70 Millionen Dollar. Kein einziger Abgeschobener. Dafür eine Bar.

VonRainer Hofmann

April 8, 2026

Kristi Noem ist weg. Das Flugzeug nicht.

Kristi Noem, Donald Trump

Trump feuerte Noem letzten Monat, weil er ihre Aussagen vor dem Kongress nicht mochte. Noem hatte erklärt, Trump habe umstrittene Ausgaben des Ministeriums persönlich gebilligt. Das war der Satz, der zu viel war. Sie ging. Das Flugzeug blieb. In Washington nennt man so etwas manchmal Loyalität – nur eben in die andere Richtung.

70 Millionen Dollar. Bezahlt von der Einwanderungsbehörde ICE, mit Geldern, die der Kongress letztes Jahr aufgestockt hatte, ausdrücklich für Trumps versprochene Massenabschiebungen. In den Unterlagen stand das Flugzeug als Mittel für aufsehenerregende Abschiebungen. Was es tatsächlich hatte: ein Queensize-Bett, Duschen, eine Küche, vier Flachbildschirme und eine Bar. Man stelle sich vor, welche Art von Abschiebung man damit plant.

Kein einziger Mensch wurde abgeschoben. Nicht einer.

Noem selbst hatte das Flugzeug vor allem für eigene Reisen genutzt, gelegentlich begleitet von ihrem engen Mitarbeiter Corey Lewandowski. Zahlreiche Hinweise sprechen für eine Affäre zwischen den beiden. Im Department of Homeland Security gingen sie damit offenbar offen um. Als sie ging, dachten ICE-Beamte, der Kaufplan würde sich erledigen. Das Weiße Haus dachte anders. Es übernahm das Flugzeug einfach. Kein Kongress, keine Abstimmung. Das Ministerium für innere Sicherheit verlor die Kontrolle darüber, die obersten Mitarbeiter des Weißen Hauses gewannen sie. Melania Trumps Büro soll Zugang haben. Ausgewählte Kabinettsmitglieder ebenfalls.

Kristi Noem und Corey Lewandowski

Das ist also der Weg der Abschiebegelder. Sie fliegen. Nur ohne Abzuschiebende.

RJ Hauman vom National Immigration Center for Enforcement, einer Organisation die die Regierung seit Monaten zu mehr Härte bei Abschiebungen drängt, nannte es anstößig. Tens of Millionen für einen Luxusjet, der keinen einzigen Menschen abschiebe. Marc Short, früherer Stabschef von Vizepräsident Mike Pence, fragte, wie man ein Flugzeug dieser Größenordnung kaufen könne, ohne den Kongress zu fragen. Man habe versprochen, verschwenderische Ausgaben zu kürzen.

Draußen spricht dieselbe Regierung täglich über die harte Notwendigkeit der Migrationskontrolle. Über Grenzen, die geschützt werden müssen. Über Gelder, die dafür gebraucht werden. Drinnen, in 12.000 Metern Höhe, gibt es eine Bar. Trump hat übrigens kürzlich auch einen Luxusjet von der katarischen Regierung angenommen. Er soll ihn diesen Sommer nutzen. Davor hatte er sich wiederholt über den Zustand der Air Force One beschwert.

Es ist schwer zu sagen, was hier mehr auffällt. Die Dreistigkeit. Oder die Selbstverständlichkeit, mit der sie vorgetragen wird.

Unabhängiger Journalismus · Kaizen Blog

Wir sind dort,
wo es wehtut.

Wir sitzen nicht im Warmen und schreiben über die Welt – und wir hören auch nicht beim Schreiben auf. Unsere Hilfe ist dort, wo sie gebraucht wird. Wir sind ein kleines Team. Keine Investoren, keine Millionäre, keine große Redaktion im Hintergrund. Was wir haben, sind Herz, Wille und der Anspruch, Dinge aufzudecken, über die andere oft hinwegsehen. Wenn Sie möchten, dass diese Arbeit weiter möglich bleibt, unterstützen Sie den Kaizen Blog.

Unsere Arbeit lebt von denen, die hinschauen — und dafür einstehen, dass das möglich bleibt.

Updates – Kaizen Kurznachrichten

Alle aktuellen ausgesuchten Tagesmeldungen findet ihr in den Kaizen Kurznachrichten.

Zu den Kaizen Kurznachrichten In English
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
3 Comments
Älteste
Neueste Meistbewertet
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Ela Gatto
1 Stunde vor

„…Es ist schwer zu sagen, was hier mehr auffällt. Die Dreistigkeit. Oder die Selbstverständlichkeit, mit der sie vorgetragen wird…“

Ich würde sagen Beides.

Aber so lange es Niemand richtig klar und deutlich anprangert, wird es genau so weiter gehen.
Vorbei am Kongress und Senat, vorbei an Ausschüssen.
Mit dem Geld der Steuerzahler… für den eigenen Luxus. Wie es in jeder Diktatur oder Autokratie ist.

Aber MAGA bejubelt jede einzelne noch so brutal Festnahme.
Zeigt weiter mit dem Finger auf die Demokraten.
Lacht die „Trump Hater“ aus.

Der Einzige der lacht ist Trump.
Über seine willigen Sektenmitglieder, die die 💩 nicht mal sehen (wollen), selbst wenn sie bis zum Hals drin stecken.

Ela Gatto
1 Stunde vor
Antwort auf  Rainer Hofmann

🤣 🤣 🤣 🤣

3
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x