, wie die Vereinigten Staaten unter Trump inzwischen über Europa denken. Der Außenminister sagte, die EU habe kein Recht festzulegen, was Völkerrecht sei – und erst recht nicht das Recht, Washington vorzuschreiben, wie die USA ihre Interessen zu schützen hätten. Es war kein diplomischer Hinweis, keine vorsichtige Abgrenzung, sondern eine direkte Kampfansage an eine Staatengemeinschaft, die sich seit Wochen darum bemüht, Trumps Venezuela-Politik einzudämmen und an internationale Regeln zu erinnern.

„Ich glaube nicht, dass die EU entscheiden darf, was Völkerrecht ist – und ganz sicher nicht, wie die USA ihre nationale Sicherheit verteidigen.“

Rubios Satz legt offen, wie niedrig die Bereitschaft der US-Regierung geworden ist, sich an gemeinsame Grundlagen zu halten. Wer definiert, was rechtens ist und was nicht? Aus europäischer Sicht beantworten Verträge, Gerichte, UN-Beschlüsse und die schlichte Logik, dass Gewalt in internationalen Beziehungen klare Grenzen braucht. Aus Rubios Sicht zählt nur Macht, und Macht hat in seiner Regierung immer der, der am lautesten auftritt. Europa soll sich hinten anstellen, die eigenen Bedenken schlucken und akzeptieren, dass die USA tun, was sie wollen – egal, welche Folgen das hat.

Diese Haltung ist nicht neu, aber sie wird offener. Während Europa vor einem möglichen Luftschlag oder einem noch größeren Einsatz in der Karibik warnt, spricht Rubio so, als ginge es um eine Detailfrage, die nur stört. Der Außenminister tut so, als wolle Brüssel bestimmen, wie Amerika seine Bürger schützt. Nur vor wem? In Wahrheit geht es um die Frage, ob eine Supermacht das Recht hat, eigenmächtig Staaten anzugreifen, Menschen ohne Verfahren zu töten und internationale Regeln nach Bedarf zu verbiegen. Rubio weiß, dass Europa keine Armee ins Feld schicken wird, um Trump zu bremsen. Er weiß auch, dass die EU politisch gespalten ist. Aber auch ein zwischen zwei Welten hängendes Europa hat noch den Anspruch, dass Recht nicht vom Belieben eines Präsidenten abhängt. Genau diesen Anspruch versucht Rubio zu zerlegen. Nicht durch Argumente, sondern durch Überheblichkeit: Wer sich beschwert, soll Ruhe geben. Wer widerspricht, versteht angeblich nicht, wie die Welt funktioniert.

Es ist ein Satz, der zeigt, wie weit die USA sich von den Partnern entfernt haben, mit denen sie jahrzehntelang internationale Ordnung verteidigt haben. Heute steht ein Außenminister da und erklärt, dass niemand außer den USA entscheiden darf, was Recht bedeutet. Und ausgerechnet diese Regierung, die mit Drohnen, Bomben und ungedeckten Behauptungen Politik macht, erhebt sich zum alleinigen Richter. Rubios Botschaft ist eindeutig: Recht ist das, was Washington dafür hält. Und wer sich dagegenstellt, wird ignoriert. Für Europa bedeutet das, dass die alte Verlässlichkeit verloren ist. Für die Welt bedeutet es, dass die USA bereit sind, Grenzen nicht nur zu verschieben, sondern zu zerreißen.

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lkirchner7220@gmail.com
lkirchner7220@gmail.com
1 Monat zuvor

Wann versteht Europa endlich, dass die USA unter Trump und Konsorten kein Partner mehr ist? Sanktionen und Isolation wären das Richtige, nicht Hofieren…

Mosu
Mosu
1 Monat zuvor
Antwort auf  Rainer Hofmann

Lieber Herr Hofmann, at first möchte ich mich bedanken für Ihre Arbeit und Recherchen. Ich folge Ihnen schon länger, da ich seit 25 Jahren liebe Freund in den USA habe.
Zu Europa, spätestens nach 2-3 Monaten nach der 2. Wahl des DT hätte jedem Politiker und Diplomat bekannt sein müssen, wo die Reise hingeht! Aber nein man schleimt sich ein, in der Hoffnung nichts tun und keine Entscheidung treffen zu müssen. Und wir in Deutschland waren schon immer gut im weggucken siehe AFD. Ich hoffe die Welt wacht rechtzeitig auf, bevor es für die nächste Genration zu spät ist.
Bitte passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund. Herzliche Grüße ausHamburg Monika Suschka

Claus
Claus
1 Monat zuvor

Trump und Putin sind die zwei Seiten der selben Medaille. Europa muss nicht bestimmen was Völkerrecht ist, das ist klar definiert udn wird von den Haag überwacht. Da sich dei USA nicht Den Haag „unterwerfen“ wollen sieht man wie sie zum Völkerrecht stehen.

Ela Gatto
Ela Gatto
1 Monat zuvor

Die USA hält sich für allmächtig.
Mit einer Arroganz ind menschenverachtenden Aussagen und Taten, die an Putin erinnern.

Europa muss aufwachen.
Auch UK, Australien, Kanada….
Sie müssen aufhören diese Regierung und den Wutanfall Donny zu umgarnen.

Wann kommen endlich richtig klare Worte?
Wann?
Es passiert so viel in und durch die USA und alle tapsen auf Zehenspitzen und flüstern Kritik nur.
Medien? Auch da Fehlanzeige, wohl aus Angst vor Klagen durch Trump.

Ohne Euch würde soviel bicht aufgedeckt und deutlich ans Licht gebracht werden.

Schade nur, dass es von den Regierungen, die ich in der Pflicht sehe, wohl nicht gelesen wird.

Wenn es so weiter geht, haben wir den 3. Weltkrieg.
Putin holt sich Europa
Trump tobt sich auf dem amerikanischen Kontinent und Grönland aus.
China Holt sich Taiwan und wer weiß, welche asiatischen Länder noch
Nord Jorea zwangsvereinigt Südkorea mit seiner Diktatur.

Und das Schlimme ist, keiner kann sie aufhalten.

Weder der 1. Noch der 2. Weltkrieg wurden diplomatisch beendet.
Warum?
Weil Diplomatie bei narzisstischen Soziopathen nicht funktioniert.
Keiner hat die Militärische Macht die drei „Großen“ aufzuhalten.

Wenn nicht die USA wieder auf den „rechten Weg kommen“, sehe ich mehr wie schwarz

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